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Mega-Trends 2012: Das sagen Experten voraus

Pünktlich zum neuen Jahr haben wir zahlreiche Experten um ihre Prognosen gebeten. Wir wollten von ihnen wissen, welche 2012 auf uns zukommen und welche Technologien sich durchsetzten werden. Herausgekommen ist eine spannende Sammlung, die eine große thematische Spannbreite abdeckt. Bei einigen Themen überschneiden sich die Zukunftsprognosen, z.B. bei der zunehmenden Politisierung des Netzes oder der fortschreitenden Entwicklung sprachgesteuerter Software à la Siri. Aber lest selbst!

Mega-Trends 2012: Das sagen Experten voraus

Stefan Pfeiffer

Stefan Pfeiffer ist für das Marketing der IBM Collaboration-Produkte in Nordosteuropa zuständig. Als Blogger engagiert er sich intensiv zum Thema Social Business und er hat gerade die aus seiner wichtigsten Beiträge seines Blogs als Buch veröffentlicht. Twitter: @digitalnaiv.

1. Wir bedienen per Sprache

Nach der Einführung und dem Erfolg des iPads haben wir den Touchscreen als neues Eingabemedium gefeiert. Wir berühren und touchen den Monitor, eine Revolution in der Bedienung und eine riesige Herausforderung an die Software-Entwickler, die ihre Anwendungen entsprechend anpassen müssen.

War's das? Zu kurz gedacht. Siri zeigt den Weg. Die nächste (R)evolution steht in den Startlöchern. Wir steuern künftig unsere Anwendungen mehr und mehr über Sprache. Und das wird auch vor Unternehmensanwendungen nicht halt machen.

2. Soziale Netze im Unternehmen und an der Schnittstelle mit Kunden und Partnern

Soziale Software kommt unterdessen auch mehr und mehr in Unternehmen an. Nicht nur Großunternehmen wie Bayer oder BASF, auch Mittelständler wie Hansgrohe oder Rheinmetall haben begriffen, dass sie mit einem Facebook fürs Unternehmen den Austausch zwischen Kollegen, Innovation treiben und wertvolles Wissen bewahren können. Das wird sich 2012 nochmals beschleunigen. Und der nächste Schritt ist dann, wie soziale Netze in der Kunden- und Lieferantenbeziehung genutzt werden können, um dort eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

3. Unternehmen und Anwender müssen Information Overload und Big Data umgehen lernen

Nun denkt man, die Informationsüberflutung gibt es schon lange. Doch mit sozialen Netzen, mit YouTube, Slideshare und Konsorten ist eine neue Dimension eröffnet worden. Und das für jeden Anwender persönlich und für Unternehmen, die mit diesen für sie neuen Kanälen und der Flut an Informationen umgehen müssen. Was tun damit? Wie bewältigen? Was daraus lernen? Deshalb wird Social Intelligence und Analytics 2012 ein Hypethema sein. Und man könnte noch einige Trends hinzufügen: App Stores für Privatanwender und Unternehmen, die weitere Entwicklung im Bereich Mobility, Smartphones & Tablets und vieles mehr …

Aber lassen wir es mal gut sein.

Mirko Lange

Mirko Lange ist Chef der Münchner Kommunikations-Agentur talkabout communications. Er begreift sich als ein neuer Typ von PR-Beratern, die als Öffentlichkeits-Arbeiter den direkten Dialog mit den Stakeholdern suchen. Zu den Kunden von talkabout gehören u.a. die Deutsche Bahn und die Commerzbank. Twitter: @talkabout.

1. Social Media etabliert sich immer mehr neben Telefon und E-Mail als „normales“ Dialogmedium

Nach zwei großen Hype-Jahren kommt Social Media langsam auf ein normales, produktives Niveau. Unternehmen verstehen immer besser, dass „Social Media“ weder Heilsbringer ist, noch Teufelszeug. Die ersten Unternehmen, wie zum Beispiel die Bahn im Kundenservice, setzen das neue Medium als inzwischen „normales“ Werkzeug in unterschiedlichen Prozessen ein. Der Benchmark ist dabei immer weniger die Marketing-Kommunikation, sondern immer mehr der alltägliche Dialog zwischen Menschen im und außerhalb des Unternehmens, der schon jetzt über E-Mail, Telefon oder im persönlichen Kontakt stattfindet: eben im Kundenservice aber auch in der Kundenberatung, im Recruiting, im Kontakt mit Journalisten, bei der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit, im Bereich CSR usw.

2. Kommunikation wird komplexer, das Konzept „Zielgruppen“ reicht lange nicht mehr aus

Dadurch, dass sich Unternehmen immer mehr öffentlich bewegen, werden sie sich immer öfter mit Menschen konfrontiert sehen, die ihre Interessen berücksichtigt sehen wollen, und die sich entweder als Einzelpersonen oder als organisierte Gruppen mitteilen. Sobald ein Unternehmen auch nur einen „Touchpoint“ öffnet, öffnet es damit auch eine Tür dafür, dass andere Menschen ihre Interessen öffentlichkeitswirksam platzieren können. Dieser Prozess ist inzwischen irreversibel. In der Folge werden Unternehmen lernen, auch mit den anderen Interessen angemessen umzugehen, und sich auf diese Debatten vorzubereiten, weil mangelnde Sprechfähigkeit von Unternehmen zu kritischen Themen immer mehr als Makel gebrandmarkt wird. Unternehmen müssen sich viel umfassender, präventiv und aktiv um eine „Licence to Operate“ bemühen, und die Legitimität ihres Handelns vermitteln.

