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E-Commerce

Magento 2: „Nur das wirklich gute Zeug“ soll in den nächsten Release des Shopsystems

    Magento 2: „Nur das wirklich gute Zeug“ soll in den nächsten Release des Shopsystems

Die Übersicht zu Magento 2. (Grafik: Magento, Montage: t3n)

Während der Meet Magento in Leipzig ist der Community ein Einblick in den aktuellen Stand der Dinge bei Magento 2 ermöglicht worden. Wir haben die wichtigsten Informationen für euch zusammengefasst.

Was lange währt, wird endlich gut: Magento 2 ist auf dem Weg zum finalen Release. Die Vorstellung der Neuerungen und die Erläuterungen zur Verbesserung der Performance waren beeindruckend, aber entscheidend wird das Feedback der Community, sobald der neue Developer-Release-Candidate im Entwickleralltag eingetroffen ist. Das Feedback zum Magento-Community-Event Meet Magento ist hingegen jetzt schon durchgehend positiv.

Magento: Übersicht über die aktuellen Neuerungen

Während des Community-Events sind viele Informationen zu Magento geliefert worden, die wir hier für euch zusammenfassen.

Magento: Die Timeline für Magento 1 und 2

(Grafik: Magento)
(Grafik: Magento)

Der endgültige Release von Magento 2 rückt näher. Eine Beta-Version für Developer ist schon seit Ende letzten Jahres auf GitHub verfügbar, und im Lauf des dritten Quartals erscheint eine Händler-Beta, die schließlich im vierten Quartal in einem ersten Release enden soll.

Magento 1 wird noch drei Jahre lang weiter gepflegt: Maintenance und Bugfixing werden noch in weiteren Releases vorgenommen. Features sind nach dem Release keine weiteren zu erwarten. Die Meet-Magento-Association will aber in Zusammenarbeit mit der Community sogenannte „Feature-Packs“ für Magento 1 rausbringen, die Nutzern möglichst viele der neuen Magento-2-Features auch für die alte Version zur Verfügung stellen sollen.

Der neue Magento-Connect-Marktplatz

(Grafik: Magento)
Die Hauptziele für Magento-Connect. (Grafik: Magento)

Paul Boisvert von Magento betont, dass Qualität wichtigstes Augenmerkmal für den neuen Marktplatz sein soll. „Nur das wirklich gute Zeug“ schafft es in den neuen Magento-Connect-Marktplatz, der vollständig umgekrempelt und modernisiert werden soll. Anscheinend werden nur Enterprise-Module von Magento direkt für Magento 2 konvertiert.

Magento Connect bekommt eine komplett neue grafische Nutzeroberfläche, und es wird ein Developer-Showcase und neue Dashboards für Entwickler und Händler geben.

Magento setzt ein dediziertes Dokumentationsteam ein

Die Dokumentation hat Priorität für Magento, jedenfalls kümmert sich aktuell ein dediziertes Team um die Erstellung der Dokumentation der verschiedenen Magento-Versionen. Die Dokumentation soll Entwicklung, Migration und Bedienung des neuen Shopsystems erleichtern.

Kontakt zur Community bei Security Issues: Magento Alert Security Registry

Der Ablauf bei der Verteilung von wichtigen Sicherheitspatches und die Benachrichtigung der Community müssen verbessert werden, wie Paul Boisvert, der Produktmanager von Magento auf der Meet Magento erklärt hat: Zwar steht Magento in einer direkte Kommunikation zu den Gold-Partnern und hat diese nach eigener Auskunft schnell über den kürzlich aufgetretenen „Shoplift Bug“ informiert, aber es gibt bisher keine Möglichkeit, die Community schnell zu erreichen. Deshalb richtet Magento jetzt die „Magento Alert Security Registry“ ein, die Community-Mitglieder im Ernstfall schnell aktiv mit wichtigen Informationen zur Sicherheit von Magento versorgen soll.

Mobile-SDK: Entwicklung nativer Apps

In den kommenden Wochen wird für die Enterprise-Edition ein Mobile-SDK veröffentlicht, das die Entwicklung nativer Apps ermöglichen soll. Eine voll funktionstüchtige Beispiel-App wird mitgeliefert, die bei Bedarf entweder als Anhaltspunkt für eine Eigenentwicklung oder durch Anpassung an die eigenen Bedürfnisse auch direkt eingesetzt werden kann.

