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Mega-Trends 2013: Das sagen Experten voraus

Mega-Trends 2013: Das sagen Experten voraus

Pünktlich zum neuen Jahr haben wir zahlreiche Experten um ihre Prognosen gebeten. Wir wollten von ihnen wissen, welche 2013 auf uns zukommen und welche Technologien sich durchsetzen. Herausgekommen ist eine spannende Sammlung, die eine große thematische Spannbreite abdeckt. Aber lest selbst!

Holger Schmidt

Der bloggende Journalist Holger Schmidt schreibt für den Focus in der wöchentlichen Rubrik "Web-Wirtschaft" und im „Netzökonomie-Blog“ über Themen wie E-Commerce, Social Media, App-Ökonomie und andere Internet-Trends. Zuvor war er viele Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Holger Schmidt ist promovierter Volkswirt und Gründer des Twitter-Verzeichnisses Tweetranking.com. Sein Twitter-Profil lautet @holgerschmidt.

1. Internet-TV

Gleich mehrere Faktoren werden das Internet-TV in diesem Jahr antreiben: Neue Video-on-Demand-Anbieter gehen in Deutschland mit attraktiven Tarifen und vor allem interessanten Filmen an den Start. Maxdome, Videoload oder Amazons Lovefilm bekommen endlich ernsthafte Konkurrenz. Dazu kommt der kometenhafte Aufstieg der Tablets als „Second Screens“, die das Fernsehen in einer relevanten Größenordnung interaktiv machen. Und drittens bleibt die Hoffnung auf den Apple-Fernseher, von dem Super-Investor Marc Andreessen sagt, er sei ganz sicher, dass er komme. Allerdings nicht wann.

2. Payment

Seitdem Twitter-Gründer Jack Dorsey mit seinem neuen Unternehmen Square offenbar den Weg befunden hat, wie Bezahlen per Smartphone akzeptiert wird, fließt wieder reichlich Wagniskapital in das Segment. Da Zahlsysteme von Händlern und Käufern gleichermaßen akzeptiert werden müssen, kann der Pionier schnell den ganzen Markt aufrollen. Bevor also Square in Europa Fuß fasst, müssen die europäischen Anbieter wie Sumup oder iZettle etabliert sein. Spannendes Wettrennen.

3. Spracherkennung

Wer in sein Auto-Navi mühsam seine Zieladresse eingibt oder auf seinem Smart-TV eine E-Mail tippt, kann sich vorstellen, welche Fortschritte eine funktionierende Sprachsteuerung bringen wird. Inzwischen ist die Spracherkennung weit genug entwickelt, um die Bedienung der Geräte zu vereinfachen. Wer – wie Apple, Google oder Nuance - die Technik beherrscht, kann sich nun Wettbewerbsvorteile sichern.

Thomas Schwenke

Rechtsanwalt Thomas Schwenke Dipl.FinWirt (FH), LL.M. ist Experte für Social Media Recht, Law-Blogger, auf FacebookTwitter und Google+ zu finden sowie Autor von „Social Media Marketing und Recht“. Er beobachtet eine zunehmende Professionalisierung im Netz, welche notwendig wird, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

1. Mehr Abmahnungen wegen Bilderrechten

2013 wird die Anzahl von Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen bei der Nutzung von Bildern steigen. Rechteinhaber haben aufgerüstet und scannen das Netz automatisch nach Rechtsverstößen ab. Da es zudem immer schwieriger wird mit Filesharing-Abmahnungen Geld zu verdienen, steigt auch bei einschlägigen Abmahnkanzleien das Interesse diese Rechtsverstöße zu verfolgen. Vor allem werden auch alte Rechtsverstöße auf Websites und in Blogs erfasst, die aufgrund der Dauer der Rechtsverletzung hohe Schadensersatzzahlungen auslösen.

2. Bedeutung des Datenschutzrechts wird steigen

Auch bei der Datenverarbeitung erlaubt die Technik insbesondere beim Tracking, Online Behavioral Advertising sowie Monitoring immer genauere Ergebnisse. Ebenfalls werden von den hiesigen Unternehmen Tools und Dienste eingesetzt, die den EU-Datenschutzvorgaben widersprechen. Den Datenschützern ist dies ein Dorn im Auge und zugleich merken sie, dass bloße öffentliche Ermahnungen kaum gehört werden. Es ist daher mit einer Zunahme an direkteren Maßnahmen wie Verfahrensanfragen bei Unternehmen sowie (Bußgeld-)Bescheiden zu rechnen. Gleichzeitig wird der Umgang mit Daten immer wichtiger für die Nutzer, so dass der Datenschutz 2013 auch als Marketingkriterium an Bedeutung zunehmen wird.

