Microsoft und Google werden zu OpenID-Providern

OpenID, der offene Standard zur Authentifizierung von Benutzern, hat prominenten Zuwachs auf Seiten der OpenID-Provider bekommen. Mit den Schwergewichten Microsoft und Google als Unterstützer könnte OpenID endlich den Durchbruch schaffen und sich als zentraler Authentifizierungsdienst etablieren.

Nach dem bereits am Montag den OpenID-Support unter Windows Live angekündigt hatte, zog gestern mit ein weiterer Vertreter der großen IT-Unternehmen nach. Wie der Suchmaschinenbetreiber gestern in einem Blogbeitrag bekannt gegeben hat, können Google-Mail-Nutzer ihren Account nun auch zur OpenID-Authentifizierung nutzen. Bereits länger an Bord sind bei OpenID Yahoo, AOL, Technorati und WordPress.

Für OpenID könnte die Teilnahme von Microsoft und Google an dem Single-sign-on-System den Durchbruch bedeuteten. Zuletzt stockte die weitere Verbreitung des offenen Standards, der seit 2005 entwickelt wird. Zwar waren beispielsweise mit Yahoo und AOL schon wichtige OpenID-Provider gefunden, aber es drohte immer noch die Aufspaltung in verschiedene Lager durch konkurrierende Single-sign-on-Systeme wie dem Passport von Microsoft.

Wie funktioniert OpenID?

Grob unterschieden wird zwischen OpenID-Provider und OpenID-Consumer. Bei den Providern registrieren sich die Nutzer und erhalten eine URL als "Open-ID", mit der sie sich bei den Consumern identifizieren und somit anmelden können. Anmeldeanfragen bei einem als Consumer fungierenden Webdienst werden dann nicht mehr direkt via Benutzername und Passwort abgefragt, sondern über den Umweg über den Provider. Hier können sich die Nutzer dann anmelden und der Provider meldet dem Consumer sein Okay.

Der Vorteil bei diesem Verfahren wird erst deutlich, wenn mehrere Webdienste OpenID unterstützen. Dann können die Nutzer sich mit der persönlichen OpenID schnell und unkompliziert anmelden, anstatt bei jedem einzelnen Dienst einen separaten Account mit immer neuen Benutzerdaten anlegen und merken zu müssen.

5 Answers

  1. von Markus Thomas 30.10.2008 (14:54Uhr) 1.

    aus meiner Sicht führt mittelfristig für keinen Portalbetreiber ein Weg an OpenID vorbei!

  2. von Oliver Wagner 30.10.2008 (15:03Uhr) 2.

    Wobei man darauf hinweisen muss, dass Googles Interpretation von OpenID sehr frei ist - und womöglich zu einem echten Fork des Standards werden könnte (vgl. URL-Prinzip). Das halte ich für eher gefährlich denn förderlich...

  3. von Markus Thomas 30.10.2008 (19:40Uhr) 3.

    Hallo Oliver! Warum sollte Google OpenID forken wollen, dass verstehe ich jetzt athoc nicht und halte ich für eine gewagte These.

  4. von Nekker 30.10.2008 (21:21Uhr) 4.

    Google hat mit dem zur Verfügung stellen einer API für OpenID OpenID geforkt! Laut Slashdot sieht es so aus, als ob Googles OpenID Variante nicht rückwärtskompatibel mit OpenID 1.0 und OpenID 2.0 ist. Nett oder? ;) http://tech.slashdot.org/tech/08/10/29/2043218.shtml

  5. von andylenz77 02.11.2008 (10:18Uhr) 5.

    Mehr Details zum Thema und eine andre Sichtweise vertritt Kollege Pixelsebi. Sehr lesenswert: http://pixelsebi.com/2008-10-31/google-openid-already-works-nearly-everywhere/

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