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E-Commerce

Warum wir in Sachen Mobile Payment noch Entwicklungsland sind – und warum das iPhone 6 das ändern kann

    Warum wir in Sachen Mobile Payment noch Entwicklungsland sind – und warum das iPhone 6 das ändern kann

Mobile Payment. (Foto: placeit.net)

Mobile Payment ist in Deutschland noch nicht richtig angekommen. Im Vergleich mit anderen Ländern hinken wir weit hinterher – das könnte Apple Pay ändern, wenn es nach Deutschland kommt.

Mobile Payment mit all seinen Facetten steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Bezogen auf die Akzeptanz der Nutzer versteht sich, denn technologisch gibt es hierzulande keine Hürden. Bislang nutzen in Deutschland gerade einmal 3,9 Prozent der Smartphone-Besitzer ihr Handy als Zahlungsmittel in Geschäften, so das taufrische Vorab-Ergebnis der von der Internet World Messe in Zusammenarbeit mit dem Forschungsunternehmen Fittkau & Maaß unter deutschen Internet-Nutzern durchgeführten Umfrage „Cross-Channel: Die Akzeptanz der Digitalisierung am POS“, die im Januar veröffentlicht wird.

Verglichen mit zum Beispiel afrikanischen Ländern lässt das unsere Technologie-Nation ziemlich blass aussehen. Man könnte das Thema nun einfach unter Irrungen und Wirrungen der Internet-Branche ablegen und zum nächsten Punkt auf der Tagesordnung übergehen, wenn Apple nicht im September 2014 die Karten neu gemischt hätte. Denn: Im neuen iPhone 6 ist mit „Apple Pay“ erstmals eine Bezahl-App mit ausverhandeltem Partnernetz standardmäßig in einem Smartphone integriert. Dazu kommen 800 Millionen potentielle iTunes-Kunden. Das gibt dem kontaktlosen Bezahlen per Handy am Point of Sale zumindest neuen Auftrieb – wenn wir nicht gar am Beginn einer Trendwende stehen.

Mobile Payment: Deutschland ein Entwicklungsland?

Mit M-Pesa gibt es in Ländern wie Kenia eine weit verbreitete Mobile-Payment-Lösung, die Saraficom in Zusammenarbeit mit Vodafone anbietet. (Screenshot: Safaricom)
Mit M-Pesa gibt es in Ländern wie Kenia eine weit verbreitete Mobile-Payment-Lösung, die Saraficom in Zusammenarbeit mit Vodafone anbietet. (Screenshot: Safaricom)

Bei meiner letzten Afrika-Reise war ich überrascht: Während Mobile Payment in Deutschland noch längst nicht die Regel ist, nutzen Afrikaner die Zahlungsmethode schon sehr oft. Im Vergleich zu vielen afrikanischen Ländern wie zum Beispiel Kenia ist Deutschland diesbezüglich eher unterentwickelt. Mit M-Pesa existiert auf dem zweitgrößten Erdteil der Welt schon seit Jahren ein funktionierendes System zur mobilen Bezahlung mit großer Akzeptanz bei der Bevölkerung. Betrieben wird M-Pesa von Safaricom in Kooperation mit Vodafone. Allein in Kenia nutzten im Februar 2012 knapp 18 Millionen Menschen einen Dienst zur mobilen Bezahlung, 90 Prozent davon M-Pesa. Dieser Dienst wird auch als „Mobile Money“ bezeichnet, denn in Afrika gilt er als Ersatz für physisches Geld. M-Pesa funktioniert dabei folgendermaßen: In einer M-Pesa-Agentur musst du dich als Nutzer registrieren. Anschließend kannst du dort „echtes“ Geld in „mobiles“ Geld, sogenannten M-Money, umtauschen. Jetzt kannst du das Geld an andere Personen via SMS und Pin-Nummer überweisen. Andersherum kann der Empfänger von M-Money ihn in der nächsten M-Pesa Agentur in echtes Geld zurücktauschen.

mobile payment
Gibt es kein so gut ausgebautes Bankensystem wie in Deutschland, funktioniert Mobile Payment besser. Das beste Beispiel dafür ist das Land Kenia. (Foto: © Tyler Olson - Fotolia.com)

Die Ursache für den Erfolg von Mobile Payment in Entwicklungsländern liegt an der unzureichend ausgebauten Banken-Infrastruktur. Denn im Unterschied zu Deutschland beziehungsweise den Industrieländern der Welt besitzen nur rund 20 Prozent der Afrikaner ein eigenes Bankkonto – welches aber für geschäftliche Tätigkeiten und Geldtransaktionen unerlässlich ist. M-Pesa dient hier als Konto-Ersatz und steht als sichere und günstige Alternative zur Verfügung.

