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5 Merkmale von Milliarden-Startups bei ihrer ersten Finanzierungsrunde

5 Merkmale von Milliarden-Startups bei ihrer ersten Finanzierungsrunde

Es gibt eine Menge Berichterstattung über die , die Bewertungen von über einer Milliarden US-Dollar erhalten haben. Viele dieser Firmen waren nicht immer schnell wachsende Unternehmen.

5 Merkmale von Milliarden-Startups bei ihrer ersten Finanzierungsrunde

Bei Shasta Ventures konzentrieren wir uns aufs Investieren in einem frühen Stadium. Deshalb haben wir 32 erfolgreiche Endverbraucher-Firmen untersucht, um zu sehen, wie sie bei ihrer ersten Finanzierungsrunde ausgesehen haben. Unsere Untersuchung umfasste 25 Milliarden-Dollar-Firmen (gemessen an ihrer letzten Bewertung, am Übernahmepreis oder am Börsenwert) und sieben hochkarätige private Firmen mit Milliarden-Dollar-Potenzial. Nikhil und ich haben uns Startups von verschiedener Größe angeguckt, unter Beachtung ihrer Funding-Geschichte, Nutzer-Anziehungskraft, Wachstum, Monetarisierung, Netzwerk-Effekten, Regulierungshürden, Marktdynamiken und Team-Charakteristiken.

Wir haben ein Menge an gemeinsamen Schlüsselwerten gefunden – und die meisten davon werden dich überraschen. Lass uns einen Blick darauf werfen.

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Eine Anmerkung: Die Liste der Startups in dieser Untersuchung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kriterien, nach denen wir die Firmen ausgewählt haben, war a) verbraucherorientierte Anwendungen oder Services, b) Series-A-Finanzierungsrunden nach 2007 und c) US-basiert. Die Liste ist unterteilt nach der Firmenbewertung in den genannten Bereichen, gemessen an der letzten privaten Bewertung (geschätzt), am Übernahmepreis oder am Börsenwert.

1. Leicht zu verwerfende Ideen

Wenn Firmen erst mal den Milliarden-Dollar-Club erreichen, erscheinen ihre Grundidee und ihr Wertversprechen klar, aber das war zu Beginn nicht immer so.

Unsere Analyse ergab, dass viele Milliarden-Dollar-Firmen zuerst Ideen hatten, die man auch schnell hätte verwerfen können. Wie viele Leute fahren schwarze Autos? Wer will wirklich einen Live-Video-Stream von Leuten sehen, die Video-Games spielen? Warum sollte irgendjemand Wert auf noch einen Cloud-Backup- und Sync-Service legen? Foto-Nachrichten ... die sich in Luft auflösen?!?! Wie viele Leute sind daran interessiert, eine Couch im Zuhause von jemand anderem zu mieten?

Arbnb-Co-Founder Brian Chesky hat sich offen dazu geäußert:

Als wir ins Valley kamen, wollte niemand in Airbnb investieren. Einer der Gründe war, dass sie die Idee für verrückt hielten. Leute dachten, dass sie niemals im einer fremden Wohnung schlafen würden. Das ist gruselig.

Es stellt sich heraus, dass die größten Ideen oft nicht augenscheinlich sind, wenn man sie das erste Mal sieht oder hört – entweder, weil die Idee so dürftig scheint, die Vorschriften zu hoch sind, oder die grundsätzliche Voraussetzung fehlerhaft erscheint. Dennoch starten erfolgreiche Firmen oft mit der Umsetzung eines initialen Konzepts, das der Beginn von etwas ganz Großem wird.

2. Konkurrierende Märkte

Vor Snapchat oder WhatsApp gab es bereits eine Menge Wege zu kommunizieren. Evan Spiegelwar das egal. (Foto: Flickr-TechCrunch / CC-BY 2.0)
Vor Startups wie Snapchat oder WhatsApp gab es bereits eine Menge Wege zu kommunizieren. Evan Spiegelwar das egal. (Foto: Flickr-TechCrunch / CC-BY 2.0)

Nach herkömmlicher Auffassung würde man sagen, dass erfolgreiche Startups mit mutigen, neuen Ideen in große, neue Welten aufbrechen. Aber wir fanden das genaue Gegenteil heraus. Die meisten der Milliarden-Dollar-Firmen, die wir untersuchten, befinden sich in stark umkämpften Märkten.

