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Interview

Mozilla-CIO Borchert: „Mein engster Mitarbeiter sitzt in Schweden im Wald“

    Mozilla-CIO Borchert: „Mein engster Mitarbeiter sitzt in Schweden im Wald“
Mozilla-CIO Katharina Borchert. (Foto: Mozilla)

Eine Deutsche ist Mozillas Innovationschefin: Die ehemalige Spiegel-Online-Geschäftsführerin Katharina Borchert. Im Interview erzählt sie, warum Mozilla Staub angesetzt hat – und was sich ändern soll.

Katharina Borchert wechselte als Geschäftsführerin von Spiegel Online zum Firefox-Macher Mozilla und ist dort als Chief Innovation Officer für die zukünftige Ausrichtung der Mozilla-Produkte zuständig. Im Interview berichtet sie über die Unterschiede zwischen Spiegel Online und Mozilla – und was der Open-Source-Browser aus ihrer Sicht dringend ändern sollte.

t3n.de: Mozilla steckt ja nicht nur hinter dem Firefox-Browser, sondern ist auch ein Unternehmen, das Entwickler bezahlen muss. Dabei ist Mozilla bei den Einnahmen sehr abhängig von dem größten Browser-Konkurrenten Google, oder?

Katharina Borchert: Wir haben 2014 bewusst diversifiziert, zugunsten flexiblerer und länderspezifischer Partnerschaften. In Nordamerika ist seither Yahoo die Standardsuche, in Europa Google, Baidu in China und Yandex ist es in Russland, Weißrussland, Kasachstan, der Ukraine und der Türkei. De facto sind wir heute in einer finanziell deutlich stärkeren Situation bei gleichzeitig größerer Produktflexibilität. Die genauen Zahlen stehen immer in unserem Jahresbericht.

„Wir können unmöglich mehr Leute einstellen als Google“

t3n.de: Und die Leute in den USA lassen Yahoo wirklich voreingestellt?

Borchert: Viele bleiben dabei, andere wechseln. Die Wahl liegt aber weltweit immer beim Nutzer.

t3n.de: Und ihr verdient dann an jeder Suche?

Borchert: Wir verdienen an jeder Suche mit der Suchmaschine, mit der wir eine entsprechende Partnerschaft haben. Als Beispiel eben mit Yahoo in den USA.

t3n.de: Und warum ist Mozilla in den USA von Google zu Yahoo gewechselt? Der Erfolg von Googles Browser Chrome dürfte Mozilla nicht gefallen, oder?

Borchert: Es ging uns vor allem darum zu diversifizieren, weltweit nicht nur einen Partner zu haben – aber auch um mehr Freiheit in der Produktgestaltung und darum, ein paar Dinge ausprobieren zu können. Aber natürlich wären wir glücklich, wenn wir einen deutlich größeren Marktanteil hätten, klar. Wir sind ja überzeugt von dem, was wir machen und deswegen kann uns das nicht gefallen.

t3n.de: In Deutschland ist Firefox ja noch relativ verbreitet, in den USA stark zurückfallen gegenüber Chrome. Google hat natürlich mehr Geld für Entwicklung.

Borchert: Nicht nur für Entwicklung, auch für Marketing.

t3n.de: Das auch. Aber ist Chrome nicht auch einfach schneller?

Borchert: Das ändert sich gerade wieder. Wir waren da zurückgefallen, aber Konkurrenz ist ja gesund, weil sie einen auf Zack hält. Durch die kontinuierliche Implementierung von Multi-Process-Firefox seit August dieses Jahres sind wir extrem viel schneller und besser geworden. Und wir haben unsere Entwicklungsprozesse umgestellt und arbeiten inzwischen auch an spannenden Erweiterungen und Neuerungen. Wir befinden uns weiterhin mitten in einem großen Optimierungs- und Innovationsprozess.

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Eine Reaktion
Präsenzkultur sind Kosten pur
Präsenzkultur sind Kosten pur

"Die Deutschen tun sich mit dezentralem Arbeiten ja oft schwer – bei Mozilla ist das Gegenteil der Fall. Rund 38 Prozent der Mitarbeiter arbeiten von zuhause aus oder einem sonstigen Ort ihrer Wahl. Sie wohnen nicht einmal in der Nähe eines Büros – obwohl wir rund um die Welt welche haben."

Tja. Präsenzkultur sind Kosten pur...

In Gegenden mit weiten Strecken wie Australien, Kanada, Schweden usw. ist sowas natürlich schlauerwise längst üblich während hier die Mietmafia-Mästung in den überfüllten Wohngebieten weiter stattfindet.
Auf dem Land verlegt man die Glasfaser für ein Zehntel über-irdisch. Da kann man zum Bruchteil mieten und jeder hat einen Parkplatz vor der Tür und man ist billiger und schneller mit arm-dicken Glasfasern angebunden.

http://www.golem.de/news/ftth-fttb-oberirdische-glasfaser-spart-85-prozent-der-kosten-1606-121745.html
15% statt 100% macht 6.6 mal so viel Glasfaser beim gleichen Preis !

Und für die Konzepte der Schriftlichkeit und das man klar sieht was wann wie wo ist wie ein aufgemaltes Make-File wird sicher als neue IT-Methode in ein paar Jahren durchs Dorf getrieben...
Schlanke FIrmen (ich glaube Debis mit DEM ORDNER) haben sowas schon ewig. Da hat jedes Projekt einen einheitlichen Ordner (früher zumindest) und daher blickt jeder Mitarbeiter (auch wenn man neue ran holt) sofort durch.

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