3. Aus „integrierter Kommunikation“ wird „integre Kommunikation“

Nicht zuletzt durch den Prozess der offenen und öffentlichen Debatten wird für Unternehmen spürbar, dass „Kommunikation“ keine eigenständige Disziplin ist: Unternehmen müssen auch tun, was sie sagen, und sie können nur das sagen, was sie auch tun (werden). Auf Dauer kann die Kommunikation nicht besser sein als das Unternehmen selbst. Durch die Transparenz und die öffentliche Diskussion werden so Schwächen des Systems sichtbarer.  Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen „kommunizieren“ und „handeln“ (= sagen und tun). Gute Unternehmen begreifen das als Chance, sich im Markt viel besser aufzustellen, und sie werden sich klare Wettbewerbsvorteile erarbeiten. Und gute Manager sehen Kommunikation auch nicht mehr als losgelösten Prozess, sondern als notwendigen Teil fast jeden Wertschöpfungsprozesses. „Empathie“, „Haltung“ und „Werte“ bekommen dabei eine immer größere Bedeutung, und Unternehmen wie Berater müssen neue Konzepte entwickeln, wie dieses neue Paradigmen in Unternehmen eingeführt werden können.

Ulrike Langer

Ulrike Langer ist freie Fachjournalistin, bloggt auf Medialdigital.de, twittert unter @mauisurfer25 und ist nach 20 Jahren in Köln im Sommer 2011 als freie Korrespondentin nach Seattle gezogen, um dort den digitalen Medienwandel zu verfolgen. Im Oktober 2011 ist ihr erstes gemeinsam mit Christian Jakubetz und Ralf Hohlfeld herausgegebenes Buch „Universalcode“ erschienen.

1. Datenjournalismus / Open Data

Die angelsächsischen Länder sind uns zwar immer noch um einige Jahre voraus, aber 2012 werden auch in Deutschland immer mehr Medien erkennen, dass in großen Datensätzen oft interessante Geschichten stecken, und dass Nutzer den Zugang zu den Rohdaten zu schätzen wissen. Indizien: Die Open Data Bewegung, die sich für eine freien Zugang zu öffentlichen Daten einsetzt, hat mittlerweile auch hierzulande schon einiges erreicht. Und das Portal Zeit Online gewann für seinen Bericht inklusive einem Bewegungsprofil des Grünen-Politikers Malte Spitz, das auf dessen Mobilfunkdaten beruht, einen Grimme Online Award.

2. Sprachgesteuerte Software

Siri ist erst der Anfang. Die Sprachsteuerung auf dem iPhone 4S ist so universell einsetzbar, dass 2012 Nachahmer folgen dürften. Nach und nach werden monofunktionale Geräte überflüssig, weil Smartphones ihre Funktion mit übernehmen. Allen voran Navis. Und wenn Apple TV zeigt, dass Filme auf Zuruf auf dem Bildschirm erscheinen können, egal ob sie aus einem Fernsehprogramm, einer Onlinevideothek oder aus dem Internet kommen, dann gehört auch die TV-Bedienung 2012 ins Technikmuseum.

3. Kuratieren und Filtern

Gute Inhalte im Internet zu finden, ähnelt immer mehr der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Was Internetnutzer vor allem brauchen, sind nicht noch mehr Inhalte, sondern gute Filter, die schnell und zuverlässig zum Besten führen, was das Netz zu bieten hat. Der Trendbegriff dafür heißt Kuratieren (englisch „to curate“). Die Aufgabe können Algorithmen übernehmen, vor allem aber soziale Netzwerke: Auf einen Link aus dem eigenen Freundeskreis bei Facebook klickt man eher als auf einen Link von einem Unbekannten.

Richard Gutjahr

Richard Gutjahr ist Journalist, Moderator und Blogger. Er nutzt die neuen Möglichkeiten, die das Web zu bieten hat und bleibt gleichzeitig mit den „alten“ Medien verbunden.

1. Das Web wird zum Ballermann

Am Anfang war der Code. Zur 0 und zur 1 gesellten sich ein paar Einsen und jede Menge Nullen. Im Jahr 2012 werden wir Webversteher vor allem eins sein, nämlich Mainstream. Mit rund 80 Prozent der Deutschen im Internet und 25 Millionen bei Facebook platzt das Netz 2012 endgültig aus allen Nähten. Goodbye, Club der Early Adopter, willkommen Ballermann. Und Pfoten weg von der Liege - das ist mein Handtuch!

