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Hallo, ich bin Toru, der intelligente Lager-Roboter – und das sind meine Schöpfer von Magazino

Hallo, ich bin Toru, der intelligente Lager-Roboter – und das sind meine Schöpfer von Magazino

sind bisher im industriellen Einsatz eher dumm: Nur einprogrammierte Abläufe, kein situationsabhängiges Reaktionsvermögen. Jetzt ändert sich das: Das Magazino hat einen intelligenten Lager-Roboter gebaut, der Menschen ersetzen kann.

Hallo, ich bin Toru, der intelligente Lager-Roboter – und das sind meine Schöpfer von Magazino

(Foto: Jochen G. Fuchs)

In der Nähe einer zwielichtigen Spelunke an einer vielbefahrenen Straße in München steht ein langer Gewerbekomplex – direkt an den Bahnschienen. Eine minimalistisch gehaltene Laden-Arkade an der Außenfront beherbergt kleine, teilweise skurrile Einzelhändler. Die Ladeneinheiten wirken architektonisch deplatziert, obwohl scheinbar als Ladenfläche konzipiert. Im Inneren des Gebäudes geht es durch lange, nüchterne Flure vorbei an staubtrockenen Büros und Unternehmen zu einem Startup, das in dieser Umgebung genauso deplatziert wirkt: dem Logistik-Robotik-Spezialist Magazino, der momentan die Intralogistik, wie der unternehmensinterne Logistikbereich innerhalb eines Logistikzentrum genannt wird, kräftig aufmischt.

Der Eingangsbereich vom Magazino-Office in München. (Foto: Jochen G. Fuchs)
Der Eingangsbereich vom Magazino-Office in München. (Foto: Jochen G. Fuchs)

Eine lichtdurchflutete loftartige Büroatmosphäre erwartet mich, als ich am mannshohen, eleganten Firmen-Logo von Magazino im Eingangsbereich des Büros vorbeigehe und meinen Blick über die vom Hausdesigner entworfenen und von Magazino selbst hergestellten Stahl- und Holzmöbel gleiten lasse. Alles, auch die Aufenthaltsecke und die Espressobar-Schrägstrich-Küche, erinnert an skandinavisches Design, Stockholmer Startup-Flair und Silicon-Valley-Stimmung. Nur eine dröhnende Stand-Bohrmaschine auf einer Werkbank, surrende 3D-Drucker und eine Metallwerkstatt in einem Winkel des riesigen Raums verraten, dass hier „nur“ ein Maschinenbau-Startup aus München sitzt. Wobei das eigentlich Understatement ist: Das Startup Magazino versammelt, wie ein klassisches Startup aus dem Digital Business, Entwickler, Designer und Marketer um sich – aber eben auch Robotik-Spezialisten und Maschinenbauer.

Lounge-Area. (Foto: Jochen G. Fuchs)
Die Lounge-Area bei Magazino. (Foto: Jochen G. Fuchs)
Die Heimat der Maschinenbauer: Die Werkstatt. (Foto: Jochen G. Fuchs)
Die Heimat der Maschinenbauer und Geburtsort der Roboter: die Werkstatt. (Foto: Jochen G. Fuchs)

Nie wieder aufräumen: Wie aus einem Traum ein innovatives Unternehmen wird

Als Frederik Brantner während seiner Studienzeit eine Kollegin in ihrer Apotheke besucht, fasziniert ihn besonders der neue Kommissionierautomat: Ein Knopfdruck am Computer und der Automat spuckt eine Medikamentenschachtel aus. „Ich dachte, sowas brauche ich für zu Hause auch. Ich schmeiß' all meine Sachen, die in meinem Chaos rumliegen, einfach in eine Schublade und der verräumt das automatisch. Und wenn ich etwas brauche, gehe ich einfach über meinen ‚Cover Flow' und wähle mein Akkuladegerät und der ist dann schlau genug, mir auch die Akkus dazu auszugeben.“

Die Idee, die in diesem Sommer 2011 in seinem Kopf entstanden ist, lässt Brantner dann nicht mehr los. Er organisiert ein „Creative-Thinking-Wochenende“ und findet Resonanz unter den Anwesenden: Als Mitgründer stößt der Maschinenbauingenieur Lukas Zanger mit dazu – oder wie es Brantner lachend formuliert: „Der ist nicht schnell genug weggerannt, dann war er halt dabei.“ Ergänzt wird das Gründerteam später schließlich noch durch den Informatiker Nikolas Engelhard – Magazino ist geboren.