3. Social Media ist keine anwaltsfreie Zone mehr

Nachdem die sozialen Medien nicht mehr ein Experimentierfeld, sondern ein relevanter Teil des Marketings geworden sind, ist auch deren rechtliche Relevanz gestiegen. Konkurrenten achten zunehmend auf die gegenseitige Einhaltung von gesetzlichen Wettbewerbsregeln, wie Impressumspflichten oder des Verbots gekaufter Empfehlungen. Auch Inhaber von Urheber- und Markenrechten werden die sozialen Plattformen immer genauer nach Rechtsverstößen überwachen und gegen diese vorgehen.

Daniel Fiene

Daniel Fiene; Foto von Mathias Vietmeier.

Daniel Fiene ist Journalist. Er moderiert bei Antenne Düsseldorf die Sendung mit dem Internet und ist Macher des Medien-Podcasts Was mit Medien. Die Sendung ist auch jeden Donnerstag ab 18 Uhr bei DRadio Wissen zu hören. 2012 hat Daniel beim Bayerischen Fernsehen an dem Rundshow-Projekt teilgenommen. Er twittert unter @fiene.

1. Wir lernen wieder unsere Blogs zu lieben

Zum Jahresende haben mich sehr viele unterschiedliche Leute angesprochen, ob ich ihnen dabei helfen kann, ein eigenes Blog zu starten. Die Flüchtigkeit und fehlende Kontrolle über eigene Inhalte bei Facebook und Twitter nervt viele Menschen. Sascha Lobo wies schon vor Wochen darauf hin, Johnny Haeusler hat sich für 2013 vorgenommen seinen Blog zurückzuerobern und Projekte wie die Iron Blogger Berlin bekommen eine stärkere Aufmerksamkeit. Facebook und Twitter sind dabei aber nicht zu verteufeln: Sie werden weiterhin Linkschleuder und Kommunikationszentrale sein - aber immer weniger der Ort, den wir unsere Inhalte originär anvertrauen. Zum Jahresende habe ich eine Sendung mit Bloggern gemacht, die mich zum Staunen gebracht haben: Obwohl sie über die unterschiedlichsten Dinge schrieben, hatten sie eins gemeinsam; die Liebe zu ihren Blogs. 2013 werden viele Netzmenschen diese Begeisterung für sich entdecken.

2. Wir überarbeiten unsere Wunschlisten

Wer weiß schon, ob wir zum Jahresende durch unsere Googlebrille auf den Apfelfernseher gucken werden. Das kann schon sein. Aber abseits unseres Nerd- und Geektums werden wir in diesem Jahr überraschende Tendenzen bei den Wunschlisten der normalen Menschen feststellen: Statt ein neues Notebook wird dann lieber ein Tablet zum Surfen angeschafft. Ein Apple-TV steht sowieso schon neben dem Fernsehgerät und dann genügt für viele auch ein Mac Mini. Bei den Nerds und Geeks unter uns In-das-Internet-Schreibern steht 2013 weiterhin der neuste "heiße Scheiß" ganz oben auf den Wunschlisten, aber wir werden sie auch um einige Punkte ergänzen: Wenn wir merken, dass die Masse unsere Inhalte mit mobilen Geräte konsumiert, werden wir unseren Webmastern in den Ohren liegen, doch die Webseiten vernünftig zu optimieren. Wir werden merken, dass die Leute nicht wegen jedem bisschen eine App laden wollen, sondern nach dem Klick auf einen Link eine ordentlich optimierte Webseite erwarten. Wir werden uns endlich hinsetzen und lernen was Responsive Themes sind und die in unseren Blogs einrichten und merken, dass es auf unseren Sites noch viele unerledigte Hausaufgaben gibt.

3. Wir werden am Ende ernüchtert sein

Ich schreibe jetzt nichts über Social-TV, YouTube-Channels, Google+ oder Flickr 2.0. Wir können uns in diesem Jahr auf viele Ernüchterungen einstellen. Nachdem die letzten Apple-Events schon exakt vorhergesagt wurden und viele Technikschreiber den guten alten geheimnisvollen Zeiten hinterher trauern, müssen wir unsere Erwartungen anpassen. Sonst setzt am Ende die große Ernüchterung ein. Mit jedem neuen iPad, iPhone oder Nexus-Gerät halbiert sich auch die Begeisterungsbereitschaft der Kunden. Der Akku ist jetzt noch ein bisschen besser. Wau. Und wenn es dann bis zum Jahresende doch eine große Überraschung gibt, können wir uns doch freuen.

