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Digitales Leben

Hello Mr. President: Wie Barack Obama auf der SXSW die Tech-Gemeinde umgarnt

    Hello Mr. President: Wie Barack Obama auf der SXSW die Tech-Gemeinde umgarnt

(Foto: South by Southwest)

Das Kreativ-Festival SXSW feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum – und konnte dafür einen besonderen Redner gewinnen: US-Präsident Barack Obama hielt gestern unter großem Medienrummel die Eröffnungskeynote. Martin Recke, Organisator der Next-Konferenz, hatte das Glück ein Ticket zu bekommen und fasst seine Eindrücke für t3n zusammen.

„Keine großen Taschen, keine Schirme, keine spitzen Gegenstände“

Schon das Zugangsverfahren war alles andere als einfach: Via Lotterie vergab die SXSW die Kapazitäten im Long Center für die Eröffnungskeynotes dieses Jahres. Gestern Abend kam dann die Mail mit dem positiven Bescheid — dass ein Ticket für mich bereitliegen würde.

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Abzuholen von acht bis elf Uhr. Einlass dann ab elf Uhr. Zutritt nur für Ticketinhaber, die sich bis 12.30 Uhr in die mehrere hundert Meter lange Schlange eingereiht hatten. Keine großen Taschen, keine Schirme, keine spitzen Gegenstände. Nur das Nötigste mitbringen.

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Als ich gegen 10.30 Uhr mein Ticket bekam, hieß es auch: keine Notebooks. Die letzte Entscheidung liege aber beim Secret Service. Was mich dazu veranlasste, meine Tasche zurück ins Quartier zu bringen — dank Uber und Airbnb kein größeres Problem. Wieder am Palmer Events Center, die Schlange reichte derweil schon weit in den angrenzenden Park, teilte uns nach einiger Zeit eine Helferin mit, dass Notebooks nun doch erlaubt seien. „Don’t shoot the messenger.“

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Die Zeit verging langsam, die Schlange wuchs stetig, die Sonne schien warm. Doch irgendwann und irgendwie ging es voran. In großen Schüben schleuste man uns zur Sicherheitskontrolle.

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Und schließlich fand ich mich auf dem Balkon wieder, in schwindelnder Höhe in einem zum Bibbern kalt klimatisierten Saal, wo alsbald Casey Gerald seine Keynote begann, die unversehens zum Vorprogramm des Präsidenten geworden war. Und ja, schon sein mit leiser Stimme ohne Folien frei vorgetragenes „gospel of doubt“ war den Aufwand wert — auch wenn ein Video den gleichen Zweck erfüllt hätte.

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Der Vortrag, ähnlich gehalten bereits auf der TED, rückte gründlich die Perspektiven zurecht. Dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern den Menschen dienen sollte, dass der Zweifel eine Tugend sein kann und was er den Präsidenten der USA fragen würde: „What would you say if you were not afraid?“ Ob der Zufall des präsidialen Terminkalenders oder die kongeniale Planung der SXSW-Macher nun Casey Gerald zum Präliminarium Obamas gemacht hatten, sei dahingestellt. In jedem Fall legte Gerald die Latte für den amtierenden Präsidenten hoch.

Barack Obama kommt eine halbe Stunde zu spät

Der kam eine halbe Stunde verspätet — vielleicht weil er zuvor noch Tacos essen musste. Doch dann gehörte die Bühne ihm und Patrick Svitek von The Texas Tribune, dem blitzgescheiten und eloquenten Gesprächspartner des mächtigen Mannes. Als Obama die Bühne betrat, erhoben sich mehrere Tausend Zuschauer unter lautem Applaus und Jubel von ihren Plätzen.

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Obama war, wie man ihn kennt: witzig, intelligent, charmant, präsidial und zugleich erfrischend unprätentiös. Seine Botschaft an die im Auditorium, insbesondere aber an den Screens versammelte Tech-Community war vergleichsweise schlicht: Technologie kann die Arbeit der Regierung verbessern, sie kann helfen, die großen Probleme zu lösen (denen sich Obama auch nach Ende seiner Amtszeit zu widmen gedenke) und auch die Partizipation der Bürger erhöhen.

Kritisch wurde es am Ende, als Patrick Svitek den Fall Apple vs. FBI aufgriff und Obama, ohne zum konkreten Einzelfall sprechen zu wollen, für eine Balance zwischen dem Schutz der Privatsphäre und den Sicherheitsinteressen des Staates (und damit der Bevölkerung) eintrat. Dieser Punkt dürfte der anwesenden Szene eher weniger gefallen haben.

Good day. A hell of a good day. #sxsw #thanksobama #sxswobama #potussxsw

Ein von Hallie K. Reiss (@hallirina) gepostetes Foto am

In der Summe eine gelungene Inszenierung für beide Seiten. Die SXSW freut sich in ihrem 30. Jahr über einen sehr speziellen Moment — und der amtierende Präsident bereitet seine Zeit nach dem Auszug aus dem Oval Office vor. Dass er, wie seine Vorgänger, als teuer bezahlter Redner auf Konferenzen auftreten wird, kann sicher vermutet werden.

Dass er ausgerechnet die SXSW für seinen Auftritt gewählt hat, dürfte auch kein Zufall sein. Die regierungsskeptischen Texaner, aber auch die sehr breite, eher demokratisch und international orientierte Szene der Festivalbesucher waren seine bevorzugten Adressaten.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Medium.com.

