Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitale Gesellschaft

Mensch vs Maschine: Das Problem des Streiks im Zeitalter der Automatisierung

    Mensch vs Maschine: Das Problem des Streiks im Zeitalter der Automatisierung

Streik und Automatisierung. (Foto: Shan Sheehan / flickr.com, Lizenz CC BY-ND 2.0)

Ob Lokführer, Piloten, Postzusteller oder Lagerarbeiter – 2015 entwickelt sich zum Streikjahr. Angesichts der guten Wirtschaftslage in Deutschland ist die Forderung nach mehr Gehalt nachvollziehbar. Gleichzeitig gefährden die streikenden Berufsgruppen mit ihren Arbeitsausständen ihre eigene Zukunft. Denn nichts überzeugt Unternehmen und Kunden stärker davon, die Automatisierung dieser Tätigkeiten zu forcieren und zu akzeptieren, als menschliche Arbeitskräfte, die aus Protest nicht arbeiten.

Es scheint, als werde 2015 überall gestreikt. Lufthansa-Mitarbeiter gingen in letzter Zeit mehrfach in den Arbeitsausstand. Gleiches gilt für die Lokführer der Deutschen Bahn, die in dieser Woche wieder einmal die Arbeit niederlegen, um höhere Löhne zu erwirken. Amazon-Lagerarbeiter und Postzusteller beteiligten sich in den letzten Monaten ebenfalls an Streikaktionen. In Berlin befinden sich zudem die Angestellten einer Sicherheitsfirma im Arbeitskampf, weshalb an den Geldautomaten der Stadt das Bargeld knapp wird.

Streik, wohin man schaut: Zahlreiche Berufsgruppen gehen 2015 in den zeitweisen Ausstand. #FLICKR#
Streik, wohin man schaut: Zahlreiche Berufsgruppen gehen 2015 in den zeitweisen Ausstand. (Foto: SAV Sozialistische Alternative / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Ob diese Streiks moralisch gerechtfertigt sind oder nicht, darüber herrscht Uneinigkeit. Wenig verwunderlich, denn die eine richtige Haltung gibt es nicht. Je nach Weltanschauung und politischer Ideologie kommen Menschen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Die einen empfinden das wiederholte Bestreiken von kritischen Logistik- und Mobilitäts-Infrastrukturen als unangemessene Zumutung und Erpressung. Die anderen sehen darin die einzige Möglichkeit für Angestellte einzelner Branchen oder gar für Arbeiter generell, von der anhaltend guten Wirtschaftslage in Deutschland zu profitieren.

Ich verzichte darauf, zu diesen Positionen Stellung zu nehmen. Darum soll es hier nicht gehen.

Millionen von Jobs werden automatisiert

Ein Aspekt jedoch spricht meines Erachtens gegen die Arbeitsniederlegungen, die wir bisher im Jahr 2015 an verschiedenen Stellen des öffentlichen Lebens beobachten konnten: der Trend zur Ablösung von menschlicher Arbeit durch Maschinen. Auch wenn sie kurzfristig mit ihren Forderungen durchkommen sollten, erweisen sich Streikende in den erwähnten Sektoren einen Bärendienst, wenn sie in den Ausstand treten. Ungeachtet der Frage, ob ihr Handeln moralisch und faktisch gerechtfertigt ist.

Gerade förderte eine aktuelle Studie zu Tage, dass in Deutschland 59 Prozent der Jobs in Folge der Automatisierung gefährdet sind. Die Erkenntnis, dass die Fortschritte in der Informations- und Robotertechnologie in den nächsten Dekaden massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werden, ist nicht neu, erhält mit der jüngsten Untersuchung aber noch mehr Gewicht.

Fahrerlose Züge und ferngesteuerte Fluggeräte

Bei den eingangs genannten Berufs- und Wirtschaftszweigen handelt es sich ausnahmslos um Bereiche, in denen die Ablösung von menschlicher Arbeit durch Maschinen bereits eingesetzt hat oder zumindest vorstellbar ist. Fahrerlose Bahnen etwa kommen bereits in vielen Städten der Welt zum Einsatz. In Zentrallagern großer Handelsunternehmen erledigen immer häufiger Roboter die Arbeit, auch bei Amazon.