In unserer westlichen Welt, in der fast jeder ein Bankkonto besitzt, braucht es andere Anreize, um zukünftig nicht mehr die EC- oder Kreditkarte an der Kasse zu zücken, sondern das Smartphone. Apple hat auf seiner Keynote am 9. September 2014 den Mobile-Payment-Dienst Apple Pay vorgestellt und damit gänzlich neue Erwartungen für den Erfolg dieser Technologie geschürt: Die Bankenbranche etwa erwartet laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für 2020 einen Gesamtumsatz von gut einer Milliarde Euro an Gebührenerlösen für die App-Betreiber.

Wenn nicht Apple, wer dann!?

Im Vergleich zu Afrika fehlt in Deutschland bisher das „Killer-Feature“ für mobiles Bezahlen. Um konkurrenzfähig gegen andere Zahlungsmethoden zu sein, muss eine Mobile-Payment-Lösung hierzulande Faktoren wie Komfort, Sicherheit, Schnelligkeit und geringen Kosten in sich vereinen. Dass Apple Komfort bietet, hat das Unternehmen schon mehrmals bewiesen. Bei Apple Pay kommen zusätzlich noch geringe Kosten für die Transaktionen dazu. Apple startet zunächst in den USA, dem Land der Kreditkartennutzer, mit seinem auf NFC basierten System. Die Abwicklung erfolgt über die App Passbook und die Authentifizierung der Zahlung über Fingerabdruck auf dem iPhone. Der Verdienst von Apple: 15 Cent je 100 Dollar Umsatz. Apple Pay wird zum USA-Start in über 200.000 Geschäften verfügbar sein und sowohl große Banken wie zum Beispiel die Bank of America als auch große Kreditkartenfirmen wie Visa sind mit an Bord. Die Vorteile von Apple Pay gegenüber anderen mobilen Zahlungslösungen sind damit nicht nur der große Apple-Kundenstamm und die breite Unterstützung durch den Handel, sondern auch die eingebundenen Großbanken.

Bringt Apple seinen Payment-Dienst nach Deutschland, könnte es auch hier einen enormen Fortschritt im Bereich Mobile Payment schaffen. (Bild: Apple)
Bringt Apple seinen Payment-Dienst nach Deutschland, könnte es auch hier einen enormen Fortschritt im Bereich Mobile Payment schaffen. (Bild: Apple)

Die Voraussetzungen für einen Erfolg von Apple Pay sind also durchaus günstig, ob sie ausreichen, wird die Zukunft zeigen. Und wenn der Funke in den USA überspringt, wird sich auch in Deutschland das Smartphone als Zahlungsmittel etablieren. Und auch wenn die Deutschen dem Thema nach wie vor eher skeptisch gegenüberstehen – vor dem iPhone haben auch die wenigsten Konsumenten an das mobile Internet geglaubt.

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8 Reaktionen
LL
LL

Sätze wie "Wenn der Funke in den USA überspringt, wird sich auch in Deutschland das Smartphone als Zahlungsmittel etablieren" sind das reinste Pfeifen im Walde und den Werbekunden nach-dem-Mund-reden. Ehrlich gesagt, kann ich dieses ständige Mobile-Payment-Lobbying nicht mehr lesen.

Wo ist denn in Dtld. der Massenmarkt für ApplePay, wenn das iPhone bei einem Marktanteil von inzwischen nur noch ca. 15% rumdümpelt?

Aber das ist fast egal angesichts der Tatsache, dass in den meisten westlichen Ländern die Konsumenten schlicht keine Bedarf an Mobile Payment haben, weil andere Verfahren zu Genüge funktionieren. Seien wir doch froh, dass wir bequem mal per Karte, per Homebanking oder auch mal anonym per Bargeld zahlen können, falls man nicht jedes Weihnachtsgeschenk oder jede Bahnfahrt zur Speicherung freigeben will.

Die Autorin könnte mit wenig Recherche feststellen, dass in Dtld. nach wie vor 80% aller Transaktionen (Kleinstgeschäfte inklusive) und rund 60% aller PoS Transaktionen in bar stattfinden. Sie wüsste dann auch, dass nur 6% aller Banküberweisungen von Apps aus erfolgen, dass selbst über 40% der bereits aktiven Finanz-App-User Sicherheitsrisiken beim Mobile Payment sehen und dass Android in Dtld. rund 80% Marktanteil bei Smartphones hat und niemals über ApplePay verfügen wird (wobei auch GooglePay ähnlich wenig Mehrwert bietet).

Den Preis dieses Advertorials bei t3n hätte ich gerne gewusst ;-)

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Gegenargumente
Gegenargumente

Aldi hat auch erst recht spät EC-Karten-Zahlung ermöglich glaube ich mich zu erinnern. news.google.de sollte entsprechende Berichte auffindbar machen.

