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E-Commerce

Mobile Payment in Deutschland: Warum Apple und Google den Markt unter sich aufteilen werden

    Mobile Payment in Deutschland: Warum Apple und Google den Markt unter sich aufteilen werden

(Foto: © Tyler Olson – Fotolia.com)

Stell dir vor, man kann mit dem Smartphone an der Kasse im Handel bezahlen und keiner nutzt es. Eine Bestandsanalyse zur Mobile-Payment-Situation in Deutschland.

In den letzten Jahren standen wir beim Thema Mobile Payment immer wieder unmittelbar vor dem Durchbruch. Eine Vielzahl von Unternehmen hat versucht, mobiles Bezahlen in Deutschland salonfähig zu machen. Die Nutzer sollten mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen, so das Wunschdenken der Lösungsanbieter.

Die Realität sieht heute anders aus und Anbieter wie SQWallet, Paymey und jetzt auch die Otto-Tochter Yapital haben ihren Dienst eingestellt. Selbst bei großen Lösungsanbietern wie Telekom oder Vodafone ist es ruhig geworden beim Thema Mobile Payment. Doch warum?

Mobile Payment in Deutschland: Rechnung ohne den Kunden gemacht

Getrieben von einer Goldgräberstimmung, vernachlässigte man ausgerechnet den, der das Produkt am Ende nutzen sollte: den Nutzer. Mit Mobile Payment sollte ein Problem gelöst werden, das nicht existiert. Kaum ein Nutzer war bereit, ein Produkt zu nutzen, dessen Leistungsversprechen nicht nachvollziehbar und bei dem die Hürde zur Nutzung zu hoch war.

Nur wenige Nutzer quälten sich durch die unendlich langen Registrierungsprozesse, waren willens, eine neue SIM-Karte einzusetzen oder eine neue Kreditkarte zu beantragen. Je nach Anbieter war nämlich das erforderlich und so wundert es kaum, dass es immer ruhiger wird um das Thema Mobile Payment bei einigen Anbietern wird. Nicht zuletzt deshalb, weil mit Apple Pay und Android Pay mobile Bezahlverfahren vor der Tür stehen, die für sich gar nicht den Anspruch haben, ein Produkt zu sein – und trotzdem besser sind als alle verfügbaren Lösungen.

(Foto: Yapital)
Sterben der Mobile-Payment-Anbieter: Yapital stellt seinen Dienst ein (Foto: Yapital)

Mobile-Payment-Lösungen von Apple und Google sind kein Produkt

Gestartet in den USA, kann Apple Pay nur innerhalb eines Jahres schon ein Prozent aller Lebensmitteleinkäufe in den USA für sich verbuchen, und inzwischen unterstützen mehr als 90 Prozent der amerikanischen Banken Apple Pay. Der Grund, warum Apple Pay erfolgreicher starten konnte als alle anderen Lösungen bisher, liegt in der Positionierung und der Umsetzung: Apple Pay ist kein Produkt, für das sich der Nutzer bewusst entscheiden muss. Apple Pay ist ein Feature des iPhones oder der Apple Watch. Auch fallen Hürden wie eine komplizierte Registrierung weg. Nutzer bekommen weder eine neue Kreditkarte, noch müssen sie lange auf die Freischaltung waren. Apple Pay kann sofort genutzt werden.

Gleiches gilt für Android Pay. Auch Googles Payment-Lösung ist kein Produkt, sondern ein Feature des Betriebssystems. Auch hier können Nutzer sofort loslegen. Möglich wurde diese Vereinfachung durch die Zusammenarbeit mit Banken und Kreditkartengesellschaften. Und beide Verfahren basieren auf der gleiche Technik. Auch der Händler muss nichts weiter tun, um Apple oder Android Pay zu unterstützen, da beide auf NFC aufsetzen. Jedes neue Kartenterminal ist damit ausgestattet und bis 2020 sollen alle Terminals in Deutschland NFC-fähig sein. In den USA stieg die Abdeckung innerhalb des letzten Jahres von 200.000 auf 1,5 Millionen NFC-fähige Terminals.

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Apple Pay wird auch nach Deutschland kommen (Foto: Apple)

Als Apple im Oktober 2014 mit Apple Pay und Google einige Monate später mit Android Pay eigene mobile Bezahlverfahren vorstellten, sollte damit endgültig das Todesurteil für alle anderen Anbieter gesprochen werden. Auf der einen Seite wird künftig ein mobiles Bezahlverfahren direkt mit dem Smartphone ausgeliefert und auf der anderen Seite entfallen die Hürden für Registrierung und Auswahl des richtigen Bezahlverfahren. Die Usability ist bei Apple und Google auf den Nutzer optimiert und der Prozess an der Kasse entspricht dem Bezahlvorgang einer kontaktlosen Giro- oder Kreditkarte. Der Nutzer muss keine App starten und keinen QR- oder Barcode fotografieren.

