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Digitale Gesellschaft

Pöbeln zu Lasten der Meinungsfreiheit: So zerstören Trolle unser Netz

    Pöbeln zu Lasten der Meinungsfreiheit: So zerstören Trolle unser Netz

Wie Trolle unser Netz zerstören. (Bild: Shutterstock / Stokkete)

Immer mehr Medien experimentieren mit Methoden und Funktionen, um Trolle von Diskussionen fernzuhalten. So gut wie alle Versuche gehen dabei schwer zu Lasten der Meinungsfreiheit, warnt Andreas Weck in seiner Aufgeweckt-Kolumne.

Dass die Diskussionskultur im Internet in den letzten Jahren ziemlich an Niveau verloren hat, wird alteingesessenen Internetnutzern nicht entgangen sein. Während noch bis vor wenigen Jahren in den Kommentarspalten von Online-Medien ein überwiegend konstruktiver Ton herrschte, fühlen sich heutzutage immer mehr Menschen aufgefordert, unreflektierte sowie zunehmend beleidigende und hetzerische Meinungen abzugeben.

Besonders wird das deutlich, wenn Interessierte einen Blick in die Kommentarbereiche von reichweitenstarken Nachrichtenmedien wie Spiegel Online, FAZ.net oder DIE WELT werfen. Wer sich einmal so richtig erschrecken möchte, schaut auf die Diskussionsstränge der jeweiligen Facebook- oder YouTube-Seiten. Da wird bisweilen schon mal Gewalt angedroht, das Deutsche Reich ausgerufen oder der ein oder andere Völkermord gerechtfertigt.

Mit unkonventionellen Moderationsmethoden gegen Trolle – Alles wird gut?

Pöbeln zu Lasten der Meinungsfreiheit: Wie Trolle unser Netz zerstören. (Bild: Shutterstock / Stokkete)
Pöbeln zu Lasten der Meinungsfreiheit: Wie Trolle unser Netz zerstören. (Bild: Shutterstock / Stokkete)

Traurig ist das vor allem auch, da sich immer mehr Medien genötigt sehen, diverse Hürden in die Meinungsbereiche einzubauen. Dass Nutzer sich inzwischen fast überall mit persönlichen Daten anmelden müssen, um kommentieren zu können, ist da noch das kleinere Übel. Auch werden die Gespräche durch unkonventionelle Moderationsmethoden immer inhaltsloser. DIE WELT und Spiegel Online versuchen einer vergifteten Umgebung beispielsweise mit sarkastischen Gegenkommentaren Herr zu werden. Dass kritische Leser sich dadurch häufig einfach nur veralbert und nicht ernstgenommen fühlen, bleibt nicht aus und wird einkalkuliert. Besonders konsequent sind Medienseiten wie Reuters oder Popular Sciene, die die Kommentarspalten einfach komplett schließen. Der breiten Meinungsvielfalt im Netz, kommt das einem Todesstoß gleich.

„Das Netz ist eine Herausforderung für die zivilisierte und konstruktive Diskussionskultur!“

Eine ganz andere Methode testet gerade das New Yorker Tablet-Magazine. Das jüdische Medium „für Nachrichten, Ideen und Kultur“ wurde in den vergangenen Monaten ebenfalls mit Kommentaren überhäuft, die man lieber in einer Truhe verschlossen, auf den Grund des Meeres versenkt sehen möchte. Um in den Kommentarspalten wirklich nur Leser zuzulassen, die an einer konstruktiven Diskussion interessiert sind, heißt es künftig: „Zahlen, bitte!“ Wer auf der Seite mitreden möchte, muss entweder zwei US-Dollar pro Tag, 18 US-Dollar pro Monat oder 180 US-Dollar pro Jahr locker machen. Editor-in-Chief Alana Newhouse rechtfertigt den Vorstoß in dem sie sagt: „Das Netz, mit all seinen Wundern, ist eine Herausforderung für die zivilisierte und konstruktive Diskussionskultur [...]“. Immerhin: Wer sich das nicht leisten kann, kann ja immer noch auf Facebook und Co. ausweichen. Doch macht es das besser?

So nachvollziehbar der Gedanke auch klingen mag, im Umkehrschluss bedeutet der Ansatz eben auch, dass das Tablet-Magazine eine Zweiklassengesellschaft unter den Kommentatoren herbeiführen wird. Genau wie bei all den anderen Versuchen kommen mit den Vorteilen auch einige kritikwürdige Nachteile mit sich, die nur schwer ausgeblendet werden dürfen. Doch was bleibt den Medienvertretern anderes übrig?

