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Marketing: Blogger ansprechen – aber richtig [Interview]

Marketing: Blogger ansprechen – aber richtig [Interview]

Unternehmen setzen immer öfter auf die Reichweite von Bloggern und deren Blogs. Dabei kann man in einige Fettnäpfchen treten. Wir zeigen, was es beim Erstkontakt zu beachten gilt.

Marketing: Blogger ansprechen – aber richtig [Interview]
Bei den Blogger-Relations kann einiges schief gehen. (Foto © tumpikuja – iStockphoto.com)

Viele Blogger kooperieren mit Unternehmen, sei es gegen Geld oder gegen überlassene Produkte. Gerade in der Mode und bei Reisebloggern ist das häufig der Fall. Auch reichweitenstarke Techblogs sind für Unternehmen interessant. Doch was sollte ein Unternehmen beachten, das mit einem Blogger arbeiten möchte? Der Blogger Lars Siebenhaar, der auf AllAboutSamsung über Produkte des koreanischen Herstellers Samsung schreibt, hat diese Woche in einem Google+-Post veröffentlicht, was seiner Meinung nach bei der Ansprache durch ein Unternehmen schief gegangen ist. t3n.de hat mit ihm über seine Reaktion gesprochen.

In diesem Google+-Post zeigt Blogger Lars Siebenhaar, wie er nicht von Unternehmen angesprochen werden möchte. (Screenshot: Google+)
In diesem Google+-Post zeigt Blogger Lars Siebenhaar, wie er nicht von Unternehmen angesprochen werden will. (Screenshot: Google+)

t3n.de: Lars, erhältst du öfter solche Anfragen?

Lars Siebenhaar: Eigentlich blende ich solche Anfragen komplett aus, dafür gibt es täglich zu viele. Da die aber ein falsches Anschreiben hatten (wohl versehentlich den falschen genannt), habe ich mir das überhaupt durchgelesen. Anfragen dieser Art sind natürlich nicht so häufig wie uninteressante Pressemeldungen aus irgendeinem Verteiler, bei dem man in irgendeiner Messe versehentlich gelandet ist, trotzdem gibt es davon monatlich einige.

t3n.de: Warum hast du gerade diese Anfrage und deine Antwort veröffentlicht?

Lars Siebenhaar: Mobilefun war zum einen dreist: Das Angebot ist wohl, ein von denen verkauftes Produkt testen und danach behalten zu „dürfen“. Beim ersten Test ist der Wert üblicherweise dazu auf 100 Euro begrenzt. Das empfand ich insofern als besonders dreist, da man für ein verhältnismäßig günstiges Produkt zum einen einen Testbericht liefern und zum anderen anscheinend fest definierte Keywords setzen soll. Ein Testbericht nimmt, wenn er halbwegs hochwertig sein soll, auch für einfache Produkte schnell einige Stunden in Anspruch. Bilder, Videos, Texte – das alles braucht seine Zeit. Keywords sind dazu besonders gefragt, da bekomme ich fast täglich Anfragen für bezahlte Links. Die lehne ich aber aus Prinzip ab. Zum einen bestraft Google solche Sachen gerne regelmäßig und zum anderen müssten die Links gekennzeichnet werden, was bei den angeblich so passenden Seiten teilweise einen hohen Glaubwürdigkeitsverlust mit sich bringen würde. Später erklärte mir Mobilefun, dass ich beim Setzen der Links freie Hand hätte und es nur darum ginge, schädliche Links zu verhindern – das war aber aus dem ersten Anschreiben nicht ersichtlich, dort hieß es, dass Keywords vorgegeben werden und zu bestimmten Kategorien verlinkt werden sollen.

t3n.de: In deinem Google+-Post zerreißt du die Anfrage-Mail ganz schön, war es so schlimm?

Lars Siebenhaar: Fachlich war das Anschreiben ziemlicher Murks. Ich bin da längst kein Fachmann, aber über die Jahre bleibt halt auch was hängen. Wenn die mir etwas anbieten, ohne auch nur annähernd auf mich als potentiellen Partner einzugehen, ist das einfach traurig. Diese Copy-&-Paste-Anfragen kosten jeden Blogger Arbeitszeit. Wenn man auch nur annähernd interessant für Blogger sein möchte, sollte man versuchen, ihm individuell etwas passendes anzubieten. Wie oft AllAboutSamsung schon Angebote bekommen hat, iPad-Hüllen oder ähnliches zu testen, passt auf keine Kuhhaut.

t3n.de: Du schreibst von fehlender rechtlicher Absicherung, worum geht es genau?

