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Für die Post-App-Ära: Cyanogen und Microsoft stellen neues Android-Feature „MOD“ vor

    Für die Post-App-Ära: Cyanogen und Microsoft stellen neues Android-Feature „MOD“ vor

Cyanogen. (Screenshot: Cyanogen)

Die alternative Android-Distribution Cyanogen hat im Zuge des Mobile World Congress 2016 eine Android-Schnittstelle namens MOD angekündigt, mit der Entwickler und OEMs ihre Software direkt in das Betriebssystem integrieren können. Einer der engen Entwicklungs-Partner ist kein anderer als Microsoft.

Cyanogen OS mit tiefer Integration von Microsoft-Apps

Hyperlapse für Cyanogen MOD (Screenshot: Cyanogen)
Hyperlapse für Cyanogen MOD. (Screenshot: Cyanogen)

Cyanogen beschreibt seine neueste Entwicklung MOD als eine integrierte mobile Plattform, mit der die Art und Weise, in der User, Entwickler, OEMs und Mobilfunkbetreiber mit Smartphones interagieren und für sie entwickeln, neu gestaltet werden soll. Bei den MODs handelt es sich laut Entwickler um nativ in das OS integrierte „intelligente, kontextsensitive und leichtgewichtige Anwendungen“.

Cyanogen Inc. will Googles Android für Apps von Drittentwicklern öffnen und die mobile Plattform auf diese Weise für andere Unternehmen attraktiver machen. Unter Android, wie Google es anbietet, dürfen sich nur bestimmte Dienste nativ mit dem System verknüpfen. Mit der angekündigten MOD-Schnittstelle besteht aber die Möglichkeit – wohlgemerkt unter der alternativen Android-Version Cyanogen OS 13, das auf Android 6.0 Marshmallow basiert –, die Telefon-App, Google Now und weitere gegen andere Anwendungen komplett auszutauschen.

Hyperlapse für Cyanogen MOD (Screenshot: Cyanogen)

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Cyanogen will auf Post-App-Ära vorbereiten

MOD-ready: Cyanogen will Hersteller dabei helfen Smartphones mit Cyanogen OS zu entwickeln. (Bild: Cyanogen)
MOD-ready: Cyanogen will Hersteller dabei helfen Smartphones mit Cyanogen OS zu entwickeln. (Bild: Cyanogen)

Wie es im Cyanogen-Blog heißt, kann auf diesem Wege beispielsweise die Skype-App in die Dialer-App integriert werden, die für VoIP-Telefonie genutzt werden kann. Der digitale Assistent Cortana fungiert per MOD als Google-Now-Ersatz, um beispielsweise so Selfies per Sprachbefehl schießen zu können. Mithilfe der MOD-Schnittstelle will Cyanogen die „Post-App-Ära“ einläuten. Denn User und Entwickler haben mit dieser Schnittstelle die Möglichkeit, Apps gewissermaßen um neue Module aufzustocken und die Funktionalität nach eigenen Vorlieben zu erweitern.

Cyanogen wirbt aktuell nur mit MOD-Anwendungen aus dem Hause Microsoft. Das Unternehmen deutet zwar an, dass Entwickler von Apps auch auf die Schnittstelle zugreifen können, wie das Ganze vonstatten gehen soll, ist aber noch unklar. Eine Anleitung zur Entwicklung der MODs wurde noch nicht veröffentlicht.

BQ Aquaris X5: das erste Cyanogen MOD-Smartphone. (Bild: BQ)
BQ Aquaris X5: das erste Cyanogen MOD-Smartphone. (Bild: BQ)

Damit Hardware-Hersteller sich das Angebot zunutze machen können, hat Cyanogen ein MOD-Ready-Programm gestartet. Das Partnerprogramm soll dabei helfen, Smartphones basierend auf Cyanogen OS mit MOD-Unterstützung zu entwickeln. Ein Bestandteil des Programms ist die Bereitstellung eines Platform-Development-Kits (PDK), in dem die wichtigsten Komponenten zu finden sind, die für den Bau eines MOD-Ready-Geräts vonnöten sind. Ein erstes Smartphone, das mit der neuen Plattform bestückt ist, wurde sogar schon angekündigt: das BQ Aquaris X5.