Google Wallet soll künftig ebenfalls das Android Pay-System verwenden. (Bild: Google)
Google Wallet soll künftig ebenfalls das Android Pay-System verwenden. (Bild: Google)

Mobile Payment in Deutschland: Kommt. Nur nicht von den lokalen Anbietern

Als ich in meinem offenen Brief an die Mobile-Payment-Anbieter vor fast zwei Jahren schrieb, „lasst euch tatsächlich grandiose Lösungen einfallen, denn sonst kommt wieder einer der ganz Großen und macht es dann doch richtig. Apple und Co. sind schon in Lauerstellung“, sollte ich Recht behalten. Ich wünschte, es wäre anders gelaufen und wir hätten ein mobiles Bezahlverfahren fernab der üblichen Verdächtigen etablieren können. Das ist schade, aber der Drops ist gelutscht.

Mobile Payment wird auch nach Deutschland kommen und sich als Bezahlverfahren etablieren, in Form von Apple oder Android Pay. Schlussendlich ist dann das Smartphone ohnehin nur ein anderer Formfaktor einer kontaktlosen Kredit- oder Giro-Karte und der Kasse ist es egal, ob man kontaktlos mit Karte, Smartphone, Watch oder welchem Device auch immer bezahlt. Und dem Nutzer übrigens auch.

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8 Reaktionen
FotoBLN
FotoBLN

Das schöne ist ja das man mit Google Anonym Shoppen kann.
Jedenfalls gegenüber der eigenen Bank... Name des Geschäftes und so steht nicht bei der Bank. Also auch nicht auf den Kontoauszügen.

Die Frage ist was einen mehr Stört... wenn die eigene Bank diese Daten hat wo man doch heutzutage ständig Offenlegen muss was man da so drauf hat etc... oder Google...welche die Daten sicher auch für eigene Zwecke (Werbe-Optimierung) nutzen, aber zumindest nichts mit gängigen Behörden zu tun haben.

Ich denke Google Pay, Apple und co kommen aus mehreren Gründen nicht

Die Deutschen Banken wollen sich den Markt nicht teilen.. daher weigern sie sich mit Google etc. zusammenzuarbeiten.

Die Deutsche Politik will es auch nicht, weil dann schwieriger über das normale Girokonto nachverfolgt werden kann wann wer wo was gekauft hat.

Würde hoffen es tut sich dieses Jahr da noch etwas.... vermute aber eher das jede Bank ihre eigene Pay-App raus bringt, weil sie so mehr Einnimmt. Dem Kunden kann es egal sein, geht ja eh alles über sein Konto... es sind halt die kleinen Details die dann evtl. stören wenn es direkt über die eigene Bank läuft.

Antworten

Transparenz motiviert
Transparenz motiviert

@Heide: Diese kleinen Anbieter wären die Hausbanken. Tja. Die schaffen es aber schon seit dem neuen Markt unter Rot-Grün schon nicht...
Jeder Paketbote nutzt QR-Codes. Aber das man die Zahlungs-Daten per QR-Code aus der Rechnung vom Stromwerk, Handwerker, t3n-Verlag,... ins Onlinebanking einliest müssen wohl US-Startups oder Holding-Ketten-Cashburner erbringen weil offene kostenlose Standards wohl zu einfach wären und man da keine Posten verteilen kann... Unbezahlte Rechnungen sind ein riesiges Problem.

@Markus: Hier ein Döner-Shop hat ein VISA-Wireless-Infotafel in der Auslage und auf der Rückseite ist Anleitung für die Mitarbeiter. Nett wäre eine Online-App wo man die nächsten Visa-Wireless-Zahlungsstellen incl. Angebotsübersicht sehen kann.

@all: Wenn man die Payback-karte bei dm über den Self-service-Scanner an der Kasse schwenkt liest er sie auch ein. Da meine Karte uralt ist, wäre mal interessant worauf es basiert: Chip, RFID, NFC, QR, Barcode, Magnetstreifen ? Das schöne ist, das es so einfach funktioniert und man dm eigentlich danken sollte das sie Leuten durch persönliche Erfahrung beibringen wie einfach man Kundenkarten per drüber-winken aufladen kann. Diese positiven Erlebnisse transferiert man dann vermutlich auch auf Wink-Zahlungen mit NFC-EC-Karte (von den Sparkassen glaube ich) bzw. iWatch oder Handy so das Payback-Selfservice-Scanner ein positiver Katalysator für NFC-Kunden werden könnten. Bei ich glaube real gabs auch Payback-Selfservice-Terminals aber da wurde die Karte wohl reingeschoben.
Und mit Windows, Handies oder beim Einkaufen immer ein Produkt was nicht zu scannen geht hat jeder schon schlechte Erlebnisse gehabt so das man meist das Erprobte bevorzugt. Das ist aber auch Mitschuld der User-Interface-Designer. Siehe beispielsweise Fahrkarten-Automaten oder Apps wo man wohl erst eine Schulung für machen soll weil die so unbedienbar sind...