Autonome Züge sind keine ferne Zukunftsvision: Die Docklands Light Railway in London etwa fährt schon heute ohne Fahrer. Auch in Kopenhagen und Dubai gibt es automatisierten Schienenverkehr. (Foto: mattbuck4950 / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

In Schweden gibt es einen Flughafen, dessen Tower jüngst komplett virtualisiert wurde. Bis zum vollständig ferngesteuerten oder gar selbstfliegenden Flugzeug dauert es zwar noch ein Weilchen, aber man muss davon ausgehen, dass die Abwicklung des Flugverkehrs weiter zentralisiert wird. Piloten werden mittelfristig noch stärker als heute schon in die Rolle von Statisten gedrängt.

Postzusteller erhalten derweil Konkurrenz von Drohnen, und der Bedarf an Bargeld nimmt angesichts der wachsenden Bedeutung des elektronischen Zahlungsverkehrs ab. Der Automatenhersteller Wincor Nixdorf gab aus diesem Grund gerade die Entlassung von 1100 Angestellten bekannt.

Jeder Streik ist ein Argument für Maschinen

Durch ihre Arbeitsniederlegungen laufen Lokführer, Piloten, Lagerarbeiter, Postzusteller und Bargeld-Transporteure Gefahr, den Automatisierungstrend noch zu beschleunigen. Zum einen, indem sie ihren Arbeitgebern einen zusätzlichen Anreiz geben, Optionen der Wegrationalisierung menschlicher Arbeitskraft mit Nachdruck auszuloten. Spezialcomputer und Maschinen sind zwar in der Anschaffung mitunter teuer, im Betrieb und Unterhalt aber günstiger als ihr Pendant aus Fleisch und Blut. Erst recht dann, wenn dieses Pendant plötzlich die Arbeit verweigert, um Forderungen durchzusetzen. Zum anderen ist davon auszugehen, dass wiederholte Streiks von Berufsgruppen, die für das öffentliche Leben essentielle Funktionen erfüllen, die Bereitschaft der Öffentlichkeit für die Durchführung dieser Funktionen durch Maschinen steigern.

Leistung kostet – das spricht nicht nur für höhere Löhne, sondern auch für Automatisierung. #FLICKR#
Leistung kostet – das spricht nicht nur für höhere Löhne, sondern auch für Automatisierung. (Foto: SAV Sozialistische Alternative / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Gerade hier schießen sich die Streikenden meines Erachtens selbst ins Bein: Denn für ihre Arbeitgeber wird es deutlich einfacher, die Automatisierung durchzusetzen, wenn dafür Unterstützung bei der Kundschaft existiert. Der Widerstand vieler Menschen gegen die Vollautomatisierung von Beförderungsdiensten oder gegen die Ablösung von Bargeld durch elektronisches Geld ist eine der besten Versicherungen für die erwähnten Berufsgruppen, die Verdrängungen durch Maschinen hinauszuzögern. Dieser Widerstand wird aber nicht gestärkt, sofern Kunden laufend die Nachteile des Einsatzes menschlicher Arbeitskräfte vor Augen geführt werden.

Mangelndes Bewusstsein bei den Betroffenen

Das Prinzip Streik kann nur dann zum gewünschten Erfolg führen, wenn eine grundsätzliche Abhängigkeit der Arbeitgeber von der jeweiligen Berufsgruppe besteht; wenn keine Alternative zur Beschäftigung dieser Berufsgruppe existiert.