2. Die Politisierung des Netzes

Stuttgart, Kairo, New York - Das Digitalzeitalter hat dem Volk seine Stimme zurückgegeben. Vorbei die Zeiten, in denen Massenmedien und Politik die Menschen kollektiv auf „mute“ schalten konnten. Das Web zwingt die Mächtigen, einfach mal die Klappe zu halten und zuzuhören. Mit der US-Präsidentschaftswahl und den Vorbereitungen zum Superwahljahr 2013 werden wir auch in Deutschland den ersten wirklich ernst zu nehmenden Internet-Wahlkampf erleben. - Bitte was? Yes, you can darauf wetten!

3. Das Ende von Social Media

Radio-Moderatoren tun es. TV-Redakteure tun es. Und ja, sogar die Bedenkenträger in den gedruckten „Qualitätsmedien“ (hüstel) tun es inzwischen, wenn auch nur unter Protest. Die Medien sind sozial geworden, wozu also noch Social Media? Durch die Integration von eigenen Mitmach-Elementen (Diskussionsforen, Bewertungs-Funktionen, Apps, Spiele etc.) wird es den großen Marken gelingen, das Publikum auch jenseits von Facebook & Co besser an sich zu binden. Außerdem: Klickstrecken werden 2012 unter Todesstrafe gestellt. ...Moment, man wird sich ja wohl noch was wünschen dürfen, oder?!

Markus Angermeier

Markus Angermeier ist Kosmar. Kosmar ist Gestalter. Er gestaltet das Internet seit 12 Jahren. Er ist Gründer von 7Moments.com, einem Dienst für Online-Fotoalben.

1. Die Lösung des Privacy-Paradox

Das scheinbare Paradox von Selbstbestimmung, Datenschutz und Post-Privacy wird im Mainstream ankommen und noch immer nicht vollständig aufgelöst werden. Man lebt zugleich so öffentlich im Netz wie man das möchte, und hält dennoch Bereiche des Lebens von den Augen aller fern. Allein schon zum Schutz der massiven Überzahl an weak ties vor Datenflut, wird die Dokumentation von Ereignissen aus Familie oder innerhalb eines engen Kontextes von Volleyballteam oder Pudelzuchtverein sich zwar nun online in der sog. Cloud abspielen, aber in Umgebungen, die keine public-push-and-robots-Systeme sind, sondern selbstbestimmtere invite- oder request-subscribe-Systeme wie Dropbox und Path. Die zurecht eingeforderte Selbstbestimmtheit ist nicht zuletzt auch ein Grund für die Entwicklung von 7Moments.com.

2. Die Heirat von Responsive Design und Content-Targetting und was wird dann aus SEO?

Der Trend zu Responsive Design und Progressive Enhancement wird übertragen von der rein technischen Laufzeitumgebung auf die Nutzungssitaution des Menschen. Sensoren, dynamische und statische Parameter und Erkenntnisse aus Targetting-Daten werden auf Inhalt und Funktion von Angeboten, Apps, Diensten Einfluß nehmen. Warum einem Nutzer Videos anbieten, der gerade im (z.B.) O2-Netz in der Großstadt ist, wenn man doch aus den Sensorendaten und Erfahrung weiß, dass sie das Video nicht sehen will oder kann. Das passiert natürlich schon heute, wenn ein Shop einer Rentnerin abends ein anderes Angebot macht, als einem Teenager am Vormittag. Doch es wird eine neue Dimension erreichen und durch nun zunehmend individualisierte SERPs wird sich SEO gründlich neu erfinden müssen.

3. Teilhabe an Meinungs- und Wissensbildung

Die Aufmerksamkeit, die durch auch netzgetriebene Ereignisse wie den Arabische Frühling, Guttengate, S21 usw. auf die Möglichkeiten zur Teilhabe an politischer Entwicklung gerichtet wurde, wird nachhalten. Mehr Menschen werden durch das Netz an politischer Willensbildung teilnehmen und -haben als je zuvor. Und das ohne Parteizugehörigkeit, Gemeinderatslaufbahn, Journalismusstudium oder Leserbriefschreiberei. Die Renaissance der Blogs und der Durchbruch eines rein politischen (crowd-driven) Onlinemediums in Deutschland wird wahrscheinlich noch auf sich warten lassen, aber die Richtung wird stimmen.

Follow-Ups:

  • Apple erfindet Google TV neu und mischt TV und Hollywood komplett auf.
  • Urheberrechtreform und Leistungsschutzprotektion werden weiter thematisiert und bleiben leider ungelöst.
  • Die Piraten krempeln die Bundespolitik um – oder sind weg.

Patrick Breitenbach

Patrick Breitenbach ist Dozent und „Internetbeauftragter“ an der Karlshochschule International Universit. Er berät Organisationen und Unternehmen bei Kommunikations- und Marketingkonzepten, betreibt nebenbei das kreative Konglomerat http://nischenkultur.de und twittert auf @breitenbach.

