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E-Commerce

Mobile Payment im Überblick: Zurück in die Zukunft

    Mobile Payment im Überblick: Zurück in die Zukunft
Der Traum vom Mobile Payment (Bild: © Artur Marciniec - Fotolia.com)

Zum Thema Mobile Payment liest man viel. Fernab von Potential-Analysen schauen wir uns die aktuellen Entwicklungen im Mobile Payment an und wagen für euch den Blick in die Zukunft.

Neben den etablierten Bezahlverfahren wie EC- und Kreditkarte oder Bargeld, drängen neue alternative Bezahlverfahren auf den Markt. Künftig soll man seine Rechnung auch mit dem Smartphone begleichen können. Mobile Payment ist das Thema der Stunde und eine Vielzahl von Unternehmen möchten ihre Lösungen im Markt etablieren. Aktuell ist die Situation noch recht überschaubar, denn es fehlt sowohl an Akzeptanzstellen als auch an Kunden.

Mobile Payment heute

Wir haben uns die nennenswerte Entwicklungen beim Bezahlen mit dem Smartphone im Handel für euch angeschaut:

Bezahl-App

Beim Bezahlen mit einer Bezahl-App kommt eine spezielle App zum Einsatz, die mit dem Kassen-System im Laden kommuniziert. Als Beispiel sei die von Valuephone entwickelte Lösung für Netto oder Edeka, oder die bei REWE eingesetzte App von Yapital genannt. Bei den Lösungen von Valuephone generiert die App eine Bezahl-ID, die an der Kasse eingegeben werden muss. Bei Yapital kommt ein spezieller QR-Code zum Einsatz. Beide Lösungen benötigten eine Online-Verbindung. Valuephone und Yapital sind bei diesem Thema in Deutschland noch am weitesten, aber es drängen weitere Anbieter auf den Markt, wie zum Beispiel Paij oder Lösungen wie das SQWALLET der mr. net group. Die meisten verfügbaren Apps sind sowohl für iOS als auch für Android verfügbar.

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Mobile Payment mit Bezahl-Apps (Foto © bizoo_n - Fotolia.com)

Bezahlen mit NFC

Bei NFC (Near Field Communication) müssen beide Seiten, das Kassenterminal als auch das Smartphone, NFC unterstützen. Neben Android-Smartphones wird NFC vor allem bei Kreditkarten eingesetzt. Zum Ausführen einer Zahlung reicht es aus, das Smartphone (oder eine NFC-fähige Kreditkarte) an das Terminal zu halten („Tap and Go“). NFC wird heute ausschließlich von Android-Smartphones unterstützt, das iPhone kann mit NFC nichts anfangen.

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NFC als mögliche Technik im Mobile Payment (Foto © ldprod - Fotolia.com)

Theoretisch kann man also ein Smartphone nutzen, um kontaktlos mit NFC zu zahlen – theoretisch. In der Praxis sieht das im Moment noch anders aus: Faktisch funktioniert es heute in Deutschland, mit Ausnahme einiger Pilotprojekte, noch nicht. Der Grund ist auch ein politischer: Es gibt einen Streit um das sogenannte Secure Element in Smartphones, der einen schnellen Fortschritt verhindert. Im Secure Element sollen zukünftig alle wichtigen und sicherheitsrelevanten Daten, die zu einer Transaktion notwendig sind, gespeichert werden. Der besagte Streit dreht sich um die Hoheit des Secure Elements. Entweder ist das Secure Element fest im Gerät verbaut, dann liegt die Hoheit beim Gerätehersteller, oder es ist in der SIM-Karte implementiert, dann liegt die Hoheit beim Mobilfunkbetreiber. Das Secure Element kann auch über eine SD-Karte nachgerüstet werden, dann liegt die Hoheit wiederum beim Herausgeber der SD-Karte. Diese Hoheit mag niemand so gerne aus der Hand geben, weshalb zum Beispiel die Mobilfunkbetreiber auf die SIM-Karte mit NFC setzen. Das bedeutet einen Austausch der vorhanden SIM-Karten. Mit einem iPhone funktioniert diese Lösung aber auch nicht.

Bluetooth

Darüber hinaus gibt es Entwicklungen, die auf BLE (Bluetooth Low Energy) setzen. Hier wird Bluetooth als Übertragungstechnik genutzt. Vorteil ist die Reichweite und eine ebenfalls hohe Verfügbarkeit bei den Endgeräten. Zu BLE gibt es aber bisher keinerlei Endgeräte an der Kasse, die diese Technik unterstützen und der Einsatz als Bezahlverfahren ist heute eher theoretischer Natur. Es kommt immer wieder zu Gerüchten, dass Apple langfristig BLE als Bezahlverfahren nutzen möchte. Bis auf Indizien, wie die einer Stellenausschreibung bei Apple zu diesen Thema, ist das aber noch wenig konkret.