„Weder Gewerkschaften noch die streikenden Berufsgruppen sind sich im Klaren darüber, was auf sie zukommt.“

Genau diese Voraussetzung ist aber heute nicht mehr gegeben. Der Gedanke, dass Beförderungsmittel komplett durch Computer oder zumindest zentral aus der Ferne gesteuert werden, ist ganz und gar nicht mehr abwegig. Genauso wenig wie die Vorstellung, dass Roboter in Lagerhallen Waren durch die Gegend fahren, dass im Netz bestellte Produkte irgendwann von einer Drohne ausgeliefert werden oder dass Wirtschaft und Handel komplett auf den Einsatz von Bargeld verzichten. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass sich weder Gewerkschaften noch die streikenden Berufsgruppen im Klaren darüber sind, was auf sie zukommt. Es geht bald nicht mehr um die Frage, wieviel sie verdienen, sondern ob sie überhaupt noch benötigt werden.

Unklar bleibt, was in Anbetracht dieser Situation die beste Verhaltensweise wäre. Denn am Ende werden die Maschinen die beschriebenen und viele andere Berufe ohnehin übernehmen. Die Anreize sind einfach zu groß. Insofern führt in meinen Augen nichts an einem Gesamtumbau der Wirtschafts- und Sozialsysteme vorbei. Dennoch erscheint mir die Energie, die momentan in die Durchsetzung der Positionen der Streitparteien fließt, schlecht investiert und taktisch unklug zu sein. Jeder Bahnkunde, der sich in diesen Tagen verärgert den Tag herbeisehnt, an dem im Führerstand der Lok niemand mehr sitzt, der ihnen den Tag vermiesen kann, ist ein verlorener Fürsprecher im bevorstehenden Konkurrenzkampf zwischen Mensch und Maschine.

In einer ursprünglichen Fassung des Artikels fand sich eine missverständliche Formulierung, die den Eindruck erweckte, dass der erwähnte Flughafen Flugzeuge fernsteuert. Dies wurde korrigiert.

Finde einen Job, den du liebst

14 Reaktionen
Automatisierung kommt bei Bedarf
Automatisierung kommt bei Bedarf

Statt grundeinkommen, günstigem UMTS, echtem breitband und WiFi überall gibt's aber wohl eher nur Lebensmittel-marken wie in USA und 1€ Jobs oder auf Bürgerkosten Umschulungen.

Antworten
kettensprenger

Automation ist sowohl unaufhaltbar als auch wünschenswert. Der Knackpunkt liegt in den Einkommen, die dann entfallen. Ein anständig hohes und gleichzeitig finanzierbares BGE ist das "bge 2.0" (googeln), das von der Wirtschaft als Steuersparmodell getragen wird. Eine echte Alternative zum Verlust der Einkommen ist die regionale Verknüpfung von Geschäften und Beschäftigung/Einkommen. Siehe bandbreitenmodell.de/vision und /kurzversion.