Die Magazino-Gründer, von links nach rechts: Nikolas Engelhard, Lukas Zanger und Frederik Brantner.(Foto: Magazino)
Die Magazino-Gründer, von links nach rechts: Nikolas Engelhard, Lukas Zanger und Frederik Brantner.(Foto: Magazino)

Nach ersten Ablehnungen bekommt Magazino Anfang 2013 schließlich das Gründerstipendium „Exist“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Ab da geht es Schlag auf Schlag: Eine GmbH wird 2014 gegründet. Nachdem er mehr als einen Monat einfach rumgesessen und gearbeitet hat, bekommt als erster Mitarbeiter Kai, der heutige Leiter der Elektrotechnik, einen Arbeitsvertrag. Es folgt als zweites der Industriedesigner Joachim, der auch die Möbel von Magazin entworfen hat, später der promovierte Roboter und Software-Entwickler Ulrich Klang – alle drei sind noch heute an Bord.

Später bekommt Magazino auch noch die Flügge-Förderung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, eine Seed-Finanzierungsrunde durch zwei Angels und den Hightech-Gründer-Fonds (HTGF) und schließlich legt das Startup den schnellsten Exit für den HTGF auf’s Parkett, den der Fonds jemand erlebt hat: Siemens entscheidet sich, sowohl den Business Angels als auch dem HTGF die Anteile abzukaufen und hält seitdem 49,9 Prozent an dem jungen Robotik-Unternehmen.

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Eine Antwort
  1. von Rise of the Robots am 17.01.2016 (15:42 Uhr)

    Seit meinem ct'-Abo wurde über Tesa-Rom, Siemens-Packroboter (24x7 Eis und Schnee, Heiss und Kalt, Immer und überall am Arbeiten), Siemens-Face-Detection/3D-Face/Body/Produkt/im-prinzip-alles-Scanner (elegant einfach) und natürlich Vandalisten-Sichere laser-projezierte Terminals (Heutzutage "Gesten-Steuerung" genannt) von Siemens berichtet...
    Wir erinnern auch an WebWasher, das Siemens-Spin-Off.

    Die Löwen wollen doch meist auch Sperr-Minoritäten (aber der Wandel auf Kredite die mit Patenten und Kunden-Daten zuerst abzuzahlen sind ist natürlich offen in der Startup-Berichterstattung sichtbar).
    Was exakt geht damit ?
    - Den Ausbau so steuern damit die Firmen-Kunden der Mutter-Firma ihre vom Steuerzahler bezahlten und immer immer immer immer wieder geretteten Arbeitsplätze nicht abbauen müssen und die Disruption um 10-20 Jahre verhindert wird ? Gründer-Rücktritte in Startups wegen Einflussnahme und Umorientierung des Geschäftes zugunsten der Investoren gabs ja inzwischen schon wie hier berichtet wurde.
    - Büros in Barcelona, London und natürlich New York aufbauen lassen wie es Neue Markt Firmen vor dem Crash teilweise taten ? Aufträge für Motoren usw. an die Mutterfirma geben obwohl Asiaten vielleicht billiger und qualitativ brauchbar produzieren würden ? Im Bundestag gibts leider keine Sperr-Minorität... Oder bei Immobilien-Eigentümer-Gemeinschaften wo man vielleicht durch hohe Investments oder sogenannte "Luxus-Sanierungen" kleine Miteigentümer vielleicht sogar zum Verkauf zwingen kann.
    Wer Sperrminorität hat sollte bei Insolvenz in gleicher Höhe der maximal Bewertung seines jeweiligen Investments haften müssen: Fragt mal Insolvenzverwalter (das sind gar nicht so viele! und die Insolvenzmeldungen nehmen ja zu) wieso das vielleicht sinnvoll wäre...