Cyanogen und Microsoft – A Match made in heaven?

Schon seit Cyanogen OS 12.1.1 vorinstalliert: Microsofts Cortana. (Bild: Cyanogen)
Schon seit Cyanogen OS 12.1.1 vorinstalliert: Microsofts Cortana. (Bild: Cyanogen)

Interessant an der Ankündigung ist, dass Microsoft offenbar stark in die Entwicklung des Cyanogen-MOD-Produkts involviert ist. Es ist zwar schon eine Weile klar, dass die beiden Unternehmen ein gemeinsames Interesse haben, Google die Android-Show zu stehlen, schließlich bietet Microsoft viele Konkurrenz-Produkte auf der Software-Seite – hier seien Microsoft Office, Skype und OneNote zu nennen. Aber auch der digitale Assistent Cortana sollte nicht vergessen werden, der in Windows 10 Mobile und Windows 10 zu finden ist – und seit geraumer Zeit auch schon Bestandteil von Cyanogen OS ist. Cyanogen-CEO Kirt McMaster ist Googles Kontrolle über Android schon lange ein Dorn im Auge. Vor etwa einem Jahr tönte er, dass er Google eine „Kugel in den Kopf jagen“ wolle. Die Partnerschaft mit Microsoft könnte wohl genau das bezwecken.

Ob der Plan letztlich aufgeht und Microsoft und Cyanogen erfolgreich sind, bleibt abzuwarten. Angesichts dessen, dass Microsoft mit der eigenen Plattform Windows 10 Mobile kaum einen Einfluss auf dem Mobilfunkmarkt hat, könnte die Partnerschaft mit Cyanogen das zweite mobile Standbein der Redmonder sein. Erst kürzlich schrieb ich noch, dass Microsoft auch auf Android setzen soll – offenbar haben die Redmonder das tatsächlich vor. Ob es aber auch ein Android beziehungsweise Cyanogen-Smartphone von Microsoft geben wird, steht noch in den Sternen. Es sollte außerdem nicht vergessen werden, dass Microsofts Dienste schon auf Geräten von insgesamt 74 Herstellern vorinstalliert sind.

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1 Reaktionen
Hersteller freuen sich schon
Hersteller freuen sich schon

"intelligente, kontextsensitive und leichtgewichtige Anwendungen"
Dafür ist M$ ja schon seit Gründung bekannt...

Interessant wäre aber beispielsweise, die Telefon-App auf WiFi-Only Geräten oder SmarTVs durch z.B. Skype zu ersetzen oder durch eine Firmen-Chat-Software.

Dank Cortana und M$ haben die Dienste vermutlich Zugriff auf die CyanoModGen-Phones ohne GoogleNow. Ein USA-freies CyanoGenMod wäre besser. Oder ein Ubuntu (Südafrika) welches Android-Apps nativ so einfach zugänglich macht wie es Rentner und Hausfrauen vom Android-Phone bzw. Kindle oder iOS gewönt sind. Sinnvoll wäre auch das man die Apps entfernen kann. Von Android kennt man genug Hersteller wo man z.B. die Facebook-App nicht entfernen kann um die Megabytes einzusparen. Von Laptops kennt man ja Bloatware/Werbeware/JahresTestWare usw. so das man früher zumindest Laptops oft nach dem Kauf mit Windows von InstallDVD reinstalliert hat um den Hersteller-Crap nicht mit dabei zu haben.
http://www.golem.de/news/video-john-mcafee-ruft-zum-deinstallieren-der-mcafee-software-auf-1306-99897.html
Und wenn ich bei Google "mcafee " eingibt kommt als ein früher Suchvorschlag "mcafee removal tool ".

Manche Hersteller hingegen freuen sich sicher schon über die Rückkehr der Bloatware und ihrer immer wieder berichteten Sicherheits/Stabilitäts/Ressourcen-Bedarfs/...-Probleme. Und für Youtube-Anleitungen zum Entfernen wird man vielleicht teuer verklagt... McAfee hingegen darf in FairUse-Ländern mit echtem FreeSpeech seine technische Überlegenheit beweisen und den Willen des Volkes (also kleiner Laptop-Käufer) verkünden.

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