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Startups

Millionen-Exit: Deutsches Cloud-Data-Startup doctape geht an Atlassian

    Millionen-Exit: Deutsches Cloud-Data-Startup doctape geht an Atlassian

Der deutsche Archivierungsdienst doctape wurde an Atlassian verkauft. Die Verkaufssumme wird auf 7,5 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Dienst wird eingestellt.

Das hannoversche Startup doctape wird Teil der Atlassian-Familie und startet ein nächstes großes Kapitel in der noch jungen Firmengeschichte. Nachdem der Archivierungsdienst 2012 aus der geschlossenen Betaphase trat, hat sich doctape bereits zwei Jahre später einen Namen in San Francisco gemacht. In der kalifornischen Stadt haben die Gründer in den vergangenen Monaten ihre Gespräche mit Atlassian geführt. Nach Schätzungen von Branchen-Insidern dürfte der Kaufpreis bei knapp unter 7,5 Millionen US-Dollar liegen.

Atlassian hat mit doctape und dem doctape-Team großes Experten-Knowhow im Bereich Cloud-Storage und Usablity erworben. Insofern die doctape-Basistechnologien in den kommenden Veröffentlichungen von Atlassian-Produkten angewendet werden, können sich die Nutzer von Jira, Confluence und HipChat auf besseres Datenhandling und eine optimierte Usability bei der Integration von Bildern, Videos und Daten freuen.

doctape Gründer Ricardo Ferrer Rivero, Sascha Reuter und Sven Hohlfeld (v.l.).
Doctape-Gründer Ricardo Ferrer Rivero, Sascha Reuter und Sven Hohlfeld (v.l.).

Die Macher von doctape haben sich in einer Ankündigung zudem direkt an die Nutzer gerichtet, die in den kommenden Tagen mit der Schließung des Dienstes rechnen müssen. So schreiben die Verantwortlichen, dass bestehende Dienste und Apps zum 25. November eingestellt und dass die Anmeldung neuer Nutzer sowie die Aktualisierung auf kostenpflichtige Pro-Accounts deaktiviert werden. Nutzer des doctape-Angebotes können mit einer integrierten Backup-Funktion sämtliche gespeicherte Dateien über die Web-Oberfläche exportieren.

doctape-Gründer bedanken sich bei ihren Nutzern und raten zu Alternativen

In einigen persönlichen Worten bedankt sich das Team zudem für das große Vertrauen in den Dienst und gibt bekannt, dass bisher und auch in Zukunft keine Nutzerdaten verkauft oder weitergegeben werden. Als kleinen Service empfiehlt doctape seinen Nutzern zudem einige alternative Dienste, denen sie ihr Vertrauen aussprechen – Dropbox, Box und OneDrive.

Doctape bot seinen Nutzern ein Dateiverwaltungssystem für persönliche und geschäftliche Dokumente. (Grafik: doctape-vimeo)
Doctape bot seinen Nutzern ein Dateiverwaltungssystem für persönliche und geschäftliche Dokumente. (Grafik: doctape-vimeo)

Doctape bot seinen Nutzern die Möglichkeit persönliche und geschäftliche Dokumente jeder Art in der Cloud zu archivieren, zu organisieren und zu teilen. Dabei wurden alle Medienformate direkt umgewandelt, so dass Nutzer ihre Fotos, Videos und Audiofiles ohne die Installation einer lokalen Software direkt ansehen konnten.

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9 Reaktionen
NikolaiShulgin.Bitrix24
NikolaiShulgin.Bitrix24

Es gibt ein interessantes Startup, das erstens dem im Artikel angesprochenen Problem der Datenunsicherheit bei Schließung entgegentritt und andererseits Datenhoheit gewährleistet (https://protonet.info/de/). Das System ist nicht ganz billig, dafür hat man "ein für alle mal" Ruhe (ggf. auch vor der NSA) und erhält dazu noch ein kleines Management-Tool and die Hand.

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David
David

Gibt es denn wirklich noch Leute die denken, auf ihrer eigenen Festplatte sind die Daten sicherer als in der Cloud? Auf eine private Festplatte kann jeder mit einbisschen Einarbeitungszeit drauf.

Die Cloud ist kein Modetrend. Das ist etwas was bleiben wird. Anfangs wollten die Leute auch nicht mit dem Flugzeug fliegen oder ihr Geld zu einer Bank bringen. Klar gibt es auch mal Flugzeuge die abstürzen und Banken die Pleite gehen. Trotzdem gibt es die Luftfahrt und das Bankenwesen.

Ähnlich ist es mit der Cloud. Unsere Daten ob als Privatperson oder Unternehmer werden zukünftig zunehmend in der Cloud abgelegt werden. Wenn nicht durch uns selbst, dann eben durch Unternehmen deren Dienstleistungen wir in Anspruch nehmen.