    Bei Arbeitsplätzen gibts Arbeitsschutz, Berufsgenossenschaft und Gewerbe-Aufsicht. Daher sind die meisten Unfälle ja wohl auch zu Hause.
    Allerdings gibts z.b. bei Libri oft schon ewig innovative Lösungen wie beispielsweise die wohl riesigen "wahlfreies Lager"-Regale und die zugehörigen Roboter...

    Die Apotheken haben das, wie der TV-Zuschauer weiss, weil schon manche deren Großlieferanten 80% der Menge automatisiert abwickeln und nur den Rest von Menschen komissionieren(? holen, suchen, verpacken, abhaken) lassen. Gute Regale wissen dank RFID wo die Ware ist und leuchten dann. Für Metro oder Real usw. würde ich auch gerne LED-basierte (LEDs werden immer heller) Leitsysteme für die kleinen Kunden in der App realisieren. Die LEDs sind dann unten am Boden oder den Regalen. Wie in machen Ländern bei Wahlen nimmt man Farben und Bilder um unterschiedliche Kunden unterschiedlich zu leiten.
    Diese LEDs mit vielen vielen Farben zeigen wie preisgünstig das inzwischen geht. Bluetooth-Mash-Netze regeln den Rest. Schade das Ikea das vielleicht noch nicht hat.... In den Zukunfts-Filmen fliegen die Robo-Autos ja auch gezielt wo sie hin wollen. Dasselbe (zu Fuß mit Einkaufswagen) ginge für Walmart, Elektro-Großmarkt, Ikea, Baumarkt usw. und natürlich Business-Großhändler. Oder auch im Einkaufs-Zentrum. Aber in Fortschrittsfeindlichen Ländern muss man natürlich auf In-Door-GPS warten obwohl das heute schon mit in-the-Pocket-Standard-Handies und den hier so oft gelobten Bluetooth-Baken ginge...

    Sogar im Discounter könnten die Regale beim vorbeilaufen piepsen weil man im Handy eingestellt hat das man das haben will und das Regal mitkriegt das man einen Artikel aus diesem Regal auf dem Handy (ggf. auch von Familienmitgliedern nach dem Los-Fahren) eingebucht hatte. Bei den kleinen Supermärkten könnte man auch vieles vorher dem Stamm-Kunden komissionieren und er muss nur noch die Frischwaren aus dem Gemüseregal auswählen...

    Wer ein Land kennt wo man sowas ohne hohe Nebenkosten (Subventionen und Finanzierungen brauche ich natürlich angesichts der Verfügbarkeit der Produkte nicht und es zu 80% reine Programmierung wäre) realisieren kann kann es ja mal nennen.

    Arabien/Nordafrika galt nach dem arabischen Frühling mal als progressiv. Ist leider wohl nix mehr draus geworden. Die Türkei sucht oder suchte wohl auch Firmen für Bildungs-Laptops die dort produziert werden sollten...
    Viele andere Länder kommen leider auch nicht in Frage.

    Asien ist noch progressiv und fortschritts-freundlich.