Björn Tantau

Björn Tantau lebt in Hamburg und ist seit Ende der 1990er Jahre im Online Marketing aktiv. Er ist Spezialist für Suchmaschinenoptimierung, Social Media Marketing und Linkaufbau, bloggt auf seiner Website über aktuelle Online-Marketing-Themen und hat ein Buch über Google+ geschrieben. Seit 2012 ist er Head of Social Media bei TRG - The Reach Group GmbH in Hamburg und veranstaltet Social Media Seminare, Trainings und Workshops.

1. Google

2013 wird Google in allen wichtigen Bereichen extrem viel Gas geben. Google+ wird massiv ausgebaut werden, der AuthorRank wird an Bedeutung gewinnen und die Erkennung minderwertiger Inhalte wird weiter verbessert. Mit "Google Now" wird die Entwicklung von der Suchmaschine hin zur "Antwortmaschine" forciert. Hintergrund: Google will nicht warten, bis man es fragt - Google will die Fragen der Nutzer beantworten, noch bevor die User die Frage überhaupt stellen. Vor allem im lokalen Bereich ist das sinnvoll und stellt einen echten Mehrwert dar.

2. Content Marketing

Inhalte werden immer wichtiger, nicht nur für Google. Wo es früher ausreichte, mehr oder weniger sinnvolle Texte zu produzieren, wird 2013 klar zeigen, dass diese Zeiten vorbei sind. Storytelling wird essentiell. Nutzer wollen 2013 generell unterhalten werden, sich unterhalten und vor allem stark darauf achten, dass sie sich nicht langweilen. Wer die Nutzerinnen und Nutzer nicht möglichst schnell an das gewünschte Ziel bringen kann, wird 2013 Nachteile haben. Vor allem im Bereich SEO wird man das massiv spüren, da Google seit den letzten Updates immer besser wird und es so schafft, die Erwartungen der User zu erfüllen. Das müssen dann aber auch Websites können.

3. Social Media

Social Media ist 2012 endgültig im Online Marketing angekommen. Wer 2013 nicht auf Social Media als essentiellen Bestandteil seiner Online-Marketing-Strategie setzt, wird Nachteile haben. Gleichzeitig wird es anspruchsvoller, Social-Media-Kanäle korrekt zu bespielen, weil die Konkurrenz größer wird. Innovative und sinnvolle Konzepte mit echten Mehrwerten sind gefragt. Wie auch beim Content wird Storytelling wichtiger. Fans und Follower wollen Brands und Konzerne besser kennenlernen, hinter die Kulissen blicken, sich informieren und gleichzeitig aktiv teilnehmen. Als Kanal für Branding und Traffic (und eventuell auch für Shopping und Entertainment) wird Social Media 2013 noch wichtiger als bisher.

Andre Alpar

Andre Alpar ist seit über 10 Jahren unternehmerisch im Bereich Online Marketing tätig. Seit 2008 war er als strategischer Berater in leitender Funktion bei Rocket Internet (eDarling, Zalando, Groupon, etc.) tätig. Als Veranstalter rief er 2010 die Online-Marketing-Konferenz OMCap ins Leben, im Jahr 2012 erschien zudem sein erstes Onlinemarketing-Buch. Seit dem Frühjahr 2012 ist Andre Alpar Partner bei der Online-Marketing-Agentur AKM3 GmbH, die unter anderem auf nachhaltiges SEO und internationales Linkmarketing spezialisiert ist.

1. Management der Reputation

Sowohl für Unternehmen als auch für Personen des öffentlichen Lebens wird das Monitoring und Management der eigenen Reputation im Internet ein immer bedeutenderes Thema. Die Relevanz der Reputation geht deutlich über das Außenbild als Arbeitgeber oder Auftragnehmer, mutmaßliche Rufschädigung oder Feedback für die eigenen Produkte und Dienstleistungen hinaus. Die Menge der Plattformen und die Arten, wie man diese beobachten oder im besten Fall positiv beeinflussen kann, fächert sich mit zunehmender Geschwindigkeit breit auseinander.

2. Responsive Design

Für manches Zwischengeschöpf zwischen Laptop, Tablet und Telefon findet man schon gar keine halbwegs seriös klingenden Gattungsbegriffe mehr. Noch schlimmer sieht es mit einem Plan für die Darstellung von Webseiten und Applikationen auf ebensolchen aus. Da muss sich die Situation einfach verbessern und ich hoffe wirklich, dass das schon in diesem Jahr passiert.

