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Desktop nach dem Lego-Prinzip: Microsoft patentiert modulares PC-Konzept

Desktop nach dem Lego-Prinzip: Microsoft patentiert modulares PC-Konzept

In einem Patentantrag beschreibt , wie sich das Unternehmen einen modularen Computer nach dem Baukastenprinzip vorstellt. Wir haben uns angeschaut, was es damit auf sich hat.

Desktop nach dem Lego-Prinzip: Microsoft patentiert modulares PC-Konzept
Modularer PC. (Grafik: Microsoft / United States Patent and Trademark Office)

Patent: Ein modularer All-in-One-PC von Microsoft?

Mit dem modularen Smartphone-Konzept Project Ara konnte Google für einige Aufmerksamkeit sorgen. In einem Patentantrag beschreibt Microsoft jetzt, wie sich ein ähnliches Konzept auch auf Desktop-Computer anwenden ließe. Zwar lassen sich die Komponenten in herkömmlichen Desktop-PCs sowieso austauschen, Microsoft scheint das aber auch für die mittlerweile recht populären All-in-One-PCs anzustreben.

Ein modularer All-in-One-PC nach Vorstellung von Microsoft. (Grafik: Microsoft / United States Patent and Trademark Office)
Ein modularer All-in-One-PC nach Vorstellung von Microsoft. (Grafik: Microsoft / United States Patent and Trademark Office)

Bei denen befinden sich Monitor und PC-Hardware üblicherweise in einem Gehäuse. Das ist platzsparend, aber eben nicht wirklich zukunftssicher, weil sich die Hardware im Grunde nicht erweitern oder austauschen lässt. Beim Microsoft-Konzept könnten Nutzer zusätzliche Komponenten in Form einheitlicher Bauteile über einen Magnetverschluss unterhalb der Display-Halterung anbringen. So könnten selbst Nutzer ohne größere Hardware-Erfahrung das Gerät leicht um neue Komponenten erweitern.

Modularer PC: Ganz neu ist die Idee von Microsoft nicht

So richtig neu sind die im Patentantrag vorgestellten Ideen nicht. Schon zur CES 2014 hatte Microsoft gemeinsam mit dem Gaming-PC-Hersteller Razer mit Project Christine das Konzept eines Desktop-Rechners vorgestellt, der sich über vorgefertigte Module erweitern ließ. Seit damals wurde es allerdings ziemlich still um das Konzept.

Im September 2015 hat Acer dann den Revo Build vorgestellt. Auch hier handelte es sich um einen Desktop-Rechner, bei dem Erweiterungen in Form vorgefertigter Module übereinandergesteckt werden können. Wie beim Razer-Konzept handelt es sich aber auch bei Acer nicht um einen All-in-One mit integriertem Monitor, wie ihn Microsoft in dem Patentantrag beschreibt.

Ob aus dem Patent jemals ein echtes Produkt wird, und Microsoft vielleicht sogar einen modularen All-in-One-PC mit Surface-Branding veröffentlichen wird, bleibt vorläufig offen. Zumal sich erst zeigen müsste, ob es für ein solches Gerät überhaupt einen Markt gibt. Wer sehr spezielle Hardware-Anforderungen hat, wird wohl auch in Zukunft mit einem herkömmlichen Desktop-PC besser aufgehoben sein. Sinnvoll wäre ein Baukasten-Rechner wohl auch erst dann, wenn der Kaufpreis der Module so niedrig liegt, dass sich durch die verringerten Support-Kosten wirklich Geld sparen ließe.

Ebenfalls interessant in diesem Kontext ist unser Artikel „Von Ara bis RePhone: Diese Hersteller entwickeln modulare Smartphones“.

via venturebeat.com

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2 Antworten
  1. von Krest am 15.02.2016 (17:18 Uhr)

    Ganz neu ist das Konzept in der Tat nicht: http://www.storiesofapple.net/the-jonathan-computer.html

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  2. von Ara für alle am 15.02.2016 (18:11 Uhr)

    Displays sind ein Relevanter Part und Träger und im Prinzip was die Karosserie beim Auto ist und bei guten E-Autos auch wie Gehäuse oder Mainboards beim PC geswitched werden könnte während man viele andere Teile locker aufs nächste Gerät mitnimmt.
    Bei SmarTVs oder großen Tabletts oder halt All-in-One-PCs wären das simple Verbesserungs-Updates.
    Sogar M$ und Wintel sind inzwischen besser als Google...

    Als China-Produzent hätte ich ARA für Tabletts längst etabliert...
    Denn brauchbare Bildschime wegwerfen ist zu schade...

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