    Und wegen der Home-Automaten: Es gabs nach dem Krieg für USA mehrere Wohn-Konzepte. Eines waren kleinere Wohnungen (inzwischen slotted Living, Millenials Home,... o.ä. konzeptionell genannt) wo die Kleidung per Automaten wie in der Wäscherei (siehe US-Serien) geliefert wurde und dann vorne direkt zum rausnehmen hing und heutzutage wie Fälschungen auf dem Urlaubs-Land-Markt oder Firmen-Kleidung in der Großwäscherei per RFID problemfrei erkannt und geroutet werden kann damit jedes Hotel, Arztpraxis und andere Kunde genau seine Kleidungs-Stücke oder Bettwäschen sauber zurückbekommt. Stattdessen haben sich die aus den zig US-Familien-Serien recht einheitlichen Haus-Konzepte durchgesetzt und z.b. in diesem Zusammenhang auch den Rasen vor dem Haus usw. verbreitet...
    In Asien ist der Wohnraum oft knapp. Also setzt es sich hoffentlich bald durch. Allerdings wären Screenblanker oder Lockscreens ganz nett wo Eigentums-Fotos durchgeschaltet werden weil man sonst vergisst was noch alles verfügbar ist oder das in der Kühltruhe noch Speiseeis oder Pizza ganz hinten drin liegt oder was man noch an kälte-geeigneter Kleidung hat bzw. kaputt ging und man nachbestellen sollte. Oder halt durchsichtige Schränke und Schubladen... auch in Küche und Keller. Auch im Büro... Aufbewahrungsboxen sind oft ja schon transparent damit man von der Seite sieht was drin ist...
    Wenn mans irgendwo einlagert vergessen es viele zu schnell. Die Auto-Nachbestellung von Waschmittel gibts ja auch weil viele Leute gar nicht wissen und regelmäßig nachgucken wollen wie viel Toner oder Spülmittel noch drin ist und das Handy es leider nicht anzeigt obwohl die Drucker-Treiber der Drucker-Industrie das vielleicht sogar haargenau wissen.


    Und wegen der Schrauben: In Fabriken usw. haben z.B. Bohrer oft nur Laufzeiten von 8 Minuten (man bohrt aber halt nicht ständig! und werden aus Automaten geholt bei Bedarf und dann der Fabrik in Rechnung gestellt.
    Und Würth und Großhändler haben vielleicht auch Interesse daran. Man MUSS ja nicht auf QR-Auslesen/EAN verzichten sondern kann die Teile ja auch Wahlfrei verteilen und dynamisch herausholen wenn der kleine Elektriker usw. seine Liste am Automaten oder im Handy eingegeben und seine alte Rechnung bezahlt hatte und ihm die Sachen wie ein Zigaretten-Automat (übrigens auch schon ewig tägliche Roboter bzw. Automaten) für die heutigen/morgigen Kunden ausspuckt und er sie am Handy ausliest und den Empfang bestätigt...
    Auch die Automaten am Flughafen für Ladeteile, USB-Ladekabel usw. kennt ja jeder. Sowas wäre also auch eine Zielgruppe aber halt auch vor dem stationären Shop nachts im dunkeln wenn geschlossen ist.

    Als Online-Besteller hasse ich es wenn ich Waren heute bestelle und bezahle aber erst übermorgen versendet wird ! :-((( Man spart sich also 3schicht-Betrieb und erledigt die offenen Aufträge nachts per Roboter und die Mitarbeiter haben morgens bei Schichtbeginn dann die fertigen Pakete für die LKW.
    Und das ich meine Größe (Länge Breite) on demand bei den Kleider-Discountern (Gerne auch vorher bezahlt) online im Handy selektieren und im Laden abholen kann, sollte auch klar sein und wäre eine Mission für Magazino...
    Und das man Pakete online dort abholt auch... Freie Grundstücke gibts auf dem Land scharenweise. Hermes, DPD usw. beliefern wohl keine DHL-Paket-Stationen und die sind auch oft weit auseinander. Online bezahlte Lebensmittel-Bestellungen kann man vor dem Plattenbau mit vielen gleichzeitigen Bestellungen auch in den Roboter schieben und der Kunde kriegt eine Message/SMS/... und holt es per Handy aus dem Automaten.
    Auch dafür wären Ausgabe-Automaten sinnig.

    Und auch schön zu sehen das frische Diplomanden bevorzugt werden...

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