Microsoft fürchtet Open Source
Microsoft dominiert den Markt für Betriebssysteme und Office-Software und würde dies auch gerne für den Bereich der Online-Werbung ausweiten. Doch der Markt wird vom Rivalen Google dominiert. Überraschenderweise sieht man in Redmond aber Open Source als potenziell viel zerstörerischer für das Geschäftsmodell von Microsoft.
Lange hat
Microsoft den Markt für Suchmaschinen nur passiv beobachtet und konzentrierte sich lieber auf Betriebssysteme und Office-Pakete. Dann kam
Google, dominierte als bald den Markt und erzielte mit Onlinewerbung hohe Gewinne. Bei
Microsoft hatte man diese Entwicklung schlicht verschlafen und alle eigenen Bemühungen, ein gewichtiges Wort mitzureden, schlugen fehl. Und nachdem sich
Yahoo! den Übernahmeplänen von Microsoft zumindest vorläufig erfolgreich entzogen hat, ändert sich an der Vormachtstellung von
Google wohl so schnell auch nichts. Eine Niederlage, die Microsoft sehr schmerzen dürfte und weiteres Konfliktpotenzial aufbaut.
Etwas überraschend kommt da die Aussage von Ray Ozzie, dem Chief Software Architect von Microsoft, dessen Worten zufolge Google zwar ein "wahnsinnig starker Wettbewerber" sei, aber "Open Source potenziell viel zerstörerischer" für das Geschäftsmodel von Microsoft sei. Google müsse ja auch Gewinne erwirtschaften und seinen Aktionären gegenüber Rechenschaft ablegen. Die Open Source Community habe diese Zwänge nicht, so Ozzie weiter. Allerdings habe Open Source "Microsoft auch zu einem viel stärkeren Unternehmen gemacht". So habe man gelernt, wie wichtig Interoperabilität für den Kunden sei und berücksichtige diese Erkenntnis beim Service für den Bereich Enterprise.
Die Aussage von Ray Ozzie stammt aus einem Interview mit Charles di Bona, das während der Bernstein Strategic Decisions Conference am 28. Mai 2008 in New York geführt wurde. Das gesamte Originalinterview in englischer Sprache steht hier als Transcript und Audiocast zur Verfügung.
[via www.computerwoche.de]