Nimm zum Beispiel das Messaging. Vor Snapchat oder WhatsApp gab es bereits eine Menge Wege zu kommunizieren, aber diese Startups erlebeten dennoch einen bahnbrechenden Erfolg, trotz des harten Wettbewerbs. Der Social- und Kommunikations-Sektor hatte tatsächlich die höchste Konzentration von Milliarden-Dollar-Firmen in unserer Umfrage.

Ein anderes gutes Beispiel ist der Marketplace-Sektor, der Firmen wie Uber, Airbnb, Eventbrite und Instacart umfasst. Es gab sicherlich schon vorher Wege, um ein Taxi zu bestellen, eine Unterkunft zu finden, Events zu organisieren oder sich Gemüse liefern zu lassen, bevor irgendeines dieser Startups aufkam, aber dennoch lieferten diese Firmen ein besseres Angebot und verbreiteten sich wie ein Lauffeuer.

Die Schlüsselbotschaft ist, dass Konsumenten bereit für ausgezeichnete und Erlebnisse sind. Es ist auch klar, dass große, existierende Märkte reif sind für die Aufmischung durch Tech-getriebene Firmen, die neue Wege finden, den Kunden zu befriedigen.

3. Die Neuerfindung von bestehendem Kundenverhalten

„Der Erfolg jeder Firma basiert auf einem besonderen Einblick in die Bedürfnisse des Kunden, der zu einem besseren Erlebnis führt.“

Wir haben herausgefunden, dass Milliarden-Dollar-Endkundenfirmen in der Regel bestehende Verhaltensweisen zu Gunsten eins besseren Kundenerlebnis neu erfinden, anstatt etwas Radikales und Neues auf den Markt zu bringen.

Firmen wie Nextdoor, Square, Zulily und andere haben Konsumenten neue Wege erschlossen, Dinge zu tun, die sie bereits tun – sich mit Nachbarn zu verbinden, mit Kreditkarten zu bezahlen und Produkte für Kinder online zu kaufen.Der Erfolg jeder Firma basiert auf einem besonderen Einblick in die Bedürfnisse des Kunden, der zu einem besseren Erlebnis führt.

Dropbox war einfach leichter zu benutzen als andere Backup-/Storage-/Sync-Lösungen, und viel besser als der USB-Stick-/E-Mails-an-sich-selbst-Status-Quo. Tumblr hat eine engagierte Community rund um Content aufgebaut, was auf den ersten Blick nicht wie eine große Sache aussieht, aber sein Produkt wirklich absetzte. Nest hat ein Thermostat gebaut, das ans Internet angeschlossen war, besser designt und effektiver im Einsparen von Energie. Uber hat das Modell der Beförderungs-Firma neu erdacht und eine unendlich praktischere und angenehmere Art aufgezeigt, um durch die Stadt zu kommen.

4. Unerfahrene Gründer

Überraschenderweise sind es oft unerfahrene Gründer anstatt erfahrene Unternehmer, die an der Spitze von großen, schnell wachsenden Firmen stehen.

Drei von vier der Firmen in unsere Umfrage wurden von Menschen aufgebaut und geführt, die das zum ersten Mal taten. Sie hatten keine Erfolge vorzuweisen oder große Erfahrung in ihrem Bereich, waren aber voller Leidenschaft für ihr Produkt und hatten eine besondere Perspektive darauf, wie sie ihre Zielgruppe bedienen wollten. Eine unverbrauchte Perspektive zu haben ist wichtig beim Angriff auf eine Kategorie, da Leute mit Branchenerfahrung sich oft einschränken lassen von dem „was nicht möglich ist“ und warum „es nicht funktionieren wird“.

