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Fit für die Zukunft: Onlineshops jetzt für die mobile Revolution vorbereiten

Fit für die Zukunft: Onlineshops jetzt für die mobile Revolution vorbereiten

Wie aktuelle Zahlen beweisen, werden viele Onlinehändler von der mobilen Revolution überrollt. Peter Höschl von shopanbieter.de stellt die aktuelle Mobile-Commerce-Entwicklungen vor und zeigt auf, wie Händler ihren Onlineshop fit bekommen.

Fit für die Zukunft: Onlineshops jetzt für die mobile Revolution vorbereiten

Mobile Commerce wird zum Standard. (Foto: Anton Gvozdikov/Shutterstock)

Per Smartphone und Tablet-PC online zu shoppen, gehört für immer mehr deutsche Verbraucher zum Alltag. Aktuelle Traffic- und Umsatzzahlen diverser Onlineshops und Portale belegen diese Entwicklung. Für Shopbetreiber, die sich noch nicht um die mobile Optimierung gekümmert haben, heißt das: Es lohnt sich nicht nur, in den M-Commerce zu investieren. Es ist sogar von existenzieller Bedeutung! Welchen Anteil der M-Commerce schon jetzt im Onlinehandel hat und zwischen welchen Mobile-Shop-Varianten Shopbetreiber wählen können, zeigt dieser Artikel.

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Mobile Commerce gewinnt immens an Bedeutung. (Foto © bloomua – Fotolia.com)

Enormer mobiler Traffic in Onlineshops

Die Mobile Revolution kommt: Die aktuellen Zahlen zur Entwicklung des übertreffen selbst die optimistischen Prognosen vieler Studien. So werden in der aktuellen Ausgabe von shopanbieter to go Traffic-Daten von Idealo und Rakuten ausführlich vorgestellt. Die Preissuchmaschine Idealo weist demnach einen mobilen Traffic-Anteil von über 30 Prozent aus. Der Onlinemarktplatz Rakuten misst sogar schon einen mobilen Traffic-Anteil von 35 Prozent.

Die mobile Revolution kommt.

Auch die Onlineshops selbst werden immer häufiger von Nutzern mit Smartphones oder Tablet-PCs angesteuert. Zalando meldet einen mobilen Traffic-Anteil von 41 Prozent. Otto liegt mit 40 Prozent nur knapp darunter. Diese Werte bedeuten natürlich nicht, dass bereits 40 Prozent des Umsatzes mit mobilen Internetnutzern gemacht werden. Die Konvertierungsraten sind bei fast allen Shops bei Nutzern mit Smartphones und Tablet-PCs schlechter als bei Kunden, die den Shop per Desktop-PC oder Notebook ansteuern.

So viel Umsatz wird mit Mobile-Commerce erwirtschaftet

Doch wie wichtig ist der M-Commerce schon jetzt für den Umsatz eines Shops? Interessante Daten hierzu liefert das Affiliate-Netzwerk Zanox in seinem Mobile-Performance-Barometer. Hier wurden über 1.000 Advertister-Programme ausgewertet. Das Ergebnis: Der mobile Anteil am Gesamtumsatz betrug 14 Prozent. In dem Barometer wurden jedoch auch die Daten von Websites erfasst, die Tickets und Reisen verkaufen – beides Branchen, die gewöhnlich nicht dem E-Commerce zugerechnet werden. Trotzdem darf man davon ausgehen, dass sich der relative Wert auch dann nicht nennenswert verändern würde, wenn man die Zahlen dieser Anbieter herausrechnen würde. Diese Annahme wird dadurch gestützt, dass auch Rakuten auf einen mobilen Umsatzanteil von 18 Prozent kommt.

Das Mobile-Performance-Barometer von Zanox liefert nicht nur Zahlen zum M-Commerce-Umsatzanteil, sondern hat auch die durchschnittlichen Warenkorbwerte der unterschiedlichen Nutzungsgeräte miteinander verglichen. Und hierbei ergab sich das folgende Bild:

  1. Tablet-PC: 74 Euro
  2. Desktop-PC: 68 Euro
  3. Smartphone: 44 Euro

Mobile Commerce ist auch Couch Commerce

Der durchschnittliche Warenkorb ist also bei Nutzern, die mit dem Tablet einkaufen, höher als bei denen mit Desktop-PC. Diese Tatsache wirkt auf den ersten Blick überraschend. Schaut man sich jedoch an, wo die Verbraucher Tablet-PCs nutzen, erklärt sich, wie dieser hohe Wert zustande kommt. So haben in einer Mobile-Commerce-Umfrage von E-Result 98,2 Prozent der Befragten angegeben, dass sie ihr Tablet-PC zuhause einsetzen. Auf Platz 2 folgte die Antwort „Im Zug“ mit 37,2 Prozent. Folgerichtig haben bei der Umfrage über 89 Prozent der Befragten angegeben, dass sie ihr Tablet hauptsächlich zu Hause nutzen.

Fehlende Optimierung sorgt für Umsatzeinbußen.

Beim Begriff Mobile Commerce werden die Nutzungsgeräte Tablet-PC und Smartphone zusammengeworfen. Hauptsächlich unterwegs werden jedoch nur Smartphones eingesetzt. Bei Tablet-PCs müsste man richtigerweise eigentlich von „Couch Commerce“ sprechen. Nach einer Studie von Monetate werden Tablet-PCs hauptsächlich im Wohnzimmer (96 Prozent) genutzt. Gefolgt vom Schlafzimmer (94 Prozent) und Arbeitszimmer (75 Prozent). Tablet-PCs werden von vielen als vollwertiger Ersatz für ein Notebook oder einen Desktop-PC zuhause eingesetzt. Dass sich der Warenkorbwert beim Online-Shoppen auf demselben Niveau wie bei diesen beiden anderen Gerätetypen befindet, ist deshalb eigentlich alles andere als überraschend.