Bei geringen Umsatzrenditen schwimmen die meisten Händler nicht in Geld und viele Kassen-Hersteller lassen sich gern gut bezahlen. Wie lang sind die Abschreibungsfristen für solche Geräte ? 10 Jahre ?

Für Bahntickets habe ich gerne mit der Geldkarte bezahlt. Evtl. findet sich dort ein Einsatzzweck.

Und wegen Apple=Standard: Es haben doch nach einem Wochenende gezielt USA-Händler Apple-Pay abgeschaltet obwohl es dort ging. Möglicherweise um ihr (für nächstes Jahr) geplantes NFC-Pay-System zu fördern.
So gleich sind die NFCs also wohl nicht.

Bei Apple bezahlt man mit dem Fingerabdruck. Wie passiert das bei den anderen NFCs ? Apple sorgt vermutlich (hoffentlich) wie gewohnt dafür das die Kunden nicht leergeplündert werden. Ob das bei den anderen NFC-Handies oder NFC-EC-Karten oder Armbanduhren oder Schlüssel-Bunden mit NFC-Aufkleber auch der Fall sein sollte ist mir nicht bekannt.

Und wie auch schon angemerkt wurde: Nicht jeder kann sich mal eben jedes Jahr 700 Euro für ein Handy leisten.
Und der Mainstream kauft im Laden oder Starbucks ein und eher selten der reiche Boni-Manager.
Vielleicht stellen ja die Rolex-Filialen auf iPay um . Ach ne. Die iWatch lässt deren Stückzahlen möglicherweise sinken. Es ist hier vielleicht noch keinem aufgefallen das mehrere Luxus-Uhren-Hersteller TV-Werbung schalten was m.E. früher nicht so sehr der Fall war.
Bleiben Luxus-Kleider-Labels usw.
An Punkten mit hoher Kundenfrequenz ist das vielleicht sinnvoll bzw. rentiert sich schneller: Flughafen-Auto-Vermietung usw.

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JMK
JMK

Apple Pay ist ein geschlossens System. Auf welchem System läuft Apple Pay noch?
Die Kundendaten liegen bei Apple. Und wie Apple mit den Kundendaten umgeht ist hinlänglich bekannt.
Bei Neuanschaffung von Terminals ist NFC vorgeschrieben. BEtonung auf Neuanschaffung, sprich das wird idR von Filialisten umgesetzt, der normale Einzelhandel wird natürlich warten.

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Felix

Apple Pay setzt ganz normal auf NFC, wie auch girogo, Paypass, Visa payWave, Google Wallet und alle anderen!
Das funktioniert überall, wo NFC akzeptiert wird!?

Filialisten reichen völlig aus, der "normale Einzelhandel" hat gar nicht die Quantität und Qualität an Kundschaft, das bargeldloses Bezahlen dort interessant wäre....

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JMK
JMK

Native advertising?
"Nicole Rüdlin ist Leiterin der Internet World Messe, Europas führender E-Commerce-Messe"
Davon abgesehen, dass sich der Artikel wie ein Werbetext liest: wo liegt der Vorteil des mobile payment?
Gerade Apple pfeift auf Datenschutz und "Dass Apple Komfort bietet, hat das Unternehmen schon mehrmals bewiesen." ist ja was ganz neues. Bei einer NFC-Lösung ist das OS dahinter völlig belanglos.

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OpenObserver
OpenObserver

Es wird sogar vollkommen unterschlagen das, das IPhone einfach mal 700€+ kostet. Günstiger und schneller Einstieg ist was anderes.

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JMK
JMK

Korrekt. Dazu kommt, der iOS Marktanteil in Deutschland liegt bei ca. 15 Prozent. Welcher Händer will sich das antun, eine properitäre Lösung neben seinen EC-Kartengerät zu stellen und zu bezahlen.
Dann muss er mitelfristig noch eine Android-Lösung dazu kaufen.
Ist völlig gaga.

Felix

Gerade Apple Pay unterscheidet sich doch deutlich von anderen Lösungen:

- properitäre Lösung? Nein, es setzt auf den NFC Standard! Das gleiche was auch beispielsweise jetzt schon in Sparkassenkarten drin ist.

- neue Technik für die Läden? Werden ab 2015 eh benötigt, da die Kartenanbieter ihre AGBs dahingehend geändert haben, dass NFC vorgeschrieben ist für neue Hardware!

- Datenschutz? Im Gegensatz zur anderen Lösungen und den "normalen" Karten gibt es den wirklich! Denn es wird immer eine dynamische Kartennummer erzeugt, pro Bezahlvorgang! Kein Tracking mehr möglich!

Leute, erst informieren, dann meckern ;)

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