Noch bevor die Arbeiten an der nächsten Version 3.5 abgeschlossen sind, schaut man bei Mozilla in die Zukunft. Zwar wird die übernächste Version mit dem Codenamen „Namoroka" erst im Laufe des nächsten Jahres erscheinen, aber schon jetzt stehen wichtige Eckpunkte für die Entwicklung fest. Unter anderem soll Firefox Uploads per „Drag and Drop" unterstützen und das bisherige Add-On Prism soll in den Browser implementiert werden.
Die Browserentwicklung ist ein schnelllebiges Geschäft, in dem Stillstand schnell zum Rückstand führt. Bei Mozilla plant man daher schon weit voraus und veröffentlicht schon mal eine Roadmap für die übernächste Version. Unter dem Codenamen „Namoroka" soll der Nachfolger von Firefox 3.5 „Shiretoko" entstehen, allerdings könnte der Name noch in „Firefox.next" geändert werden.
Schwerpunkte bei der Entwicklung
Die übernächste Version soll in fünf Bereichen grundlegend verbessert werden:
1. Geschwindigkeit: Die Performance soll sich vor allem für die Nutzer deutlich bemerkbar machen. Gelingen soll dies durch Geschwindigkeitsverbesserungen beim Programmstart, beim Öffnen von neuen Tabs und im Antwortverhalten beim Umgang mit Benutzerschnittstellen.
2. Persönliche Anpassungen: Browseranpassungen und Erweiterungen soll man einfacher entwickeln, finden und installieren können. Mozilla möchte hier auf das Verhalten der Nutzer eingehen und daraus entsprechende Sets ableiten und anbieten. Besonders schön: Erweiterungen lassen sich auch ohne Neustart des Browsers installieren.
3. Aufgabenbasierte Navigation: Die Nutzer sollen in die Lage versetzt werden, ihre Arbeit mit Firefox besser zu organisieren. Dazu sollen Tabs, History, Downloads und andere Ressourcen in benutzerdefinierte Tasks organisiert werden. Letztlich sollen gewöhnliche Arbeitsabläufe von Firefox in einer Art Mashup übernommen werden, ohne dass man dazu bestimmte Webseiten aufrufen müsste. Ein Vorgehen, dass an das Mozilla-Labs-Projekt Ubiquity erinnert.
4. Unterstützung von Webapplikationen: Firefox soll den Umgang mit Web-Apps vereinfachen, indem das Add-On Prism vollständig in den Browser integriert wird. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Web-App und Desktop-Anwendung zunehmend, denn durch Prism lassen sich Web-Applikationen auch offline ausführen.
5. Look and Feel: Firefox 3.6 soll sich optisch noch besser an das jeweils verwendete Betriebssystem anpassen und dabei auch vom System bereitgestellte Dienste nutzen.
Weitere neue Features
Firefox „Namoroka" soll ein neues Interface zum Hochladen von Dateien erhalten. Kernpunkte sind dabei Drag and Drop, sowie der gleichzeitige Upload von mehreren Dateien.
In Anlehnung an Opera und Chrome sollen auch beim Firefox künftig nützliche Informationen und Links beim Öffnen neuer Tabs angezeigt werden.
Die Geschwindigkeit soll zum einen durch die Rendering-Engine Gecko 1.9.2 und zum anderen durch verbesserte Cache-Mechanismen gesteigert werden.
Für eine verbesserte Optik sollen nicht nur die geplanten systemabhängigen Anpassungen sorgen, sondern auch Animationen im User-Interface.
Was fehlt noch?
Bis zum Erscheinen von Firefox „Namoroka" wird noch viel Zeit vergehen. Zeit, die man auch dazu nutzen könnte, Mozilla bei der Entwicklung auf den richtigen Weg zu führen, denn trotz der vielen Neuerungen fehlen einige Dinge.
Größtes Manko ist meiner Ansicht nach die fehlende Umsetzung der „one-process-per-Tab-Technologie", wie sie schon von Google Chrome und Internet Explorer 8 eingesetzt wird. Gerade für webbasierte Anwendungen ist diese Technik in Bezug auf die Stabilität sinnvoll, da sie jedem Tab einen neuen Prozess zuordnet. Und bei weiter steigender Verbreitung von Multicore-Prozessoren könnte hieraus auch ein Geschwindigkeitsvorteil entstehen.
Insgesamt scheint sich Mozilla funktionell gerne bei bestehenden Erweiterungen zu bedienen, denn viele der neuen Funktionen sind bereits durch Addons realisierbar.
Welche Funktionen sollte Mozilla noch einbauen oder entwickeln? Vorschläge dazu einfach per Kommentar.
Bildnachweis: Red Fox von mikebaird


















[...] Antwortverhalten verbessern. Weitere Ziele bei der Entwicklung von Firefox 3.6 hatten wir bereits in diesem Artikel ausführlich beschrieben. Die finale Version könnte laut Chris Blizzard bereits in wenigen Monaten [...]