Die Masse bekommt das Internet, das sie verdient

Der Punkt ist, dass die Medien wirklich handeln müssen und zu Recht experimentieren. Und der Punkt ist, dass egal, was sich durchsetzen wird, die Lösung mit großer Sicherheit auf Kosten der freien Meinungsäußerung im Netz ausgetragen wird. Doch zu verantworten haben das nicht allein die Medien, sondern schlussendlich auch die Leser selbst – insofern sie sich nicht wieder auf ihre gute Kinderstube zurückbesinnen. Jeder bekommt das Internet, das er verdient. Und der Maßstab wird künftig nicht mehr der Einzelne, der niveauvoll mitdiskutieren will, sondern die komplett bekloppt gewordene Masse sein.

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Aufgeweckt“ findet ihr hier.

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22 Reaktionen
Ben
Ben

dont feed the troll. :D

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Andreas
Andreas

"Jeder bekommt das Internet, das er verdient" und "die bekloppte Masse" - genau diese Floskeln stimmen ja nicht. Es reicht ein Kern von 20 aktiven Hardcore-Pöblern und schon ist der Kommentarbereich einer Nachrichtenseite lahmgelegt. Die Vernünftigen sind irgendwann weg und das Moderations-Team plagt sich nur noch mit denen rum, die nichts anderes zu tun haben, als zu provozieren. Das bedeutet lange nicht, dass der Durchschnitts-User blöd ist.

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Zielfunktionen der Leser
Zielfunktionen der Leser

Beinhaltet die Meinungsfreiheit das Recht zur Lüge oder von Behauptungen an die man nicht wirklich glaubt oder auch bezahlte einseitig negative bzw. positive Postings ? Die Journalismus-Definition deckt auch Promi-Klatsch, Paparazzis und Meldungen über Adelige ab....

Es gibt viele Ideen für nützlichere (sprich zeit-sparendere) Foren. Leider kenne ich keinen Ort wo man sowas ohne Probleme realisieren kann.

Im Garten und der Landwirtschaft muss man auch das Unkraut klein halten und die Nutzpflanzen fördern. Solche Foren sind in Diktaturen und Oligarchien natürlich ohne explizite Absicht automatisch quasi-oppositionell so das die üblichen Repressions-Maßnahmen (Verhaftung, Information des Arbeitgebers usw.) genutzt werden.

Zunächst einmal könnte man Klarnamen, Anonym, Pseudonym (z.b. mit Google+, Facebook-ID, OpenID,...) unterscheiden. ++ + - -- hingegen funktionieren nicht gut weil es nicht zur Qualitätsbewertung der Lesens-Sinnhaftigkeit sondern ob man dafür oder dagegen ist benutzt wird. Ein Posting welches kurz und knapp alle Vorteile vom neuen Windows verkündet ist ja nicht automatisch '--' nur weil man MacOS lieber nutzt. Ein Posting welches seriös alle Nachteile des neuen Windows listet hat dann aber ebenso ein '++' verdient. Bei ct' gibts ja auch keinen Testsieger sondern ein Fazit der Eignung, Vor- und Nachteile für verschiedene Einsatz-Zwecke.

Man kommt nicht an Wissen der Bürger wenn man Klarnamen oder Anmeldung fordert. Crowd-Voting-Vorhersagen passen oft wohl ganz gut.
Man könnte unangemeldete Postings dann z.B. vorher lesen.
Wenn ich jemand anders durch simple Programmierung diese Arbeit machen lassen kann, habe ich nichts dagegen.
Also lesen die User die Postings. Zufällige User. Und zwar nicht das ganze Posting sondern nur einzelne zufällige Sätze aus verschiedenen Postings. Wenn sich genug quasi-"Bürgen" finden, wird der Satz veröffentlicht. Wie bei einem Puzzle was sich stückweise zusammensetzt.
"Es herrscht immer mehr Armut. Das ist voll ka*ke." Der letzte Satz findet eher keine Bürgen. Wenn aber der erste Satz veröffentlicht wurde, wird die Kombination eines durchgelassenen Postings mit einem bisher nicht zugelassenen vorherigen oder nachfolgendem Satz zufällig zufälligen Lesern vorgelegt und bekommt dann in diesem Kontext zweier Sätze damit wohl auch genug Bürgen zusammen oder eben auch nicht. Wie ein Kartenhaus wo eine Karte die nächste stützen kann. Man sollte auch einzelne Worte negativ markieren können. Die werden dann umgeschrieben und markiert.
Dann wird aus "Das ist voll ka*ke." z.b. "Das ist ganz übel.". Auch darüber könnte man voten lassen und Alternativformulierungen vorschlagen lassen.
Das muss man so elegant machen so das man es gerne im Vorbeigehen macht wenn man den News-Text gelesen hat. Weil es viel mehr Leser gibt als Poster, dürfte das relativ einfach funktionieren. Auch Artikel-Autoren sollten die Kommentare lesen und daraus lernen wie man es besser machen kann. Diese können als Admins ihrer eigenen Artikel natürlich selber Postings bzw. Teile davon freischalten bzw. sperren.