1. Memetik bzw. Netzwerkmarketing wird sich als Disziplin der Kommunikationswirtschaft etablieren.

Früher, also in den Anfängen des Internets hieß die Memetik noch „Virales Marketing“, also all die lustigen und bemerkenswerten Dinge, die Menschen freiwillig in Windeseile per E-Mail an ihre eigenen Adressbücher weiterleiteten. Heute nennen wir die kommunikativen Viren „Meme“ und die Mechanik, die dahinter steckt, also die Mundpropaganda, ist schon so alt wie die Menschheit selbst. Nur angesichts der immer teurer werdenden, brüllenden Gießkannenwerbung und der wachsenden Informationskonkurrenz wird es für Unternehmen in Zukunft immer spannender sein sich genau zu überlegen, wie sie mit bestimmten Geschichten und Maßnahmen (also auch einer Haltung) mehr oder weniger von alleine mit ihren potenziellen Netzwerken ins Gespräch kommen. Das ideale Social Media Marketing ist eben solches, welches keine eigenen Kanäle mehr bedienen muss, sondern welches große Geschichten und Gesten produziert, die der Rede wert sind und sich selbstständig in den dicht vernetzten Kanälen der Menschen verbreiten.

2. Die LOHAS Bewegung wird auch weiter wachsen.

Je transparenter eine Gesellschaft durch das Internet wird, desto mehr wird sie sich auch moralisch-kulturell bewegen müssen, denn wir werden tagtäglich auf neue Probleme und Herausforderungen aufmerksam gemacht. Klar, wir wollen auch weiter konsumieren und es uns gut gehen lassen, aber auch tatsächlich um jeden Preis? Ist es uns wirklich egal, wenn für ein iPhone einige Menschen in den Selbstmord stürzen, weil sie die dortigen Arbeitsbedingungen durch Kostendruck nicht mehr ertragen können? Die Oberfläche unserer materiell reichen Gesellschaft wird auch weiterhin abblättern und die hässliche Seite des Turbokapitalismus wird dann immer häufiger durchscheinen. Daher werden immer mehr Menschen an einem gesunden Bewusstsein für eine verantwortungsvollere, globale Wirtschaft arbeiten. Viele von uns. Und damit wächst auch der Druck auf die großen Unternehmen entsprechende Parameter bei sich zu verändern.

3. Die „Tabletisierung“ wird voranschreiten.

Wir werden immer mehr haptische Geräte auf dem Markt sehen und dadurch wird sich natürlich auch unser Userverhalten und unsere Erwartung entsprechend anpassen. Neben der Hardware spielt also in Zukunft das User Interface und die User Experience eine entscheidende Rolle, egal auf welchem Gerät, die Philosophie des Tablets (Haptik, Simplizität, Interaktivität) wird auf alle Bereiche des Interface Designs übertragen. Das gesamte E-Commerce wird beispielsweise früher oder später dadurch beeinflusst werden. Wir wollen eben nicht mehr endlos suchen und scrollen, wir wollen wischen, zoomen und dabei blitzschnell Tipps von unserem Netzwerk, also unseren eigenen „Siris“ erhalten. Simplizität, egal ob in Design oder Funktionalität, wird 2012 gefragter denn je sein. Je mehr mir eine Anwendung bisher nervige Einzelschritte übersichtlich abnimmt, desto erfolgreicher wird sie langfristig sein. Ich freue mich auf neue wirklich smarte Startups und Produkte, die dieses Bedürfnis befriedigen.

Christoph Kappes

Christoph Kappes ist einer der Pioniere der Online-Branche. Er gründetete 1991 eine Internetagentur, die er 20 Jahre lang führte und dann in die heutige Pixelpark-Gruppe integrierte. Der Jurist und Informatiker ist seit drei Jahren Einzelberater für Online-Strategie und ist publizistisch für FAZ, Zeit und andere tätig. „Netz-Intellektueller“ (Spiegel Online), „erfahrener Digital-Manager der ersten Gründergeneration“ (WuV).

1. Mobile, Social, Local

Diese drei Trends setzen sich auch 2012 weiter fort. Dabei wird Mobile konzeptionell überschätzt, weil die Leute denken, die Geräte seien Telefone. Es sind aber Computer, die nur noch kleiner und damit noch tragbarer sind als vorher, und die außerdem noch alle Lautsprecher und Mikrofone haben. Der Fortschritt liegt dann im Eingabemedium (siehe Siri) oder in wirklich lokalen Funktionen. Social wird auch in 2012 unterschätzt, weil es nicht ums Chatten und Bilderhochladen geht, sondern einen neuen Zugangsweg zu Information. Wir sehen die Ablösung der hierarchisch geordneten Publikationen, wie wir sie seit dem Buchdruck kennen, durch eine dynamische und instabile Ordnung über menschliche Beziehungen, Menschen als Links zu Inhalten.

2. Web-TV und Social TV

Da Google und Apple neue Geräte angekündigt haben und sich bei TV-Geräten heute schon überzeugende Web-Funktionen finden, werden wir 2012 erleben, wie der PC nach vielen Jahren der Ankündigung dann doch ins Wohnzimmer kommt, indem er sich als Fernseher oder gar „Home Entertainment“ tarnt. Dies wird die Branche begeistern und einige Menschen verwirren, die im Wohnzimmer gute Blogs lesen wollten, z.B. zu Naturwissenschaft und Soziologie (was ich sehr empfehlen kann, aber von der Industrie nicht beworben wird). Interaktive TV-Werbung ist schwer im Kommen, man vergisst dafür dann im Gegenzug, dass man seit 1993 mit interaktiven TV-Formate experimentiert. Bei Facebook sehen wir dann auch Social TV, was ich für eine sehr spannend halte und was mich auch konzeptionell reizt: Kommunikation unter Abwesenden entwickelt sich endlich synchron zur „Publikation“, darf endlich Alltagskommunikation sein und hangelt sich nicht mehr mühselig als geschwurbelter Kommentar in Schriftdeutsch unter die Schriftform. Medium und Kommunikation verschmelzen zu großen Räumen.