3. Spezialisierung & Integration

Die zunehmende Spezialisierung und Integration ist meiner Meinung nach in allen Bereichen festzustellen, aber im SEO fällt es mir am einfachsten zu erklären, da ich hier zu Hause bin. In kaum einem Unternehmen wird noch lange jemand „irgendwas und SEO“ machen, sondern SEO wird so komplex, dass man dafür dedizierte Verantwortliche haben wird. Gleichzeitig wird und muss sich SEO eng mit dem PR-Bereich, der Technik, dem Offline Marketing, dem Einkauf (bei eCommerclern) und und und vernetzen und abstimmen. Die Latte wurde von Google im vergangenen Jahr mit Pinguin und Panda erheblich höher gelegt. Wer es nicht schafft, das nächste Level zu erklimmen, wird hinten dran bleiben. Und für das nächste Level braucht es eben Spezialisierung und gleichzeitig mehr Integration und Kooperation zwischen verschiedenen Bereichen.

Jochen Krisch

Jochen Krisch ist E-Commerce-Experte und beschäftigt sich in seinem Blog Exciting Commerce mit zukunftsweisenden Geschäftsmodellen aus diesem Bereich. Sein Twitter-Profil lautet @jkrisch.

1. Der E-Commerce-Tsunami

"Das ist kein Online-Boom, das ist ein Tsunami, der derzeit über die Handelswelt hinwegfegt." Das sagt mal ausnahmsweise nicht ein Berater (um neue Aufträge zu generieren), sondern der Chef des Handelskonzerns Hawesko. Damit ist die Erkenntnis nun endlich auch im traditionellen Handel angekommen. Und wir können uns wie schon 2012 wieder auf dramatische Meldungen in fast allen Handelsbranchen gefasst machen.

2. Die mobile Ernüchterung

So spannend die mobile Entwicklung technologisch ist, anwendungsseitig geht Mobile weiter am Markt vorbei. Und je länger die großen Umsätze und die guten Geschäftsmodelle auf sich warten lassen, desto mehr steigt die Ernüchterung bei den Geldgebern, den Gründern und allen, die jetzt schon mobil Geld verdienen wollen/ müssen. Alle anderen warten ohnehin weiter ab, bis die Marktdurchdringung und die Nutzungsdauern auch in der breiten Masse hoch genug sind.

3. Der stille Protest der Frauen

Der Online-Handel boomt wie nie (siehe oben), doch an den Frauen geht diese Entwicklung weiter vorbei. Am E-Commerce-Gesamtumsatz gemessen bestellen Frauen prozentual weniger und weniger. Die einen sehen darin einen stillen Protest und eine Abstimmung mit der Geldbörse/Kreditkarte, andere glauben vermutlich weiter, dass "die Frauen" das Online-Shoppen schon noch lernen werden. In jedem Fall wird es für die Branche Zeit umzudenken und sich zu fragen, wie lange E-Commerce noch ein Männersport bleiben soll/ kann.

Leander Wattig

Leander Wattig ist Blogger. Außerdem unterstützt er Medienunternehmen und Kreativschaffende als freier Berater, hält Vorträge, nimmt Lehraufträge wahr und engagiert sich als Vorstandsmitglied der Theodor Fontane Gesellschaft.

1. Mediensterben und Paid-Modelle

Das Zeitungs- und Zeitschriftensterben hat gerade erst begonnen. Viele klassische Geschäftsmodelle kippen und somit die auf ihnen beruhende Querfinanzierung von Internet-Inhalteangeboten. Dies wird zu einer Renaissance von Paid-Modellen führen, bei der die "echten Fans" mit direkten Zahlungen unterstützen. Allerdings müssen diese Paid-Modelle einen echten Mehrwert bieten und ehrlich kommuniziert werden. Es reicht nicht, das Unwissen der eigenen Nutzer schamlos auszunutzen, wie das bei einigen der aktuellen Nachrichten-Paywalls gemacht wird, die ganz leicht via Google umgehbar sind.