5. Null Monetarisierung

Twitter-Hauptquartier in San Francisco. (Bild: Flickr-Anthony Quintano / CC-BY-2.0)
Das Twitter-Hauptquartier in San Francisco. (Foto: Flickr-Anthony Quintano / CC-BY-2.0)

Eine weiter interessante Erkenntnis ist, dass viele der Milliarden-Dollar-Firmen ihre Kunden in der Phase der Series-A-Finanzierungsrunde nicht zu Geld machten, inklusive Twitter, Pinterest, Houzz und Nextdoor. In diesem Stadium fokussierten sie sich darauf, eine Nutzerbasis aufzubauen anstatt Geld zu verdienen. Diese Startups konzentrierten sich zuerst darauf, ihr Kundenangebot aufzustellen und die Akzeptanz und Bindung zu erhöhen. Sobald sie sich fest im Markt etabliert hatten und große Zuwächse erfuhren, fingen sie an, über Erlöse nachzudenken.

Obwohl die meisten Firmen nicht von Beginn an Erlöse vorweisen konnten, fanden wir heraus, dass viele, die zu signifikanter Größe gewachsen sind, bei ihrer ersten Finanzierungsrunde Anzeichen von starkem Product/Market-Fit hatten und/oder über starke Netzwerk-Effekte verfügten.

Wenn diese Studie eines verdeutlicht hat, dann, dass potenziell große Ideen oft nicht bei der Series-A-Finanzierungsrunde deutlich werden. Einige Startups, denen der Erfolg sicher schien, legten eine Bruchlandung hin, während andere, die lange brauchten, um auf die Beine zu kommen, jeden mit ihrem Erfolg überraschen. Es gibt keine Formel, die Erwartungen sind oft falsch, und jede Erfolgsgeschichte ist einmalig und beispiellos ... aber das heißt nicht, dass es keine Muster gibt, an die man sich halten kann.

Unsere Analyse ergab ein klares, zugrundeliegendes Motiv:

Es lassen sich große Firmen aufbauen durch das Anbieten von neuen, innovativen und besseren Kundenerlebnissen an größere Märkte – egal, wie umkämpft dieser Sektor schon ist oder wie erfolgreich die Gründer vorher waren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Medium.com. Übersetzung: Anja Braun.

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Eine Antwort
  1. von Ich am 03.06.2015 (11:31 Uhr)

    Ui, endlich mal auch auf t3n ein wirklich richtig schlechter Artikel! :-( Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll....
    1. Leicht zu verwerfende Ideen. Welche Ideen hat denn Airbnb verworfen? Oder Snapchat? Oder oder oder?
    2. Konkurrierende Märkte. Vor Whatsapp gab es schon andere Wege zu kommunizieren? Ernsthaft? Und davor? Telefon? Brief? Sprache? Trommeln? Eigentlich verwunderlich, daß die Sprache erfunden worde, gab ja schon andere Wege zu kommunizieren... Gibt es irgendwo nicht konkurrierende Märkte??
    Ausserdem würde dieses 'Argument' auch eher zu Punkt 3 Neuerfindung von bestehendem Kundenverhalten passen. Allerdings ist dieser Punkt auch wenig überraschend: Sei besser als die Konkurrenz.... grmpf...
    4. Unerfahrene Gründer. Ja, mag hilfreich sein, ist aber vermutlich einfach deshalb so, weil die wenigsten Dax-Vorstände programmieren können, und umgekehrt. Ich wette, daß die meisten Firmen schneller Erfolg gehabt hätten wenn in allen Bereichen auch (zusätzlich) Profis dabei gewesen wären. Dann muss man nicht alle Fehler selbst machen.
    5. Null Monetarisierung. Mal sehen was z.B. aus Twitter wird wenn die weiterhin nur Minus machen... obs dann noch in diese Liste passt? Oder nachher jemand 5 Gründe nennen kann warum es ja vorher schon klar war das Twitter pleite geht....
    Und das Fazit: Jeder kann es schaffen. Ich hoffe, der Autor musste nicht zu viel Zeit in seine Studie stecken um dieses Fazit herauszuarbeiten.....
    P.S. Trotzdem vielen Dank für die Übersetzung!

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