3. Internet und Freiheitsrechte

2012 wird sich vermutlich zeigen, was aus der Vorratsdatenspeicherung wird. Nachdem der Bundesparteitag der SPD einer Speicherung von bis zu drei Monaten zugestimmt hat, wird es schwierig für Leute wie mich, Sicherheits- und Innenpolitiker vom Gegenteil zu überzeugen, zumal Druck aus der EU zu befürchten ist, obwohl der Souverän die Herrschaft an die EU gar nicht wissentlich abgegeben hat. Sollte die Vorratsdatenspeicherung eingeführt werden, werden uns nachfolgende Generationen dafür hassen. Wir haben nämlich - ganz rational gesehen - bis heute keine stichhaltigen Argumente für ihre Einführung - das ist die Geburt der präventiven Repression, das Panopticon lässt grüßen. Solange künftige Generationen ohne Internet gut leben können, dient das allerdings unserer Entlastung.

Nico Lumma

Nico Lumma bloggt seit 8 Jahren auf lumma.de über Technologie-Themen, aber auch über Politik und Gedöns. Offline war er seit 1995 nicht mehr und twittert als @nico permanenten Qualitäts-Content.

1. Social Mobile Gaming

Smartphones und Tablets sind im Massenmarkt angekommen, daher ist der nächste logische Schritt die Verknüpfung der Spiele zwischen Nutzern und Devices - man spielt zusammen oder gegeneinander quer über die verschiedenen Plattformen hinweg.

2. NextGen Enterprise

Die Nutzer werden die Treiber für eine neue Revolution im Enterprise-Software-Markt werden, damit die Nutzer endlich die Tools bedienen und nicht andersherum. Weiterhin sorgt die neue Flexibilität der Arbeitswelt auch für neue mobile Anwendungen, die direkt in die Workflows integriert werden.

3. Jugend und Senioren

Das Netz wird älter und entsprechend werden immer mehr spezielle Angebote für Senioren geschaffen werden, aber gleichzeitig wird es für die jugendliche Zielgruppe immer mehr Nutzungsmöglichkeiten für Schule, Studium und Freizeit.

Andreas Lenz

Mitgründer und Geschäftsführer der yeebase media GmbH, dem Verlag hinter dem t3n Magazin. Verantwortlich bei t3n für die Bereiche Marketing und Kommunikation. Google+ Account; Twitter: @andylenz.

1. Smart Home and Body - Kontrolle per App plus Roboter

Ob Temperatursteuerung der Heizung, Start des Staubsauger-Roboters, Check des Stromverbauchs per App, Kontrolle der eigenen Gewichtsentwicklung mit Hilfe vernetzter Waagen oder Tracking der Lebensgewohnheiten per App – 2012 wird sich ein vernetztes Zuhause und Leben erstmals vergleichsweise „normal“ anfühlen. Der Absatz von Apps und Hardware im Bereich Smart Living wird stark wachsen.

2. Ausleihen statt kaufen - Startup Trend „Collaborative Consumption“

Das Netz verschafft mit seiner Transparenz und Ansammlung von Daten immer bessere Möglichkeiten für effizientere Nutzungskonzepte. Beispiele: AirBnB verschafft Zugang zu privaten Wohnunterkünften im Urlaub oder auf Geschäftsreisen. Flinc, die clevere Mitfahrzentrale, bietet die Möglichkeit, sich effizient fortzubewegen. MyTaxi optimiert Fahrwege und Auslastung von Taxis. Bei frents können z.B. Konsolen und Spiele oder Haushaltsgegenstände einfach geteilt und verliehen werden. Viele Konzepte wie diese sind schon bekannt, jedoch wird die Nutzung der bestehenden Plattformen und Zahl der neuen Plattformen im Bereich des „Collaborative Consumption“ bzw. des netzgestützten Teilens extrem steigen. Denkbar sind neue Plattformen im Bereich der Nutzung von Fahrzeugen, Firmenkapazitäten wie z.B. von Maschinen, Mitarbeitern, Büro oder Lagerfläche usw. Auch das Teilen von Versicherungen (siehe z.B. friendsurance), Kabel- oder Internetanschlüssen könnte Normalität werden.

3. Cloud Fail & Cloud Backup

Da die private Nutzung von Cloudservices und die Stückzahl an unternehmenskritischen Cloud-gestützen Prozessen rapide gestiegen ist und es inzwischen Menschen und Firmen gibt, die fast 100 Prozent Cloudabhänig arbeien, wird Zahl von Cloud Fails (Unerreichbarkeit der Cloud durch z.B. Abstürze, Hacks oder Stromausfälle) auch stark steigen. Vermutlich werden 2012 mehrere Cloud Fails mit großer Reich- und Tragweite bis hinzu Unternehmenspleiten und Aktienkursverlusten durch die Nachrichten gehen. In diesem Zuge werden die Themen Cloud-unabhäniges Arbeiten, Cloud-Backup und Cloud-Fallback-Strategien 2012 an Bedeutung gewinnen.