2. Social-Media-Fakes und -Kriege

Ins Netz schreiben kann zum Glück jeder. Wir alle schreiben aber auch voneinander ab, das heißt Inhalte werden vielfach ohne Prüfung geteilt. Die Weisheit der Masse soll es richten. Bis diese aber zur Wirkung kommt, können Botschaften breit gestreut und Kommunikationsziele konsequent verfolgt werden. Hier wird es zu einer Professionalisierung derer kommen, die solche - auch gezielt unsauberen - Einflussnahmen als Dienstleistung anbieten. Das reicht bis hin zu Social-Media-Kriegen, wie wir sie in Nahost in ihren Anfängen schon beobachten konnten. Aber auch für die Bundestagswahl ist das ein interessantes Feld.

3. Kontext, Kontext, Kontext

Das Internet wandert immer stärker in die Offline-Welt der Dinge und wir tragen mit den Smartphones immer bessere und ausgeiltere Sensoren durch unseren Alltag. Hier wird es immer mehr und leistungsfähigere Anwendungen geben, welche diese Umfeldinformationen nutzen, um konkrete und möglichst stark automatisierte Problemlösungen zu bieten - ganz individuell für den jeweiligen Kontext. Siri und MyTaxi waren erst der ganz kleine Anfang. Nicht umsonst nimmt sich Robert Scoble die Zeit, hierzu ein Buch zu schreiben.

Marco Janck

Marco Janck ist Chef der SEO-Agentur SUMAGO. Er ist einer der ältesten Experten auf diesem Themengebiet und bereichert es mit Projekten wie Radio4SEO, SEO CAMPIXX und den SEOnauten. Sein Twitter-Profil lautet @seonaut.

1. Online Marketing und Offline Marketing werden sich noch mehr verbinden (müssen)

Online Marketing ist seit vielen Jahren DER Wachstumsbringer im Marketing. Doch mit immer größer werdenden Konkurrenz kommt auch diese Marketingform an ihre Grenzen. Vorbei ist die Zeit in denen wir von preiswert, kostengünstig und selbsttragend gesprochen haben. Online Marketing wird erwachsen und damit deutlich teurer. Durch das Bewusstsein der „normalen“ Kosten wird es leichter werden, die Bereiche Online Marketing und Offline Marketing zu verbinden.

2. Mit Kreativität und Begeisterung zur Marke

Die Marke wurde im Online Marketing oft und gerne vergessen. Es funktionierte jahrelang auch ohne Marke. Doch Google hat schon vor Jahren verkündet, dass die Marke nicht das Problem sei, sondern die Lösung. Es geht also wieder mehr darum eine Marke zu werden. Überlegungen, die in der Vor-Internet-Ära das Marketingbewusstsein bereits prägten und dann einige Zeit vergessen wurden. In diesem Zusammenhang werden die Faktoren Kreativität und Begeisterung (neben dem reinen Kapital) wesentliche Bedeutung wiedererlangen.

3. Der Mensch im Mittelpunkt des Marketing

Nachdem „normale“ Werbeformen kaum noch Beachtung finden, wird sich der Fokus wieder mehr in Richtung der Mensch-zu-Mensch-Kommunikation und der Empfehlung bewegen. Das Gefühl auch in einer Masse persönlich angesprochen zu werden, wird die Zukunft des Marketings ausmachen. Aber auch der zufriedene und begeisterte Mitarbeiter wird für die Kundenkommunikation extrem wichtig werden.

Marcus Schuler

Marcus Schuler ist Journalist beim Bayerischen Rundfunk und betreibt in seiner Freizeit den Audiopodcast geek-week.de. Twitter: marcusschuler.

1. TV im Umbruch

Das klassische lineare Fernsehen könnte in diesem Jahr in zweierlei Hinsicht Überraschungen erleben: Vielleicht ist es ja Apple, vielleicht ist es aber auch anderes Technologie-Unternehmen, das wir noch gar nicht auf dem Radar haben, das die "dumme" Glotze wirklich "smart" macht. Denn: Smart TV nutzen nach einer erst kürzliche veröffentlichten Nielsen Studie nur wenige. Und es gäbe so viel, was man an den heutigen Sony, Samsung, LG und Loewe Fernsehern besser machen könnte. Veränderung Nummer 2 betrifft neue Video On Demand Anbieter. So wäre es denkbar, dass sich Netflix endlich auch am deutschen Markt betätigt oder dass Amazon sein Love Film Angebot endlich und wirklich spannende Inhalte - natürlich in HD Qualität - zu uns bringt. Wir stehen beim VOD Markt in Deutschland noch ganz am Anfang. Und deshalb ist extrem viel Luft nach oben da.

2. Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge ist ein weiteres Thema, das uns in diesem Jahr noch mehr beschäftigen könnte. Gemeint ist das Netz der kleinen Dinge, der Gadgets, der Stromschalter, der Heizungsthermostate, der Kühlschränke, der Klimaanlagen, die Armbanduhr mit integriertem Pulsmesser - eben alles, was sich irgendwie in einem Haushalt oder einem Unternehmen steuern lässt, wird zunehmend ans Internet angeklemmt. Der Stromverbrauch wird "effizienter", die Heizung springt eine Stunde vor der Rückkehr aus dem Urlaub an und der Kaffee wird dann gekocht, nachdem man morgens seine Emails abgerufen hat und die Arbanduhr ermahnt uns zum Lauftraining, das wir vor zwei Tagen haben ausfallen lassen. Das Netz der klugen kleinen Helferlein ist da. Auch bald im Baumarkt um die Ecke oder um Supermarkt Deines Vertrauens.

3. Mobilfunk im Mittelpunkt

Auch im Jahr 2013 wird die Google Brille kein Massenprodukt werden. Dafür dürften wir uns über weiter sinkende Mobilfunktarife und - dank LTE - zunehmender Bandbreiten freuen. Ob letzteres wirklich die weißen Lücken in der DSL-Versorgung auf dem Land schließen wird, darf bezweifelt werden. Der Trend geht weiter Richtung: eine Nummer - ein Anschluss. Festnetztelefonie ist out. Weshalb brauch man die überhaupt?

Andreas Lenz

Andreas Lenz ist Mitgründer und Geschäftsführer der yeebase media GmbH, dem Verlag hinter dem t3n Magazin. Er ist bei t3n für die Bereiche Marketing und Kommunikation verantwortlich und schreibt gern über Zukunftstrends und Thesen im Digitalen Business. Außerdem ist er auf Google+ und Twitter aktiv.

1. Content Marketing: Journalisten arbeiten für Marken, Marken werden zu Medien und Medien werden zu Marken

Lag 2012 Content Marketing schon stark im Trend, werden die Budgets und Stellen in diesem Bereich in 2013 weiter ausgebaut. Die Bereiche PR, Marketing, SEO und Webanalyse wachsen zusammen. Content-Produzenten wie Blogger und Journalisten rücken dabei in den Mittelpunkt der genannten Abteilungen und Disziplinen. Medien werden immer stärker zu Marken und E-Commerce-Playern. Marken werden immer stärker zu Medien. Vermutlich sehen einige Journalisten diese Entwicklung nicht positiv, dennoch wird sich der Trend aus meiner Sicht durchsetzen und in 2013 stark durchschlagen. Lesenswert ist in dem Zusammenhang unter anderem Martin Weigerts Artikel über die Newsrooms globaler Konsumgüterhersteller.

2. 3D-Druck krempelt Entwicklung und Vertrieb von Produkten um

3D-Drucker werden alltäglicher und sind auf den Spuren des Homecomputers. Gegenstände kauft man als Datei online, lädt sie herunter und stellt sie damit selbst her. Lieferzeiten? Versandkosten? Alles von gestern. Neue Produkte stellen Fans auf kostenlosen Portalen wie Thingiverse zur Verfügung, sie werden über Plattformen wie Shapeways verkauft oder in Tauschbörsen angeboten – The Pirate Bay hat bereits die Rubrik "Physibles" eingerichtet. Und auch sonst ist die Zukunft schon in Sichtweite: Mario Minale und Kuniko Maeda aus Rotterdam haben Möbel entworfen, die man mit Holzteilen und Verbindungsstücken aus dem 3D-Drucker nachbauen kann. Nicht zuletzt können Firmen mit deutlich weniger Aufwand Prototypen für Hardware entwickeln und produzieren. Das nutzt beispielsweise Quirky: Auf der Plattform werden Ideen mithilfe der Community und Profis zu marktreifen Produkten weiterentwickelt. Herzstück des Unternehmens ist ein 250.000 US-Dollar teurer 3D-Drucker, mit dem die Zwischenstufen entstehen.

Bei alldem entstehen zahlreiche neue Geschäftsmodelle, bekannte Geschäftsmodelle werden umgedeutet und erweitert.

3. Self-Tracking und Big Data optimieren das Leben und Prozesse

Wie wir unseren Tag verbringen, wie wir uns ernähren und ob wir gesund leben, können wir immer genauer ablesen. Schon heute tragen viele von uns ein Gerät mit sich herum, das stets weiß, wo wir sind: das Smartphone. Aber es geht weit darüber hinaus. Spezielle Devices erfassen unsere Schritte, das Nike+ Fuelband unsere sportlichen Aktivitäten. Eine Waage wie die von Withings misst nicht nur unser Gewicht, sondern speichert es und zeigt uns bei Bedarf online die passende Grafik an. Aber es geht nicht nur um Fitnessfanatiker: Wer krank ist oder bei wem die Gefahr beispielsweise eines Herzinfarkts erhöht ist, wird rechtzeitig gewarnt und der Arzt erkennt anhand der Daten sofort, was passiert ist. Dann ist es nicht mehr eine Frage des Lifestyles, sondern des Lebens.

Durch die Nutzung von z. B. Handy und EC-Karte sind wir schon in den letzten Jahren "trackbarer" geworden. Unser Mobilfunkanbieter könnte leicht ein Bewegungsprofil erstellen und unseren Tagesablauf erkennen. Wer unsere EC-Kartendaten hat, erfährt auch noch, wann wir wo wie viel Geld ausgegeben haben. Zu diesen Informationen kommen viele weitere hinzu – Stichwort "Big Data".

Daraus werden sich Angebote entwickeln, die wir nutzen wollen, trotz aller Bedenken in Sachen Privatsphäre. Check-In-Dienste sind ein Vorbote davon. Alles das ist zudem automatisiert denkbar. Das gesamte Leben und auch Vorgänge in der Geschäftswelt werden so immer besser auswertbar. Wir können Algorithmen entwickeln, die den Verkehrsfluss verbessern, Ladenöffnungszeiten optimieren oder unseren Stromverbrauch senken.

Jan Christe

Jan Christe ist Chefredakteur und Mitgründer von t3n. Ihn fasziniert  Technik in allen Facetten, sowohl Altes (VW T3 Atlantik), Neues (iPhone 5), Digitales (Spotify) als auch Analoges (Kopfhörer). Mehr von ihm gibts u.a. bei Twitter und Google+.

1. Funkende Hausgeräte

Zugegeben, das „Internet of Things“ ist ein ziemlich altes Buzzword, dass in 2013 aber deutlich an Fahrt gewinnen wird. Während bislang hauptsächlich Early Adpopter Dinge wie Seftracking-Armbänder à la Nike Fuelband ) oder Fitbit genutzt haben, wird der Trend in 2013 auch Leute erfassen, die definitiv keine Geeks sind. Dank zunehmender Smartphone-Verbreitung werden wir uns bald daran gewöhnen, dass das Blutdruckmessgerät seine Daten an eine App funkt, das Smartphone die Heizung regelt oder die Waage unser Gewicht trackt.

2. TV wird zum Second Screen

Der große Umbruch in Sachen TV wird kommen, aber anders als viele ihn erwarten oder Hersteller von TV-Geräten ihn gerne hätten. Denn wer jemals einen „SmartTV“ bedient hat, weiß, dass dies nicht die Zukunft sein kann und wird. Viel mehr wird es auf dumme Displays, smarte Boxen und clevere Apps hinauslaufen. Denn Smartphones und Tablets sind jetzt schon für viele Menschen der Mittelpunkt ihres (digitalen) Lebens, was läge da näher, als diese geschickt mit dem Fernseher zu koppeln und die Fernseher so zum SecondScreen zu machen?

3. Intelligente Mobilität

In 2013 werden wir zahlreiche neue Angebote sehen, die geschickt verschiedene Fortbewegungsmittel unter eine Oberfläche bündeln und es so ermöglichen, möglichst effizient von A nach B zu kommen. Motor dieser Entwicklung ist zum einen das bommende CarSharing, bei dem neben zahlreichen großen Automobilhersteller wie Volkswagen (Quicar), BMW (DriveNow) und Daimler (car2go) und die Deutsche Bahn (Flinkster) mitmischt. Der zweite Motor werden offene Daten von Nachverkehrsunternehmen sein. Der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg zusammen mit dem Projekt Apps & the City macht gerade vor, wie es gehen kann. In 2013 werden weitere ÖPNV-Unternehmen nachziehen und ihre Fahrplan und Streckendaten öffnen.

Was sind eure Trends für 2013?

Wir sind gespannt, welche Vorhersagen tatsächlich zutreffen werden. Welche Mega-Trends sagt ihr voraus? Welche Entwicklungen werden eurer Meinung nach 2013 maßgeblich beeinflussen? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

Sind die Trends der Vorjahre eingetreten? Hier findet ihr nochmals die Prognosen und Trends aus den vergangenen Jahren.

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8 Antworten
  1. von Dennis am 06.01.2013 (15:34 Uhr)

    Experten? Das ich nicht lache ...