Man kann auch Tracer setzen um zu erkennen ob jemand gutmütig oder agressiv oder trollig ist. Dazu werden bestimmte Sätze vorgelegt und die Reaktion gemessen und mit der Sollvorgabe verglichen um die Glaubwürdigkeit bzw. Freundlichkeit festlegen zu können. Soziologen machen sowas ähnliches indem sie ähnliche Fragen mehrmals im gleichen Test stellen. Denn unmotivierte und oft quasi zwangsrekrutierte Befragte (Studenten einer Vorlesung, Schulklassen, ...) kreuzen gerne in Mustern oder zufällig an um schneller gehen zu können. Schlechte Teilnehmer brauchen dann keine Vorlagen bewerten.

Sowas kann man gut unter dem News-Text und vor den Kommentaren platzieren und bequem nutzbar machen.

Postings könnte man auch nach Value sortieren und einen Separator wie "Ab hier kommen potenzielle Troll-Postings. Wer da antwortet ist selber schuld.". Dazu zählen z.B. auch Postings die bisher mit vorigem Filter nur teilweise durchgelassen wurden. Wo 1% durchgelassen wurde landet tiefer als wo 100% durchgelassen wurde.

Noch eine Stufe besser ist die Clusterbildung: Rechte geben gern Minderheiten die Schuld. Die würden also die Postings die sie mögen höher sortiert kriegen und Postings deren Meinung sie nicht mögen also mit "--" markiert haben gar nicht mehr angezeigt bekommen. Der Vegetarier verweilt ja auch nicht an der Fleischtheke oder der Fleisch-Freund unnötig lange in der Gemüse-Abteilung. Man hat auch das Recht, unliebsame Meinungen oder auch SPAM gar nicht sehen zu müssen. An SPAM sieht man, das es bisher nicht klappt.
So wie Google-Suchergebnisse muss das dann also individuell erfolgen.
Konservative sind vielleicht überwiegend gegen Solar-Förderung aber unterscheiden sich dabei ob Seehofer, Wulff oder Merkel gut sind.
Man muss sich also individuelle Vorlieben merken.
Die Idee von kommt von Robo-News-Artikeln wo man weiss welche Vereine bzw. Sportler dem jeweiligen Leser länger berichtet werden sollen und ob ein FC-Schalke-Fan über FC Bayern-Erfolge möglichst wenig lesen will, aber vielleicht FC Bayern- oder BVB-Niederlagen besonders ausführlich berichtet sehen will oder nur ganz kurz deren Ergebnis.
Den Trollen erweckt man also den falschen Anschein, ihre Artikel wären ganz oben als erstes zu Lesen während 99% der interessierten Leser des Trolls Posting nur ganz unten am Ende sehen und dafür noch mal klicken müssen. Einen neutralen View gibts natürlich auch. Da stehen z.b. die Hater-Postings auf der einen Seite und daneben die Fanboy-Postings.

Leute pauschal in Schubladen einzustufen ist nicht immer sinnvoll. Man könnte allerdings Leute ignorieren die z.B. von 80% der anderen Teilnehmer auch ignoriert werden. Wer will, kann den Schieberegler auch in Richtung "mehr Teilnehmer ignorieren" bzw. "weniger Leute ignorieren" verschieben.

Ein weiteres Grundproblem ist, das die Trolle und bezahlten Poster endlos Zeit haben, immer wieder dasselbe zu schreiben. Sowas stiehlt den nützlichen konstruktiven Postern und Lesern die Zeit. Rauschen mindert den Wert eines Forums und jeglicher Signal-Übertragung und kostet unnötig Aufwand um gute Nutzdaten vom Trash zu trennen und die gesamte Information zu erkennen.

