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Mobile Suche: Stand der Dinge bei Apps und Websites [Best Practices]

Mobile Suche: Stand der Dinge bei Apps und Websites [Best Practices]

Die Möglichkeit, schnell und flexibel zu suchen, ist eine der größten Errungenschaften der digitalen Welt. Aber nicht jede Suche bringt einen Nutzer auch weiter. Es kommt darauf an, die Suche übersichtlich und klar strukturiert darzustellen. Dem Nutzer auch nur das anzubieten, was er benötigt. Insbesondere auf mobilen Endgeräten wird es sonst schnell unübersichtlich. Auf der Suche nach den Best Practices haben wir einmal einen Marktüberblick zusammengetragen.

Mobile Suche: Stand der Dinge bei Apps und Websites [Best Practices]

 

1. Teil: Die einfache mobile Suche

Suchbegriff und Suchbutton

Schon bei der Überlegung, wie die Suche angegangen werden kann ,werden zwei Konzepte unterschieden. Das bekannteste dürfte der einfache Suchbutton auf der Tastatur des Smartphones sein, wie ihn unter anderem die Google-Suche-App anbietet. Alternativ kann aber auch, wie von Desktop-Seiten gewohnt, ein Suche-Button direkt neben dem Suchfeld angezeigt werden. So macht eszum Beispiel Spiegel Online.

Auto-Complete

Ganz zu Beginn noch ungewohnt, ist das Anzeigen von Suchbegriffen während der Eingabe des eigentlichen Begriffs bereits zu einem der wichtigsten Zeitsparer geworden. Die meisten mobilen Seiten und mit Suche nutzen den Auto-Complete Dienst, nur die Art der Anzeige variiert.

Wichtig ist insbesondere, dass die Suchergebnisse schnell angezeigt werden. Gerade bei instabilen Datenverbindungen ist daher ein Indikator dafür sinnvoll, dass eine Anfrage bereits bearbeitet wird. Facebook im Beispiel oben macht das sehr deutlich, der App Store hingegen kaum.

Abgegrenzte Suche (Scoped Search)

Nützlich für den Nutzer kann eine noch vor der Suche stehende Eingrenzung der Suche selbst sein. Ein einfaches Beispiel ist die Dropbox-App, bei welcher sich die Suche auf Dateien oder Ordner beschränken lässt. An die Grenzen der Nutzbarkeit treibt hingegen die ebay-App die eingeschränkte Suche mit den vielen Kategorien.

Gespeicherte und kürzliche Suchen

Manchmal sinnvoll, manchmal nicht: gespeicherte respektive kürzlich verwendete Suchbegriffe. Bei Einkaufs-Apps oder Preisvergleichen können gespeicherte Suchbegriffe sinnvoll sein, in den meisten Fällen erleichtern kürzlich eingegebene Suchbegriffe die Nutzung der Suche. Die Frage, die sich auch hier stellt ist, wie man dem Nutzer mit der Suche das Angebot erleichtern kann.

Bei der eBay-Kleinanzeigen-App lassen sich alle Suchbegriffe inklusive Standort speichern, um regelmäßig nach neuen Angeboten zu suchen. Bei der Google-Suche ist das hingegen wenig interessant. Hier stehen kürzlich eingegebene Begriffe im Vordergrund und fügen sich nahtlos ins Design.

Lokale Suche

Einer der wichtigsten Faktoren bei der mobilen Suche ist die Lokalisierung. Viele Apps, aber auch mobile Seiten, greifen zur Herausgabe besserer Suchergebnisse auf den Standort des Nutzers zu. Auch hier stehen die großen Suchmaschinen wie Google oder Bing beim Komfort ganz vorne. Ist der Zugriff auf den Standort gewährt, wirft eine Suche nach Restaurants direkt lokale Ergebnisse aus. Gleiches gilt aber auch für Angebot wie die Postkastensuche der Deutschen-Post-App.

2. Teil: Suchmaske, Sortierung und Filter - Über den Umgang mit Suchergebnissen

Gerade im Bezug auf große Datensätze und solche mit vielen Möglichkeiten der Spezialisierung ist die Beschränkung auf einen einfachen Suchbegriff in der Regel nicht möglich. Hier wird es oftmals notwendig, dem Nutzer mögliche Details seiner Suche vorzugeben. Allen voran stehen hier natürlich Begriffe wie ein Datum, eine Preisgrenze oder eine Kategorie.

Der Unterschied zeigt sich in den beiden Beispielen DB Navigator und Immobilien Scout sehr deutlich. Abgefragt werden alle notwendigen Informationen, die für ein möglichst eindeutiges Suchergebnis sorgen. Im Gegensatz zur einfachen Suche hat der Nutzer bereits eine genaue Vorstellung von dem, was er sucht. Hier gilt es folglich, seine Ziele bereits im Vorhinein zu antizipieren. So muss der Nutzer nur ändern, was nicht auf ihn zutrifft oder falls er zu viele Resultate erhält. Hilfreich ist da insbesondere eine frühe Angabe über die Menge an Resultaten, wie sie in der Immobilien-Scout-App zu finden ist.