Antworten
Gordian Hense

Das Problem bei dem Thema ist, dass unsere wirtschaftliche Betrachtung immer von einem statischen System ausgegangen ist. Und man hat immer geglaubt man kann Preissteigerungen durch Lohnerhöhungen ausgleichen bzw. hat das die Tarifparteien machen lassen. Das Einkommen muss ja zum Leben aller reichen - darin sind sich ja wohl alle Politiker und Bürger einig? Eine andere Vorstellung ist menschenverachtend und wird einer sozialen Gesellschaft nicht gerecht. Durch die kontinuierliche Rationalisierung seit nun ca. 60 Jahren ist unser politisches wie wirtschaftliches System - in dieser Hinsicht - obsolet geworden. Jedenfalls das, welches auf Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Ausgleich einer Entwicklung gesehen wurde. Ein Unternehmen das jedes Jahr 10 % rationalisiert, nähert sich mathematisch über eine Asymptote dem Nullpunkt an - das heisst eigentlich, dass es nach zehn oder zwanzig Jahren nichts mehr gibt was man rationalisieren kann. Deshalb sind auch Streiks in vielen Augen ein Anachronismus. Leider hat es die Gesellschaft und Politik aber versäumt ein neues Modell dem alten gleich zu stellen bzw. es zu ersetzen. Das BGE z.B., also das bedingungslose Grundeinkommen, wäre so ein Modell, denn es würde die Menschen auffangen, die wegen Rationalisierung aus dem System gedrängt werden und es würde den Lohnausfall ausgleichen den die Rationalisierung mit sich bringt. Der Glaube, Unternehmen können über die Rationalisierung reicher und reicher werde, aber die Menschen auf der Strecke lassen, kann nur in unmenschlichen Gesellschaften der wirkliche Glaube sein. Und es wäre auch selbstzerstörerisch. Ein Teil der Rationalisierungen muss in Form von Geld in ein BGE fliessen, dass die frei gewordenen menschlichen Kapazitäten auffängt - d.h. an sie ausgezahlt wird. Denn was würde passieren wenn man das nicht macht? Denn was würde passieren wenn immer grössere Gruppen ohne Arbeit oder nur mit sehr wenig Lohn dastehen? Es gäbe zu erst Übergriffe auf allen Ebenen der Gesellschaft bis es irgend wann öffentliche Aufstände gäbe, bis es zu einer Revolution kommt. Letzteres scheinen Politiker und die Wirtschaft abzuwarten und aus zu sitzen. In den USA kann man sehen zu was das führt. Die sind schon etwas weiter. Eine ganze Generation wäschst zwei geteilt auf. Die eine Gruppe mit Beruf und Kariere und die andere Arbeitslos und ständig auf Demonstrationen (we are 99 %). Die Exzesse in der Gesellschaft werden dann immer schlimmer. Wollen wir das auch in Deutschland oder Europa? Wir wollen das die Wirtschaft immer besser läuft und besser produziert, aber an der Modernisierung unseres Gesellschaftssystems haben wir nicht gearbeitet. Dümmer geht es nicht. So lange es dazu keine vernünftige Diskussion gibt, haben Arbeitnehmer sogar die Pflicht für den Rationalisierungsausgleich durch Streiks und Lohnverhandlungen zu sorgen. Denn die Alternative wäre die Aufgabe der sozialen Marktwirtschaft. Und das kann sich keiner heute Vorstellen, was dann los wäre.

Antworten
Stephan Jäckel
Stephan Jäckel

P.S.: An den Autor:

Die Flugzeuge in Schweden werden NICHT ferngesteuert gelandet. Landen tut sie immer noch der Pilot oder der Autopilot.

Virtuell erlegt hat man lediglich den Flughafen Tower samt Bodenverkehrsregelung. Das ist nicht sehr viel anders, als wenn in Mitteleuropa alle Flüge in größeren Höhen von Eurocontrol aus geleitet werden und nicht von einem Kontrollcenter in dem gerade überflogenen Land. Wichtig ist, dass alle Informationen zur Erledigung der im Prozess anfallenden Aufgaben. Die sind bei der Flugsicherung sogar relativ überschaubar. Und in der Tat wäre das Unglück von Überlingen mit einem Roboter oder einer Auto(no)matischen Software zumindest so nicht möglich gewesen.

Vielleicht möchten sie Ihren Artikel an der o.g. Stelle etwas präzisieren, damit nicht vermutet wird, Flugzeuge würden wie bei ferngesteuerten Baukastenmodell kontrolliert und gelandte. Die ist mitnichten der Fall!

Antworten
Martin Weigert

Du hast recht, danke für den Hinweis. Das war missverständlich formuliert, ist jetzt geändert.

Antworten
Stephan Jäckel
Stephan Jäckel

Das Grundproblem ist die gedankliche Teilung zwischen Beschäftigten und leitend Beschäftigten. Praktisch in jedem Großkonzern können Gewerkschaften heute noch eine "die da oben, wir hier unten" Politik fahren. Im Mittelstand ist dies oft anders. Wo mann sich noch persönlich kennt oder im gut geführten Familienbetrieb besteht mehr Einigkeit, die Gewerkschaften nicht so ohne weiteres sprengen können.

