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Wie ihr mit Google Glass die Retouren-Rücknahme optimiert

Einfach schneller: Retourenmanagement mit Google Glass (Foto: Picavi)

Pick-by-Vision mit Google Glass heißt das neue Zauberwort für Retourenmangement. Die Firma Picavi hat jetzt die Kommissionierung mit Datenbrillen zur marktreifen Lösung entwickelt. Was das bringt.

Amazon hat die Retoure zum Kaufargument gemacht. Wer in der Oberliga der Online-Shops mitspielen will, kommt seitdem um kulantes und schnelles Retourenmanagement nicht herum. Für den Händler bedeutet das jedoch Kosten. Und die sind umso besser in den Griff zu bekommen, je besser und schneller das Retourenmanagement funktioniert.

Eine Möglichkeit, Retouren zu optimieren, ist der Einsatz von Google Glass im Lager. Mit der Datenbrille werden Waren und Pakete gescannt und die gescannten Daten mit dem bestandsführenden Lagerverwaltungs- oder ERP-System ausgetauscht. Eine Schnittstelle zwischen den Systemen soll die Daten synchronisieren und den korrekten Bestand im Online-Shop widerspiegeln – möglichst in Echtzeit.

Retouren mit Google Glass scannen. (Foto: Picavi)

So funktioniert das Retourenmanagement mit Google Glass

Der Kommissionierer wirft mit der Glass-Brille einen Blick auf die Retoure. Der in der Brille integrierte Scanner erkennt die Sendung und die damit verknüpfte Bestellung. Der Händler weiß somit, von welchem Kunden das Produkt zurückgeschickt wurde und um welches Produkt und welche Bestellung es sich handelt. Und auch warum das Produkt zurückschickt wurde, wird beim Eingangs-Scan erfasst.

Noch während der Kommissionierer auf das Paket schaut und diese Daten ins ERP- beziehungsweise Lagerverwaltungssystem gespielt werden, kann er das Paket auspacken und die Ware prüfen. Die Hände dazu hat er ja frei. Im Gegensatz zum Scannen mit Handscanner und anschließendem Auspacken spart das Procedere mit einer Datenbrille also viel Zeit.

Um die Rücksendung weiter zu bearbeiten, kann der Kommissionierer anhand eines Fragebogens oder Leitfadens die nächsten Schritte einleiten: Kann der Artikel neu verpackt und anschließend direkt zurück ins Lager geschickt werden? Muss der Artikel gereinigt oder repariert werden? A-Ware, B-Ware oder entsorgen? Die Datenbrille weiß Bescheid und gibt dem Kommissionierer Hinweise, wie er bei dem jeweiligen Produkt vorzugehen hat – über einen Entscheidungsbaum, eine Checkliste zum Abhaken oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Abwicklung der Retoure.

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KI und Google Glass bieten weiteres Spar-Potenzial beim Retourenmanagement

Eine intelligente und selbstlernende Software könnte in Zukunft sogar anhand eines Eingangsfotos der Rücksendung direkt vorschlagen, wie dieses Produkt weiter zu handhaben ist. Insbesondere ließen sich diese Daten abgleichen mit sämtlichen bisherigen Rücksendungen und so daraus lernen, welche Produkte in welchem Zustand recht gut erneut verkauft werden können.

Auch für den Kunden des Online-Shops hat das Google-Glass-System Vorteile: Nachdem die Rücksendung als der heilige Gral des Online-Shoppings gilt, will der Kunde entsprechend schnell über den Status seiner Rückzahlung informiert werden. Über den Scan und die Backend-Verbindung ins Bestellsystem können E-Commerce-Händler ihre Kunden schneller und automatisiert über den Bearbeitungsstatus der Retoure informieren.

Schäden dokumentieren

Weiter kann der Händler die zurückgesandten Produkte standardmäßig mit der Kamera in der Glass-Brille fotografieren und so Schäden dokumentieren – im Falle eines Rechtstreits mit dem Kunden eine wertvolle Beweishilfe. Und auch wenn ein Produktfehler immer wieder protokolliert wird, verbessert sich anhand der Beweisfotos die Verhandlungsgrundlage gegenüber dem Hersteller. Und auch Betrug lässt sich so besser nachweisen – beispielsweise wenn Fälschungen zurückgeschickt werden.

Einer der Anbieter im Markt für Retouren-Software ist Picavi. Picavi hat jetzt die Glass-Enterprise-Edition auf den Markt gebracht. Die Datenbrille wiegt 42 Gramm. Es gibt sie mit Sicherheitsglas und auf Wunsch auch mit den richtigen Dioptrinwerten der Mitarbeiter. Mit dem Click-and-Go-Prinzip, bei dem die jeweiligen Gläser in die Datenbrillenfassung geklickt werden,  passt sich die Brille an die Sehstärke des Nutzers an. Über verschiedene Schnittstellen lässt sie sich an verschiedene Warenwirtschaftssysteme andocken, beispielsweise an die SAP-Warehouse-Management-Module SAP-EWM und -WM. Die Picavi-Software auf der Datenbrille kommuniziert dabei über aktuelle Webservices – beispielsweise REST oder SOAP – wie über die verbreiteten und bewährten Telnet-Systeme. Die Integration erfolgt zumeist Middelware-free.

Kosten

Die Datenbrille ist immer Teil eines einsatzfertigen Pick-by-Vision-Systems aus Hardware inklusive Zubehör, individualisierter Software, Projektmanagement, Nutzerschulung und Inbetriebnahme. Einen Preis wollte Picavi nicht nennen, sondern nur so viel sagen: Der Kostenrahmen einer solchen Lösung für die Auftraggeber aus der Lager- und Prozesslogistik liegt etwa auf dem Niveau anderer Kommissioniersysteme.

 

 

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