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Microblogging: Mehr Schein als Sein? Einblicke in die Statistik von Twitter

Microblogging: Mehr Schein als Sein? Einblicke in die Statistik von Twitter

Bekanntlich veröffentlicht kaum Informationen über seine Benutzerzahlen. Dies führt zu zahlreichen Spekulationen über das Potenzial des Micro-Blogging-Dienstes und über die vorhandenen Nutzer. TechCrunch hat nun eine detaillierte Analyse der Nutzerdaten veröffentlicht. Die gesammlten Daten entstammen der öffentlichen und bieten einige interessante Fakten.

So kann Twitter zwar monatlich zirka 8 Millionen neue Benutzer begrüßen, jedoch steigt die Zahl der Neuanmeldungen nicht mehr so exorbitant wie in der Vergangenheit. Der Boom bei begann im November 2008 und erlebte seinen Höhepunkt im Juni 2009 mit einem kleinen Durchhänger im April 2009. Seitdem sinkt die Zahl der monatlichen Neuanmeldungen. Die Gesamtzahl der User beträgt nach Aussagen der Studie ungefähr 52 Millionen.

Twitter_startseite

Interessant ist zudem die Tweetanzahl eines Users, also wie häufig er aktiv benutzt und eigene Tweets verfasst. Nach Aussagen des Berichtes haben 38 Prozent aller Benutzer noch nie einen Tweet gesendet. Weitere 75 Prozent haben zwar bereits getweetet, jedoch insgesamt weniger als 10 Tweets. Diese Daten decken sich nahezu mit den Informationen zur Followerzahl. Hier haben 14 Prozent aller Nutzer keine eigenen Follower, wiederum 75 Prozent haben weniger als 10 Follower.

Sobald jemand die Einstiegsbarriere überwunden hat und einmal getweetet hat, so steigt die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Tweets. Besonders deutlich wird dies bereits nach kurzer Zeit. Falls ein Benutzer in der zweiten Woche noch aktiv Twitter nutzt, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er zum dauerhaften Twitter-User wird.

Meist wird über die Website selbst getwittert, ungefähr die Hälfte aller User nutzen das Webinterface. Bei den Desktopanwendungen hat Twitterrific als Client stark abgebaut und mitterweile zeichnet sich ab, dass Tweetdeck der beliebteste Client ist.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • ca. 52 Millionen Nutzer insgesamt
  • 14 Prozent aller Nutzer haben keinen einzigen Follower - 75 Prozent haben weniger als 10
  • Durchschnittsfollower: 42
  • 38 Prozent der Nutzer haben noch nie einen Tweet gesendet - 75 Prozent weniger als 10
  • 50 Prozent der User benutzen die Webseite

tweetdeck

Anmerkungen zu den Zahlen

Obwohl die Analyse höchst aufschlussreich ist, müssen einige Anmerkungen gemacht werden. Zum einen unterscheidet der Artikel nicht zwischen RSS-Feeds, offensichtlichen Spam-Accounts, Bots die bestimmte Keywords retweeten und echten Benutzern. Zum anderen wäre es interessant zu erfahren, wo die Gründe für einen Rückgang der Neuanmeldungen liegt. Liegt dies möglicherweise an externen Faktoren (Sommerpause, Attacken auf Twitter und damit verbundene schlechte Erreichbarkeit) oder ebbt der Hype um Twitter tatsächlich ab?

Ebenfalls sehr interessant ist die Zahl der Tweets pro User. Es fällt auf, dass die wenigsten Benutzer Tweets verfassen. Hierbei muss man jedoch zwei verschiedene Aspekte beachten. Zum einen existieren sicherlich unzählige Benutzer, die sich angemeldet haben, um sich einen guten Accountnamen zu sichern. Möglicherweise benutzen sie in Zukunft Twitter, vielleicht aber werden sie auch zum Äquivalent der Domainreseller. Viele User melden sich auch einfach nur an, um am Leben ihres Lieblingsprominenten oder ihrer Freunde teilzunehmen. Und schlussendlich gelten für Twitter die gleichen Regeln wie für sämtliche Beteiligung im Netz: So haben Studien ergeben, dass sich nur die wenigsten Benutzer aktiv in Communitys beteiligen. Die überwältigende Mehrheit konsumiert ohne selbst Content zu schaffen.

Sämtliche Daten der Analyse basieren auf der öffentlichen API von Twitter. Die API ermöglicht es, 20.000 Datensätze pro Stunde zu nutzen. Für den Bericht wurden ungefähr 85.000 User mit 3.000.000 Tweets ausgewertet. Wer sich für die exakten Zahlen interessiert, der kann sich den vollständigen Text und zahlreiche Grafiken bei TechCrunch anschauen.

