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Mobile-Payment-Trend: Peer-to-Peer-Zahlungen dahin bringen, wo die Freunde wirklich sind

    Mobile-Payment-Trend: Peer-to-Peer-Zahlungen dahin bringen, wo die Freunde wirklich sind

Mal eben den Betrag für den ausgelegten Kaffee per Handy zurückgeben. (Foto: © Prykhodov - iStock.com)

Mobile-Payment-Apps, deren einziger Zweck darin besteht, Geld unter Freunden hin- und her zu schieben? Langweilig. Eine aktuelle Entwicklung zeigt, wie das besser geht: Der Messenger Snapchat integriert eine Bezahlfunktion. Ein Trend-Überblick.

„Dann leih' ich dir eben nichts mehr.“ schallt es aus vielen Mündern unisono in den Raum. Sich entfernende Schritte verhallen leise in den Redaktionsräumen. Beredsames Schweigen setzt ein. Berühmte letzte Worte, am Anfang eines Artikels. Was bis dahin passierte: Mein t3n-Kollege Daniel Hüfner hatte soeben angekündigt, ab sofort seine Rückzahlungen aus der gemeinsamen Mittagspause nur noch digital per Handy via Payfriendz tätigen zu wollen. Die versuchte „Zwangsmigration“ scheiterte an den sonst so innovationsfreudigen Kollegen in der Redaktion, die sich nicht extra irgendwo hin bewegen wollten, nur um Rückzahlungen von Daniel entgegen zu nehmen. Das Beispiel zeigt eine generelle Hürde für die Einführung von Mobile-Payments-Features. Ein aktueller Trend könnte hier Veränderungen im Markt bringen.

Mit dem Handy unter Freunden bezahlen: Das geht nur, wenn die Freunde auch präsent sind im jeweiligen Dienst. (Screenshot: Payfriendz)
Mit dem Handy unter Freunden bezahlen: Das geht nur, wenn die Freunde auch präsent sind im jeweiligen Mobile-Payment-Dienst. (Screenshot: Payfriendz)

Mobil bezahlen unter Freunden: Wie denn, wenn keine Freunde da sind?

Payfriendz ist eines von vielen Startups, die sich das digitale Bezahlen im privaten Bekanntenkreis auf die Fahne geschrieben haben. Startups aus der Mobile-Payment-Ecke setzen ganz gerne mit auf dieses Anwendungsszenario: Mit Freunden oder Kollegen in der Mittagspause, Abends im Club oder im Restaurant – irgendwer hat kein Bargeld parat. Oder es fällt der Satz „Ich zahl mal, wir teilen uns die Rechnung“. Auf dem Papier möchten diese Startups einen „Schmerz“ beim User heilen, der durch den Aufwand bei der Rückzahlung entsteht. Der „Schmerz“ ist aber, so ganz für sich alleine genommen, nicht Beweggrund für genug, um sich dafür extra für einen Payment-Dienst anzumelden und eine App zu installieren. Das ist noch zu wenig Mehrwert für den Nutzer, um den Aufwand zu kompensieren.

So richtig durchgesetzt hat sich das Thema Mobile-Payment nicht bei uns, nicht einmal beim Branchenprimus Paypal. Wie Martin Weigert von netzwertig.com in seinem Mobile-Payment-Artikel richtig ausführt, wird sich das in Deutschland so schnell auch nicht ändern. Der durchschnittliche Deutsche pfeifft auf Mobile-Payment. Um so schlimmer für die Anbieter, dass die wenigen potentiellen Early-Adopter auch nicht in das Thema finden.Wie Daniel oben. Lust hatte er schon Payfriendz zu nutzen, leider hatte außer ihm sonst keiner Lust dazu. Und wenn deine Freunde nicht in dem Dienst aktiv sind, dann erledigt sich das ganz von alleine: Kein Anwendung möglich, weg damit.

Payfriendz hatte eine Messenger-Funktion eingebaut – wieso ich mit einer Payment-App Nachrichten verschicken soll, ist mir bis Heute nicht klar. Geht man das Problem aber von der anderen Seite an, dann könnte das mehr Sinn machen: Messenger mit einer Bezahlfunktion ausstatten. Mein Freundeskreis ist dann immerhin schon mal da.