Auch entstehen üblicherweise dieselben Kommentare wann immer dasselbe Thema zur Sprache kommt. TV-Diskussion landen nach vielleicht 10 Postings oft bei Für und Wider von Werbe-TV und einer parallelen Diskussion mit Für und Wider des Gebühren-TV. Oder News über die tollen Jobmöglichkeiten und riesigen Verdienstmöglichkeiten dieser Branche haben häufig wiederholende und somit optimierbare Kommentar-Aussagen. Gleiches bei Apple-Produktankündigungen wo iFans und iHater üblicherweise dieselben Argumente wiederholen. Dadurch wird die Diskussion des konkreten Produktes unnötigerweise verrauscht.
Auch dafür (Aussagen-Deduplizierung wie bei den guten Datei-Systemen) gibts Ideen aber ich kenne leider keinen Ort zur Realisierung. Maximale Entropie bei minimalem Rauschen ähnlich wie Kompressions-Algorithmen.

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MST
MST

Gerade bei FAZ.net, so empfinde ich es, geht es noch mit der Kommentarkultur. Dazu trägt einerseits ein simples Bewertungssystem bei, dass schnell dafür sorgt, dass (aus Sicht des Schwarms) relevante Kommentare im Vordergrund stehen, während solche für den Meeresgrund durch die Pagination nicht auftauchen, wenn man nicht nachblättert (es werden auch andere Sortierungen angeboten). Ein solches Rating, was auch für Leser möglich ist, die nicht angemeldet sind, würde ich als essentielle Funktion ansehen, wenn man die Diskussionskultur verbessern möchte. Hier wird ja nicht die Meinung bewertet, sondern nur die Qualität.

Hinzu kommt, dass bei FAZ.net eigentlich nie ewig lange Threads entstehen. Mir ist nicht ganz bewusst, woran das liegt. Es stellt sich jedenfalls so dar, dass es meist viele, sogar angenehm wortreiche Beiträge der ersten Ebene gibt, und hier und da einige Antworten. Kein ewiges Hin und Her, kein immer persönlicher werdendes Wortgefecht. In der Form empfinde ich Leserkommentare als echte Bereicherung. Vielleicht ließen sich diese Merkmale ja technisch begünstigen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Leserschaft auf FAZ.net oder an meiner Artikelauswahl, dass ich diese Beobachtungen machen konnte.

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Janni
Janni

Hat t3n nicht vor einigen Wochen von einem Typen berichtet, der ein Anti-Troll Programm entwickelte? (Weiss leider keine Namen mehr)
Das klang recht vielversprechend: Anhand einer Datenbank mit Stichworten und allerhand Algorithmen sollten Trolle in Kommentaren gekennzeichnet werden.

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wortwart

Kommentare nur für zahlende Nutzer gibt's auch in Deutschland, und zwar bei Krautreporter. Ich kenne das betreffende Tablet-Magazin nicht, aber bei einer jüdischen Publikation kann ich mir leider gut vorstellen, dass sie mit einem besonderen Troll-Problem zu kämpfen haben könnte.

Es ist vielleicht paradox, das in einem Kommentar zu schreiben, aber ich glaube nicht, dass geschlossene Kommentarspalten zu Lasten der Meinungsvielfalt gehen. Wer etwas zu sagen hat, findet dafür tausend andere Wege im Netz.

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Nico

Früher waren nur Menschen mit Niveau im Internet.

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George99
George99

Nein. Schon zu den Hochzeiten der Newsgroups waren Rechtschreibnazis, Grammatiknazis und Echtnamennazis die Regel, nicht die Ausnahme.

