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Microsoft wirbt mit neuer Anti-Google-Kampagne für Bing

In einer neuen Kampagne für die eigene Suchmaschine Bing greift Microsoft Mitbewerber Google an. „Don't get scroogled!“ heißt es auf einer extra eingerichteten Website, die Nutzer von Googles Schlechtigkeit und den eigenen Vorzügen überzeugen will.

Microsoft wirbt mit neuer Anti-Google-Kampagne für Bing

Ist Bing die ehrlichere Suchmaschine?

Schön geht anders: Allein optisch ist die Bing-Kampagne "Scroogeled" fragwürdig.

Am Anfang hätte noch gepredigt „Don't be evil“, heißt es gleich auf der Startseite von Scroogeled!. Doch dann hätte der Suchriese angefangen, die Shopping-Ergebnisse gegen bezahlte Suchresultate auszutauschen. Mittlerweile sei Google Shopping nur noch eine Liste von zielgerichteten Werbeinhalten, die von Nutzern fatalerweise für Suchergebnisse gehalten werden. Das Wort „Scroogeled“ ist eine Wortschöpfung aus Screwed (= reingelegt) und Google. „Für eine ehrliche Suche probiere aus“, rät im Anschluss. Im Sommer hatte Microsoft bereits eine Anti-Google-Kampagne gefahren, die aber vergleichsweise harmlos war; nun sind die Geschütze schärfer geworden.

Es ist ein seltsamer Vorstoß, den Microsoft hier vornimmt. Die Scroogeled!-Seite ist optisch dermaßen überladen und unansprechend, dass Nutzer sich nicht gerade eingeladen fühlen, sich mit den Inhalten auseinander zu setzen. Inhaltlich mag an der Google-Kritik vieles berechtigt sein. Die bierernste Art und Weise, mit der Microsoft seinen Mitbewerber abkanzelt um auf das eigene Produkt zu verweisen, ist trotzdem befremdlich und hat etwas vom amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf: Statt über die eigenen Vorzüge lässt es sich leichter über die Schwachstellen des Gegners reden. Zusätzlich rufen die Macher dazu auf, negative Erfahrungen mit der Google Suche auf der Bing Facebook Seite zu teilen. Wer so gegen einen Mitbewerber schießt, muss selbst eine blütenweiße Weste haben.

Erst kürzlich jedoch ist eine Partnerschaft mit Ebays Tochter Shopping.com eingegangen, die selbst eine Werbeplattform ist. „While Bing previously allowed merchants to submit their own feeds for inclusion, the company now says that it is 'not accepting new merchants for this program'.”, stellt Techcrunch heraus. Stattdessen sollen Händler nun mit Shopping.com zusammenarbeiten. So werden bezahlte Angebote in der Bing Shoppingsuche hervorgehoben, sowohl in den Suchergebnissen als auch Produktseiten. Diese Umstellung habe Bing direkt vor Urlaubsbeginn vollzogen, um sicher zu stellen, dass der Service gut anläuft. „Overall, Bing works with both the Shopping.com feeds and the merchant feeds, and gets data from its web crawler“, so Techcrunch.

Googles Änderungen in Bezug auf seine Shopping Suche sind in der Tat kritisch zu hinterfragen. Aber ob die Anti-Google-Kampagne Nutzer wirklich zu Bing treiben wird, ist fraglich. Die ganze Kampagne hat einen sehr negativen Beigeschmack. Allerdings: Für Aufmerksamkeit wird sie sicher sorgen, schon allein aufgrund der grauenvollen Umsetzung. Insgesamt wirkt das Unternehmen aber eher wie der letzte Angriff eines verwundeten Tiers.

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Foto: iStockphoto.com/DmitriMaruta

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11 Antworten
  1. von Vic am 29.11.2012 (09:35Uhr)

    Und wie wäre es mit dem Link zur Scroogled-Website?

  2. von 5 Lesetipps für den 29. November |… am 29.11.2012 (09:43Uhr)

    [...] SCROOGLED Microsoft wirbt mit neuer Anti-Google-Kampagne für Bing: In einer neuen Kampagne für die eigene Suchmaschine Bing greift Microsoft Mitbewerber Google an. „Don't get scroogeled!“ heißt es auf einer extra eingerichteten Website, die Nutzer von Googles Schlechtigkeit und den eigenen Vorzügen überzeugen will. [...]

  3. von Dominic am 29.11.2012 (15:45Uhr)

    Die Seite funktioniert nichtmal richtig im Chrome :D

  4. von Ricardt am 29.11.2012 (16:15Uhr)

    Das mag zwar alles stimmen, aber Google gegen Bing austauschen ist so als würde man statt Benzin Diesel trinken. ICh persönlich finde "Ixquik" ist eine gute Suchmaschine, denn die garantieren Dir das Sie KEINE Nutzerbezogenen Daten speichern. KEINE. Die einzige Suchmaschiene die ichkenne, die sowas ernsthaft verspricht. NAtürlich ist Ixquick halt nicht so gut mit sienem Such-Algorithmus wie Google, aber ich denke die Vorteile sind nciht von der Hand zu weisen.

  5. von Stephan am 29.11.2012 (16:19Uhr)

    Bei mir haben sich die Zugriffe seitens bing auf meinen Blog verzehnfacht. Das ist immer noch viel, viel weniger, als von Google, aber man merkt einen Anstieg. Und etwas mehr Oligopol ist sicherlich im Sinne der Nutzer.

    Ich gebe Euch recht, die Kampagne aktuell ist gerade für MS nicht so intelligent - waren dei Redmonder doch selber jahrelang "die Bösen". Die Kampagne im Sommer dagegen war pfiffig gemacht.

    lG
    Stephan

  6. von Yvonne Ortmann am 29.11.2012 (18:05Uhr)

    @Vic: Danke, Link ist eingefügt.

  7. von Suchmaschinenoptimierung Microsoft führ… am 30.11.2012 (15:37Uhr)

    [...] Mitlesen. Mitreden. (Blog)"Scroogled": Microsoft attackiert Google ShoppingderStandard.atMicrosoft wirbt mit neuer Anti-Google-Kampagne für Bingt3n MagazinHartware.net -NZZ Online -Gründerszene.deAlle 23 Artikel » [...]

  8. von Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 48 | SE… am 30.11.2012 (17:33Uhr)

    [...] bezahlter Suchresultate nicht die feine englische Art und sollte kritisch hinterfragt werden, wie auch Yvonne Ortmann von t3n findet, aber mit dieser fragwürdigen Kampagne bekleckert sich Microsoft auch nicht mit Ruhm. Don’t [...]

  9. von Bing vs. Goliath … ähm Google am 30.11.2012 (22:09Uhr)

    [...] t3n.de vergleicht Bing’ s „Attacke“ gegen Google wie in einem Präsidentschafts-Wahlkampf. Um sich selbst hervorzuheben, redet man über die Schwächen des Gegners, macht sich damit aber eher lächerlich. Ob nun mehr Nutzer über Bing das Internet durchsuchen werden, bleibt abzuwarten. [...]

  10. von Ein halbes Jahr Leistungsschutzrecht –… am 20.11.2013 (15:30Uhr)

    […] Die Empörung kulmulierte in der Gründung einer Initiative, brachte mehr oder weniger ernst gemeinte Solidaritäts- und “Jetzt-erst-recht”-Aktionen hervor wie die hier oder die hier oder die hier. Gelacht werden durfte auch, im Lummaland zum Beispiel. Am Ende mischte selbst Microsoft mit und versuchte, bei Bing zu retten, was (vermeintlich) zu retten war. […]

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