Die Zukunft von Mobile Payment

Auch wenn Mobile Payment noch gar nicht richtig angekommen ist, wagen wir den Blick in die Glaskugel und schauen wohin denn die Reise gehen könnte. Das Smartphone, wie wir es heute kennen, könnte in naher Zukunft abgelöst werden durch Wearables. Wearables, tragbare Computer, finden wir heute schon. Prominentes Beispiel ist das von Google entwickelte Google Glass. Ein vollständiges Smartphone, das als Brille getragen wird. Oder Smartwatches, intelligente Armbanduhren wie die Pebble oder Smartwatch von Samsung. Oder wir brauchen das alles nicht mehr und bezahlen mit einem unserer vielen Körperteilen – biometrisch. In Zukunft müssten Optimierungen an den wesentlichen Kernfaktoren des Bezahlvorgangs vorgenommen werden, um diesen wirklich zu verbessern.

Mobile Payment  - Bezahlen mit dem Armband?
Mobile Payment - Bezahlen mit dem Armband? (Bild: M. Klotz)

Mobile Payment - Welche Kernfaktoren für die Zukunft wichtig sind

Um einen etablierten Prozess wie den Bezahlvorgang, zu optimieren, gibt drei Möglichkeiten: Beschleunigung, Vereinfachung oder Aufwertung.

Beschleunigung und Vereinfachung

Schauen wir uns den heutigen Bezahlvorgang an, dann gibt es Möglichkeiten den Bezahlprozess zu vereinfachen und zu beschleunigen. Zum Beispiel bei der Authentifizierung.

Heute stecken wir die EC-Karte in das Terminal und legitimieren uns mit unserer Unterschrift oder der PIN. Biometrische Erkennung könnte diesen Schritt überflüssig machen. Bei der biometrischen Erkennung gibt es unterschiedliche Ansätze, z.B. die Authentifizierung über den Fingerabdruck, einem Retina-Scan bis hin zur Gesichtserkennung. Auch der Herzschlag hat bei jedem Menschen eine eindeutige Signatur. In vielen Bereichen kommen diese Techniken bereits zum Einsatz. Prominentes Beispiel ist der Fingerprint Sensor vom iPhone 5S. Bionym zeigt mit nymi wie es möglich ist, den Herzschlag für Authentifzierungszwecke zu nutzen.

Biometrische Verfahren haben den Vorteil, das der Anwender durch seine, hoffentlich verfügbaren, Körperteile ausweisen kann. Der Nachteil ist die Technik selbst. Im Moment ist der Einsatz noch nicht 100 Prozent ausgereift, wie der CCC beim Apples Fingerprint Sensor im September bewiesen hat. Trotzdem scheint das ein spannendes Thema zu sein, denn Mastercard hat sich jüngst der FIDO Alliance angeschlossen um in diesem Bereich zu forschen.

Auch Wearables können den Prozess beim Mobile Payment vereinfachen. Es ist ungleich einfacher die Armbanduhr (Smartwatch) an das Kassenterminal zu halten, als das Smartphone aus der Tasche zu kramen. Die Bauform ist beliebig. Auch ein Ring könnte zur Authentifizierung dienen, wie der NFC Ring beweist.

Die Sicherheit steht auch in Zukunft an erster Stelle. Bei den heute verfügbaren Möglichkeiten, ist die Sicherheit weitestgehend gewährleistet. In Zukunft wird man sich dieser Herausforderung auch stellen müssen.

Aufwertung

Allen bedenken zum Datenschutz zum Trotz, die Vernetzung aller möglichen Dienste wird weiter zu nehmen. Das gleiche gilt auch für Mobile Payment. Mobile Payment wird nur ein Teil einer größeren Lösung sein, der Digital Wallet. Dieses digitale Portmonee wird viel mehr können, als nur eine Bezahlung ausführen. Kontostände anzeigen, Überweisungen ausführen oder das Auto aufschließen. Die Zukunft wird geprägt sein von Automatismen, Bezahlsysteme könnten automatisch das richtige Konto auswählen wenn ich im Supermarkt stehe, während beim Tanken automatisch die Kreditkarte benutzt wird. Das ist gar nicht so weit weg. Auch sind Finanzassistenten denkbar, die dabei helfen die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen.

Fazit

Wie wir morgen im Laden bezahlen werden, kann man natürlich nicht mit Gewissheit sagen. Aber es gibt Indizien, wie die oben genannten Entwicklungen zeigen. Sicher werden wir ein digitales Wallet erleben. In welcher Form ist noch offen. Vielleicht bleibt uns das gute alte Portmonee auch erhalten und bekommt nur etwas Technologie spendiert. Denn auch wenn Barzahlungen abnehmen werden, so bleibt uns das Bargeld noch ein paar Jahre. Und so lange braucht man auch noch eine Geldbörse. So schön eine bargeldlose Welt auch zu sein scheint, das virtuelle Geld wird immer mehr das Bedürfnis nach Information haben. Ein spannende Herausforderung wird sein, wie der Nutzer in Zukunft Überblick über seine finanzielle Situation behält, denn das haben schon heute viele Nutzer nicht mehr.

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2 Reaktionen
Maik Klotz

Das ist korrekt. Auch Windows Phone kommt mit NFC, wobei die Problematik die gleiche ist.

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bigsak
bigsak

Liebe Radaktion, die Aussage, Android sei das einzige System, dass NFC unterstützt ist nicht korrekt. Windows Phone z.B. bringt ebenfalls NFC mit. Generell finde ich es nicht gut, dass die Microsoft-Plattform bei Mobility-Themen hier immer unterschlagen wird.

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