Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

E-Commerce

Mobile Payment: Diese Dienste wollen es alltagstauglich machen

    Mobile Payment: Diese Dienste wollen es alltagstauglich machen
Alle wollen unser Geld – warum nicht mit dem Smartphone zahlen?

Afrika ist weiter als Deutschland. Dort überweisen Millionen Menschen Geld per SMS über das Handy. Neue Dienste sollen Mobile Payment auch bei uns voran bringen.

Es muss nicht mal ein hochgezüchtetes Smartphone sein. Bei M-Pesa sind Überweisungen einfach per SMS möglich. Im Mutterland Kenia ist M-Pesa seit vielen Jahren ein beliebtes Zahlungssystem. Jeder Handybesitzer kann mitmachen, M-Pesa verbreitet sich in weiteren Ländern in Afrika. Etwas ähnliches hatten wohl auch die Macher von Square vor Augen. Schon mit dem Square selbst machen sie es möglich, dass ihr euer Smartphone in ein Kreditkarten-Lesegerät verwandelt. Der neue Dienst ist fast so simpel wie M-Pesa.

Square Cash – Geld überweisen per E-Mail

Bild: Maik Klotz / Square Cash
Square will Mobile Payment einfacher machen. (Bild: Maik Klotz / Square Cash)

Empfänger auswählen, Betrag in den Betreff schreiben und die Mail in CC an Square Cash senden. Das soll reichen, um dem Empfänger den entsprechenden Betrag zukommen zu lassen – eine Registrierung ist auch nicht nötig. Und: Alle Überweisungen sind für Sender und Empfänger kostenfrei. Während Square Cash in den USA die Beta-Phase schon verlassen hat, steht ein Termin für einen Deutschland-Start noch nicht fest – zurzeit funktioniert der Dienst nur mit amerikanischen Kreditkarten. Pro Woche können Anwender so 2.500 US Dollar überweisen, dazu gibt es Apps für iOS und Android, die aber prinzipiell nichts anderes tun, als die besagte E-Mail zu verschicken Mehr zu Square Cash könnt ihr hier lesen.

Mit paymy einfach per App Geld senden

Das deutsche Start-Up paymy will Geldtransfers ebenfalls stark vereinfachen. (Screenshot: paymy)
Das deutsche Start-Up paymy will Geldtransfers ebenfalls stark vereinfachen. (Screenshot: paymy)

Paymy ist ein deutsches Start-Up, das den Geldtransfer ebenfalls extrem vereinfachen will. Nutzer schicken sich untereinander kostenlos Geld über eine App, wobei keine Bankdaten ausgetauscht werden – was den Vorgang sehr sicher machen soll. Paymy hatte im Sommer eine Beta-Phase, die derzeit ausgewertet wird. Wann der Dienst startet, ist zurzeit noch nicht bekannt. Die Finanzierung selbst soll über Werbung in der App funktionieren, wobei die Entwickler auf ihrer Webseite offen zugeben, dass man auch über ein Gebührenmodell nachdenkt, das erst ab einer gewissen Überweisungssumme greift. In Anbetracht der laufenden Datenschutzdebatte kann man sich bei einem deutschen Anbieter in Punkto Datenschutz sicherlich mehr auf dessen Einhaltung verlassen, als bei einem US-Anbieter.

Günstig in andere Währungen überweisen mit Transferwise

Mit Transferwise lässt sich günstig Geld zwischen verschiedenen Währungen überweisen. (Screenshot: Transferwise)
Mit Transferwise lässt sich günstig Geld zwischen verschiedenen Währungen überweisen. (Screenshot: Transferwise)

Als besonders günstiger Dienstleister positioniert sich Transferwise, der jetzt auf den deutschen Markt gekommen ist. Ein Geldtransfer geht sowohl per App als auch über die Webseite – mit einer Einschränkung: Es sind nur Überweisungen möglich, wenn Sender und Empfänger verschiedene Währungen nutzen, zum Beispiel Euro und US-Dollar. Der Hintergrund: Transferwise nutzt einen anderen Devisenkurs als Banken. Als Gebühr werden 0,5 Prozent des Überweisungsbetrags berechnet, sobald dieser über 200 Britischen Pfund liegt. Die Mindestgebühr beträgt einen Euro. Das Modell ist nicht nur interessant, um jemand anderem Geld zukommen zu lassen. Auch wer in verschiedenen Ländern Geldgeschäfte erledigen muss (wie zum Beispiel Studenten im Auslandssemester oder Expats) kann nach Angaben von Transferwise von den besseren Kursen profitieren.