Suchergebnisse

Bei der Ausgabe von Suchbegriffen kommt es in einem ersten Schritt darauf an, wie die Ergebnisliste angezeigt wird. Üblich ist eine einfache Liste, aber auch eine Darstellung als Übersichtskarte oder in Form von Vorschaubildern ist denkbar.

Mindestens genauso wichtig wie die Darstellungsart ist die Überlegung, wie viele Begriffe überhaupt angezeigt werden. Für eine schnellere Anzeige von Ergebnissen hat sich ein als "lazy loading" bekannter Begriff etabliert. Hier werden erst eine gewisse Anzahl von Begriffen angezeigt und bei Bedarf, auf Nutzeranfrage oder beim Erreichen des Seitenendes, nachgeladen.

In manchen Fällen sinnvoller ist natürlich die klassische Methode mittels Seitenzahlen wie sie noch heute bei Google verwendet wird.

Suchergebnisse: Art der Anzeige

Ist geklärt, was man anzeigen möchte, kristallisieren sich in der Regel zwei Möglichkeiten heraus, wie mit der Ergebnisliste umzugehen ist: Die Anzeige der Ergebnisse im gleichen Fenster oder in einem separaten.

Auch hier kommt es darauf an, welchen Fokus das eigene Angebot hat und vor allem, wie die Ergebnisse dargestellt werden: Als Karte, Bild oder Liste. Die Ausgabe im selben Fenster ermöglicht eine schnelle, nachträgliche Änderung des Suchbegriffs. Ein eigenes Fenster auf der anderen Seite lässt insbesondere eine anschließende Sortierung und Filterung der Ergebnisse zu, womit wir zum abschließenden Teil der Suche-Best Practices kommen.

Sortieren und Filtern

Das eigentliche Sortieren ist für den Endnutzer nur ein einfacher Begriff. Er kann es aber nur sein, wenn sich die Anbieter im Vorhinein Gedanken darüber gemacht haben, wie eine Sortierung respektive Filterung angeboten werden sollte oder ob man eventuell ganz darauf verzichtet.

Die Autorin Theresa Neil, auf deren Buch Mobile Design Pattern Gallery sowie auf dem darauf aufbauenden Smashing-Magazine-Artikel unsere Recherchen basieren, unterscheidet bei der Sortierung drei Möglichkeiten: die Bildschirmsortierung, eine Sortierauswahl und eine Sortiermaske.

Erstere dürfte jedem bekannt sein. Sie ist die einfachste Form der nachträglichen Bearbeitung von Suchergebnissen. Über ein kleines Menü oberhalb der Liste stellt man mit nur einem Klick ein wie sortiert wird: Absteigend oder Aufsteigend, nach Preis oder Entfernung. Wird die Liste der Sortiermöglichkeiten zu lang, empfiehlt sich eine eigene Sortierauswahl wie im Beispiel der Swoodoo-App. Hier kann der Nutzer bequem eine für ihn sinnvolle Sortierung wählen ohne den Blick auf die Ergebnisse selbst zu verlieren. Reicht auch dort der Platz nicht, bietet eine eigene Sortiermaske wie im Beispiel der Immobilien-Scout-App an.

Filter

Filter sind im Grunde genommen nichts anderes als die zuvor erwähnte Suchmaske und eine Erweiterung der anfangs erklärten abgegrenzten Suche. Der wichtige Unterschied: Nicht immer weiß der Nutzer am Anfang seiner Suche in welche Richtung er seine Auswahl eingrenzen will. Hier ist es notwendig, erst alle allgemein passenden Ergebnisse anzuzeigen und diese später, nach sich ergebenen Bedürfnissen, zu filtern.

Auch Filter lassen sich unterscheiden in Bildschirmfilter, Filterauswahlmenüs und Filtermasken. Die ersten beiden erlauben eine bessere Sortierung durch Zu- oder Abwählen von Bereichen des Datensatzes bzw. eine Beschränkung auf bestimmte Oberthemen sicher. Die Filtermaske ermöglicht eine detailreiche und personalisierte Suche, wie im Beispiel bei Swoodoo.

Wie sich zeigt, gibt es bei den Best Practices der mobilen Suche kein einfaches „richtig" oder „falsch". Es kommt darauf an, für welches Angebot und welches Publikum die Suche gedacht wird; wie umfangreich der zugrundeliegende Datensatz ist. Sind diese Fragen geklärt stellt sich anschließend nur eine Frage: Was wird wirklich benötigt und was entspricht den Gepflogenheiten der Plattform.

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