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Startups

Marketing oder Sales? Das ist deutschen Gründern am Anfang noch wichtig

    Marketing oder Sales? Das ist deutschen Gründern am Anfang noch wichtig

Was für Gründer am Anfang zählt. (Foto: © Gajus – Fotolia.com)

Kein Marketing, lieber Sales. Die kontroverse Kolumne von Jessica Livingston eröffnet die Frage, was Startups am Anfang des Erfolgswegs noch brauchen. Wir haben in der deutschen Szene nachgefragt – hier sind die Antworten.

Marketing oder Sales? Das sagt die Gründerszene zur kontroversen Kolumne

Mit ihrer Kolumne hat Y-Combinator-Mutter Jessica Livingston eine hitzige Debatte darüber ausgelöst, welchen Stellenwert die Bereiche Marketing und Sales am Anfang einer Gründung haben und wie Startups ihren für das organische Wachstum und den Erfolg wichtigen Product-Market-Fit effektiv schärfen können.

Success
Wie stehen deutsche Gründer zur Kolumne von Jessica Livingston? Und was ist ihnen Anfang wichtig? Marketing oder Sales? (Foto: © Gajus – Fotolia.com)

Unabhängig davon, dass Frau Livingston aggressiv die Sales-Philosophie propagiert, eröffnet sich die Frage, was Startup-Gründer am Anfang ihrer Laufbahn noch für ein erfolgsversprechendes Grundgerüst brauchen. Wir haben uns in der Gründerszene umgehört und veröffentlichen im folgenden die Stimmen.

Mark Fabian Henkel, Gründer und CEO bei Paymill

Gründer müssen zu Beginn ihre zukünftigen Kunden kennen. Was für einen selbst hochinteressant erscheint, kann für die Zielgruppe absolut uninteressant sein. Das bedeutet, sich zunächst auf eine spitze Zielgruppe festzulegen und diese eingehend kennenzulernen. Das kann über persönliche Interviews, Produktvorstellungen, Support oder auch Hackathons geschehen. Wichtig ist: nicht zuviel vorstellen, lieber zuhören! Wer alle Bedürfnisse von Anfang an erfüllen will, riskiert einen hohen Druck.

Sina Gritzuhn, Gründerin von Hamburg Startups

Bevor sich die Frage nach Marketing oder Sales stellt, brauchen Gründer ein klares Bild über die eigene Vision und über das Produkt, das verkauft werden soll. Gründer müssen in der Lage sein, in maximal zwei Sätzen für jeden verständlich rüberzubringen, was das Produkt kann und welche Probleme es für den Kunden löst. An dieser Erkenntnis hängt das weitere Kommunikationskonstrukt hin zum Kunden, zu potentiellen Investoren und zu den Medien, die es im besten Fall direkt aufnehmen und weiterverarbeiten. Für diese Erkenntnis können neben Team-Coaches und Angel auch die potentiellen Kunden selbst nützliche Helfer sein.

Sven Külper, Gründer und CEO bei mytaxi

Zum Start von mytaxi haben wir uns zunächst auf einen regionalen Markt konzentriert. Wir haben Akquisegespräche mit Taxifahrern geführt. Meist an Taxiständen, ein Fahrer nach dem anderen. Erst als wir genügend Taxifahrer überzeugt hatten, haben wir die Early-Adopter über mytaxi informiert. Wo? Auf Startup-Events. Für Startups kommt es am Anfang vor allem auf ein funktionierendes Produkt mit guter Nutzerführung und gutem Design an. Der User muss gleich bei der ersten Nutzung begeistert sein. Dann wird der wiederkommen und im Idealfall auch anderen davon erzählen.

Frank Thelen, Gründer und CEO bei Doo

Fokus und Anpassung, das sind für mich die entscheidenden Dinge beim Start. Ein Startup hat sehr wenige Ressourcen, entsprechend müssen sich Gründer jeden Tag aufs neue fragen, was weggelassen und was hinzugenommen werden kann. Anpassung meint die Bereitschaft zu erkennen, was nicht funktioniert und das Produkt unter Umständen noch einmal zu verändern. Mein erstes Unternehmen startete als B2C-Fotodienst, bis wir erkannt haben, das mit kommerzieller Lizenzierung richtig was geht.

Christian Deilmann, Gründer und CEO bei tado

Ein gutes Produkt verkauft sich von selbst. Nur steht man hier oft vor dem Henne-Ei-Problem. Ohne Zeit und Kapital ist es schwer, ein überzeugendes Produkt zu bauen. Am besten startet man also mit Early-Adoptern, die noch Fehler verzeihen und bindet diese eng mit in die Entwicklung ein. Sobald das Produkt und die Marktakzeptanz in greifbarer Nähe sind, kann schnell und global skaliert werden.

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1 Reaktionen
Christian Häfner
Christian Häfner

Für mich ist es keine Frage von"entweder oder". Beide Disziplinen sind wichtig und dürfen auf keinen Fall vernachlässigt werden. Wichtig ist jedoch schnellst möglich herauszufinden, wer die Zielgruppe ist und wie man sie ansprechen kann. Greift ggf Marketing oder Sales besser?. Bei FastBill haben wir für zwei Produkte völlig unterschiedliche zielgruppen, die wir ansprechen. Bei dem einen fokussieren wir mehr auf Sales, bei dem anderen mehr auf Marketing.

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