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Making of: So stellen wir unsere TechnikLOAD-Videos bei iTunes ein

Wer seine Videos neben oder auch bei veröffentlichen will, muss einiges beachten. Es braucht kostengünstigen Cloud-Storage, eine Verwaltung der Einzelfolgen sowie den sich daraus ergebenen RSS-Feed, den die Zuschauer abonnieren können. Für unseren wöchentlichen Tech-Podcast nutzen wir eine Kombination aus der Serviceplattform Blip und WordPress.

Making of: So stellen wir unsere TechnikLOAD-Videos bei iTunes ein

Bei t3n veröffentlichen wir die Sendung primär auf zwei Plattformen: YouTube und iTunes. Während man bei YouTube nur ein Video hochladen muss und der Dienst sich um die verschiedenen Endformate (Videogröße, Flash, HTML5-kompatibler Player) automatisch kümmert, müssen wir dies für iTunes selbst in die Hand nehmen. Da aber die Konvertierung, Upload und Verwaltung der Videos den Aufwand sprengen würde, setzen wir auf Blip, die unsere Videos hosten.

Videohosting über Blip

Blip bietet im Pro-Account für acht Dollar im Monat unbegrenzten Storage, die angesprochene Konvertierung in hochwertige HD-Videos und die Bereitstellung einer Episodenliste in chronologischer Reihenfolge im JSON-Format – die Basis für unseren späteren RSS-Feed, den iTunes benötigt, um Folgen anzuzeigen.

Unser Ausgangsmaterial ist ein HD-Video in 720p (1280 x 720 Pixel) und ein Episodenbild für die Thumbnails in der gleichen Größe, die wir bei Blip hochladen. Hier tragen wir auch den Titel, die Beschreibung und die Tags ein, die genau so später auch bei iTunes zu sehen sein werden. Die Verarbeitung läuft – analog zu YouTube – im Hintergrund. Ist die Videokonvertierung abgeschlossen, wird die Folge der Episodenliste hinzugefügt. In ihr können wir neben den Inhaltsinformationen auch die URLs für das Thumbnail und aller der Videovarianten einer Folge auslesen. Denn neben der HD-Videodatei erhalten wir auch eine SD-Variante, so dass wir in iTunes zwei Podcasts bereitstellen können: Eine HD-Variante für ungetrübten Videogenuss und eine SD-Variante in geringerer Qualität für Smartphones und andere mobile Geräte, die über wenig Bandbreite verfügen.

WordPress nimmt die Statistenrolle ein

Wie eingangs erwähnt, nutzen wir auch WordPress. Doch wozu brauchen wir das, wenn uns Blip augenscheinlich alle Informationen, ja selbst einen RSS-Feed für iTunes frei Haus liefert? In erster Linie wollen wir unseren Zuschauern Links zu den Themen der Sendung bieten, zum anderen gibt es kaum Möglichkeiten, den Feed zu bearbeiten oder die Ausgabe zu beeinflussen, um so eine Querverbindung zum Blogpost zu herzustellen. Auch die Bereitstellung von zwei Sendungen in unterschiedlicher Qualität ist so nicht möglich. Und genau hier kommt jetzt WordPress ins Spiel.

Mit WordPress haben wir eine für die Markenbildung wichtige Webseite, eine zentrale Anlaufstelle für die Zuschauer. Für jede Folge legen wir einen neuen Artikel an und binden dort das YouTube-Video als Snippet ein. Das könnten wir auch manuell mit dem Blip-Videoplayer machen, doch bietet YouTube die weitaus höhere soziale Streuung (Likes und Reshares). Den RSS-Feed von WordPress deaktivieren wir in der functions.php (so geht's), denn dort sind keinerlei Informationen über unsere Videos von Blip enthalten.

Ein eigener RSS-Feed

Mittels der Episodenliste von Blip und einer kleinen eigenen PHP-Klasse stellen wir iTunes und unseren Lesern zwei vollkommen automatisierte RSS-Feeds für die SD- und HD-Folge bereit. Dazu legen haben wir im WordPress-Backend eine Seite ohne Inhalt an, die wir den Pfad „podcastfeed“ und das Template den Namen „Post-Feed“ zugewiesen haben. Das Template ist eine PHP-Datei, die unsere PHP-Klasse initiiert, den XML-Header setzt und entsprechend eines URL-Parameters den SD- oder HD-Feed ausgibt.