Weiterführende Links zum Thema:

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12 Antworten
  1. von Heiko Bernhörster am 06.10.2009 (15:11 Uhr)

    Macht es wirklich Sinn, Twitter nur als Konsument zu nutzen? Ich würde mich damit schwer tun. Man wird doch ständig "provoziert", seinen "Senf" dazuzugeben...

    @HeikoBe

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  2. von iThoughts am 06.10.2009 (15:14 Uhr)

    Abnahme der Neuanmeldungen ergibt sich logisch aus begrenzter Zahl von Menschen. Irgendwann konnten es ja mal nicht noch mehr sein.

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  3. von Dennis Morhardt am 06.10.2009 (16:31 Uhr)

    "Sämtliche Daten der Analyse basieren auf der öffentlichen API von Twitter." - Das heißt, alle geschützten Accounts sind nicht mit dabei. Hmmm.

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  4. von Andreas Lenz am 06.10.2009 (16:41 Uhr)

    Wieviel % sind ca. geschützt, nicht so viele oder?

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  5. von Florian Endres am 06.10.2009 (16:51 Uhr)

    @Heiko: Naja, ich denke das muss jeder für sich entscheiden. Es gibt auch Leute die im Real Life in einer Diskussion nur zuhören.

    @iThoughts: Du meinst also dass die Sättigung bereits erreicht ist? Es gibt fast 7 Milliarden Menschen und nur etwas mehr als 50 Millionen nutzen Twitter. Da ist noch viel Potential vorhanden.

    @Dennis: Schlecht ausgedrückt. Die API ist öffentlich. Protected Accounts sind in der Analyse eingeschlossen, aber nicht extra im Text erwähnt. Private Accounts machen ungefähr 10% aller User aus, die Tendenz ist abnehmend. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Protected Accounts durchschnittlicher häufiger tweeten, dafür aber weniger Follower haben.

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  6. von DocGoy am 06.10.2009 (17:42 Uhr)

    Moin!
    Das geniale an Twitter ist die "Offenheit" des Systems. Vom Blog zu Twitter, von Twitter zu Facebook und von da zu Plaxo oder umgekehrt. Der 1. Hype scheint vielleicht abzuflachen, aber Twitter als Informationsdrehscheibe und Schnittstelle wird ein wachsender Bestandteil im Web 3.0 bleiben.
    Und die Zahlen der passiven und aktiven Nutzer... warum solle es bei Twitter anders sein als in der Gesellschaft. Auch für Twitter gilt "Pareto", die 80:20-Regel. 20% der User machen 80% vom Content etc.
    Ich bleib dabei: Twitter ist genial!
    Viel Spaß und gerne ... Follow me ;-)
    DocGoy

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  7. von Max am 06.10.2009 (18:06 Uhr)

    38% aller Twitterer haben noch nie getwittert und weitere 75% unter 10 mal? Das heisst ja, dass immerhin -13% aller Twitterer hin und wieder mal twittern.

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  8. von Melli am 06.10.2009 (18:25 Uhr)

    bin erst seit knapp 2 Monaten bei Twitter und von anfang an sehr begeistert.. also alles fein :)

    @surprise23

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  9. von Florian Endres am 06.10.2009 (19:23 Uhr)

    @Max: Danke für den Hinweis. Insgesamt haben 75% aller User unter 10 Tweets. 38% aller Benutzer haben noch nie einen Tweet gesendet.

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  10. von Denis am 07.10.2009 (19:47 Uhr)

    Viele benutzen den Account einfach einmal für einen Link und sind dann nie wieder zu finden. Andere berichten jeden Tag über den selben Link und folgen tausenden von Leuten.

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  11. von blogsash am 17.10.2009 (02:56 Uhr)

    Hallo,
    bereits über 50 Mio. Twitter-User!? Die Zahlen sehen doch schon mal ganz gut aus und ich bin davon überzeugt, dass die Mehrheit der Blogger früher oder später mit dem Twittern anfängt.

    Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, lässt es sich ja erkennen, dass es sehr viele passive Twitter-Leser gibt, welche einfach nur lesen und hin und wieder ein paar "Replys" posten. Eigene Updates werden sehr selten eingestellt.

    Auch wenn die Stats selten lügen, glaube ich, dass Twitter weiterhin Stück für Stück in das deutschsprachige Internet eindringen wird.

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  12. von Christian am 17.10.2009 (11:09 Uhr)

    Ich sehe Twitter genauso als Hype wie vor geraumer Zeit Second Life. Jeder musste mal teilnehmen, und nur mitlesen ohne einen Account zu haben geht ja nicht wirklich. Also macht man sich einen Account, schaut mal nen Monat lang rein und lässt diesen dann wieder vergammeln.
    Es gibt sicherlich Twitterer, die länger dabeisind, aber von diesen ist der Großteil entweder leidlich prominent und kann damit mit geringem Aufwand Fans zufriedenstellen, oder es handelt sich um Websitebetreiber, die damit Werbung für ihre Page machen. Der wirkliche Content ist doch sehr gering.

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