Das SDK ist aktuell nur für iOS verfügbar, eine Version für Android soll in Kürze folgen.

Magento 2

(Grafik: Magento)
Was Magento 2 verspricht. (Grafik: Magento)

Das neue Shopsystem Magento 2 verspricht viele Verbesserungen, unter anderem im Bereich Skalierbarkeit und Performance, rund 120 Entwickler arbeiten aktuell an Magento 2 und wollen eine wesentlich modernere Architektur liefern, die einfachere Entwicklung verspricht. Noch ist Magento 2 in der Beta-Version, aber der Ausblick erscheint vielversprechend.

Die wichtigsten Informationen zu Verbesserungen, Features und zur Migration nachfolgend im Überblick.

Produktfeature: Bestellmanagement für den Omnichannel-Handel

Um dem immer stärker werdenden Bedeutung des Omnichannel-Handels gerecht zu werden, wird Magento 2 ein umfassendes Retail-Order-Management erhalten, das die Bestellungen aus allen Kanälen mit der Lagerverwaltung in Magento verbinden soll. Das Retail-Order-Management entsteht in Zusammenarbeit mit eBay Enterprise und nutzt Magento-2-Technologie.

Migration: Daten, Extensions und Themes

(Foto: t3n)
„Product-Paul“, Produktmanager Paul Boisvert zeigt die Möglichkeiten zur Migration während der Meet Magento auf. (Foto: t3n)

Für die Migration der Daten stellt Magento ein Migrationstool zur Verfügung, das ab der Version EE 1.11 und CE 1.7 aufwärts genutzt werden kann, um die Daten aus den Datenbanken der alten Magento-Version zu übernehmen.

Einige Extensions, dem Vernehmen nach ausschließlich Enterprise-Module, werden von Magento portiert und, wie oben bei Magento Connect schon erwähnt, in Magento Connect übernommen. Wie viele und welche Extensions, ist aktuell nicht ersichtlich, das Thema ist recht brisant, denn die alten Extensions sind ohne Anpassungen nicht lauffähig unter Magento 2. Das Gleiche gilt für Themes und Customizations, die fast komplett neu gestrickt werden müssen. Magento stellt dazu aber Training und ausführliche Dokumentationen zu Verfügung.

Automatisiertes Test-Framework für Front- und Backend

Für den Backend-Bereich ist das Framework schon in der neuesten Version von Magento 1 implementiert und wird auch für Magento 2 übernommen und stark erweitert: Auch das Frontend soll dann getestet werden können.

Performance and Skalierbarkeit: Magento 2 Insights

Neben Paul Boisvert hat auch Max Yekaterynenko von Magento einen Vortrag gehalten und spezifische Informationen zur Skalierbarkeit und Performance von Magento 2 vermittelt.

Die Performance in Zahlen

Ein externes Unternehmen soll bei Messungen folgende Werte ermittelt haben:

  • Katalog End to End: 25 Prozent schneller als Magento 1, davon entfallen 15 Prozent Geschwindigkeitsgewinn auf das Browsen im Katalog und 45 Prozent auf den neuen „Async-Kaufen-Button“
  • Checkout: Soll nahezu gleich geblieben sein
  • Magento 1 verarbeitete im Warenkatalog bis zu 500.000 Views und bis zu 42.000 Bestellungen pro Stunde, Magento 2 soll nun bis zu 10.000.000 Views und bis zu 90.000 Bestellungen pro Stunde verarbeiten können.

Wer die Messungen vorgenommen hat und in welcher Konfiguration das System in welcher Hosting-Umgebung betrieben wurde, ist nicht näher erläutert worden, aber die weiter unten folgenden technischen Erläuterungen wirken durchaus glaubwürdig:

Die Präsentation konnte glaubwürdig vermitteln, dass viel Arbeit beim Redesign in die Performance-Optimierung gesteckt wurde und sich die Ergebnisse durch die gesamte Code-Base ziehen. Die von Magento durchgeführte Benchmark-Tests zwischen einer Enterprise-Edition 1.14 und dem aktuellen Beta-Release-Candidate zeigen, dass hier wirklich ein Enterprise-taugliches System vorgestellt wurde.

