Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Mail Pilot: Innovative App macht dein Postfach zur To-Do-Liste

Die Macher von Mail Pilot haben sich kein geringeres Ziel auf die Fahne geschrieben, als die neu zu erfinden. Die ab sofort erhältliche soll das Postfach zur To-Do-Liste machen und so den Umgang mit der Mail-Flut erleichtern. Mail Pilot ist vorerst für iPhone und iPad erhältlich. Versionen für Mac, Windows und Android sollen folgen.

Mail Pilot: Innovative App macht dein Postfach zur To-Do-Liste

Ursprünglich war Mail Pilot auf Kickstarter als Abo-Dienst geplant, der auf Server von Drittanbietern setzt. Kurz vor Veröffentlichung änderte Making Sense – das Unternehmen hinter der App – allerdings das Modell. Das dürfte auch den für den App Store vergleichsweise hohen Preis von 13,99 Euro erklären. Für diesen Preis erhält man eine Universal App, die sowohl auf dem iPhone als auch dem iPad läuft und die Mails nicht unnötig über weitere Server leitet. Damit haben die Entwickler gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen konnten sie so Bedenken der Nutzer bezüglich der Privatsphäre zerstreuen, zum anderen resultiert das jetzige Modell in einer höheren Geschwindigkeit und einer besseren Performance.

Mail Pilot macht das Postfach zur To-Do-Liste

Die Besonderheit an Mail Pilot ist ohne Zweifel, wie der Nutzer seine Mails aus unterschiedlichen Accounts organisieren und verwalten kann. Der Ansatz: jede Mail wird primär erstmal als eine zu erledigende Aufgabe verstanden. Hakt der Nutzer eine Mail ab, wird diese als erledigt betrachtet und archiviert. Da man natürlich nicht jede Mail sofort bearbeiten möchte, kann man über die Option „Set Aside“ eine Mail für die spätere Bearbeitung markieren. Über die Option „Dates“ ist es sogar möglich, einzelne Mails auf einen bestimmten Termin zu legen. Die entsprechende Mail poppt dann zur gewünschten Zeit quasi als Erinnerung wieder auf. „Lists“ hingegen erlauben es dem Nutzer, mehrere Mails (auch unterschiedlicher Accounts) an einer Stelle zu sammeln. Diese Listen können sowohl erledigte und unerledigte Mails enthalten.

Mail Pilot will die E-Mail neu erfinden und das Postfach zur To-Do-Liste machen
Mail Pilot will die E-Mail neu erfinden und das Postfach zur To-Do-Liste machen.

Mail Pilot versteht sich blendend auf IMAP

Die App beherrscht den Umgang mit allen gängigen IMAP-Accounts und Mail-Providern. So kann der Nutzer in Mail Pilot sowohl iCloud und Googlemail als auch Yahoo! und AOL verwenden. Da die App auf IMAP setzt, kann der Nutzer stets auf alle Ordner zugreifen und seine Mail-Server mit allen Geräten synchronisieren. Ein kleiner Wermutstropfen: Push-Benachrichtungen werden bisher nicht unterstützt. An diesem Feature arbeiten die Entwickler allerdings bereits für eines der kommenden Updates.

Mail Pilot nutzt IMAP und funktioniert mit allen gängigen Anbietern.
Mail Pilot nutzt IMAP und funktioniert mit gängigen Anbietern wie zum Beispiel Googlemail oder Yahoo!.

Der Workflow

Der Workflow von Mail Pilot unterscheidet sich von herkömmlichen Mail-Clients dahingehend, dass er komplett aktionsbasiert ist. Das Erledigen einer Mail ist die Basisaktion im Postfach. Jede eingehende Mail landet als „unerledigt“ im Postfach. Markiert man die Mail als „erledigt“, verschwindet sie aus der Inbox und wird archiviert. Das bloße Lesen einer Mail ändert allerdings nichts an deren Status – bekannte Markierungen wie „gelesen“ und „ungelesen“ existieren in Mail Pilot nicht. In der App erledigte Mails findet man in anderen Clients (offline wie Webmail), die man verwendet, im Folder „MailPilot/Completed“.

Eingehende Mails landen als "unerlerdigt" im Postfach. Attribute wie "gelesen" oder "ungelesen" existieren in Mail Pilot nicht.
Eingehende Mails landen als „unerlerdigt“ im Postfach. Attribute wie „gelesen“ oder „ungelesen“ existieren in Mail Pilot nicht.

Nicht immer macht es Sinn, eine Mail sofort zu erledigen. So könnte eine Mail zum Beispiel die Adresse für ein Meeting in der kommenden Woche enthalten, an die man am Tag des Meetings erinnert werden möchte. Ein anderes Beispiel für einen derartigen Fall ist eine zu bezahlende Rechnung. Wenn diese beispielsweise am 10. eines Monats fällig wird, könnte man sich am 5. an die Überweisung erinnern lassen. Diese Mails lassen sich mit einem einfach Klick auf ein bestimmtes Datum terminieren. Die entsprechende Mail landet dann am festgelegten Tag erneut in der Inbox. Mails, die der Nutzer nicht am festgelegten Tag erledigt, landen in einer speziellen Kategorie namens Past Due, die ebenfalls ganz oben in der Inbox angezeigt wird.

Mail Pilot erinnert auf Wunsch zu einem bestimmten Termin an die Bearbeitung einer Mail.
Mail Pilot erinnert auf Wunsch zu einem bestimmten Termin an die Bearbeitung einer Mail.