@Uli: Man spart gegenüber reinschieben deutliche Sekunden ein. Systeme wie Kino, Messen, Theater, Kultur, Museum,... mit überschaubaren Optionen könnten auf Terminals umstellen wo man dann drüber-winkt wenn man seine Eintrittskarten ausgesucht hat. Personal-Einsparungen sind große Einsparungen... Auch an der Supermarktkasse ist EC-Karte oft langsamer als Bargeld.
Vielleicht wirkt es auch gegen Skimming-Automaten oder wie das heisst. Böse Zigaretten-Automaten welche die Karten einziehen und behalten gibts ja vielleicht schon von Banden. Ein Grund mehr, per Handy zu zahlen sind die 4k-UHD-1-Kameras (8 MegaPixel) und UHD-2-Kameras(8k=32 MegaPixel!!!) womit man die abgefilmte Pin-Eingabe oder Kreditkarten-Nummer inclusive Rückseite mit Sicherheits-Pin oder wie das heisst besser lesen kann als der Besitzer wenn der seine Brille nicht trägt...
You don't get what you don't see... (What you get is what you see, What/All you see is all you get,...)

Und nie vergessen: Die Bezahl-NFC kann man auch auf ein Uhren-Armband, Schlüsselanhänger, EC-Karte, Ring oder Handy aufkleben. Man muss kein neues Handy dafür kaufen. Fragt doch mal die Sparkassen. Ich glaube die wollten die EC-Karten mit NFC versehen und machen das wohl schon eine Weile.
google-suche: sparkassen nfc maestro
ergibt das es als "girogo" schon existiert und man KEIN NEUES TEURES Handy dafür braucht. Ein Grund ist wohl auch die Karte nicht aus der Brieftasche holen zu müssen. An der Sicherheit wurde hoffentlich seit der Kritik gearbeitet. Sonst wäre das ein KO-Kriterium...

Antworten

Heide
Heide

Für Apple und Google-Bezahlungen ist eine Kleinigkeit nötig, die ein Netzanwender mt einem Rest an Würde nicht haben wird, nämlich ein Nutzerkonto bei diesen Firmen, in dem alle Daten und Zahlungsverbindungen hinterlegt sind.

Kleine Anbieter hätten hier den Nutzen eine "Risikostreuung". Aber wenn man das "Streuen" auch reduzieren möchte, und dann nochmal in Ruhe drüber nachdenkt... finde ich zumindest... bleibt man einfach außen vor und freut sich ;-)

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Markus
Markus

Ich glaube nicht, dass es am Mangel des Kundennutzen liegt. Vielmehr liegt es tatsächlich an dem geringen Interesse einzelnen Anbieter am deutschen Markt.
Mittlerweile dürfte fast jede VISA Karte das kontaktlose Zahlen ermöglichen. Allerdings wird kaum Werbung dafür gemacht und nach einigen nicht erfolgreichen Versuchen damit irgendwo bezahlen zu können, habe ich mittlerweile es auch aufgegeben ein Geschäft zu finden, bei dem man das bargeldlose Bezahlen verwenden kann.
Es gibt die Technologie, es gibt Millionen VISA Karten - was hindert uns also daran das ganze zu verwenden? Scheinbar ist das kein Geschäftsfeld mit hohen Gewinnmargen bei VISA.

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Transparenz motiviert
Transparenz motiviert

Ihr könntet mal nachfragen wieso anscheinend viele Supermarkt-Ketten und Discounter quasi zeitnah in 2015 die Bezahlmöglichkeiten austauschten.
Auch bei dm kann man inzwischen die Payback-Karte selber drüberhalten und scannen.
Der ZKA hat vielleicht Informationen dazu. Journalisten-Anfragen beantworten die vermutlich ja. Vielleicht muss man aber auch nur mehr um die Kunden kämpfen als früher.