<?php
/*
Template Name: Podcast-Feed
*/
require('lib/podcastfeed.php');
 
$version = ($_GET['v'] && in_array($_GET['v'], array('sd', 'hd'))) ? $_GET['v']: 'hd';
 
header('Content-Type: application/rss+xml');
 
$rss = new podcastFeedGenerator(array('account' => 'technikload', 'count' => 100, 'debug' => false, 'reload' => false));
$feed = $rss->generateFeed($version);

Die Version wird über den Parameter „v“ definiert. Diese erhalten wir über einen Eintrag in der .htaccess:

RewriteRule ^podcastfeed/(sd|hd)/$ http://technikload.de/podcastfeed/?v=$1 [L]

Der Aufruf der URL http://technikload.de/podcastfeed/hd/ zeigt den HD-Feed an, unter podcastfeed/sd/ bekommt der Zuschauer den SD-Feed. In unserer PHP-Klasse lesen wir die Episodenliste von Blip ein und erhalten so ein Array mit allen Folgen.

$fetchApiUrl = 'http://blip.tv/' . $config['account'] . '/posts/?skin=json&version=3&pagelen=' . $config['count'] . '&no_wrap=1';
$content = @file_get_contents($fetchApiUrl);
$data = json_decode($content);

Als nächstes erstellen wir das Markup des RSS-Feeds in XML-Form und füllen es mit den Informationen aus $data. Der Feed ist nach den iTunes-Kriterien aufgebaut und enthält neben den Episoden auch Informationen zur Sendung selbst.

Eine interne Funktion namens getMedia() ermittelt aus dem Daten-Array der Episodenliste die jeweils richtige Videodatei einer Folge und setzt den entsprechenden Mime-Type für den Feed.

Den gesamten Sourcecode zu veröffentlichen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Doch mit den Auszügen und den Infos von Apple zum iTunes-Feed sollte man schon ein gutes Ergebnis erzielen können.

Veröffentlichung einer neuer Folge

Produzieren wir eine neue Folge von TechnikLOAD, laden wir die Videodatei bei YouTube und Blip hoch. Zwar bietet Blip auch eine praktische automatische Veröffentlichung bei YouTube, doch muss diese Funktion beantragt und seitens Blip freigeschaltet werden. TechnikLOAD wurde diese Möglichkeit untersagt, da unser Inhalt deutschsprachig ist und Blip offensichtlich nur ein Lizenzabkommen für englischsprachigen Inhalt mit YouTube geschlossen hat. Doch zwei Uploads parallel zu schalten, ist kein großartiger Mehraufwand. Bei WordPress legen wir schließlich noch einen Eintrag für die Links zur den Inhalten der Folge an. Doch für den iTunes-Feed spielt das keine Rolle, denn unser RSS-Feed aus der PHP-Klasse schnappt sich von Blip mehrmals täglich die aktuelle Liste der Episoden und fügt diese automatisch in den RSS-Feeds für SD und HD. Dabei spielt es wie gesagt keine Rolle, ob wir für die Folge überhaupt einen Artikel bei WordPress anlegen..

Diese Vorgehensweise ermöglicht uns eine stress- und wartungsfreie Veröffentlichung unserer Folgen. Wir müssen uns nicht mit Konvertierungen beschäftigen oder bei Amazon neue Storage-Kontingente buchen. Dass WordPress nur noch die Rolle einer Linkliste zukommt, hilft auch der Performance.

Den weiterentwickelten Code gibt es demnächst auch als WordPress-Plugin unter meinem GitHub-Account. Wer mir auf Google+ folgt, kann den aktuellen Prozess neben anderen Dingen verfolgen.

NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen
Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando.
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3 Antworten
  1. von Pooly am 10.01.2013 (20:04 Uhr)

    Erledigen nicht diverse Wordpress Plugins die Sache mit dem eigenen RSS Feed?

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  2. von David Maciejewski am 10.01.2013 (23:31 Uhr)

    WordPress selbst hat einen RSS-Feed. Doch um den zu nutzen, musst du für jede Folge auch tatsächlich einen Artikel anlegen, die externe Videodateien zweifach verlinken und wieder Plugins installieren, die das managen. Der Aufwand wird größer.

    Im Prinzip brauchen wir mit der o.g. Lösung gar keinen Beitrag in WordPress, der Feed läuft für beide Formate (HD und SD) vollkommen automatisch. Dazu müssen wir bei Blip nur eine Datei hochladen. Das gibt uns erst die Möglichkeit, effektiv zu arbeiten.

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  3. von Pooly am 12.01.2013 (18:58 Uhr)

    Alles klar, danke für die info.

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