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Tom
Tom

So ein scheiß Artikel. Der Autor gehört gefeuert. Da hat ja Goebbels noch mehr Wahrheit verbreitet!
Nein, im Ernst, Kommentare ohne Trolle gibt es leider nur sehr selten. Google(+) mit dem Klarnamemzwang sehe ich auch als gescheitert an - YouTube eingeschlossen. Die Leute machen sich einfach Zweitaccounts und gut ist - wenn überhaupt. Auf Facebook verbreiten viele ja ihren Unsinn unter Klarnamem... Problem ist, egal wie volksverhetzend oder beleidigend, die Polizei macht da praktisch nichts (und würde sie anfangen, wäre sie jahrelang blockiert). Weiteres Problem ist, dass einige meiner Bekannten auch ohne Internet anfangen denselben Mist zu verzapfen. Ungestraft online unter ZDF, Spiegel & Co auf Facebook kommentieren zu können verleitet dazu, auch ohne Internet denselben Mist auszusprechen. Wer gegen Ausländer oder Politik hetzt bekommt immer Likes. Argumentativ hat man da dann das Problem, dass die Leute ohne Internet weder was von freiheitlicher demokratischer Grundordnung wissen wollen oder anderen Grundsätzen, ohne die wir nicht das tolle Land wären, das wir sind. Da kommt dann, dass ich keine andere Meinung akzeptieren würde oder Meinungsfaschist wäre und gegen das Grundgesetz handle... Nein, da wird mittlerweile öffentlich gegen Ausländer gehetzt, Angst geschürt, Atomschläge gegen Muslime befürwortet und dann gesagt, man hat nichts gegen Ausländer während man extra am Asylbewerberheim vorbeifährt und mit dem Finger auf die Menschen zeigt. Folge ist, dass die Asylbewerber hier in einem stinkreichen süddeutschen Städtchen ohne Geld- oder Arbeitsplatz-Problemen abends mit Gläsern beworfen werden. Einfach so. Kann ja nicht schlimm sein, für den Kommentar 'die gehören alle zurück woher sie gekommen sind, Männer im wehrfähigen Alter, die ihre Frauen und Kinder im Stich gelassen haben' hat man ja schließlich regelmäßig über 50 Likes bekommen!
Die Lösung sehe ich persönlich in Special Interest Bereichen, die sogar recht große Communities haben können. Ein Spiegel Online macht ja auch nur noch Clickbait und kann nicht mal mehr englische Quellen fehlerfrei übersetzen. Aber anstatt Spiegel Netzwelt Artikel zu lesen kann man sich auch 2-3 gute Blogs abonnieren als RSS, deren Community nicht trollt. Ich sag mal Caschys Blog, da liest man alles Neue recht früh, Tarnkappe für Szenenews, etc... Netzpolitik, Fefe (wobei man da nur via PGP Mail kommentieren kann),... Wenn es um Themen geht, die nicht jeden interessieren bzw. das Wissen zur Diskussion fehlt, was wollen da die Trolle? Die großen Newsschleudern, die v.a. beim Print reihenweise Geld verlieren (bis auf t3n), sind eh nicht mehr die Zukunft des Journalismus. In Amerika sind Blogs weitaus wichtiger als hier. Wer also ZDF, Spiegel & Co als Hauptinfo nutzt, für den sind Trolle ein Problem. Für alle anderen werden sie aber langsam auch zum Problem...

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Florian Blaschke

Dürfen wir es erst mal mit einer Abmahnung probieren?

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Andreas Weck

Nja, das Tablet-Magazine gehört jetzt auch nicht unbedingt zu den englischsprachigen Massenmedien und auch Netzpolitik.org hat sich schon öffentlich zur immer miserabler werdenden Kommentarkultur auf der eigenen Seite geäußert. Denke nicht, dass der Trend irgendwo halt macht. Und mal abgesehen von Technik - die wirklich jeder Mensch mit etwas Knowhow - thematisieren kann, sehe ich bei gesamtpolitischen oder gesamtwirtschaftlichen Themen die großen Verlagshäuser immer noch als seriös an. Die haben eben Kontakte, Geld und Zeit mal länger an Geschichten zu recherchieren. Nur die wenigsten Blogs schaffen das. Also so ganz umschwenken hilft eben auch nicht - IMHO.

Herzlichst, Andreas Weck

Antworten
PhilippB
PhilippB

Spiegel Online, FAZ.net oder DIE WELT bekommen deswegen in den Kommentaren so viel ab, weil sie Propaganda betreiben und teilweise Unwahrheiten verbreiten. Das viele User hier sich dann falsch aufführen und sich komplett daneben benehmen ist natürlich falsch und ein großes Problem.
Ich sehe aber die Probleme auf beiden Seiten. Würden die genannten Unternehmen transparenten Journalismus betreiben, hätten Sie deutlich weniger Probleme.

Wer genauer hinschaut entdeckt hier oft schlecht recherchierte Berichterstattung, falsche Bilder oder Kriegspropaganda. Und das wird schnell entdeckt und bewiesen und führt zu einer wachsenden Unzufriedenheit der Konsumenten.