M.W. hatten die Aldis damals erst recht spät Scanner-Kassen eingeführt. Jetzt bei kontaktlosem Bezahlen sind die wohl mit dabei.
Wikipedia: Aldi#Kassensystem

Die Bahn will jetzt wohl auch in der zweiten Klasse Internet anbieten...
Evtl. nehmen die Internet-People doch immer größere Prozente ein. Wenn jedes Jahr 1/80 sterben sind das 1.25% der Bürger also Kunden weniger und vielleicht 1% die quasi nach-wachsen und mit Internet aufgewachsen sind. Innerhalb 10 Jahren seit rot-grün, DSL-786 und natürlich UMTS-Versteigerung und neuem Markt sind das vielleicht 18% Bevölkerung weniger und 15% neue junge Kunden. Das müssten Eure Kollegen in der Werbewirtschaft oder TV-Sender eigentlich mitbekommen. Oder die Kinder und Praktikanten der Entscheider richten den Blick auf Internet, Handy-Payment, Apps usw.

Bei barzahlen.de könnte man auch mal nachfragen. Solche Angebote sind vielleicht auch beliebter als man denkt.

Hier hilft es vielleicht nicht viel aber als Videospiel-Konsolen-Fans waren Börsen-Meldungen bzgl. Nintendo oder Sony oft informativer als Gerüchte und Spekulationen. Das Netz von Zahlen herauszufinden und regelmäßig zu aktualisieren wäre ganz interessant. Bei Mobilfunk-Konzernen (Kunden, ARPU, ...) macht man das ja auch. Maestro, Amex usw. haben ja teilweise Informationen wo man alle Anbieter nebeneinander stellen kann. Data-Wiki gibts ja leider nicht. Aber die EC-Karten haben teilweise schon NFC eingebaut.

Bei den Branchen-Vereins-Meldungen auf der IFA bzgl. Fernsehern, BluRay-Playern oder UHD-1-Bildschirmen kam ja auch heraus das die Flachbildschirme etwa 7.5% pro Jahr wachsen also die Röhren-TVs ausgetauscht werden also 15-20 Jahre halten. Da lässt sich die vermutlich recht wort-gleiche Meldung mit anderen Zahlen fürs nächste Jahr oft recht einfach abschätzen/hoch-rechnen/extrapolieren.
Auch das mooresche Gesetz macht hoch-rechnen der Preis-Entwicklung bei vielen Dingen (hauptsächlich RAM und CPU) möglich. Das fehlt leider oft.
Auch wer welche Daten kriegt und was bei einem Hack zugreifbare wäre, könnte man mal auf einer Tabelle listen. Bei Rewe, Post usw. hängen m.W. eine Erläuterung welche Daten bei EC-Karten-Zahlung gespeichert werden. Paypal benutzt man ja auch damit nicht irgendwelche Ebay-Händler die Kreditkarten-Nummer verlieren/weitergeben/... können...

Durch nette transparente ehrliche öffentliche Informationen (verschiedene Länder haben verschiedene Transparenz-Pflichten also verfügbare Firmen-Zahlen und dort gibts überall auch NFC) kann man den Blick darauf lenken und viele in Zugzwang bringen wenn man möchte das sich kontaktlose Bezahlung schneller durchsetzt als bisher. Vielleicht interessiert es aber auch gar keinen oder nur die Öffentlichkeit und nicht die Entscheider.
Viele Länder, Konkurrenten usw. veröffentlichen auch verschiedene Zahlen. Vielleicht wollen Banken oder Finanzämter in irgendeinem Land das NFC sich durchsetzt so das sie regelmäßig die Nutzung veröffentlichen. Insbesondere Umsatz-Steuer-Erfassung ist ein möglicher Transparenz-Antreiber.

Die Legende lautet: Große Blogs greifen oft Themen auf welche kleine Blogs als erste hatten. Die Mainstream-Medien berichten und wenn einer berichtet müssen die anderen es auch. News.Google und dort "ausgeblendete Ergebnisse anzeigen" beweist es ja oft durch wortgleiche Agentur-Texte bei vielen Medien (Lokal-Zeitungen).

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Uli
Uli

Und was genau hat das jetzt für einen Mehrwert gegenüber Zahlung per EC- bzw. Kreditkarte?

Antworten

FotoBLN
FotoBLN

Vorteil gegenüber Plastik Debit- bzw Kreditkarten ?

Ganz einfach...

-Weniger Müll (Millionen Plastikkarten alle paar Jahre....)
-Jede Zahlung per Fingerabdruck absicherbar (normale Kontaktloszahlungen per Karte erfordern nicht mal eine PIN bis 25.- ;) )
-Keine Brieftasche notwendig

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Rog
Rog

Du musst nicht deine Kreditkarte dabei haben, da Sie auf dem Smartphone hinterlegt ist. Je nach Nutzer, benötigt man dann keinen Geldbeutel, da man sowieso das Smartphone bei sich hat.

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