Falk Hedemann

Seit 2008 ist Online-Journalist Falk Hedemann bereits Mitglied der t3n-Redaktion. Als ausgewiesener Tech-Enthusiast, Social-Media-Experte und Twitterer aus Leidenschaft (@Wissenssucher) versorgt er die t3n-Leserschaft täglich mit allerhand Wissenswertem und aktuellen News aus dem t3n-Universum.

1. Social Enterprise

Gemeint ist damit die Verbindung zwischen Social Media und Enterprise 2.0. Unternehmen werden 2012 verstärkt auf die Forderungen der eigenen Mitarbeiter reagieren müssen, die ihre aus den Social Networks gewohnten Kommunikationsweisen auch im Unternehmen nutzen wollen. Dabei werden Unternehmen auch feststellen, dass ihnen Social Tools auch bei weiteren, dringend zu lösenden Problemen helfen können, wie beispielsweise beim Wissensmanagement oder der Kollaboration.

2. Musikstreaming

Musikstreaming wird 2012 endlich Deutschland erobern. Die Einigung zwischen dem Bitkom und der Gema hat für Planungssicherheit bei den Anbietern gesorgt, so dass populäre Dienste wie Spotify auch in Deutschland an den Start gehen können. Einziger Haken: Freemium-Modelle sind noch nicht umsetzbar, da die Einigung nur Bezahldienste einschließt. Für Spotify ist das aber durchaus auch eine Chance, da die kostenlosen Basisaccounts langfristig nicht rentabel genug sind. Um die nötige Nutzerzahl zu erreichen, sind Bundles mit anderen digitalen Angeboten denkbar.

3. Internet-TV

Auch beim Internet-TV wird sich im nächsten Jahr endlich was bewegen. Apple wird alles was es schon gibt in einen großen Mixer werfen, ein paar frische Zutaten hinzufügen und dann ein revolutionäres Produkt auf den Markt bringen, das jeder haben will. Again. Auch in Deutschland wird das Thema eine große Rolle spielen, denn erst kürzlich hat die Europäische Wettbewerbsbehörde grünes Licht für eine Internet-Sportschau gegeben. Ab 2013 könnte die Fußball-Bundesliga dann exklusiv über das Internet ausgestrahlt werden, so dass bis dahin die Infrastruktur aufgebaut werden muss. Wer dann kein Internet-TV hat, schaut in die Röhre.

David Maciejewski

David Maciejewski

David Maciejewski ist Frontend- und Softwareentwickler beim t3n Magazin, Verfechter sauberen Handwerks und Missionar in seinem Webstandards-Podcast Technikwürze. Im t3n-Videopodcast TechnikLOAD stellt er Woche für Woche interessante Webfundstücke vor, ist bei aller Begeisterung für die Medien vor allem Designer und Entwickler in Personalunion. Er betreut in seiner Freizeit diverse Webprojekte, allen voran das Geschichtsmagazin chronico, dessen Herausgeber er ist.

1. Mobile First Responsive Web Design

Das Wort selbst wurde schon hinlängst von vorne bis hinten erklärt und mag den einen oder anderen aus dem Halse hängen. Doch 2012 müssen die Entwickler damit anfangen, Webseiten entsprechend zu planen und auch umzusetzen. Die Idee, Webseiten zuerst für mobile Endgeräte und dann erst für Desktop-Umgebungen zu entwickeln, muss sich erst in den Köpfen festsetzen, vor allem in den kleinen und großen Agenturen. Wir werden in dieser Richtung aber viele neue Lösungen sehen, die das Handling einfacher machen werden.

2. Das Jahr der Social Networks

2012 tut sich bei den Social Networks viel. Während Google+ derzeit durch immer neue und sinnvolle Features auf sich aufmerksam macht, fällt Facebook eher durch zu lockeren Datenschutz und Werbung direkt im Stream auf. Und während Microsoft so.cl auf die Beine stellt, um Facebook zu unterstützen, wird sich 2012 zeigen, welches Social Network qualitativ auftrumpfen kann – durch sinnvolle Beiträge der User und weniger durch die reine Masse der registrierten Accounts. Am wichtigsten werden 2012 Filter, die helfen, den Stream in den Griff zu bekommen. Twitter wandelt sich immer mehr zum sozialen Netzwerk, auch wenn es sich technisch weiterhin selbst im Weg steht (Zeichenbegrenzung, keine echten Threads).

3. HTML5 und die Browser

Auch 2012 werden wir wieder bahnbrechende APIs direkt im Browser nutzen können. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir Webseiten auf alte Browser angepasst haben. Wir werden die Browserentwicklung und damit auch die Entwicklung des Webs dadurch voranbringen, dass wir uns mit den neuen Sachen spielerisch beschäftigen, sie einsetzen und uns darüber austauschen. 2012 werden Werkzeuge auf den Markt kommen, die den Einsatz erleichtern werden. Hier sind kreative Köpfe gefragt. Fest steht: Immer mehr Programme, Tools und Dienste wandern direkt in den Browser. Native Programme treten den Rückzug an, sobald die Browser performant genug sind.

