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Megaupload down, Kim „Kimble“ Schmitz verhaftet, Anonymous als Racheengel

, eine der weltweit größten File-Sharing-Websites wurde im Zuge einer großen FBI-Aktion in Kooperation mit Kräften in Deutschland, Neuseeland sowie weiteren Ländern vom Netz genommen. Die Betreiber, unter ihnen der Gründer Kim „Kimble“ Schmitz, wurden verhaftet, drei weitere Personen werden noch mit Haftbefehl gesucht. Als Antwort auf die Aktion griff die Hacker-Gruppe Anonymous per DDoS-Attacke Plattenlabel und weitere Institutionen an.

Megaupload down, Kim „Kimble“ Schmitz verhaftet, Anonymous als Racheengel

Megaupload - Betreibern drohen saftige Strafen

Die US-Behörden beschuldigen Schmitz und sechs weitere Beteiligte ein international agierendes kriminelles Unternehmen aufgezogen und über Megaupload.com sowie weitere vernetzte Seiten eine massive Verletzung des Urheberrechts begangen zu haben. Auf diesem Wege sollen die Beschuldigten insgesamt rund 175 Millionen US-Dollar umgesetzt haben. Laut einer Pressemitteilung des US-Justizministeriums, belaufe sich der Schaden, der durch Megaupload.com an Urheberrechtseignern entstanden ist, auf eine halbe Milliarde US-Dollar.

Kim „Kimble“ Schmitz, seine Partner und die beiden Unternehmen Megaupload Limited und Vestor Limited stehen im Fokus der Untersuchungen. Die Beschuldigten können aufgrund ihrer Vergehen mit Höchststrafen von 5 bis zu 20 Jahren Gefängnis rechnen. Neben massiver Urheberrechtsverletzungen werden die Betreiber der Website auch wegen organisierter Kriminalität, Geldwäsche und weiterer Vergehen beschuldigt.

Der 37-jährige Megaupload-Gründer Kim „Kimble“ Schmitz, oder auch Kim Tim Jim Vestor ist alleiniger Besitzer von Vestor Limited. Dieses Unternehmen wurde dazu genutzt, Schmitz' Anteile an den verschiedenen Megaupload-Unterseiten zu verwalten. Zu diesen Seiten gehören beispielsweise Megapix.com, Megaclick.com, Megavideo.com, Megaporn.com und Megapay.com. In 2010 soll Schmitz mit Megaupload 42 Millionen Dollar verdient haben.

Nach eigenen Angabenhatte der Dienst 1 Milliarde Visits sowie 150 Millionen angemeldete Nutzer und täglich etwa 50 Millionen Visits. Die Finanzierung des Dienstes konnte durch Werbung und kostenpflichtige Premium-Accounts erreicht werden. Im Dezember letzten Jahres bekannten sich viele prominente Musiker und Schauspieler wie Will.I.am, Kanye West, Snoop Dogg und Schauspieler Jamie Foxx zur Nutzung von Megaupload in einem Musik-Video, das Universal kurze Zeit später entfernen ließ.

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Die Schließung von Megaupload motivierte Anonymous-Hacker eine Welle von DDoS-Angriffen durchzuführen (Screenshot: Akamai)

Megaupload - Anonymus führt DDoS-Angriff gegen Plattenlabel und weitere Websites durch

Nicht nur VIPs haben ein Herz für den One-Click-Hoster, auch die Hackergruppe Anonymous setzt sich für Megaupload ein, allerdings auf eine etwas aggressivere Art. Nach Bekanntwerden der gestrigen Festnahmen und Stilllegung der Seite attackierte die Hackergruppe nach eigenen Angaben die Websites der Recording Industry Association of America (RIAA), Universal Music Group, MPAA.org, des US Copyright Office, BMI, Warner Music Group, FBI.gov und sonymusic.com. Die DDoS-Attacken scheinen noch anzuhalten - einige der genannten Websites sind zurzeit nicht erreichbar. Auf der Real-Time-Tracking-Site Akamai ist deutlich zu erkennen, dass die Anzahl der gemessenen Angriffe beinahe 25 Prozent höher als „normal“ liegen.

Ob Anonymous durch ihre Aktionen etwas an den Festnahmen der Megaupload-Betreiber ändern werden oder den Filesharing-Dienst zurückbringen können, wage ich zu bezweifeln. Das ist vermutlich auch nicht die Absicht der Hacker. Im Lichte der SOPA-Netzsperren war die Schließung von Megaupload vermutlich nur der letze Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. In den kommenden Wochen können wir vermutlich mit der Schließung ähnlicher Seiten rechnen.

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12 Antworten
  1. von Bosbolo am 20.01.2012 (11:59 Uhr)

    «Die Finanzierung des Dienstes konnte durch Werbung für Premium-Accounts erreicht werden.»

    Ist nicht eher gemein: « ... durch kostenpflichtige Premium-Accounts ...» ?

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  2. von xxxXw am 20.01.2012 (12:02 Uhr)

    Können die Daten von Usern/Nutzern Premium sowie Free ermittelt werden?