Antworten
Andreas Weck

Hey PhilippB, selbst dann sollten derartige Missstände sachlich diskutiert und nicht mit irgendeiner Verschwörung gleichgesetzt werden. Ich beobachte das mit einer gewissen Sorge, ehrlich gesagt.

Herzlichst, Andreas Weck

Antworten
PhilippB
PhilippB

Das ein gewisser Anstand da sein sollte ist natürlich wünschenswert. Das Grundproblem ist allerdings ein viel größeres.
Beschrieben wird das von Dr. Daniele Ganser in einem Beitrag auf Youtube.
Er befasst sich hier unter anderem mit dem Wort "Verschwörung" und geht auch auf die Medien direkt ein. Die Problematiken die er hier aufarbeitet sind Teilgründe für eine wachsende Unzufriedenheit bei den Konsumenten.
Das einige die "Anonymität" des Internets dann nutzen und ihren Unmut unangemessen verbreiten ist dann nur ein Nebeneffekt welcher kaum zu kontrollieren ist.

Ben
Ben

Ja, der Stammtischpöbel ist ein Problem und muss kontrolliert werden. Insofern sehe ich auch Bestrebungen zu "mehr direkter Demokratie" problematisch und favorisiere weiterhin ein Repräsentantenmodell mit Berufspolitikern.

Was mir jedoch auch immer Sorgen bereitet: Wenn Journalisten anfangen von "Verschwörung" zu schreiben.

Da bekomme ich spontan oft den Eindruck, dass diese "Journalisten" nicht willens sind sich mit den - von PhillipB genau richtig angesprochenen - Phänomenen der TEILWEISE gezielten Steuerungsversuche der Massenmedien auseinanderzusetzen.

PhilippB
PhilippB

Wie Dr. Daniele Ganser in seinem Beitrag richtig bemerkt und am eigenen Leib erfahren musste, hängen die Leute an ihrem Job. Wenn man seine Familie ernähren muss, überlegt man sich 2 mal oben man über Themen kritisch und objektiv berichtet welche dem Westen vielleicht eher nicht so recht sind.

Das Problem besteht nicht nur bei Journalisten. Professoren und Lehrer der öffentlichen Lehranstalten sind ebenfalls betroffen.

E.
E.

Gebe dir recht Phillipp. Es ist auch oft so, dass die Headlines (besonders von den von dir genannten Seiten) geradezu provokativ sind und man glauben könnte, gerade zu auf eine Troll-Diskussion abzielen zu wollen.

Antworten
gery
gery

Hi Philipp,
ich muss dir absolut recht geben. Es ist aus meiner Sicht sehr problematisch dass angebliche Qualitätsmedien immer wieder Kriegspropaganda verbreiten. Ich beobachte die Medienlandschaft seit Jahren sehr intensiv und komme daher zu diesem Schluss. Hier ist Kritik aus meiner Sicht unbedingt nötig. Klar muss diese sachlich und in einem gewissen Rahmen der Höflichkeit erfolgen, von daher kann ich die Sorge von Andreas Weck schon ganz gut verstehen.

Ich empfehle die Vorträge des Dr. Daniele Ganser ebenfalls ganz dringend, sollte sich jeder einmal ohne Vorbehalte ansehen - urteilen kann er DANACH noch immer!

Antworten
Jürgen Schulze

Was sind Sie denn für ein Hetzer? "Propaganda betreiben..."
Was nach Troll riecht ist auch einer.
Schade, dachte wenigsten t3n wäre frei von solchen Leuten.
Mal schauen, ob ich Sie blocken kann.

Antworten
gery
gery

Lieber Herr Scholze, falls es Ihnen entgangen sein sollte hat der deutsche Presserat in der nahen Vergangenheit mehrere Beschwerden wegen einseitiger Berichterstattung usw. zum Ukraine-Krieg gegen bekannte deutsche Medienhäuser ausgesprochen. Meiner Meinung nach wenn man sich etliche Titelcover oder Nachrichtenbeiträge ansieht, kann hier durchaus von Propaganda gesprochen werden.

Und Ihre abfällige Bemerkung gegenüber diesem User finde ich sehr unangebracht. Gehetzt wird in den Medien genug, vielloeicht sollten Sie mal versuchen einen etwas neutraleren Blick darauf zu werfen. Ist nur gut gemeint, ehrlich.

gery
gery

Sorry sollte natürlich 'Schulze' heißen...

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