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„MobiSocial“: Zwei Studenten zeigen, wie cool Mobile-Apps künftig sind

„MobiSocial“: Zwei Studenten zeigen, wie cool Mobile-Apps künftig sind

Wie könnte die mobile Zukunft aussehen und wie lässt sie sich am besten mit dem Nutzerbedürfnis nach sozialen Interaktionen verbinden? Eine mögliche Antwort auf diese Fragen will das Projekt MobiSocial geben, das sich selbst als Open-Source-Modell der Mobile-Social-Media-Zukunft beschreibt. Bei MobiSocial soll es künftig ausreichen, zwei mit dieser Technologie ausgestattete Geräte aneinander zu halten, damit diese direkt miteinander kommunizieren, Bilder austauschen oder sogar zusammen als Einheit fungieren können.

„MobiSocial“: Zwei Studenten zeigen, wie cool Mobile-Apps künftig sind

MobiSocial: Verschmelzung von mobiler Kommunikation und Social-Network-Funktionen

Zwei Studenten der Stanford Universität haben ihre Vision der sozialen Verknüpfung von mobilen Geräten untereinander und mit anderen Geräten, wie beispielsweise Fernsehern mit einer experimentellen Lösung umgesetzt. Ihr „MobiSocial“ genanntes Open-Source-Social-Networking-Projekt nutzt die NFC-Technologie (Near Field Communication), um Inhalte interaktiv von einem Smartphone auf ein anderes und von dort auf einen Fernseher zu übertragen. So lassen sich beispielsweise Bilder von einem auf ein anderes Smartphone übertragen, in dem man die Geräte nur aneinander hält. Anschließend kann das Bild auf dem Smartphone bearbeitet werden und der TV-Bildschirm zeigt die Änderungen in Realtime. Oder man spielt Poker: Jeder sieht dann auf seinem Smartphone nur die eigenen Karten und der Fernseher dient als Spieltisch.

Beschreiben lassen sich die Möglichkeiten von MobiSocial allerdings weniger gut, als es das folgende Video zeigen kann:

Bei der Entwicklung von MobiSocial stellten sich die beiden Studenten Aemon Cannon und Ben Dodson nicht nur die Frage, wie man bestehende mobile Technologien mit dem Social Web verbinden kann, sondern auch, wie man es besser machen könnte als alles Bestehende und wie man dabei noch mehr Spaß haben kann. Auch die Themen Offenheit und Sicherheit spielten dabei eine große Rolle. Sie sehen in den Smartphones eine Sprungfeder für das Social Web, die auch in Zukunft für eine noch breitere Präsenz sozialer Netzwerke und Funktionen sorgen wird.

„Facebook, Flickr und sind fantastische Ideen, bestehende Technologien zu nutzen“, erklärt Monica Lam, Professorin an der Stanford School of Engineering. Doch viele Plattformen seien dabei auch in proprietäre Umgebungen geraten, die ein breites Problemspektrum von begrenzter Innovation bis hin zu fehlender Privatsphäre mitbrächten. MobiSocial ist von Grund auf und da es keine Plattform gibt, auf der Daten gespeichert werden müssen, gibt es auch keine Probleme mit der Privatsphäre.

Um ein Foto vom Smartphone auf dem TV anzuzeigen, reicht es in diesem MobiSocial-Beispiel, die TV-Fernbedienung ans Handy zu halten.

Erste Anwendungen für MobiSocial

Auch erste Anwendungen für das MobiSocial-System sind bereits entwickelt. Ihre Anzahl ist zwar noch sehr überschaubar, aber sie dienen auch mehr als Showcase und lassen einen Ausblick zu, in welche Richtung sich das System entwickeln soll.

Mr. Privacy: Tool zum einfachen Austauschen von Daten mit Personen die man gerade trifft. Statt sich erst über ein geschlossenes Social Network mit all seinen Restriktionen miteinander zu verknüpfen, geht der Dateiaustausch mit Mr. Privacy mit nur einem Knopfdruck. Die Daten werden dann wirklich nur mit Freunden, Bekannten oder Kollegen getauscht und liegen nicht auf einem Server einer Plattform.

Social Flow: Bei dieser handelt es sich um eine Art Social Network, dass die Funktionalitäten von Facebook auf die Ebene von MobiSocial transportieren soll. Niemand habe nur einen einzigen Freundeskreis, erklärt die Entwicklerin Diana MacLean. Um die Interaktionen mit vielen Personen aus verschiedenen Kreisen organisieren zu können, schlägt Social Flow auf der Basis von Google Mail-Daten und getaggten Bildern automatisch Gruppen vor, die vom Nutzer dann noch verfeinert werden können.

