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Magento-Konferenz: Viel Wachstum, aber Sorgen um die Zukunft

In dieser Woche fand in Las Vegas die zweitägige "imagine eCommerce“ statt, die jährliche Fachkonferenz von . Die Übernahme des E-Commerce-Spezialisten durch sorgte für viel Gesprächsstoff im Vorfeld der Veranstaltung. Unser Gastautor Ralf Lieser war vor Ort und fasst für t3n.de die wesentlichen Themen und Neuerungen im Magento-Kosmos zusammen.

Magento-Konferenz: Viel Wachstum, aber Sorgen um die Zukunft

 

Veranstaltungsort der Magento-Konferenz: Das M Casino Ressort Spa

Der erste Tag der imagine eCommerce der  war geprägt vom BarCamp, dem eher inoffiziellen Anwender- und Entwicklertreffen mit interessanten Themen aus Technik und Marketing. Themen wie „Overriding Core Functionality: Real World Best Practices“ oder „x.commerce Fabric Sandbox“ und „x.commerce Fabric Integration for Magento“ richteten sich zwar eher an Entwickler, hatten aber nicht immer die technische Tiefe, die sich Erfahrene der Zunft gewünscht hätten. Für alle anderen Teilnehmer war es jedoch eine hervorragende Möglichkeit, ein wenig mehr über die Komplexität von Magento zu erfahren und ihr Know-how zu verbessern.

Schnelles Wachstum der Magento-Community

Der offizielle Kongressbeginn wurde von Bob Schwartz, President Magento, eingeläutet. Zeit, Bilanz zu ziehen und wichtige Fragen zu klären: Mit 800.000 Community Mitgliedern hat sich die Zahl der Mitglieder seit der MagentoImagine 2011 nahezu verdoppelt. Die Anzahl der Magento Extensions hat sich im selben Zeitraum um 73 Prozent erhöht. Via Magento Connect können Anwender inzwischen auf 5.600 Extensions zurückgreifen – dem Werk von über 2.500 registrierten Entwicklern. Shopbetreiber, Partner und die Magento Community erwarteten aber auch Antworten auf Fragen zur technischen Entwicklung, vor allem hinsichtlich des Release-Plans für Magento 2, beispielsweise mit welchen Aufwänden für Updates zu rechnen sei und ob denn die bisherigen Module für Magento 1.x auch für Magento 2 funktionierten. Am meisten trieb die Teilnehmer aber die langfristige Entwicklung der Plattform unter der Führung von eBay um: Was wird aus dem Commitment von Magento zu Open Source? Wie wird die parallele Entwicklung von Magento Enterprise und Magento Community zukünftig ablaufen?

Extensions: Masse statt Klasse?

Zurück zu den Zahlen: Magento hat sich inzwischen zu einem der Top Player gemausert. Bei allem Jubel sollte man die Statistik aber genauer betrachten. Die reine Anzahl der Extensions ist beachtlich, aber ob sie Shopbetreibern weiterhilft, ist eine andere Frage. Zu Qualität und Nützlichkeit der Extensions kann keine allgemeine Aussage getroffen werden. Eine der häufigsten Erfahrungen von professionellen Agenturen ist, dass viele Extensions qualitativ schlecht programmiert wurden und damit dem Shopsystem eher schaden, anstatt es sinnvoll zu erweitern.

Roy Rubin, General Manager Magento und Chief Product and Customer Officer-X.commerce, ging in seiner Keynote näher auf die Problematik ein: Magento reagiere mit Entwickler-Zertifizierungen und eigenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei der Extension-Einreichung. Mit der Magento University treibe man außerdem die Schulung zur Developer Certification voran. Allerdings ist damit das Ziel, nur Extensions in höchster Qualität in Magento Connect anzubieten und die Qualität der Extensions dauerhaft zu sichern, noch lange nicht erreicht.

Der nächste Punkt auf Rubins Liste war Magento GO, die Low-Price-Plattform für Shopbetreiber mit kleinem Budget. Als einzige wichtige Erkenntnis für den heimischen Markt blieb Folgendes haften: Da Magento auf die Bedürfnisse deutscher Shopbetreiber nicht konkret eingegangen ist, muss man weiter davon ausgehen, dass ein Magento-GO-Shop nicht allen deutschen Richtlinien und rechtlichen Aspekten Rechnung trägt.

Bekenntnis zum Open-Source-Modell

Nach Roy Rubin kam Matthew Mengerink, Vice President x.commerce, auf die Bühne – und schnell auf den Punkt: Besonders betonte er das Commitment von x.commerce zu Open Source und wie x.commerce eine Art Open Ecosystem bilden will. Hier scheint sich ein sinnvolles Multichannel-System zu entwickeln, das E-Commerce-Lösungen tatsächlich umfänglich behandelt. Von der CRM-Anbindung über die Warenwirtschaft bis zu weiteren Vertriebskanälen soll x.commerce alles abbilden können, was das Herz des Shopbetreibers begehrt. Wir dürfen gespannt sein, ob die in den USA schon zahlreichen und sinnvollen Möglichkeiten auch in Europa – und vor allem in Deutschland – funktionieren.

Magento Community Edition 1.7 nicht frei von Risiken

Wenig überraschend wurde die Magento Community Edition 1.7 als „stable“ freigegeben. Deren aufregendste Neuerung soll die Erfüllung der EU-Regularien für Shopsysteme sein. Wie bei Magento GO ist es auch hier sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob wirklich alle deutschen Anforderungen erfüllt werden, bevor man sich auf eine All-in-one-Box-Lösung verlässt.

