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Kommentar

Mehr Sorgfalt, bitte: Apple kämpft mit vielen iOS-11- und macOS-Bugs in wenigen Tagen

Macbook neben iPhone. (Foto: dpa)

Apple hat sich in der letzten Woche nicht mit Ruhm bekleckert: Sowohl in iOS 11 als auch macOS High Sierra sind teils kritische Fehler entdeckt worden – Patches brachten neue Bugs.

Bugs, Bugs, Bugs bei Apple: iOS und macOS im Rampenlicht

Apple steht seit geraumer Zeit in der Kritik, seine Software zu vernachlässigen – das hatten auch wir bereits mehrfach angemerkt. Den Höhepunkt dieser Situation stellte wohl die vergangene Woche dar, in der in iOS 11 und macOS High Sierra vier, teilweise schwerwiegende Fehler publik gemacht wurden, die Apples Entwickler und PR-Manager zu Überstunden gezwungen haben dürften.

Das erste massive Problem meldete am Dienstag der Entwickler Lemi Orhan Ergin auf Twitter, nachdem er Apple eigenen Ansagen zufolge seit Tagen über die Schwachstelle zu informieren versucht habe. Bei dieser Lücke können eingeloggte Nutzer unter macOS High Sierra mit wenigen Klicks ohne Passwort Admin-Rechte erlangen und sich damit über das Anmelde-Fenster immer wieder Zugang verschaffen.

Root mit einem Klick: Privilege Escalation unter macOS High Sierra. (Bild: Techcrunch)

Apple lieferte nach dem Tweet Ergins und einem massiven Medienecho zwar recht schnell einen Patch – allerdings sollte erwähnt werden, dass die Lücke schon vor Wochen im Apple-Entwickler-Forum diskutiert wurde. Ein sonderlich gutes Licht wirft diese Zusatzinformation nicht auf Apple.

Darüber hinaus zeigt sich im Nachgang, dass der veröffentlichte Patch die Lücke nicht permanent schließt: Wer sein System nach der Installation des Updates anschließend auf macOS 10.13.1 bringt, spielt die fehlerhafte Version der Verzeichnisdienste wieder ein – und bringt die Root-Lücke wieder auf sein System zurück. Dass der Sicherheitspatch fehle, werde den Nutzern indes nicht angezeigt. Erst durch einen weiteren Neustart des Rechners soll der Patch schließlich installiert werden können, berichtet Wired. Das bedeutet, dass bei manchen Nutzern die Lücke weiterhin vorhanden ist, ohne dass sie es wissen – schließlich müssen Macs nicht jeden Tag heruntergefahren werden.

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macOS-Patch erzeugt neuen Fehler

Der offenbar mit der heißen Nadel gestrickte Patch erzeugt bei einigen Nutzern darüber hinaus einen neuen Fehler: Wie 9to5 Mac berichtet, konnten einige Nutzer ihre Geräte nicht mehr für die Filesharing-Funktion freigeben. Als Übergangslösung empfahl Apple Usern im Terminal die Kommandozeile „sudo /usr/libexec/configureLocalKDC“ einzugeben. Anwenderfreundlich ist das nicht und dürfte viele Nutzer überfordern.

Immerhin: Eine neue Version des Root-Sicherheitspatches behebt den Fehler mit der Filesharing-Funktion. Dennoch sollte Apple mehr Sorgfalt walten lassen, bevor ein Update freigegeben wird. Es zeigt sich einmal wieder, dass Apples Kunden teilweise unweigerlich zu Beta-Testern werden.

iOS-11-Bug bringt Apple-Kunden zur Frustration

Nicht nur Mac-User mussten unter Apples Software leiden, am 2. Dezember waren viele iPhone- und iPad-Besitzer die Leidtragenden: Ein Fehler in iOS 11.1.2 führte dazu, dass iOS-Geräte in regelmäßigen Abständen einen Reboot, oder besser gesagt einen Respring – eine Aktualisierung des Springboards (der iOS-Homescreen) – durchführten. Dabei erscheint auf dem Display wie beim Reboot kein Apple-Logo, sondern ein rotierender Kreis.

Apple behebt mit iOS 11.2 nervigen Datums-Bug. (Foto: t3n)

Ursache dieses Bugs, so Apple, sei ein Datumsfehler („Month 13. Bug“ getauft), der zu wiederkehrenden Benachrichtigungen von Drittanbieter-Apps zur Verwaltung von Erinnerungen, wie Headspace und Calm, führte. Mit einer verfrühten Veröffentlichung von iOS 11.2 konnte dieser Bug behoben werden. Die neue OS-Version soll überdies weitere Fehler wie den Taschenrechner-Bug und den Autokorrektur-Fehler korrigieren, der aus einem „i“ ein A[?] macht.

Apropos Datumsfehler: Dieser tritt dem Apple-Blogger-Pionier Rob Griffiths zufolge auch unter macOS auf, jedoch läuft dieser lediglich im Hintergrund ab. Das Resultat: Es werden Tausende Einträge – teils bis zu 20 pro Sekunden – ins Logfile geschrieben. Diese Prozesse könnten insbesondere ältere Rechner mit Festplatten unter Umständen ausbremsen. Es ist zu hoffen, dass Apple den Bug mit dem anstehenden Update auf macOS 10.13.2 beheben wird.

Der sogenannte „Month-13-Bug“ tritt auch unter macOS High Sierra auf. (Bild: Rob Griffiths)

Aktuelle Software-Fehler in iOS und macOS: Weckruf für Apple?

Apples macOS-Line-up plus HomePod, dessen Launch auf 2018 verschoben wurde. (Bild: Apple)

Wie eingangs erläutert, bekleckert Apple sich in Sachen Software schon seit einiger Zeit nicht sonderlich mit Ruhm. Die letzte Woche sollte aber auch für Apple endlich ein Weckruf gewesen sein, mehr Sorgfaltspflicht bei macOS- und iOS-Updates und der allgemeinen Software-Entwicklung walten zu lassen.

Sicherlich ist es bei manch anderen Unternehmen nicht besser, allerdings hat Apple eigenen Zahlen zufolge 1,2 Milliarden iPhones im Umlauf, die allesamt etwaigen Bugs und Sicherheitslücken zum Opfer fallen. Man sollte Apple aber dennoch zu Gute halten, dass das Unternehmen im Unterschied zu Herstellern von Android-Geräten seine Produkte immerhin länger und regelmäßiger pflegt und auch mal auf die Schnelle einen Patch liefert.

„Unsere Kunden verdienen etwas Besseres.“ – Apple

Diese Tatsache spricht für  Apple, dennoch sollte das Unternehmen unter Umständen mit dem Gedanken spielen, den iOS- und macOS-Entwicklungsprozess besser zu kontrollieren und die finale Software vor dem Release sorgfältiger zu testen. Apple sagt schließlich selbst, dass die eigenen Kunden etwas Besseres verdienten.

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