Was sind eure Vorhersagen für 2012?

Wir sind gespannt, welche Vorhersagen tatsächlich zutreffen werden! Und was sagt ihr voraus? Welche Trends werden eurer Meinung nach 2012 maßgeblich beeinflussen? Schreibt es uns in die Kommentare.

Sind die Trends der Vorjahren eingetreten? Hier findet ihr nochmals die Prognosen und Trends aus den vergangenen Jahren.

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14 Antworten
  1. von Florian am 03.01.2012 (12:14 Uhr)

    Würde mich freuen, wenn NFC in unserem Alltag Einzug erhält. Ich persönlich finde die Technologie sehr spannend.

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  2. von Valentina Kerst am 03.01.2012 (12:37 Uhr)

    Hallo,

    würde gerne Kontakt zu dem Autor aufnehmen. Leider gibt es keinerlei Kontaktmöglichkeiten wie Mail, Twitter, Facebook etc. :(

    Danke
    Valentina

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  3. von Meister Pumuckel am 03.01.2012 (13:01 Uhr)

    das mit Social-TV wird hoffnungslos überschätzt... TV ist so langeilig, da will keiner parallel drüber chatten, hat einfach keine Relevanz...

    siehe http://www.schoener-fernsehen.com, da gibt es einen Chat parallel, Nutzung fast 0.

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  4. von Emmi am 03.01.2012 (13:27 Uhr)

    Sprac hsteuerung wird sich wohl nicht wie von einigen gedacht durchsetzen. Man stelle sich nur vor, was in einem Großraumbüro los wäre, wenn alle mit ihren PCs/Notebooks/Tablets/Smartphones/VoIP-Telefonen etc. so viel reden, wie sie heute tippen bzw. touchen. Oder Im Flugzeug/Bus/Tram/S-Bahn... Die nächste große Änderung ist erst dann zu erwarten, wenn man Geräte per Gedanken (bzw. lautlos gesprochenen Worten) steuern kann...

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  5. von Markus am 03.01.2012 (14:26 Uhr)

    Ich stimme der Meinung von Emmi zu. Ich glaube nicht, dass sich die Sprachsteuerung "durchsetzen" wird. Natürlich gibt es immer Anwendungsgebiete für neue Technologien und findet so eine Technologie erstmal Einzug in unseren Alltag - wie etwa bei Siri - wird sie unglaublich schnell populär und beliebt. Vor allem wenn ein technologischer Vorreiter wie Apple sich solch einer Technologie annimmt. Ich denke aber die Zeit wird zeigen, dass die meisten Mensch-Maschinen Schnittstellen mehr erfordern als eine Sprachsteuerung. So liegen alleine auf der Seite der Haptik viele ungenutzte Potentiale brach, die nach der Einschlag von Touchinterfaces in weite Ferne gerückt sind. Das nächste Problem von möglichen sprachgesteuerten Funktionen ist die Barrierefreiheit. Was passiert mit tauben oder stummen Menschen? Natürlich funktionieren viele, aktuelle Interfaces nicht für blinde Menschen - eine Tatsache der wir uns annehmen müssen.
    Ich hoffe auf jeden Fall, das Interfaces vielfältiger werden und mehrere Sinne ansprechen. Am besten in einer Weise, dass auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Dienstleistungen nutzen können - egal welcher Art.

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  6. von Gepard am 03.01.2012 (14:51 Uhr)

    Eine weiterer Trend, allerdings mehr unter der Oberfläche, ist der bewusstere Umgang mit Online-Zeit. Angeheizt durch die Burnout-Debatten der letzten Monate scheinen viele ihr Arbeits- und Konsumverhalten zu überdenken und versuchen Realität nicht mehr so viel mit Virtualität zu vermischen. Das passiert vor allem bei der älteren Generation. Evtl. wird sich zeigen, wie sich die junge Generation darauf einstellt, bzw. ob es für sie überhaupt nötig ist wieder mehr Trennung reinzubringen. Der Tenor ist je derzeit eher pro mehr Vermischung und Aufhebung der Grenzen, was z. B. mit der vollen Akzeptanz des Telefons verglichen wird.

    Man ließt auch öfter, dass Unternehmen immer emotionaler mit den Kunden umgehen lernen müssen. Da stellt sich die Frage, wie sie das leisten können, wenn sich in den letzten Generation eine verkrüppelte Emotionalität abgezeichnet hat. Aber da das Thema mehr in die Erziehung Einzug gehalten hat, wird sich das Problem wohl irgendwann von selbst erledigen und die Eltern lernen ja auch automatisch mit.

    Spannend ist auch, ob die Social-Media-Nutzung wirklich unaufhaltsam steigt. In einigen Schichten stoßen ja Auszeiten oder mehr Enthaltsamkeit auf hohen Zuspruch, nicht zuletzt genährt durch Bücher und Artikel.

