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Mossberg: Sieben Trends für das Gadget-Jahr 2013

Die Welt der Verbrauchelektronik hört nie auf, sich zu verändern. Manchmal sind es einzelne Produkte, die die ganze Branche umkrempeln, wie das oder das von . Manchmal sind es auch nur kleine Verbesserungen, wie etwa beim Google-Betriebssystem Android, das mit jeder Version raffinierter wird. Manchmal sind es mutige Schritte, wie das neue Windows 8 von Microsoft, bei dem Tablet-PC und der traditionelle Computer verschmelzen. Fest steht nur: Es gibt immer etwas Neues. von Walter S. Mossberg

Mossberg: Sieben Trends für das Gadget-Jahr 2013

Hier sind einige Dinge, die in diesem Jahr bei den Kunden landen werden. Vieles war schon im vergangenen Jahr erhältlich, aber könnte in diesem Jahr den großen Durchbruch schaffen:

1. Tablets ersetzen PCs

Die iPads, darunter auch das neue mini, beherrschen weiter den Tablet-Markt. Aber auch Android-Modelle kommen in Schwung. Aber die große Umwälzung ist, dass Tablets weiter die Rolle von Laptop-PCs untergraben.

Die Verbraucher nutzen die Tablets für immer mehr Aufgaben, für die sie früher den Laptop angeworfen haben. Ganz verschwinden werden traditionelle Computer nicht – sie werden immer noch für Aufgaben etwa mit hohem Datenvolumen benötigt. Aber die Kunden kaufen immer seltener einen neuen Laptop und geben ihr Geld stattdessen für Tablets aus. Diese lösen auch ein weiteres Gerät ab: Das elektronische Lesegerät, den E-Reader. Viele Analysten hatten erwartet, dass Windows 8 diesen anhält oder gar umkehrt. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist.

2. Hardware und Software verschmelzen

Das Apple-Modell breitet sich aus. Der Vorreiter aus Cupertino bietet von der Hardware, dem Betriebssystem, den wichtigsten Apps und dem Internetbrowser eine Rundumversorgung. Auch andere Unternehmen arbeiten daran. Im Oktober stellte Microsoft seinen ersten Computer, das Surface-Tablet vor. In den nächsten Wochen soll eine verbesserte Version folgen. Ich wäre nicht überrascht, wenn Microsoft in diesem Jahr auch ein Smartphone vorstellt.

Auch Google will wie Apple werden. Unter der Marke Nexus werden mittlerweile ein Smartphone und zwei Tablets verkauft. Die Produkte werden von Partnerunternehmen hergestellt, aber das Design stammt von Google. Mit dem eigenen Hardware-Unternehmen Motorola Mobility dürfte dieses integrierte Modell vertieft werden. Bei Motorola sind ehemalige Google-Manager an Bord. Es gibt erste Berichte, nach denen Android auf den neuen Geräten von Motorola tief verwurzelt ist.

 3. Apple denkt Fernsehen neu

Samsung und andere Hersteller produzieren bereits Fernseher, die sich mit dem Internet verbinden, Onlinevideos streamen und Apps ausführen können, und das alles ohne ein spezielles Zusatzgerät. Aber sie sind oft unhandlich, und ihre „Smart TV"-Funktionen sind beim Verbraucher noch nicht angekommen. Das könnte sich in diesem Jahr ändern.

Allenthalben wird erwartet, dass Apple endlich seinen eigenen Fernseher vorstellt, auf dem Internet und Fernsehprogramm nahtlos verschmelzen. Viele, darunter auch ich, hatten damit schon 2012 gerechnet, aber noch verhandelt Apple offenbar mit Medienunternehmen über die Inhalte. Unterdessen gewinnt Apples kleine Box Apple TV an Beliebtheit. Über eine Funktion namens AirPlay lassen sich damit auch Audio- und Videoprogramme auf Laptops, Tablets und Smartphones nutzen.

4. Smartphones werden billiger

Fast auf der ganzen Welt gib es Smartphones. Aber sie sind immer noch teuer – in der Regel etwa 150 Euro mit einem Zweijahresvertrag. Und mit den monatlichen Gebühren ist man schnell bei 75 Euro, vor allem wenn man große Datenmengen nutzt – eigentlich die Grundfunktion eines Smartphones. Schon jetzt gibt es aber einige Modelle bei Vertragsabschluss deutlich billiger oder gar umsonst. 2013 dürfte es bessere Smartphones noch billiger geben, besonders die mit dem dominanten Betriebssystem Android und der bisher noch wenig nachgefragte Plattform Windows Phone.

5. Musikspieler werden besser und teurer

Audiophile und Künstler haben sich noch nie mit den komprimierten Musikdateien anfreunden können, die jetzt auf jedem iPod und Smartphone zu finden sind. Sie beklagen sich darüber, dass die ursprüngliche Qualität der Aufnahme reduziert ist, weil die Lieder für minimale Dateigrößen und Downloadzeiten optimiert sind. Sie werden zudem oft von CDs und nicht von den Masterbändern erstellt.

2013 wird es mehr tragbare Musikspieler geben, die eine höhere Qualität bieten. Der koreanische Elektronikhersteller iRiver hat den Astell & Kern AK 100 vorgestellt. Für umgerechnet etwa 530 Euro bietet dieser Musik in hoher Klangtreue. Der legendäre Rocker Neil Young steckt hinter einem zweiten Unternehmen, Pono, das ähnliche Pläne hat. Neben dem Preis gibt es allerdings eine weitere Schattenseite. Die Dateien sind zehn bis 20 Mal so groß wie normale digitale Songs. Auf einen bestimmten Speicher passt also weniger Musik.

6. Die Technik überwacht Fitness und Gesundheit

2012 kamen sensorenbepackte Armbänder wie das Nike+ FuelBand und das Jawbone Up in den Handel. Diese messen, wie viele Schritte ihr Besitzer am Tag geht, wie gut er schläft und andere Gesundheitsindikatoren. 2013 wird sich dieser Trend fortsetzen, in anderen Formen und mit verbesserten Sensoren. Ein neues Produkt, das Basis, ist eine Uhr, die den Ruhepuls misst. Alle diese Geräte arbeiten mit mobilen Apps oder browserbasierten Programmen zusammen, um den Fortschritt zu überprüfen.

Fitbit Flex: Mit dem wasserfesten Armband lassen sich Kalorienverbrauch, Schritte und die Schlafqualität ermitteln.

7. Das Internet kontrolliert alles

Ein weiterer Trend, den ich für 2013 sehe, ist der Siegeszug von Apps und Geräten, mit denen sich viele Gegenstände des Alltags drahtlos steuern lassen, von Lampen über Küchengeräte. Und es wird mehr „smarte" Geräte geben, wie etwa das intelligente Thermostat, das mit dem WLAN verbunden ist.

Das sind nur einige der Entwicklungen, die wahrscheinlich die Landschaft der Verbraucherelektronik bestimmen werden. Auch andere bleiben im Vordergrund, wie etwa die immer stärkere Rolle der Cloud oder von Remoteservern, die Inhalte speichern und eine bessere Zusammenarbeit ermöglichen. Eins ist sicher: Es wird Dinge geben, die hier nicht aufgelistet sind und die uns alle überraschen werden.

Weitere Informationen

von Walter S. Mossberg

Ursprünglich publiziert bei wsj.de

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