Sharing wird anders
Bereits mit dem +1 Button von Google+ verändert sich aber eines ganz massiv, auch wenn es nur eine klitzekleine Neuerung ist: Der Nutzer kann direkt beim Sharen auswählen, mit welchen Circles er diesen Inhalten teilen will. Damit wird die bisherige Grund-Einstellung verändert und nicht mehr alles an alle rausposaunt und damit der Signal/Noise-Ratio zugunsten des Signals, also der Qualität der Inhalte für den Rezipienten verändert. Bislang gab es immer die Grundidee, dass die Rezipienten einfach alles ignorieren, was sie nicht interessiert. Jetzt wird umgeschwenkt und zielgerichteter geteilt.
Die neuen Möglichkeiten
Die Idee, dass Sharing gezielter erfolgen sollte, wird mittlerweile von einer Reihe von Tools und Plattformen gezielt genutzt. Path ist derzeit das prominenteste einer Reihe von Startups, die versuchen, durch die Limitierung des Nutzerkreises das Teilen von persönlichen Inhalten wieder bedeutungsvoller für die Rezipienten zu machen. Niemand interessiert, welche Musik du gerade hörst? Doch, deine wirklichen Freunde schon, aber eben nicht irgendwelche Leute, die mal irgendwann bei Facebook hinzugefügt wurden. Ähnlich funktionieren Pinterest oder Nuji auch, nur dass es hier um eingegrenzte Themenfelder geht und anhand dessen die Nutzerselektion erfolgt.
Wie werden künftig Inhalte geteilt werden?
Es wird immer häufiger die Grundeinstellung „Public“ zu Gunsten eines eingeschränkten Nutzerkreises verschwinden, wohl aber mit der Option, dass man über den eingeschränkten Nutzerkreis hinaus auch an alle die Inhalte teilen kann. Ich finde, dass wir damit einen großen Schritt nach vorne gehen konzeptionell, auch wenn es in der Tat nur eine kleine Umstellung bei den Sharing-Defaults ist, aber sie wird unsere Nutzung nachhaltig verändern und noch dazu verbessern.
P.S.: Facebook geht mit seinem Frictionless Sharing unterdessen in genau die umgekehrte Richtung. Ob sie damit richtig liegen?
Über den Autor
Nico Lumma ist Chief Operating Officer (COO) der Digital Pioneers N.V. in Hamburg, stolzer Vater zweier Kinder, glücklich verheiratet, bloggt seit etlichen Jahren auf lumma.de und hat den Verein D64 - Zentrum für digitalen Fortschritt mitgegründet. Er ist Ständiger Sachverständiger der Enquete Kommission „Verantwortung in der medialen Welt“ am Landtag Rheinland-Pfalz und wurde 2007 von der Zeitschrift Tomorrow zu den Top 20 Web 2.0 Pionieren in Deutschland gewählt.






4 Antworten
von Mattizzle Grimmizzle via facebook 05.01.2012 (15:12Uhr) 1.
Auf google+ nehm ich an. Damit ist der Nutzerkreis schon zur Genüge eingeschränkt.
von Daniel Sigl via facebook 05.01.2012 (15:15Uhr) 2.
Das was die Öffentlichkeit sehen darf, öffentlich. Das was sie nicht sehen darf nur Freunden und bestimmtes nur einer bestimmten Liste. Kommt drauf an wer das aller sehen sollte :-)
von Jürgen 05.01.2012 (22:46Uhr) 3.
Gähn . Content = 0
von Trends 2012: kuratierte Linksammlung | s… 20.01.2012 (09:13Uhr) 4.
[...] Nico für T3N über die Renaissance des Sharing [...]