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  7. von Yannick am 03.01.2012 (14:53 Uhr)

    Wie bitte? Wir bedinen per Sprache? Ich verstehe das echt nicht. Wer ist denn in der U-Bahn und diktiert seinem Device eine E-Mail? Ein nettes Feature, eher zum Vorzeigen, aber benutzen tut das doch keiner im Alltag. Ist doch eher ein Party-Effekt, wie bei den Klassikern unter den HTML5-Demos.

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  8. von Mathias am 03.01.2012 (15:23 Uhr)

    Die These von David Maciejewski, wonach native Apps dann den Rückzug antreten würden, sobald die Browser performant genug sind, ist interessant. Aus Entwicklersicht wäre das natürlich zu begrüßen (Eine App für Desktops, iOS, Android und ggf. Windows Phone zu entwickeln ist natürlich sehr aufwändig). Momentan haben wir jedenfalls einen deutlichen Trend zur App. Allerdings, muss man zugeben, lässt sich nichts, was in nativen Apps gemacht wird, nicht auch in Browsern (und seien sie nur über Apps eingebettet, wie Google es vormacht) realisieren. Ist eben eine Frage der Performance...

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  9. von Matthias Stürmer am 04.01.2012 (07:50 Uhr)

    Interessant, dass Open Source bzw. Freie Software von t3n nicht (mehr) als Trend angesehen wird. In keinem Satz reden die t3n-Experten davon. (wenigstens erwähnt Ulrike Langer die stark wachsende Open Data Bewegung)

    Ist Open Source Software zur völligen Normalität geworden? Profilieren sich die Open Source Enthusiasten zu wenig gegenüber den Mobile, Social Media und Cloud Experten? Ist das Thema zu idealistisch oder gar politisch geprägt? Meine Vermutung ist, dass wir uns mit den von Facebook, Apple, Google etc. getriebenen Technologie-Trends einmal mehr von neuen, faszinierenden Möglichkeiten blenden lassen und uns damit in eine riesige Abhängigkeit von Unternehmen begeben.

    Als wohltuende Gegenbewegung beobachte ich sehr aktive und engagierte Akteure und Communities im Bereich Digitale Nachhaltigkeit (Open Data, Open Source, Open Standards, Open Content, Open Access etc.), welche sich dieser firmenzentrierten Kommerzialisierung entgegensetzen. Das ist für mich klar ein "Mega-Trend" in diesem Jahr, der in diesen Expertenmeinungen weitgehend ausgeblendet wurde.

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  10. von Sandro Groganz am 04.01.2012 (11:11 Uhr)

    @Matthias Stürmer:

    Ich wurde letztes Jahr öfter von OSS-Firmen gefragt, ob Open Source überhaupt noch ein Marketing-Thema ist? Der große Hype ist sicher vorbei, OSS ist definitiv kein neuer Trend, sondern gehört bei vielen IT-Anwendern mittlerweile einfach dazu. Die Herausforderung für OSS-Firmen ist, zu zeigen, dass man ein "echtes" OSS-Produkt anbietet und OSS nicht nur als Marketing-Trick benutzt.

    Es gibt natürlich nach wie vor viele potentielle Anwender, die sich bezüglich OSS noch im Unklaren sind oder falsch informiert.

    Dass Open Source im Zusammenhang mit Open Data eine stärkere Rolle spielen wird, da bin ich mir sicher. Es fehlen aber noch die herausragenden Projekte - vielleicht ein Grund, warum das hier im Artikel (noch) nicht als Mega-Trend benannt wurde?

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  11. von Rafal am 04.01.2012 (19:12 Uhr)

    Sorry, Ihr Browser kann keine Cookies speichern, sorry ... keine Frames, sorry ... keine iFrames, sorry ... kein Javascript, sorry ... kein HTML 5 => Wir müssen Sie aus Facebook leider ausschliessen, Account vorläufig gesperrt! Versuchen Sie es mit einem Browser Ihrer Wahl noch einmal, aber diesmal mit dem Richtigen *Hier könnte Ihre Browser Werbung stehen*

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  12. von Sebastian am 05.01.2012 (19:01 Uhr)

    2012 wird ein Big Data Jahr, Rechenleistung ist günstig und skalierbar und jetzt endlich können die ganzen wunderbaren Daten verarbeitet, gemappt, aggregiert und umgebaut werden. Dies wird ganz neue Möglichjeiten für intelligente (Web)Apps bieten.

    Und natürlich Roboter ;-)

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  13. von Rene_M am 07.01.2012 (05:32 Uhr)

    irgendwie hab ich das gefühl das dies schon die trends vom letzten monat waren, oder ist das so normal? fand ich insgesamt also nicht wirklich befriedigend.

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  14. von Sidos am 06.07.2012 (21:46 Uhr)

    Im Prinzip hatte das Internet bisher von einigen nützlichen Informations- und Chatfunktion abgesehen nur den Zweck einer zusätzlichen Verkaufs- und Marketingplattform, einer Sammelstelle für persönliche Daten und der Arbeitsverlagerung weg vom Anbieter (Zeit und Kosteneinsparung), hin zum Endkunden. So wirds auch bleiben.

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