Warum aber auch sollte diese Einheit nicht bestehen? Werkssiedlungen, Krankenhäuser, Kindergärten ja sogar Kaufhäuser haben Unternehmer einst für Angestellte betrieben. Das alles ist leider verloren gegangen - und könnte durch arbeitsteiliges Unternehmertum statt abeitsleiligem Handeln in Unternehmen, wieder zurück kommen. Man muss nur wollen!

Und man muss in die Zukunft führen wollen. Manager hingegen halten meist so lange am Bestehenden fest, bis es zu spät ist. Blockbutser oder Radio Shack, Quelle oder "e.off". Man trennte sich nicht von alten Geschäftsmodellen oder griff nach neuen.

Auf operativer Ebene heißt z.B. im Nahverkehr der Einsatz von Robotern in der Zugführung nicht automatisch auch einen absoluten Verlust von Arbeitsstellen. Es hieße den falschen Weg hin zur der Vereinsamung der Bahnhöfe zu verlassen und besser einen Schaffner im Wagen patroullieren zu lassen, als vorne abgekanzelt einen Menschen sieben Stunden lang dem Tunnelblick anheim zu geben.

Bem Flugzeug ist es schon nicht mehr so einfach. Da geht es nicht nur um die Akzeptanz sondern um die Frage, ob die Technik auch allen undenkbaren und ungedachten Eventualitten mit einer angemessenen Reaktion begegnen kann. Ein System aber auf das Abarbeiten unerwarteter und unbekannter Daten, deren Verifikation, Bewertung, abschließende Beurteilung und mitein eine geeignete Reaktion auszulegen erscheint mir schwierig.

Wenn wir nur die A320-Landung auf dem Hudson River bedenken, so ist es mehr als unwahrscheinlich, dass ein Computer eine ähnliche Reaktion hätte zeigen und Menschen wie Maschine retten können. Denn alles was der mensch situativ in diesem Moment weiß ist dem Programmierer bei der Gestaltung seines lineraen Codes nicht bekannt. Piloten werden auch weiterhin gut zu tun haben - zumal ihre Gehälter auf einem Langstreckenflug ca. 2 Euro je Ticket ausmachen. Einige Menschen werden bestimmt gerne zwei Euro beim Ticket spren wollen, um sich dann zwei Dolomiti Eis mehr leisten zu können. Die Mehrheit werden sie nicht sein.

Arbeit bleibt nicht gleich, weil sich Märkte verändern. Wenn Menschen an bestehender Arbeit festhalten, dann ist das Verständlich. Arbeit zu verlieren ist Zukunftsangst. Aber es ist nicht unternehmerisch gedacht, nicht zukunftsfähig, wenn das Management Prozesse und Arbeitsplätze erhält, weil es damit vertraut ist und vor der Bestandssitutation keine Angst hat!

Der Einsatz von Menschen muss - insbesondere angesichts abnehmender Geburtenzahlen und verringerter Arbeitsmarktreife von Schulabsolventen - durch einen Mehrwert beim Kunden oder in der Prozesskette gerechtfertigt sein. Überall wo dies nicht der Fall ist, dort ist Auto(no)mation eine Option. Das betrifft dann übrigens ganz besonders Unternehmensvorstände und Spitzenmanager. Viele ihrer Entscheidungen sind durch Algorithmen abzuarbeiten, weil bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Formalien zu tun haben, nur 20 Prozent mit Unternehmenslenkung.

Man stelle sich vor: Nur noch halb soviel zu zahlende Vorstandsgehälter bei 20 Prozent Gewinn an Führungskapazität. Faszinierend. :-)

Antworten
randi chabet
randi chabet

Ich finde auch wir sollten den Bauern die Mähdrescher wieder wegnehmen, damit die armen Arbeiter mit ihrer Sichel und ihrer Zeit wieder etwas anzufangen wissen...

Aber mal ehrlich, warum leisten sie sich einen Bärendienst? Wenn überhaupt würden sie dazu beitragen, der breiten Masse schneller Klarheit zu verschaffen, nämlich, dass die alte Doktrin der Koppelung von Arbeit und Lohn, in unserer Zeit, komplett veraltet ist.