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Ion
Ion

Ich habe diesen Cloud Hype von Beginn an überhaupt nicht verstanden. Klar es ist praktisch von jedem Device auf alle Daten zuzugreifen. Aber zu welchem Preis? Das potenziell jeder Mensch meine Daten hacken kann oder das Unternehmen die Daten hinter meinem Rücken weiterverkauft?
Speichermedien werden immer günstiger und immer leichter. Die eigenen Daten sind immer noch am sichersten auf meiner eigenen Festplatte/USB Stick.

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MarcHe
MarcHe

Erst macht man Kundenwerbung, da die Cloud nicht SO angenommen wird. Wenn der Kunde sich dann entscheidet und viel Zeit investiert in die Umstrukturierung, dann nimmt man das cash und schließt.

Aber die Empfehlung PrivatCloud/Owncloud usw. beim Thema Sicherheit sind keine Alternativen - nur weil inhouse gehostet, sind diese auch nicht sicherer.
Lediglich im Bereich der langfristigkeit eines System, spricht hierfür. Wobei wenn hier die Weiterentwicklung eingestellt wird, da von einer kleinen Software-Schmiede, schiebt man die Problematik Umzug auf alternatives System lediglich auf.

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Daniel

Dropbox, Box und OneDrive als ALTERNATIVEN? Soll wohl ein schlechter Scherz sein. Gerade Dropbox nimmt es mit Datenschutz alles andere als genau. Und welche Vorteile der Firmenstandort USA bringt, sollte spätestens seit Snowden klar sein: https://u-labs.de/technik-news-51/missbrauch-von-nacktfotos-durch-nsa-mitarbeiter-warnung-vor-dropbox-33815/
Auch wenn hier von Dropbox die Rede ist, gilt das für andere amerikanische Anbieter wie OneDrive, Google Drive etc. natürlich ebenso.
Der einzige Anbieter wo hier annährend als Alternative in Frage kommt ist Box. Den Rest kann man knicken, außer man ist naiv und die eigenen Daten sind einem null Wert.

Letztendlich ist der beste Weg, gar keine Public Clouds zu verwenden. Ob man in Deutschland viel sicherer ist halte ich für höchst fragwürdig, da der BND und generell unsere Regierung viel zu stark mit Amerikanern & co. kooperiert. Wirklich Herr über seine Daten ist man nur dann, wenn man sie nicht aus der Hand gibt und eine Transportverschlüsselung nutzt.
Teuer und aufwändig ist das mittlerweile auch nicht mehr. Für eine einzelne Person braucht man keinen teuren und aufwändig zu administrierenden Server. Ein Raspberry ist da oft schon vollkommen ausreichend. Entsprechende Software lässt sich meist mit wenig Aufwand und Fachwissen installieren, teilweise gibt es sogar schon fertige Pakete wie etwa von Owncloud.

Letztendlich ist das relativ wenig Aufwand, günstig und sicher. Außerdem hat man keinerlei Abhängigkeiten von einer Firma die pleite gehen kann oder wie hier verkauft wird.
Wer seine Daten immer noch in Dropbox, OneDrive oder gar in der iCloud liegen hat, ist selbst Schuld und dem ist wohl nicht mehr zu helfen...

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Frank Meier
Frank Meier

Darum besser auf die Private Cloud setzen. Bittorrent Sync (www.getsync.com), Everbase (www.everbase.net) oder ähnliche Dienste verhindern den Vendor-Lockin und man behält die volle Datenkontrolle!

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Hotte
Hotte

"Als kleinen Service empfiehlt doctape seinen Nutzern zudem einige alternative Dienste, denen sie ihr Vertrauen aussprechen – Dropbox, Box und OneDrive."

Und dann mit Sprüchen wie 'Hosting made in Germany' Propaganda betreiben? Integrität wie 'ne Bananenschale, wenn ihr mich fragt...

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Peter
Peter

Wieder ein Beispiel warum Cloud-Dienste einfach nur ein Krücke sind. Sie sind bequem, funktionieren meist immer und überall - solange bis der Anbieter es sich anders überlegt. Und dann ist man aufgeschmissen, muss sich nach Alternativen umsehen, hat ne Menge Arbeit damit dass sich andere eine goldene Nase verdienen. Die goldene Nase sei Ihnen gegönnt, aber am Ende auf meine Kosten - nein Danke :)

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Daniel

Wie Du Peter schon richtig sagst ist das ein Problem das die Cloud-Dienste schließen, ohne das man die Chance hat selbst die Software weiter zu hosten. Gerade bei DMS-Systemen wo man viel Zeit in das Ordnen der Dokumente gesteckt hat.
Es gibt ein Austauschformat für DMS-Systeme, welches genau dieses Problem adressiert, und somit ein Wechsel zwischen den DMS-Cloud Diensten ermöglichen würde. D.h. man hätte die Benefits des Cloud-Dienstes, OHNE den Vendor-Lockin. Zwar bietet doctape nun einen Export an, allerdings sind dort nur die rohen Dokumente enthalten, *alle* Metadaten fehlen.

Hier der Link zu dem Austauschformat:
https://github.com/galan/dms-exchange-specification

Viele Grüße

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