Online-Händler sollten aufgrund dieser Zahlen schleunigst dafür sorgen, dass ihre Shops auch auf Smartphones und Tablet-PCs eine optimale Usability aufweisen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die zunehmende mobile Internetnutzung nicht zu Umsatzeinbußen führt. Oder positiv formuliert: Je früher sich Händler sich auf den M-Commerce einstellen, desto höher ist der Wettbewerbsvorteil gegenüber Shops, die das bislang versäumt haben.

(Screenshot: Amazon)
Amazon bietet unter anderem native Apps, wie hier bei der abgebildeten iOS-App. (Screenshot: Amazon)

Wie wird ein Shop tauglich für den M-Commerce?

Dass Shopbetreiber auf den wachsenden mobilen Traffic reagieren müssen, dürfte außer Frage stehen. Geklärt werden muss nur noch, wie man seinen Shop für die Nutzung mit Smartphones und Tablet-PCs optimieren kann.

Christian Grötsch, Gründer und Geschäftsführer der dotSource GmbH meint hierzu:

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, hier müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden: Business Case, Ziele, Größe und Bekanntheit sowie die „Mobile Strategie“ des Unternehmens. Existiert bereits ein bestehender Onlineshop (soll dieser relauncht werden oder nicht?). Aus der Beantwortung dieser Fragen können sich verschiedene Handlungsempfehlungen ableiten. Die kann auch bedeuten, dass nicht nur eine Technologie empfehlenswert ist, sondern sich auch eine Kombination verschiedener Technologien als sinnvoll erweisen kann.

(Screenshot: Otto)
Mobile Commerce kann auch heißen, das Shopdesign so anzupassen, dass es überall funktioniert. Wie hier bei Otto, die keine separate Version des Shops ausspielen. (Screenshot: Otto)

Zur Auswahl bei der Mobile-Optimierung stehen unterschiedliche Methoden:

  1. Responsive Design: Der Shop wird so programmiert, dass er automatisch auf allen Endgeräten optimal angezeigt wird. Solch eine Umstellung erfordert einen Relaunch.
  2. Mobile Theme: Zusätzlich zum bestehenden Shop wird ein Shopfrontend für mobile Nutzungsgeräte entworfen.
  3. Web-App: Auf Basis von HTML5 wird eine App entwickelt, die der Nutzer direkt über den Browser nutzen kann. Solch eine App lässt sich fast genauso komfortabel bedienen wie eine App, die installiert werden muss – also eine native App.
  4. Native App: Native Apps werden über die Download-Stores der Portale von den Nutzern heruntergeladen und installiert. Diese Option ist nur als Zusatz zu einer der anderen Alternativen zu verstehen, da natürlich nicht jeder potenzielle Kunde bereit ist, für eine Bestellung eine App zu installieren.
  5. Hybride App: Hybride Apps sind eine Kombination aus Web-App und nativer App.

Fast noch wichtiger als die Frage, welchen technischen Weg man wählt, ist die Fokussierung auf das Ziel. So soll die mobile Shopseite leicht zu bedienen sein und eine hohe Conversion Rate versprechen.

Generell sollte bei der mobilen Version darauf geachtet werden, dass diese eine hohe Nutzer- und Gebrauchstauglichkeit besitzt und zudem auch dem aus den mobilen Versionen anderer Shopbetreiber gelernten Nutzerverhalten entspricht. Weiterhin sollte immer wieder hinterfragt werden, ob die mit der mobilen Version verbundenen Ziele des Shopbetreibers erfüllt werden. Hierfür sind natürlich einerseits eine sehr gute initiale Konzeption und anderseits eine fortlaufende Optimierung notwendig. Es reicht demzufolge nicht, sich damit zu begnügen, dass überhaupt eine mobile Version vorhanden ist.

erklärt Christian Grötsch.

Weiterführende Informationen zu den Vor- und Nachteilen der mobilen Shop-Lösungen findet ihr  im Artikel „Mobil optimierte Webseiten, Web Apps und native Apps im Vergleich“ von Christian Grötsch. Der Artikel ist zu finden in der aktuellen Ausgabe von shopanbieter to go – dem kostenlosen Praxis-Magazin für Onlinehändler und E-Commerce-Manager. Dort werden auch viele weitere spannende Fakten zur mobilen Nutzung von idealo und Rakuten verraten.

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2 Antworten
  1. von ibo am 19.12.2014 (14:47 Uhr)

    Wäre super wenn ihr vorstellen würdet welche Firmen es gibt die Mcommerce software oder umbau anbieten.

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  2. von Peter (shopanbieter.de) am 19.12.2014 (15:06 Uhr)

    Für den Umbau des eigenen Online-Shops gibt es eine ganze Menge an Agenturen. Orientiert sich aber auch am eingesetzten Shopsystem.

    Desweiteren gibt es noch App-Anbieter für den eigenen Onlineshop.

    Da es hier erstmal eine Menge an potentiellen Partnern gibt, hilft wohl nur selbst recherchieren, zumal wir keine Empfehlungen aussprechen können und wollen.

    Gerne aber natürlich von anderen Lesern.

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