Personal Cloud: Mit dieser App können bestimmte Daten auf einem Smartphone oder einem Tablet für den Zugriff definierter Personen bereitgestellt werden. Künftig sollen dabei nicht nur Fotos, Videos, Musikstücke und Kontaktinformationen getauscht werden können, sondern es soll auch eine Möglichkeit geben, sie für den Verkauf anzubieten.

Damit wäre MobiSocial dann auch bei dem Punkt angekommen, den die NFC-Technologie für die Smartphone-Hersteller so interessant macht: Das Smartphone wird zur digitalen Geldbörse. Insgesamt halte ich MobiSocial für ein sehr interessantes Projekt, dass schon heute die Möglichkeiten der NFC-Technologie deutlich macht, die die führenden Smartphone-Hersteller gerade erst für sich entdecken.

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4 Antworten
  1. von Alte Ideen am 19.05.2011 (13:37 Uhr)

    Nett. Wenn es noch Bluetooth unterstützen würde, käme hoffentlich der Durchbruch für so etwas.
    In Deutschland kann man ja kaum etwas gründen ohne bis zum Verfassungsgericht verklagt zu werden und 95% seiner Einnahmen mit Juristen teilen zu müssen.
    Die Ideen gibt es nämlich schon seit Handies gängig sind. Auch J2ME, Symbian60 usw. sind schon "ewig" vorhanden und hatten schon immer "Apps". Solche Handy-Collaboration-Apps sind also im Prinzip schon lange Ideen.

    Auf Messen gleichgesinnte Treffen oder den richtigen Ansprechpartner per Handy abklären ("Bewerber Controlling" "Kunde 10 Mio Jahresumsatz" "Lieferant für Zubehör"...) oder in der Innenstadt im Supermarkt andere glutenfreie Mütter (Mütter die ihr Kind glutenfrei ernähren müssen oder halt andere Behinderungen oder Leute die Spezial-Nerd-Hobbies haben) per Handy connecten können, wäre eine nette App die jedes Handy liefern könnte. Man läuft durch den Zug und das Handy zeigt einem die anderen die auch zum gleichen Konzert oder Ringtennis-Spiel oder Star-Trek-Ausstellung oder SEO-Stammtisch wollen. Sowas wie aki-aka aber in besser.
    Wenn ich heise-Newsticker runterlade, wieso soll ich ihn nicht (signiert von heise natürlich) an andere Handies weitergeben. News-Distributions-Killer-App für Afrika und Wifi-Freie Gebiete wie Deutschland.

    Die Pläne gibts für Autos ja schon. Im Android-Auto markiert man "Blitzer" und es merkt selber Engstellen und beamt die Info alle Autos die einem entgegen kommen beim Vorbeifahren die Information. Diese beamen die Engstelle dann wiederum an die entgegenkommenden Autos so das die Info (Blitzer bzw. Engstelle) jeweils clever in die richtige Richtung fliesst so wie es Router mit TCP/IP-Paketen machen.

    Wenn alle Handies miteinander reden können, beginnt der Spaß.
    Studenten und Parteitagler können direktes Feedback geben. Man hat Schieberegler (schneller/langsamer, das hatten wir schon, ausführlicher/gröber erklären) und buttons (unfug, Versprecher ?, ...) und der Sprecher sieht es auf seinem zweiten IPad und kann direkt reagieren. Auch schreiben Studenten die Vorlesung massiv parallel gemeinsam. Je 1-2 tippen den aktuellen Satz. Andere korrigieren, ergänzen und optimieren. Wifi+Bluetooth reichen.

    NFC hat den Nachteil, das Android zu dumm ist, es per Mäusen (GPS-Mäuse) auch für ältere Androids nachzurüsten und Iphones wollen sicher nicht, damit man neue Iphones kaufen muss. "Danke".

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  2. von Christian Baer am 19.05.2011 (15:42 Uhr)

    Ich fände folgendes gut:
    Die Website des Lieblings-Restaurants an den eigenen Bauch haben, und ZACK, ist der Hunger weg :)

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  3. von tanjahandl am 20.05.2011 (10:46 Uhr)

    @ Christian: Spitzenidee, aber stell dir vor, das ginge auch mit der Lieblingsbar... ;)

    Und zum Thema: Gefällt mir, auch wenn ich die Übertragung auf einen Fernseher als unnötig empfinde. Für die Jungs läuft diese Funktion unter Partyware, und da muss ich leider sagen: Für mich hat das wenig Unterhaltungseffekt. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass bestimmte Zielgruppen dieser Spielerei durchaus etwas abgewinnen können.

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  4. von Karin Lingman am 20.05.2011 (11:35 Uhr)

    Cooler Artikel, danke für den Video Link.

    Das Konzept von den Studenten find ich super. An meinem Handy fehlt es mir an der Funktion, ohne lästiges Email schreiben mal eben schnell Bilder zu tauschen. Mal sehen, was das wird.

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