Im Bild ist der Newsfeed der Mobile-Payment-App Venmo aus den USA zu sehen. (Screenshot: Venmo)
In den USA ein Erfolg: Der Newsfeed der Mobile-Payment-App Venmo. (Screenshot: Venmo)

Trend: Messenger mit Payment-Funktionalitäten

Dutzende Insellösungen von toll durchdachten Apps, wie Payfriendz, das bringt niemandem etwas. Was bringt die beste Lösung, wenn deine Freunde nicht da sind? Die logische Schlussfolgerung ist: Dann geht man eben dahin, wo die Freunde schon sind. In die Messenger. Gute Beispiele dafür sind Facebook und Snapchat: Sie nutzen ihre bereits bestehende User-Basis und bringen das Feature zu den Nutzern. In den USA zeigt die Mobile-Payment-App Venmo übrigends wie man jungen Nutzern Lust auf mobiles Bezahlen macht – und gleichzeitig die Reichweite steigert: Über Venmo wird unterhaltsam kommuniziert. Bei jedem Kauf wird ins Venmo Netzwerk und auf Wunsch bei Facebook ein Update veröffentlicht. Da steht oft auch Quark drin, die Nutzer schreiben selbst rein, was sie gekauft haben und es scheint zum Sport geworden zu sein, möglichst ulkige Einkaufsbegründungen zu posten. Irgendwie sieht man so was der eigene Bekanntenkreis gerade kauft oder macht und kann interagieren – eben auch auf Facebook.

Die Messenger kommen: Snapchat und Facebook

Anscheinend entwickelt sich in den USA ein neuer Trend, die Messenger marschieren in Richtung Mobile Payment. Facebook entwickelt seit einiger Zeit eine Bezahlfunktion für Nutzer in seinem Messenger, damit sollen Nutzer untereinander bezahlen können – und gerade hat Snapchat eine Bezahlfunktion eingeführt: Der in den USA besonders bei jungen Leuten sehr beliebte Messenger, erlaubt seinen Nutzern Geld an Freunde zu versenden. Ganz simpel: Einfach ein Dollarzeichen eintippen, den Betrag dahinter schreiben und abschicken. Der Betrag landet dann direkt auf dem Bankkonto des Freundes. Zur Nutzung müssen die Snapchat-User sich nur mit ihren Bankdaten von ihrer Debit-Karte (Ein Äquivalent zur deutschen Bankkarte) einmal anmelden. Snapchat realisiert die Funktion nicht selbst, der Payment-Dienstleister Square hat seine Bezahlschnittstelle implementiert, verarbeitet die Transaktionen und speichert die Bankdaten der Snapchat-Nutzer.

Nachrichten werden mobil künftig nur noch im Facebook-Messenger angezeigt. (Screenshot: Facebook)
Der Facebook Messenger soll auch eine Mobile-Payment-Funktion bekommen: Geleakte Screenshot weisen darauf hin.. (Screenshot: Facebook)

Zu Snapchat gibt es noch etwas zu bemerken: Der Name Snapchat fällt meist im Zusammenhang mit Sexting, in den USA ist der Dienst bei Jugendlichen sehr beliebt. Eventuell wird die Bezahlfunktion so zur Einnahmequelle für das Verkaufen von Nacktbildern, eine bereits auf Diensten wie Kik oder Twitter weit verbreitete Praxis. Da läuft die Zahlung an den Messengern vorbei über Paypal. Snapchat geriet zuletzt in die Schlagzeilen, weil die „Sicherheit“ des Fotodienstes angezweifelt wurde. Die mit einem Selbstzerstörungsmodus versehenen Bilder sind im Netz verkauft worden.

Fazit: Messenger mit Mobile-Payment-Funktion könnten funktionieren

Nicht in Deutschland, jedenfalls nicht kurzfristig. Das ist sicher. Martin Weigert hat die Begründung dafür in seinem Artikel schön zusammengefasst: „Der deutsche Digitalmarkt funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Es existiert bei Bürgern und Firmen kein verbreiteter Anspruch darauf, beim Einsatz einer neuen Technologie zu den Ersten zu gehören. Nachdem sich aber eine Technologie in vielen Schlüsselmärkten der Welt ausgebreitet und damit ihren Machbarkeitsnachweis geliefert hat, springen die Deutschen gerne auf den Zug auf“. Aber international könnte das dem Thema Mobile-Payment zu einer ganz neuen Perspektive und dem Anwendungsszenario „Unter Freunden digital bezahlen“ zum Durchbruch verhelfen.

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3 Reaktionen
Jochen G. Fuchs

Hallo Lendstar-Team,

da Ihr gerade schon mal da seid: wie möchtet Ihr denn das Problem lösen, dass unser armer Daniel in dem Beispiel oben hatte?

Wehe, da kommt jetzt als Antwort „ Das Problem haben wir nicht, weil unser Produkt so toll ist“.^^

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

Antworten
Lendstar-Team

Hallo Jochen,

„Das Problem haben wir nicht, weil unser Produkt so toll ist“. ;)

Sicher ist es eine Herausforderung, die Leute davon zu überzeugen, einen neuen Service wie unseren zu nutzen.
Eine App für Zahlungen unter Freunden nur fürs Mittagessen unter Kollegen zu nutzen, reicht sicher nicht. Deswegen muss die App mehr können. Services, die die User überzeugen und von denen sie Gebrauch machen. Deswegen kann man mit Lendstar auch Rechnungen aufteilen, Geld für Geschenke sammeln, usw. Also quasi alle privaten Finanztransaktionen in einer App abbilden. Damit das nicht anonym und langweilig wird, kann man Kommentare posten und Fotos hochladen. Und wie schon erwähnt, können die Lendstar-User über die App auf ihr bestehendes Girokonto zurückgreifen. Das macht die Überweisungen für die User einfacher und komfortabler.

Seien wir ehrlich: Die Probleme, die wir mit Lendstar lösen, kennt jeder von uns. Man leiht einem Freund Geld oder legt etwas aus und muss dem Geld dann unter Umständen hinterherlaufen. Das ist nicht nur nervig, sondern auch unangenehm. Und selbst wenn das nicht der Fall ist, steht man immer noch vor der Hürde, Kontodaten unsicher per E-Mail hin- und herzuschicken oder sie auf Zetteln zu notieren. Das geht doch alles einfacher, schneller und auch sicherer!

Aber du hast natürlich Recht: Auch wenn Daniel unsere App nutzt, muss er euch, seine Kollegen und Freunde, noch überzeugen, die App ebenfalls runterzuladen. Aber stand WhatsApp nicht anfänglich vor dem gleichen Problem? :)

Antworten
Lendstar-Team

Hallo Jochen,

deine Einschätzung, dass Freunde und Geld zusammen gehören, teilen wir. Aus diesem Grund bieten wir mit Lendstar einen entsprechenden Service erfolgreich an. Auch der Ansatz von Payfriendz gefällt uns gut, da durch den Chat die soziale Komponente gut integriert wird. Letztlich kann man den Service aber nur nutzen, wenn man sein Payfriendz-Konto vorher auflädt. Es wird sehr spannend, wie das z.B. Facebook lösen wird. Dass sie eine Geldsende-Funktion anbieten werden, ist absehbar. Ob diese sich am Ende aber durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Werden die User Facebook mit noch mehr Daten versorgen wollen? Ist es ausreichend Geld nur von A nach B zu verschieben?

Wir bieten den Usern bei Lendstar mehr als das schlichte Senden von Geld und eine Chatmöglichkeit. Mit Kalkulationshilfen und Erinnerungsfunktionen erleichtern wir unseren Usern sämtliche Geldtransaktionen unter Freunden. Zusätzlich können sie diese Transaktionen über die Lendstar-App ganz einfach von ihrem bestehenden Girokonto aus tätigen und müssen nicht erst ein anderes Konto aufladen. Die User nutzen ihre bestehende Infrastruktur, was ihnen nicht nur den Einstieg, sondern auch die Nutzung erleichtert.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen im Bereich P2P-Zahlungen.

Viele Grüße,

das Lendstar-Team

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