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Die Büchse der Pandora? Web-Urgestein Lycos will seine Such-Patente verkaufen

Die Büchse der Pandora? Web-Urgestein Lycos will seine Such-Patente verkaufen

Der Internet-Pionier Lycos will sich von einem Teil seines Patent-Portfolios trennen. Laut Unternehmen sollen sich einige „kritisch relevante“ Patente für den Online- und Mobile-Bereich darunter befinden.

Die Büchse der Pandora? Web-Urgestein Lycos will seine Such-Patente verkaufen

Lycos verkauft seine Patente. (Screenshot: Archive.org / Lycos.com)

Lycos: Web-Oldtimer verkauft Online- und Mobile-Patente

Über zwanzig Jahre ist es her, das Lycos mit ihrer und dem dazugehörigen Web-Portal an den Start ging. Damals war das Unternehmen ein ernstzunehmender Spieler im noch jungen Suchmarkt und bot später mit Angelfire und Tripod zwei bekannte Hosting-Dienstleistungen an. Seitdem ist viel passiert und von der einstiegen Größe ist nicht viel übrig geblieben.

Seit dem Jahr 2000 hat Lycos mehrfach den Besitzer gewechselt und gehört seit 2010 zum Marketing-Unternehmen Ybrant. Über die letzten zwanzig Jahre hat Lycos einiges an Patenten im Online- und Mobile-Bereich angesammelt. Die sollen jetzt zu Geld gemacht werden: Die Patente umfassen die Bereiche Suchmaschinen-Technologie, Online-Werbung und Gaming.

Lycos war eine sehr beliebte Suchmaschine in den 1990er Jahren. (Screenshot: Archive.org / Lycos.com)
Lycos war eine sehr beliebte Suchmaschine in den 1990er Jahren. (Screenshot: Archive.org / Lycos.com)

Was geschieht jetzt mit den Lycos-Patenten?

Die Patente sollen durch The Propeller(y), einem Händler für geistiges Eigentum, verkauft werden. Lycos beschreibt sie als „kritische relevant“ für den Online- und Mobile-Markt und könnten auch Anwendung in wachsenden Märkten wie dem Internet-of-Things finden. Das wiederum wirft natürlich die Frage auf, wer die Patente von einer der ersten echten Web-Suchmaschinen übernimmt, und was der Käufer damit tun wird.

Schon 2012 bekam Google rechtliche Probleme aufgrund alter Lycos-Patente. Das häufig als Patent-Troll bezeichnete Unternehmen Vringo hatte 2011 die Rechte an einigen alten Lycos-Technologien aufgekauft und vor Gericht Schadensersatzansprüche gegenüber Google geltend gemacht. Vringo bekam in erster Instanz sogar recht und sollte 30 Millionen US-Dollar von dem Suchriesen erhalten. In einem Berufungsverfahren konnte Google die Entscheidung jedoch erfolgreich anfechten.

Es bleibt daher spannend, welche Technologien jetzt den Besitzer wechseln werden und wie der Käufer seine neuen Patente einsetzen möchte.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch unser Artikel „Patentkrieg: Wie Apple, Microsoft und andere Firmen Google verklagen“.

via www.engadget.com

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Eine Antwort
  1. von Patente verbessern die Welt am 22.05.2015 (11:48 Uhr)

    Kurz bevor Ende des Jahres TTIP unterschrieben wird und damit US-Patente (z.b. auf Geschäfts-Ideen) auch hier gelten werden, kann man vermutlich den höchsten Preis herausschlagen.

    Wenn die US-Zentralbank-Zinsen erhöht werden, kommt oft ein Jahr später angeblich die Rezession oder der Börsencrash. Das wissen die Leute inzwischen also auch und daher muss man vielleicht auch vor der Erhöhung schnell noch alles (Patente, Startups,...) an den Markt bringen bevor man wieder 5 Jahre auf den Aufschwung warten muss.

    Wie begründet die Forderungen sind, kann man hier erkennen
    http://www.golem.de/news/in-app-purchase-patent-lodsys-traut-sich-nicht-vor-geschworene-gegen-kaspersky-1310-101951.html
    Oder an jahrelangen Patent-Prozessen von SCO gegen Linux.

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