    Antworten Teilen
  2. von DavidRedelberger am 06.01.2013 (22:38 Uhr)

    Schon interessant, aber... nur Männer? Bei der Masse an Menschen? Seriously t3n?

    Antworten Teilen
  3. von Anna am 07.01.2013 (15:36 Uhr)

    Spannende Liste!
    Aber ich schließe mich David an. Nur Nänner. Wieder mal. Schade.

    Antworten Teilen
  4. von Felix Barth am 07.01.2013 (16:26 Uhr)

    Gute Auflistung, mit der ich größtenteils einverstanden bin. Content Marketing ist für mich jedoch ein Buzzword, das seit Red Bull Stratos derbe überstrapaziert wird und von den wenigsten wirklich mit Leben gefüllt werden kann. Zuständigkeiten, Budgets und Projektziele sind gerade in großen Unternehmen zudem oft so stark segmentiert, dass nur die allerwenigsten dazu in der Lage sind, die für eine stringente kanalübergreifende Umsetzung notwendigen Prozesse zu etablieren. Von daher ist gelungenes Content Marketing zwar erstrebenswert, scheitert in vielen Fällen aber schlicht an der Realität (sprich: den Rahmenbedingungen innerhalb eines Unternehmens).

    Das Internet der Dinge ist zwar schön und mit Sicherheit die Zukunft. Das sehe ich 2013 aber noch nicht im Mainstream. Smart Grits (http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligentes_Stromnetz) sind ein gutes Beispiel. Es ist schön, wenn ein Kühlschrank online mit der Wetterzentrale und der Börse verbunden ist und besonders viel Energie speichert, wenn der Anteil erneuerbarer Energien, die ins Netz gespeist werden, gerade hoch ist. Solange es dafür aber keine Extra-Tarife bei den Stromanbietern gibt und die den potentiellen Preisvorteil an die Verbraucher weitergeben (was sie eh NIEMALS tun), hat aber keiner Interesse an solchen Geräten.

    Weitere Megatrends für mich:

    - Social CRM (http://bit.ly/VHbZOa)
    - Social Media Erfolgsmessung / realistisches Erwartungsmanagement
    - Social Publishing
    - Social Media für KMU

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  5. von Daniel am 08.01.2013 (03:44 Uhr)

    Buzzword-Bingo und Hipster-Zeugs. Mal schauen, was davon wirklich Trend wird und was nicht...

    Antworten Teilen
  6. von Chris am 08.01.2013 (13:36 Uhr)

    Top Artikel! Buzzwords, Männerüberschuss, immer wiederkehrende Themen... Genau so sieht die Online- bzw. die komplette IT-Branche in Deutschland nun mal aus. Sehr gut eingefangen.

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  7. von netspirits am 14.01.2013 (21:43 Uhr)

    Was meiner Ansicht nach hier zu kurz kommt, sind die enormen Steigerungen im Bereich Videomarketing. Youtube in Verbindung mit G+ sowie den neuen Endgeräten und deutlich mehr Video Werbepräsenz bei den Big Brands (=neuer State of the Art und dank ppc für alle bezahlbar) werden hier eine Menge neue Marketing Nachzügler mit sich bringen. Denn beim breiten deutschen Mittelstand ist SEo, mobile Marketing und Social bei weitem immer noch nicht angekommen. Da geht

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  8. von MarcoWurzler am 16.01.2013 (11:31 Uhr)

    Schöne Zusammenstellung!
    Natürlich bestehen Trends auch aus Buzzwords. Die Aufgabe für Marketeers, PRler, etc. besteht darin auszusortieren, welche Trends für ihr Unternehmen wichtig sind und diese mit Leben zu füllen.

    Generell sehe ich Content Marketing als einen wichtigen Trend für jedes Unternehmen. Zielgruppen lassen sich nicht mehr durch bloße Werbeversprechen überzeugen. Sie möchten Inhalte lesen, die ihre Probleme lösen und relevante Informationen bieten.
    Doch die Erstellung und Verbreitung der Inhalte ist die Herausforderung, der sich Unternehmen stellen müssen. Das funktioniert aber nur, wenn PR, Marketing und Vertrieb zusammenarbeiten.
    Daher sehe ich den Trend für 2013 in der Kombination der Kompetenzen aus den einzelnen Unternehmensbereichen.

    Nachzulesen auf dem Online-PR Blog von PR-Gateway:
    http://pr.pr-gateway.de/online-pr-trends-2013.html

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