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Warum manche Tweets einschlagen und andere nicht

    Warum manche Tweets einschlagen und andere nicht
Die Themen spielen bei der Informationsverbreitung via Twitter eine wihtige Rolle, nicht jeder Tweet kann dabei erfolgreich sein. #FLICKR#

Einige Tweets werden viel besser wahrgenommen und verbreiten sich auch viel besser als andere - das ist soweit kein großes Geheimnis. Das sieht bei den Gründe für den Erfolg oder Nicht-Erfolg von Tweets schon anders aus: Eine allgemeingültige Erfolgsformel gibt es (noch) nicht. Erste Aufschlüsse könnte jetzt eine Studie amerikanischer Forscher liefern, die sich die Verbreitung der 500 populärsten Hashtags über einen Zeitraum von einem halben Jahr angeschaut haben.

Entertainment funktioniert besser als Politik

Twitter bietet sich mit seinem von der Community entwickelten Hashtags als Studienobjekt für die Verbreitung von Informationen im Internet gerade zu an. Daniel M. Romero, Jon Kleinberg, beide von der Universität Ithaca und Brendan Meeder von der Universität Pittsburgh haben daher von August 2009 bis Januar 2010 die 500 populärsten Hashtags bei Twitter identifiziert und ihre Verbreitung analysiert. Das wichtigste Ergebnis: Verschiedene Themen verbreiten sich auf unterschiedlichen Wegen (Studie als PDF).

Die Themen spielen bei der Informationsverbreitung via Twitter eine wichtige Rolle, nicht jeder Tweet kann dabei erfolgreich sein. (Foto: opensourceway / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Politische Themen verbreiten sich beispielsweise komplett anders als belanglosere Themen, die lediglich der Unterhaltung dienen. Während sich letztere gelegentlich rasend schnell verbreiten, brauchen politische Hashtags eine gewisse Vorlaufzeit, dafür ist ihre Nachhaltigkeit aber oft auch größer. Während die Twitterati bei populären Unterhaltungs-Hashtags sehr schnell entscheiden, ob sie sich zu dem Thema auch äußern wollen oder nicht, wartet die Mehrzahl bei politischen Themen eher ab, bis sich das Thema in eine bestimmte Meinungsrichtung verschoben hat.

Unterschiedliche Themen besitzen unterschiedliche Dynamiken

Die kritische Menge der Tweetanzahl ist in beiden Fällen durchaus unterschiedlich. Während Hashtags zu Unterhaltungsthemen entweder sehr schnell angenommen werden oder wieder verschwinden, brauchen politische Themen zwar weniger Tweets, doch diese müssen über eine längere Zeit immer wieder gesehen werden, damit sie wirklich populär werden. Und dabei spielt der eigene Social Graph oft eine wichtige Rolle, denn viele User nutzen ihre eigenen Freunde auch für die Meinungsbildung bei politischen Themen. Wer also von fünf oder sechs vertrauten Twitterern eine Meinung zu einem bestimmten Thema gelesen hat, ist eher geneigt, auch selbst an der Diskussion teilzunehmen.

Aber auch bei politischen Themen gibt es Unterschiede. Besonders umstrittene Themen haben gute Chancen sich durchzusetzen und viele Nutzer zur Teilnahme an der Diskussion und zur Verbreitung eines Hashtags zu animieren. Ein gutes Beispiel ist da wohl der Streit um Stuttgart 21, der auch über Twitter mit dem Hashtag #s21 kontrovers diskutiert wurde.

Die Followerzahl ist kein Indiz für den Einfuss

Dass die Zahl der Follower keinen Aufschluss über den Einfluss eines Twitter-Users wiederspiegelt, ist in verschiedenen Studien schon angemerkt worden. Auch bei der Analyse der Hashtags ergab sich da kein neues Bild. Berühmtheiten wie Ashton Kutcher oder Lady Gaga mit ihren über 6 bzw. 8 Millionen Verfolgern sorgen nur sehr selten für Inhalte, die von ihren Followern auch weitergereicht werden. Erwähnen dagegen Personen wie Robert Scoble oder Pete Cashmore ein neues Startup aus dem Silicon Valley lobend in einem Tweet, könnte allein das schon für eine hohe Aufmerksamkeit und letztlich sogar für den Erfolg eines Tech-Startups sorgen. Dabei besitzen sie weit weniger Follower als die Promis.

Fazit:

Die Ergebnisse dieser Studie dürften für PRler, Marketingexperten, Politiker, Nachrichtenseiten und eine Reihe anderer Institutionen und Organisationen sehr interessant sein. Wer mit seinen Tweets bei Twitter erfolgreich sein möchte, sollte sich zunächst die Art der Informationen anschauen, die transportiert und verbreitet werden sollen. Für einige Informationen bieten sich virale Inhalte wie Videos oder Comics an, die einen hohen Unterhaltungswert bieten. Ein angefügter Hashtag sorgt auch bei unterschiedlichen Beschreibungen der Informationen in den Tweets für einen Wiedererkennungswert und damit auch für Aufmerksamkeit. Wer dagegen „schwere Kost“ verbreiten möchte, sollte einen längeren Atem mitbringen und immer wieder auf unterschiedliche Aspekte hinweisen. Viele Follower brauchen Zeit und Anregungen, um sich eine Meinung zu einem bestimmten Thema bilden zu können.

Ein allgemeingültiges Erfolgsrezept wurde auch in der Studie der amerikanischen Forscher nicht entdeckt. Das war aber auch nie das Ziel und hätte es auch nie sein können - dafür sind menschliche Interaktionen einfach zu komplex. Etwas kann man aber doch mitnehmen: Viel wichtiger als eine möglichst hohe Followerzahl ist eine möglichst gute Vernetzung mit thematisch relevanten Personen, die wiederum möglichst gut untereinander vernetzt sein sollten. So hat man eine echte Chance, unter seinen Followern ausreichend Interessenten für ein Thema zu finden, die auch bereit sind, eine Weiterverbreitung zu initiieren. Mit etwas Glück und Geschick kann man so einen Dominoeffekt auslösen und Tweets erfolgreich machen.

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6 Reaktionen
Jana Yngland

Wenn ich in Google starte suche nach - "GOOGLE TOP TEN TWITTER" - ist mein Twitter account 1. 2. 3. und 4. - warum es so ist ? Unter 330 000 000 einträge - Und ich habe nur 100 folower.

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Jana Yngland

Ich denke man kann sehr gut auch ohne viele Folower erfolgreich sein. Ich twittere nur für Google, nichts anderes interssiert mich. Google ist mein größter Abnehmer und leser. Ich twittere wegen Bussines nicht aus Spaß. Jana

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@medienpirat
@medienpirat

Um es kurz zu sagen: "Qualitativer (oder fun) Inhalt & Glück."

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Falk Hedemann

@Markus: Hmm, bei mir funktioniert der Link. Vielleicht hast Du in diesem Monat schon zu viele Artikel der New York Times gelesen? Die haben da ja ein „intelligentes“ Paid Content Modell, dass eine bestimmte Artikelzahl kostenlos durchlässt und dann erst auf kostenpflichtig umspringt.

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Markus Vollmert

Mit dem Link zur New York Times komm ich auf eine Loginseite

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