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Skype-Killer oder Fehlschlag? – Kim Dotcoms MegaChat im Kurztest

Skype-Killer oder Fehlschlag? – Kim Dotcoms MegaChat im Kurztest

Mit MegaChat erweitert das Angebot seines Filehosters um eine Möglichkeit zum Sprach- und Videochat. Wir haben uns die neue Web-App für euch angeschaut.

Skype-Killer oder Fehlschlag? – Kim Dotcoms MegaChat im Kurztest

MegaChat. (Screenshot: Mega)

MegaChat: Kim Dotcom will es mit Skype aufnehmen

Gewohnt vollmundig hatte Kim Dotcom den Video-, Sprach- und Text-Chat seines Unternehmens Mega vorab als sichere Skype-Alternative angepriesen. Jetzt ging eine erste Beta-Version der Web-App live. Für uns Grund genug, dem Tool einen kleinen Test zu unterziehen. Zunächst sei angemerkt, dass ihr auf die Funktion derzeit nur über die URL Mega.nz zugreifen könnt. Über die gewohnte Adresse des Anbieters, Mega.co.nz, habt ihr darauf noch keinen Zugriff.

MegaChat ist nahtlos in den Cloud-Speicher des Anbieters integriert. Im Grunde also eine interessante Lösung für Teams, die neben einem Kommunikationsmittel auch gleich verschiedene Dateien austauschen wollen. Allerdings beschränkt sich der Funktionsumfang von MegaChat derzeit noch auf Video- und Sprachanrufe. Textnachrichten und Videokonferenzen sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Immerhin funktionierte der Videochat, für den ihr keinerlei Browser-Plugin benötigt, schon ziemlich gut. In unserem kurzen Test hatten wir weder mit der Bild- noch der Sprachqualität Probleme.

MegaChat: An der Bild- und Tonqualität der Skype-Alternative konnten wir nichts aussetzen. (Screenshot: Mega)
MegaChat: An der Bild- und Tonqualität der Skype-Alternative konnten wir nichts aussetzen. (Screenshot: Mega)

MegaChat: Offensichtliche Mängel und Zweifel an der Sicherheit des Dienstes

Wirklich problemlos funktioniert MegaChat noch nicht. Zunächst hatten wir Probleme mit doppelten Benachrichtigungen, was allerdings bei einer Beta-Version sicherlich zu verkraften ist. Problematischer war allerdings ein Fehler, der uns beim Kopieren einer Datei begegnet ist. Wir hatten, während wir uns im Videochat befanden, einen freigegeben Cloud-Ordner in unseren Speicher kopieren wollen. Daraufhin öffnete sich eine Ladeanimation, die fortan jegliche Interaktion mit der App verhinderte und auch nicht wieder wegging. Immerhin lief der Videochat im Hintergrund problemlos weiter.

Jetzt bleibt noch die Frage nach der Sicherheit, immerhin hatte Kim Dotcom seinen Chat-Dienst als vollständig verschlüsselte Alternative zu angepriesen. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch auf Twitter, dass Nutzer amerikanischen Anbietern wie Skype aufgrund der Überwachung durch den amerikanischen Geheimdienst NSA nicht trauen könnten. Auch zum Start des Cloud-Dienstes Mega hatte Kim Dotcom von „undurchdringlichen“ Sicherheitsmechanismen gesprochen. Dennoch brauchte der Sicherheitsexperte Steve „Sc00bzt“ Thomas nur wenige Tage um Mega-Passwörter aus verschlüsselten Bestätigungs-Links zu extrahieren. Auch der Krypto-Experte Moxie Marlinspike bezeichnete Megas Sicherheitsansatz damals als „untauglich“.

Ob MegaChat sicherer ist, lässt sich mangels Details zum eingesetzten Verschlüsselungsverfahren nicht sagen. Zumal die Schlüsselverwaltung offensichtlich auf den neuseeländischen Servern des Anbieters abgewickelt wird und nicht in den Händen der Nutzer liegt. Sofern Mega hier keine genaueren Informationen vorlegt, läuft es wohl auf die Frage hinaus, ob ihr den Sicherheitsversprechen des mehrfach rechtskräftig verurteilten Kim Dotcom glauben schenkt, oder nicht.

via techcrunch.com

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3 Antworten
  1. von JabberServerde am 23.01.2015 (13:41 Uhr)

    "Es gibt keine Smartphone-App und/oder Mega nutzt keiner, also völlig sinnlos" höre ich schon wieder alle rufen, die das Prinzip Instant Messaging nicht gänzlich verstanden haben ;-)

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  2. von Gurtenbacher am 23.01.2015 (16:28 Uhr)

    Ob ich dem vertrauen würde oder nicht, keine Ahnung. Aber das letzte Argument des Textes, welches darauf abzielt das Kim Dotcom rechtskräftig verturteilt sei, ist absolut kein Gradmesser für die Sicherheit, und auch nicht dagegen, sondern einfach nur emotionalisierender Ballast der von relevanten Sachverhalten ablenkt.

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  3. von ulifix am 26.01.2015 (10:17 Uhr)

    Ihr seid einfach nur peinlich. Typisch voreingenommene Schreiberlinge. Der versucht wenigstens etwas anders zu machen im Gegensatz zu euch die andere nachplappern. Wenn die Deutsche Bank euch um Milliarden bescheisst geht ihr trotzdem dort hin und eröffnet ein Konto, wenn die NSA eure Mails liest und alles kennt was ihr macht und tut, dann ist das für euch normal, wenn jemand etwas sicherer machen will dann ist er ein verurteilter Verbrecher dem ihr nicht mal euren Müll anvertrauen wollt. Aber euren Müll hier verbreiten das könnt ihr. Das ist so eine typische Brandstifter Mentalität.

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