Ganz abgesehen davon glaube ich, kann es keinem, eine gute Bildung vorrausgesetzt, an den meisten sinnentleerten Berufen wirklich liegen, wäre nicht die Existenzsicherung daran gebunden...

@philipp blum
Vielleicht hat ja die Konsequenz ihrer(lokführer) simplen Arbeit einen gewissen Wert, der es verdient 'großzügig' bedacht zu werden?! Immerhin sehen wir jetzt wie sehr ihr Streik polarisiert... Ferner gilt (in der Marktwirtschaft) i.d.R. das Resultat und nicht der Weg dorthin. Und seit wann kann man im Bereich der Entlohnung überhaupt gerechte/sinnvolle Maßstäbe ansetzen??

Antworten
VisualTourguide
VisualTourguide

Sehe ich 100% genauso randi

Antworten
N.E.R.D

Bedingungsloses Grundeinkommen wäre eine Lösung, Freizeit und Geld für alle und die Arbeit machen die Maschinen.

Antworten
VisualTourguide
VisualTourguide

Und im Takkatukkaland backen Einhörner Gold für alle.... :-)

Antworten
Alwin Zarazustra
Alwin Zarazustra

Dein Kommentar zeigt die Grösse die Du hast. Respekt vor anderen Meinungen scheinst Du jedenfalls nicht zu haben. Wie nennt man dies Charaktereigenschaft noch einmal?

Martin Weigert

Ich halte das BGE auch für die mögliche Antwort auf die bevorstehende Automatisierungswelle.

Antworten
Philipp Blum
Philipp Blum

WORD. Muss man ja mal sagen. Das denke ich mir auch jedes Mal. Wirklich! Bei den Erziehern kann ich aber durchaus verstehen, dass sie streiken. Da ist es auch angebracht! Ich kann schon jetzt gar nicht verstehen, wieso Lokführer so viel verdienen. Im Grunde ist schon heute sehr viel automatisiert. Das bisschen: Gas geben, stoppen, Türen öffnen und Türen schließen ist wirklich nicht sonderlich anspruchsvoll.

Antworten
Automatisierung kommt bei Bedarf
Automatisierung kommt bei Bedarf

Schnelle Packroboter wurde schon vor 10-15 Jahren vorgestellt. Durchgesetzt haben die sich bis heute nicht. Libri hingegen ist schon lange hoch-automatisiert. Die Startup-Hallen mit Menschen kommen einem altmodisch vor.

Software liefert schon ewig oft kaum die gemachten Versprechen. Siehe neuer Markt oder "das neue Windows ist das beste aller Zeiten".

Die EU-Komission will schon lange das Bargeld weniger wichtig machen. Erlaubt die bessere Kontrolle und weniger Kosten für die EZB.

Die Streiks sind bei der wirtschaftlichen Entscheidung wohl nicht so relevant. Eher beim öffentlichen Verkauf der Idee beim Volk.
Ich glaube die Bahn verdient mit ÖPNV nicht so viel und eher mit Güter-Verkehr. Vielleicht wurde Fernbus daher nicht bis zum EU-Gericht bekämpft.
Autonome Strecken bei S-Bahnen gibts wohl schon.

Wo Automatisierung übrigens nicht gut klappt sind z.B. Handies oder ständig wechselnde Produkte wie Kleidung wo immer noch Menschen nähen. Denn die Maschinen einzurichten stellt viele Ausfall-Tage und/oder viele teure Entwickler in der Fabrik dar. Das kann sich auch ändern aber wie auf die besseren Akkus und besseren Solar-Zellen warten wir schon lange drauf. Und die oft zitierte FoxConn-Entscheidung betrifft wohl weniger KuKa-MehrAchsen-Roboter und vielleicht mehr "Automaten" die z.B. Werkstücke drehen und dann gleichmäßiger als von Menschen Farbe oder Schutzlack aufgsprüht wird ohne das man Dämpfe einatmen muss. Auch in China steigen die Löhne.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen