Twitter-Traffic zielt auf Inhalte
Die Online-Marketing- und E-Commerce-Analysten von Hitwise haben sich speziell mit den Wachstums- und Trafficzahlen von Twitter in Großbritannien beschäftigt. In ihrer Analyse kommen sie zu dem Schluss, dass sich das Wachstum von Twitter für den Retail-Bereich noch nicht ausgezahlt hat, während andere Bereiche wie Entertainment und Infotainment, sowie andere Social Networks zum Teil deutliche Besucherzuwächse zu verzeichnen haben. Inwiefern das auch auf andere Länder übertragbar ist, kann man zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber vermutlich dürfte es auch in Deutschland nicht bedeutend anders aussehen.
Beeindruckende Wachstumszahlen
Das von Hitwise festgestellte Wachstum von Twitter ist schon äußerst beeindruckend. In Großbritannien hat Twitter in den letzten zwölf Monaten den eingehenden Traffic um den Faktor 22 erhöht. Allein 93 Prozent davon fallen auf die ersten sechs Monate diesen Jahres. Twitter.com steht damit auf Platz 38 der besucherstärksten Seiten in Großbritannien und belegt den fünften Platz bei den Social Networks. Hält das Wachstum weiter an, so dürften schon bald noch bessere Platzierungen zu erwarten sein, zumal hier die Zugriffe über die zahlreichen und populären Twitter-Clients nicht einmal einfließen.
Das Twitter-Wachstum sorgt auch dafür, dass Microblogging mittlerweile als ernsthafte Trafficquelle angesehen werden kann. Der ausgehende Traffic von Twitter lag laut Hitwise in Großbritannien im Mai auf dem 30. Platz in der Rangliste der Trafficlieferanten. Veranschaulicht ausgedrückt kam einer von 350 Besuchern einer „typischen“ Webseite von Twitter. Zu diesen „typischen“ Webseiten gehören vor allem andere Social Networks, Blogs, sowie Nachrichten- und Unterhaltungsseiten. Sie machen allein 55,9 Prozent des ausgehenden Traffics aus. Der E-Commerce-Sektor kommt in der Statistik lediglich auf 9,5 Prozent.
Fazit
Mit wenigen Ausnahmen, zu denen beispielsweise der Computerhersteller Dell zu zählen ist, hat der E-Commerce den Twitter-Trend scheinbar verschlafen oder zumindest unterschätzt. Es fehlen nicht einfach nur Besucher, sondern vielfach auch ernsthafte Anstrengungen, Twitter profitabel zu nutzen. Dell hat es mit seinen exklusiven Angeboten an die eigenen Twitter-Follower vorgemacht, wie es gehen könnte. Wichtig für den Erfolg via Twitter scheinen also exklusive Angebote zu sein, die eben nicht auf herkömmlichem Wege erhältlich sind. Corporate Twitter-Accounts, die nur zu Werbezwecken eingerichtet werden, haben es dagegen schwer, denn eine weitere Quelle für reine Werbung ist für den Konsumenten nicht attraktiv.
In der nahen Zukunft werden wir sicher vermehrt Versuche aus dem E-Commerce sehen, die darauf abzielen, via Twitter Umsätze oder in einem ersten Schritt Besucherzahlen zu generieren. Wie könnten hier geeignete Ansätze aussehen? Über Ideen, Vorschläge und Meinungen freue ich mich in den Kommentaren.
Bildnachweis: Mykl Roventine. Lizenz: CC BY
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4 Answers
von Twitter, E-commerce und Geheimtipps | sn… 27.06.2009 (11:04Uhr) 1.
[...] erst einmal nur ein kleines Stückchen vom Kuchen abbekommen. So auch ein Blogbeitrag auf tn3 Magazin. Diese Studie spiegelt sicherlich auch das Twitterverhalten außerhalb Großbrittaniens [...]
von ||| Handelskraft ||| Der E-Commerce und… 29.06.2009 (15:39Uhr) 2.
[...] t3n-Magazin ist der Ansicht, dass der E-Commerce den Twitter-Trend verschlafen bzw. unterschätzt hat. Ich [...]
von GinaGb 07.08.2009 (12:49Uhr) 3.
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von Twitter-Traffic: Durch t.co jetzt exakte… 23.08.2011 (12:33Uhr) 4.
[...] Microblogging: Twitter-Traffic wächst, aber Online-Shops haben wenig davon - t3n News [...]