Mobile Payment im Supermarkt

Mit Yapital kann bald in allen Rewe-Supermärkten bezahlt werden. (Screenshot: Yapital)
Mit Yapital kann bald in allen Rewe-Supermärkten bezahlt werden. (Screenshot: Yapital)

Nachdem die Discounter-Kette Netto schon im Frühjahr das Bezahlen mit einer Smartphone-App ermöglicht hat, könnt ihr eure Pizza ab Ende des Jahres auch bei allen Rewe-Filialen per Gadget bezahlen. Yapital heißt der Dienst, der das möglich macht. Leider ist das eine andere App als bei Netto (die zu Edeka gehören), sodass ihr dann irgendwann vermutlich ein Dutzend Apps für eure Lieblingssupermärkte braucht. Das Bezahlen geht per QR-Code, der an der Kasse gescannt wird. Zukunftsvision 1: Auf Rechnungen, die per Post kommen, ist ebenfalls ein QR-Code, sodass die Rechnung dann mit dem Smartphone bezahlt werden kann. Zukunftvision 2: Beim Einkaufen scannt ihr jeden einzelnen Artikel selbst ein und der Einkauf endet ohne Schlangestehen an der Kasse. Als prominente Muttergesellschaft steht die Otto-Group mit ihren diversen Marken hinter dem Dienst. Dadurch könnte die Zahl der Akzeptanzstellen schnell steigen. Mehr zu Yapital gibt es hier.

Eine Mobile-Payment-Lösung für alle

Paij lässt euch demnächst Taxifahrten mit dem Smartphone bezahlen. Das soll natürlich nur der Anfang sein. (Bild: Paij)
Paij lässt euch demnächst Taxifahrten mit dem Smartphone bezahlen. Das soll natürlich nur der Anfang sein. (Bild: Paij)

Dem App-Chaos Abhilfe schaffen könnte eine Universal-App, die uns überall bezahlen lässt – das zumindest versucht Paij. Damit von Anfang an eine große Zahl an Akzeptanzstellen erreicht wird, kooperiert Paij mit Taxi Deutschland. Auch bei Paij wird ein QR-Code gescannt, den der Händler (oder Taxifahrer) auf seinem Gerät erzeugt. So werden nur die Zahlungsdaten des Empfängers zwischen den Geräten ausgetauscht, der eigentliche Bezahlvorgang bleib privat. Eure Zahlungsdaten sind hinterlegt und die Abbuchung erfolgt dann herkömmlich über PayPal oder Kreditkarte. Das Ganze soll dann schneller als die Bezahlung mit der EC-Karte sein. Noch ein paar Infos zu Paij könnt ihr hier nachlesen. Wer generell nur im Taxi mit dem Smartphone zahlen möchte, kann das übrigens auch jetzt schon mit der MyTaxi-App.

Fazit

Eine Killer-App fürs Mobile Payment wie M-Pesa fehlt noch. Wie immer muss die entsprechende Verbreitung erst erreicht werden und niemandem nutzt es, wenn für jede Kette eine separate App gebraucht wird. Lest zum Mobile Payment auch die Meinung unseres Autors Maik Klotz.

Wollt ihr per App bezahlen? Oder Geld überweisen?

Finde einen Job, den du liebst zum Thema E-Commerce, Android

3 Reaktionen
amelie
amelie

Daher sind die Einkaufs-Apps markenbezogen, ähnlich wie Kundenkarten oder Miles&More Bonuskarten. Ob es dann im nächsten Schritt zu wallets kommt, wo die Verbraucher eine Einkaufs-App haben, und bei verschiedenen Konkurrenten mobil einkaufen und bezahlen können, wird der Markt entscheiden.

Antworten
Norbert Eder
Norbert Eder

Well, dass es jetzt noch viele verschiedene Technologien und Geschäftsmodelle gibt, liegt ganz einfach daran, dass der Markt für Mobile Payment noch in einer Frühphase ist. Noch müssen die Anbieter erst herausfinden, was die Kunden möchten und wie sie Mobile Payment nutzen.

Wir von valuephone machen das Mobile Payment bei Netto und Edeka, und dort ist der Ansatz, das Bezahlen einzubetten in ein Loyalty-Management, also z.B. verbinden mit Coupons und Rabatten. Daher sind die Einkaufs-Apps markenbezogen, ähnlich wie Kundenkarten oder Miles&More Bonuskarten. Ob es dann im nächsten Schritt zu wallets kommt, wo die Verbraucher eine Einkaufs-App haben, und bei verschiedenen Konkurrenten mobil einkaufen und bezahlen können, wird der Markt entscheiden.

Wichtig ist, dass jetzt der Markt endlich in Bewegung kommt, und das Gute ist, mit viel "Technologie made in Germany" und großem Augenmerk auf die Sicherheit . Denn Mobiles Bezahlen ist ein sensibles Thema, und die Verbraucher wollen ganz klar Datensicherheit, Datenschutz und Privacy.

Antworten
D. Brauch

Vielen Dank für den informativen und guten Artikel. Mobile Payment ist ein, wie ich finde, wichtiges Thema. Mich nervt gewaltig das jeder sein eigenes Süppchen kocht. Wer bitte möchte mehrere Apps dafür haben und immer erst nachsehen müssen welche von den Apps beim Einkauf genutzt werden kann? Schön, dass es mit Paij hier vermutlich eine Alternative geben wird. Hoffe ich zumindest.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen