Measurement Lab: Geschwindigkeits-Tests für Internetverbindungen

Das Measurement-Lab will als offene Plattform Werkzeuge zur Überprüfung von Internetverbindungen bereitstellen. Nutzer sollen damit mögliche Eingriffe der Provider wie Geschwindigkeitsbeschränkungen für bestimmte Dienste erkennen können. Zum Start sind schon drei Analysewerkzeuge an Bord. Unter den Gründern: Google.

Angebote wie Cloud Computing oder Software-as-a-Service (SaaS) benötigen eine schnelle und stabile Internetverbindung. Gleiches gilt auch für Dienste und Protokolle wie BitTorrent. Den Internet Service Providern (ISP) sind diese Angebote schon lange ein Dorn im Auge, da sie für einen Großteil des anfallenden Traffics verantwortlich sind. Was liegt daher aus ihrer Sicht näher als diese Dienste zu blockieren oder zumindest in der Geschwindigkeit zu drosseln?

Für die Kunden der ISPs gab es bisher keine Möglichkeit zu erkennen, warum bestimmte Dienste und Protokolle langsamer laufen als andere. Das soll sich jetzt ändern: Google hat in Zusammenarbeit mit dem Open Technology Institute der New America Foundation und dem PlanetLab Consortium das Measurement Lab (M-Lab) ins Leben gerufen. Auf dieser Plattform sollen Werkzeuge entwickelt werden, mit denen die Anwender ihre eigenen Breitband-Internetverbindungen testen können. So sollen dann mögliche Blockaden und Geschwindigkeitsdrosselungen der ISPs aufgedeckt werden.

Zum Start der Open-Source-Plattform stehen drei Google-Server mit drei fertigen Analysewerkzeugen bereit:

  • Network Diagnostic Tool: Internetgeschwindigkeit testen.
  • Glasnost: Testen, ob BitTorrent blockiert oder gedrosselt wird.
  • Network Path and Application Diagnosis: Diagnose für den letzten Kilometer der Verbindung.

Angekündigt sind ein Tool zur Überprüfung von eventuellen Prioritätsvergaben ("DiffProbe") und zum Testen der Gleichbehandlung von Nutzern, Anwendungen und Orten. Im Verlauf des Jahres will Google die Zahl der Server auf 36 ausbauen, die dann in 12 Orten in den USA und Europa stehen sollen.

Google und die Netzneutralität

Google sieht sich selbst als Verfechter der Netzneutralität. Das allerdings sehen nicht alle so. Erst im Dezember 2008 veröffentlichte das Wall Street Journal einen Artikel, im dem von Anzeichen für eine bevorzugte Stellung des Suchmaschinen-Marktführers die Rede ist. Google wolle demnach eine bevorzugte Übermittlung der eigenen Daten erreichen und verletze damit die Netzneutralität. Das Dementi folgte prompt, aber die Zweifel blieben bestehen.

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