Die Magento Enterprise Edition 1.12 wurde ebenfalls als stable vorgestellt. Im Unterschied zur Community Edition wurde die Funktionalität aber in einem besonders interessanten Aspekt ausgebaut: Mit der Edition 1.12 lassen sich nun auch Besucher (und nicht mehr nur Kunden) nach bestimmten Kriterien segmentieren.

Magento 2: Viele offene Fragen

Bezüglich Magento 2 fehlte es leider an bemerkenswerten Aussagen und bahnbrechenden Neuerungen. Dass zukünftig jQuery als JavaScript-Basis in Magento arbeiten wird, war vielen schon bekannt. Als aufregendste neue Funktion wurde der Visual Design Editor vorgestellt: eine besonders einfache Möglichkeit, Blöcke und Content auf Shopseiten zu verschieben – die jeweiligen Templates vorausgesetzt; eine schöne und praktische Funktion und auf jeden Fall eine drastische Vereinfachung des bisherigen Template-Bearbeitungsprozesses. Weitere Neuigkeiten zu Magento 2 blieben leider aus. Und ohne konkretere Angaben zum Release-Plan, abgesehen von der Ankündigung „erstes Halbjahr 2013“, blieben doch viele Besucher etwas enttäuscht zurück.

Über den Autor

Ralf Lieser ist Technical Consultant E-Commerce bei der E-Commerce-Agentur netz98. Als E-Commerce Consultant liegt sein Schwerpunkt in der strategischen Beratung, Betreuung und Weiterentwicklung im Bereich E-Commerce. Ralf Lieser ist ein Experte für die zwei Shop-Lösungen OXID und Magento.

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9 Antworten
  1. von Content Web Solutions am 28.04.2012 (20:43 Uhr)

    Solange Magento keine sichere Option für den deutschen Markt anbietet, bleibt es zweite Wahl.
    Hinzu kommt der deutlich höhere Aufwand bei der Entwicklung von Templates und einiger anderer Kleinigkeiten.
    Wenn ein Kunde um jeden Preis Magento möchte, setzen wir es um, aber wir raten generell erst mal zu Oxid oder Prestashop.
    Ich glaube, dass Magento einfach zu schnell gewachsen ist, es Bedarf einer gründlichen Überarbeitung zur Version 2.

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  2. von Nick Weisser am 02.05.2012 (13:14 Uhr)

    Wir setzen für unsere Schweizer Kunden vor allem eine optimierte Version von osCommerce und auch viel Magento ein. Hier unser Bericht von der Konferenz.

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  3. von Content Web Solutions am 02.05.2012 (13:47 Uhr)

    osCommerce? Das ist doch ursprünglich völlig veralteter Spaghetti Code, wie sehr habt ihr es denn angepasst? Und vor allem, was hat euch zu dieser Entscheidung gebracht, wo seht ihr da Vorteile?

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  4. von Nick Weisser am 02.05.2012 (22:47 Uhr)

    Wir verwenden osCommerce mit Simple Template System, SEO URLs und ein paar wenigen weiteren wertvollen Add-Ons. Es handelt sich nach wie vor um den Spaghetti Code der 2er Version, er läuft aber stabil und performant und wir haben alle Schweizer Payment und Shipping Provider komplett vorkonfiguriert. Weitere Infos gibt es unter http://www.swisscart-webshop.ch.

    Sobald osCommerce v3 produktiv eingesetzt werden kann, werden wir aber auch auf diese sehr viel modernere Architektur umschwenken.

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  5. von Content Web Solutions am 02.05.2012 (23:04 Uhr)

    Danke für die Auskunft. Überrascht mich doch sehr, dass es noch Dienstleister gibt, die auf osCommerce setzen.
    Der Code ist total veraltet, es gibt sicherlich viele Sicherheitslücken...ich sehe eigentlich kein gutes Argument, dieses System noch produktiv einzusetzen.
    Version 3? Nunja, die Konkurrenz ist gross geworden, selbst Shopware bietet mittlerweile ne Community Edition, da müsste man wohl schon besondere Features bieten, um nochmal grössere Stücke vom Kuchen zu bekommen.
    Aber wenn ich mir die osCommerce Website, Logo etc. ansehe, dann habe ich da keine grosse Hoffung. Ein Facelifting wäre dringend nötig, um überhaupt neue Interessenten anzulocken.

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  6. von Nick Weisser am 02.05.2012 (23:11 Uhr)

    Die Sicherheitslücken haben wir natürlich alle behoben. Mal sehen wie sich die (echten) Open Source E-Commerce Platformen weiter entwickeln...

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  7. von S. Zaun am 06.05.2012 (02:27 Uhr)

    Also mein Zaun-Shop ist auch mit Magento, und ich bin sehr zufrieden, ist zwar manchmal anstrengend, aber die Erweiterungsmöglichkeiten sind enorm, sodass man fast für Alles ein Modul findet... Eine Frage habe ich aber, kann mir mal jemand in 2-3 Sätzen erklären, was die Integration von x.commerce bringt? was versucht man den mit dieser Entwicklung zu erreichen? Danke im Voraus!

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  8. von Content Web Solutions am 06.05.2012 (10:36 Uhr)

    Ich nehme einfach den Satz aus dem Artikel:

    Von der CRM-Anbindung über die Warenwirtschaft bis zu weiteren Vertriebskanälen soll x.commerce alles abbilden können, was das Herz des Shopbetreibers begehrt.

    Es erinnert mich insgesamt sehr an Oxid eFire, also keine ganz neue Idee.

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  9. von S. Zaun am 09.05.2012 (13:59 Uhr)

    OK vielen Dank, so etwa hatte ich es auch verstanden...
    Vielleicht teste ich es mal aus...

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