Lars Siebenhaar: Mobilefun hat mich besonders geärgert, da es erst so klang, als wolle man nicht, dass sich Blogger an geltendes Recht halten. In einer späteren Mail hieß es, dass man nicht namentlich genannt werden möchte und auch nicht erwähnt werden soll, dass die Produkte gratis zur Verfügung gestellt werden. Erst, nachdem ich mehrfach darauf hingewiesen habe, dass das gegen deutsches Recht verstoßen kann, erklärte man, dass zumindest der Name genannt werden dürfe. Wegen der gesetzlichen Vorgaben, zum Beispiel in §§ 4 Nr. 3 UWG oder 58 Abs. 1 RStV, muss man bei der Kennzeichnung solcher Artikel besonders aufpassen. Mir ist das klar, aber nach einer Rückfrage auf Twitter haben sich auch einige Blogger gemeldet, die noch nicht so lange dabei sind – und für die mag so ein Angebot verlockend sein- Dass damit allerdings auch die Gefahr einer kostenpflichtigen Abmahnung verbunden ist, wissen viele nicht.

Fazit: So sprecht ihr Blogger richtig an

  • Schaut euch den genau an, ob eure Themen und Produkte relevant sind.
  • Nehmt euch die Zeit, den Blogger individuell anzusprechen.
  • Haltet euch an geltendes Recht und verlangt von den Bloggern nichts, was sie in Schwierigkeiten bringen könnte.
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6 Antworten
  1. von nock1 am 17.10.2013 (08:08 Uhr)

    Danke für das Interview. Leider etwas kurz, aber dafür auf den Punkt gebracht.

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  2. von Christian am 17.10.2013 (09:28 Uhr)

    Interessanter Artikel. Ich wüßte noch gerne worauf man als Blogger achten sollte im Bezug auf "Dass damit allerdings auch die Gefahr einer kostenpflichtigen Abmahnung verbunden ist, wissen viele nicht."

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  3. von Lars am 17.10.2013 (09:38 Uhr)

    @Christian: Für mich ging es dabei besonders um Kennzeichnungspflichten. Dazu gibt es hier einen schönen Beitrag von RA Thomas Schwenke http://rechtsanwalt-schwenke.de/blogger-relations-was-bei-produktzusendungen-an-blogger-rechtlich-zu-beachten-ist/

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  4. von Peer Linder am 17.10.2013 (12:08 Uhr)

    Habe diese Mail auch erhalten. Abgesehen davon, dass das copy-pasten der Webadresse (das http zu entfernen wäre ja schon wieder viel Arbeit gewesen...) dieses mal geklappt hatte, ist das mit der nicht namentlichen Erwähnung des Shops schon mal ein no-go. Den Nachnamen haben sie dann aber doch nicht hinbekommen ;)

    Obwohl das Angebot in Betrachtung eines Samsung Flip Covers für mein Note 3 ganz interessant klang, ist eine Zusammenarbeit unter diesen Aspekten doch ausgeschlossen.

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  5. von Peer Linder am 17.10.2013 (12:59 Uhr)

    Passend zum Thema ist eben noch diese tolle, persönliche Ansprache eingegangen...

    "Lieber Blogger und Social Networker, 
    Wir von Picanova.destarten die Gratis Leinwandoffensive und brauchen dich dafür!  

    Denn statt in teure Werbekampagnen zu investieren, schenken wir lieber dir unsere Leinwände! Dafür vertrauen wir auf dich und deine unschlagbare Kommunikationsstärke! Also Blogger, mache deinem Ruf alle Ehre, verbreite die Aktion und berichte deinen Lesern, dass sie bei Picanova.deeine Gratis 30x20 cm Fotoleinwand im Wert von 29,90 Euro bekommen. Als Dankeschön erhältst du eine 40x30 cm Fotoleinwand im Wert von 37,90 Euro oder du lässt dir den Betrag auf ein größeres Format anrechnen. 

    Mehr zu unserer Aktion aufwww.picanova.de/leinwandoffensive! 

    Wir bauen auf dich und wünschen dir viel Spaß mit der Aktion!"

    Anstatt teure Marketing-Aktionen versuchen sie also lieber, Blogger für die Werbung auszunutzen. Top!

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  6. von Marco am 19.10.2013 (17:00 Uhr)

    Schönes, wenn auch recht kurzes Interview. :)
    Dazu muss man sagen, dass man mit einem halbwegs bekanntem Blog in seiner Branche schon mehr als viele Artikel-Anfragen erhält und nur wenige Prozent davon auch seriös und umsetzbar sind.
    Grüße

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