Andrej Radonic, Magento-Agentur Intersales | 12. Mai 2015, Meet Magento in Leipzig

Geschwindigkeitsgewinn im Katalog im Detail.(Foto: t3n)
Geschwindigkeitsgewinn im Katalog im Detail: Die komplette Ladezeit mit einer Skala von 0 bis 1,2 Sekunden. Von links nach rechts: Homepage, Category-View, Product-View und Add to Cart. (Foto: t3n)
Geschwindigkeitsgewinn beim Checkout im Detail.(Foto: t3n)
Geschwindigkeitsgewinn beim Checkout im Detail. (Foto: t3n)

Skalierbarkeit

Modularisierung und Separierung werden offensichtlich gezielt betrieben. Für den Katalog und den Checkout sind in der Enterprise-Edition verschiedene Datenbanken nutzbar und der Katalog kann mit einer Master-Slave-Replication auf verschiedenen Datenbanken betrieben werden. Ein MySQL-Cluster soll so ebenfalls möglich sein.

Performance

Neben Daten-Kompression und verstärkter Cross-Browser-Kompatibilität auf der Client-Seite sollen auf Serverseite ein verbessertes Full-Page-Caching mit Varnish 4 oder anderen Systemen Performance-Gewinne bringen – Magento verspricht hier agnostisch vorzugehen und die Nutzung unterschiedlicher Caching-Systeme zu ermöglichen. Auch eine Kompatibilität mit der Virtual Machine HHVM 3.6 ist gegeben, für die allerdings kein Support geboten wird.

Detaillierte technische Änderungen

  • Clientseitig: Cache im Browser, Optimierung der Ladezeit des JS-Code, JS-Inline-Code eliminiert, JS-Bundling lazy evaluation, Minimierung des Inhalts, effektivere Bildkompression
  • Serverseitig: Optimierungen des Object-Manager, Class decomposition, Lösung von AbhängigkeitenSingle-Action-Controller, Bereinigen oder Entfernen von redundanten Abfragen, Caching von Repositories und Metadaten von Attributen, ein Single-Tenant-Compiler bereitet den Shop in einem Arbeitsschritt auf den Betrieb vor

Die Arbeit läuft immer noch auf Hochtouren, die genannten Änderungen sind quasi eine Momentaufnahme der Beta-Version, vieles ist noch in Arbeit – wie beispielsweise ein komplett neues User-Interface für den Checkout (Das Rendering soll dann wie ein One-Pager aussehen) sowie Magento-Object-Optimierungen.

Mehr zu den Neuerungen bei Magento in unserem Artikel „Meet Magento Association: Ein Sicherheitsnetz für Magento“, in „Die neuesten Entwicklungen im Magento-Kosmos: Das war die Meet Magento 2015“ und im Artikel „Magento startet Small-Business-Programm“.

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2 Reaktionen
Wilbert
Wilbert

Was mich wirklich interessiert, ist die Neuerung in Sachen Varianten. Das ist eine wirklich ätzende Sache in Magento. Shopware hat hier ein wirklich gutes Tool vorgelegt... Hoffen wir mal aufs beste!

Antworten
Cyrill Schumacher

"Magento 1 verarbeitete im Warenkatalog bis zu 500.000 Views und bis zu 42.000 Bestellungen pro Stunde, Magento 2 soll nun bis zu 10.000.000 Views und bis zu 90.000 Bestellungen pro Stunde verarbeiten können."

Hier sind die Konditionen fuer die Messungen. Vieles wurde an der Imagine Conference vorgestellt:

https://twitter.com/drlrdsen/status/590298182250205184

Test Hardware: https://twitter.com/blackbooker/status/590297953346031616

Magento2:
6x Webnodes: 8 Cores, 32GB RAM
2x DB Nodes: 8 Cores, 32GB RAM
1x Redis: 2 Cores, 8GB RAM
1x Varnish: 8 Cores, 16GB RAM
1x Balancer: 2 Cores, 4GB RAM

Möchte nicht wissen, wie viel der Spass im Monat kostet. PHP frisst schon einiges an Ressourcen ...

Leider habe ich keine Infos, wie die Hardware fuer Magento1 aussieht.

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