Möchte man eine Mail nicht direkt erledigen, dieser aber auch kein bestimmtes Datum zuweisen, kann man die Option „Set aside“ wählen. Diese bewirkt, dass die Mail aus der Inbox verschwindet, um die nicht zu zumüllen. Stattdessen landet diese Mail im Ordner „Set Aside“.

Auch Listen lassen sich in Mail Pilot anlegen. Das ist besonders praktisch für Mails, die alle einer ähnlichen Aktion bedürfen. So könnte man beispielsweise eine Liste mit allen Newslettern anlegen, die man erhält und zu einem späteren Zeitpunkt lesen möchte. Oder man legt nach einer Stellenausschreibung eine Liste an, die alle eingehenden Bewerbungen beinhaltet. Erledigt der Nutzer eine Mail, die sich in einer Liste befindet, landet diese im Bereich „Erledigt“ der entsprechenden Liste. Mails lassen sich auch direkt aus der Inbox in den Erledigt-Bereich einer Liste verschieben.

Mails lassen sich in Mail Pilot nicht nur individuell behandeln. Wischt man auf einer Mail von rechts nach links, wählt man diese aus. Durch die gleiche Geste kann man der Auswahl weitere Mails hinzufügen und dann die gewünschte Aktion für alle ausgewählten Mails ausführen.

Fazit

Mail Pilot mag auf den ersten Blick recht kostspielig erscheinen. Allerdings bekommt man als iOS-Nutzer für 13,99 Euro auch einiges geboten. Für Nutzer wie mich, die ihre Inbox ohnehin als krüppelhafte To-Do-Liste nutzen und sich mit der Markierung einer Mail als ungelesen daran erinnern, dass auf diese Mail noch reagiert werden muss, eignet sich Mail Pilot sehr gut. Ein durchdachter Workflow und eine gelungene Gesten-Steuerung könnten diese App zumindest für mich zum neuen Default machen. Richtig interessant dürfte Mail Pilot allerdings werden, wenn auch die angekündigten Versionen für Mac und Windows erscheinen. Android-Nutzer müssen sich leider ebenfalls noch ein wenig gedulden.

Weiterführende Links

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
6 Antworten
  1. von ralf.heinrich am 12.04.2013 (15:51 Uhr)

    Klingt wie Mailbox, nur brauchbar.
    (Vor allem nicht nur auf Google-Accounts beschränkt.)

    Antworten Teilen
  2. von Alex am 12.04.2013 (16:27 Uhr)

    Klasse Sache - bin auf die MAC-App gespannt, da mein Posteingang ebenfalls als ToDo-Liste herhalten muss...
    Die App auf dem iPhone/iPad sehe ich allerdings (noch) eher als nettes Zusatzfeature, primär möchte ich meine Mails nach wie vor gerne am eigentlichen Arbeitsgerät bearbeiten und nicht auf dem Mobilteil - das Schreiben/Antworten dauert viel zu lange und Zugriff auf Anhänge habe ich ebenfalls nicht bzw. muss sie mir erst umständlich verfügbar machen.
    Die Effizienz bleibt somit auf der Strecke...

    Antworten Teilen
  3. von Dieter Petereit am 12.04.2013 (19:03 Uhr)

    Danke Sebastien für diesen Artikel. Ich habe das Dingen sofort gekauft und erhoffe mir nicht weniger als Rettung davon. ;-)

    Antworten Teilen
  4. von Simon am 13.04.2013 (02:40 Uhr)

    ein Thunderbird Addon wäre mir lieber wie diese App ;)

    Antworten Teilen
  5. von FJK am 17.04.2013 (17:51 Uhr)

    "Ich habe das Dingen sofort gekauft und erhoffe mir nicht weniger als Rettung davon. "

    Ja ich auch und mich auf t3n verlassen und bin verlassen. Fehlerhaftes Teil, arbeitet nicht mit 1 und 1 imap zusammen usw. Großer Mist.

    Antworten Teilen
  6. von ralf.heinrich am 18.04.2013 (09:10 Uhr)

    Bei mir funktioniert das einwandfrei mit einem 1&1 Account.
    Allerdings ist mir die App zwischendurch schon ein paar Mal abgeschmiert. Im Großen und Ganzen funktioniert sie aber wie sie soll. Nur nicht so sexy wie Mailbox. (Wie ich finde.)

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Apps
Newsletter-Marketing: Mit besseren Betreffzeilen zu höheren Öffnungsraten
Newsletter-Marketing: Mit besseren Betreffzeilen zu höheren Öffnungsraten

Jede E-Mail buhlt mit unzähligen anderen E-Mails um die Aufmerksamkeit des Empfängers. Wir geben euch 7 Tipps, mit denen ihr die perfekte Bettreffzeile schreiben und so die Öffnungsrate erhöhen könnt. » weiterlesen

Google Inbox: Mail trifft auf Getting Things Done
Google Inbox: Mail trifft auf Getting Things Done

Eine Mail ist in der Regel auch eine Aufgabe. Und so soll man sie künftig bei Google Inbox auch behandeln können. Der Suchmaschinenkonzern stellt eine Symbiose aus Mail- und To-Do-App vor. » weiterlesen

E-Mail-Marketing-Tipps: So optimierst du deine Kundenansprache [Infografik]
E-Mail-Marketing-Tipps: So optimierst du deine Kundenansprache [Infografik]

E-Mail-Marketing ist immer noch einer der Grundpfeiler für den Erfolg von Kampagnen. Tipps, wie du deine E-Mails so optimierst, dass sie auch wahrgenommen werden, findest du in der untenstehenden … » weiterlesen

Kennst Du schon unser t3n Magazin?

t3n 37 jetzt kostenfrei probelesen! Alle Inhalte des t3n Magazins Diesen Hinweis verbergen