    Wenn ja, ist damit zu rechnen das die Nutzer dann auch Post bekommen. Ich raff das nicht so ganz was verfolgt wird und was nicht. Höre da immer was anderes..... :D

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  3. von Foo am 20.01.2012 (12:08 Uhr)

    Ich bin kein Freund der sog. Content Mafia, aber Kim Schmitz hat sein Leben lang nur krumme Dinger gedreht und verwertet jetzt mit seinen MegaPortalen Content ohne den Content Owner an den - offenbar recht hohen - Gewinnen teilhaben zu lassen. Da kann ich nur sagen: hoffentlich sperren sie ihn lange ein. Und die Cyber-Terroristen von Anonymous gleich mit. Wie man mit denen noch sympathisieren kann ist mir ein Rätsel. Was die hier in den letzten Monaten gezeigt ist schlichtweg einfach nur Vandalismus. Allmachtsphantasien gelebt via Bot-Netz. Einfach nur peinlich und kriminell.

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  4. von robinarthur am 20.01.2012 (12:33 Uhr)

    @FOO:

    mimimimimimimi

    ich finde ja die DDoS Attacken tausendmal besser, als wenn Sie sich in die Server von großen Netzwerken hacken und ganze email/passwortlisten im netz veröffentlichen (siehe Lulzsecurity) . Das schadet ja letztendlich viel mehr den Usern, die nichts dafür können, wenn die Webserver schlecht gesichert oder die passwörter im klartext gespeichert sind.

    Ich sehe da DDoS eher auf einer Stufe mit Sitzblockaden, da die Attacken ja nur den momentanen Zugriff auf die Seite unterbinden. Wobei man da "normale" Firmenwebsites (Hollywood) und Firmenwebseiten , welche darüber ihr Geld verdienen (Ebay,....) klar von einander trennen sollte...

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  5. von Foo am 20.01.2012 (12:48 Uhr)

    @robinarthur das mag "besser" (aber nicht gut) sein, aber letztendlich stellt sich doch die Frage, was es überhaupt soll. Rache für Kim Schmitz? Der Mann ist ein Verbrecher. Den muss man nicht rächen.

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  6. von Kumiho am 20.01.2012 (15:07 Uhr)

    Das ist eine weitere GROßE SAUERREI die sich das ach so "freie Land" USA erlaubt hat. Die Schließung und vor allem die Festnahmen durch das FBI stärken deren Macht nicht nur sondern erinnern immer mehr an den chinesischen Überwachungsstaat und deren Internetblockaden.

    Ich befürworte die Angriffe der Internetaktivisten nicht!, jedoch zeigt dies, dass selbst das mächtige FBI und deren Behörden sich gegen solche Aktivitäten nicht schützen können. Diese Racheaktion war und ist gerechtfertigt.

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  7. von Cyberdine am 20.01.2012 (16:01 Uhr)

    Ja wird Zeit das wir den Institutionen und dem Rest in den Cyberarsch treten. Ich finde jeden Widerstand gegen Unterdrückung gut. Und Reichen Geld abzuknöpfen um den Menschen kostenlos Webinhalte zu verfügung zu stellen ist für mich kein Verbrechen. Erinnert euch mal an Robin von Locksley. Es ist richtig so und normal sollte man den Knast stürmen wo sie Betreiben hingebracht haben und die Jungs da auf Händen raustragen.

    Überwachungsbehörden wozu brauchen wir die.=? Denke das wir ganz gut ohne dne Scheiß klarkommen eine Balance stellt sich immer von selber ein so ist das in unserer Welt. Den Dingen einfach Ihren lauf lassen. Diese Kranken Affen die Sich Staathoheit schimpfen denken Sie koennten das Leben Maßregeln. Das gibt den gewaltigsten Tritt in den Arsch den Ihr euch vorstellen koennt. Ich seh schon die Geschichtsbücher die später von der Cyberrevulotion berichten und Unseren Enkeln später diese Kacke in der Schule beibringen wie die "großen" Instututionen durch ein globales Netzwerk der Menscheit zu Fall gebracht wurden.....


    alea iacta est

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  8. von Cyberdine am 20.01.2012 (16:03 Uhr)

    GO Anonymous macht Sie platt....

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  9. von Foo am 20.01.2012 (17:20 Uhr)

    @Cyberdine schreibst du für ein Satire Magazin?

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  10. von Vincent am 20.01.2012 (17:21 Uhr)

    "Der Anfang des Cyperkrieges" und Anonymous hat ihn schon gewonnen! :)

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  11. von Screwdriver am 20.01.2012 (17:33 Uhr)

    Nich alles, was auf einem Filehoster hochgeladen ist, ist zangsläufig illegal. Tausende von Nutzern sind jetzt in den Arsch gekniffen, da sie dort evtl Sicherungen von PRIVATEN EIGENTUM gelagert haben - alles in den Händes des FBI. Wo ist das rechtens? Wenn man einen Dienst dieser Art beendet, dann muss man die User, die nicht illegales getan haben entschädigen - und wenn man das nich kann, dann muss halt dafür sorge getragen werden, dass nur illegale Uploads gelöscht werden. Ein striktes abschalten ist die Falsche Methode und meiner Meinung nach genau so illegal, wie das Uploaden von Raubkopien.

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  12. von Cyberdine am 20.01.2012 (17:40 Uhr)

    Och ich koennte mich an den Gedanken gewöhnen Satire zu schreiben. Nur leider ist es in diesem Fall leider mein ernst.

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