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1 Reaktionen
Reden ist nicht handeln
Reden ist nicht handeln
13.03.2016, 14:17 Uhr

Als es hiess, Obama würde viel Geld (ich glaube 100 Millionen $) für seinen ersten Präsidentenwahlkampf ausgeben, meinte ich, man könnte sich beim Volk beliebter machen indem man die Schulkosten quasi auf 1-5% digital senkt. Und inzwischen hat jeder ein Tablett oder die Reparatur-Kosten für deutsche Schulen würden Tabletts für jeden billiger machen. Es gibt für 50 Euro Tabletts bei den Discountern und großen Supemärkten !!!

DMCA, Rechtskosten, Abmahnungen usw, verhinderten die Idee welche ich ohne Investments ohne Steuer-Subventionen ohne Mietpreis-Konkurrenz in Hochpreismietgebieten und ohne Mindestlohnausnahmen schnell realisieren würde in einem Land wo die Schulkosten zu teuer sind oder (in Südamerika die Kinder aus den Indianer-Gebieten oder diesen Fluss-Deltas mit hunderten kleinen Dörfern am Wasser) die Kinder für weiterführende Schulen jahrelang in Internate(==viel superteurer als ein Tablett pro Schüler und dann auch pro Bürger) müssen oder die Schulen welche für zigtausende von deutschen Spenden aufgebaut wurden dann abgefackelt werden damit Mädchen nicht lesen lernen. Und massiv gemobbed wurde man dafür auch noch. Auch die Google-Mitarbeiter waren wohl gegen digitale Bildung für ihre eigenen Kinder und zahlen vielleicht lieber tausende Euros für teure Schulen.

School-Wiki in allen Sprachen weltweit wäre schnell programmiert. Doch bloss wo ohne von der Existenzvernichtung bedroht zu werden ?
Verstoß gegen Softwarepatente ist laut ACTA, IPRED2 usw. und vermutlich bald auch dank TTIP, TISA,... ein Copyright-Verbrechen und nicht (wie in USA) "nur" Zivilrecht was (Wikipedia: " Veoh "):
http://www.golem.de/news/aaron-swartz-vorwuerfe-gegen-staatsanwalt-und-mit-1301-96889.html

Ein Standbein der US-Wirtschaft sind Häuser-Bauten. Die Studienkosten und $500.000 oder auch nur zigtausende $ Schulden (Privatinsolvenz dafür gibts wohl noch nicht d.h. die Schulen/Unis kommen anscheinend ein Leben lang an ihr Geld egal ob man arbeiten kann oder arbeitslos ist oder Taxifahrer) verhindern den Hauskauf (also den Hausbau) um vielleicht 10-15 Jahre. Schon daher sollte Obama das Schulsystem digital crunchen und hätte seit 10 Jahren keine neuen Lehrer mehr einstellen gebraucht. Ein guter technischer/medizinischer Professor hält lieber eine Vorlesung digital für die ganze Welt oder Deutschland/Österreich/deutsche Schweiz als hunderte Professoren hunderte quasi gleiche Vorlesungen. Dann sieht man schnell welcher Professor die Sortier-Algorithmen am klarsten verklickert...

"und auch die Partizipation der Bürger erhöhen". Ich will schon ewig eine Direct-feedback-App mit welcher alle Teilnehmer realtime weltweit bei dem Talk legalen konstruktiven Feedback per Handy/Tablett/Laptop/VoiceConvertToText... hätten abgeben und digital hätten jubeln oder buhen können.
Gleiches für alle Pressekonferenzen, Fußballspiele(der Haupt-USP), Aktienversammlungen, Quartalsberichte, Öffentlichen Talkshows, Plenums-Sitzungen, alle Cebit-Veranstaltungen und natürlich Vorlesungen, Politiker-Reden, Produktvorstellungen... also überall wo bisher einer spricht und den Kommunikations-Kanal exklusiv belegt und alle anderen jubeln dürfen. Erinnert an Parteiveranstaltungen in Ländern wo es nur eine Partei gab...

Aber Abmahnungen, DMCA, Software-Patente auf Geschäfts-Ideen (dank TTIP bald hier auch gültig) bringen Amerika sicher viel weiter als ein triviales Direct Feedback-System welches schnell programmiert wäre wenn eine Organisation oder Land den Schutz übernehmen würde... EFF, FSF haben solche Projekte (Oppositions-Software, Software von anonymen Programmierern aus Diktaturen oder Kriegsgebieten,...) leider nicht. Sonst könnte man es ja dort hochladen und der Menschheit schenken statt von den Werbeeinnahmen auskömmlich leben zu können.

Der Zuckerberg-Townhall sah so aus wie der Bill Gates Besuch 10-15 Jahre vorher zu Zeiten des neuen Marktes. Wenn vor mir jemand mit einem Mikrofon steht der mit einem Mikrofon fragt, würde ich antworten "Wieso fragst Du nicht am Handy wie alle Menschen weltweit ?" und mir vorkommen wie früher als es keine Handies gab und man wie bei manchem Parteitag nur jubeln durfte. Aber Zuckerberg und Obama und alle Präsidentenkandidaten haben Handies bisher nicht für MeinungsKundTu-Mittel am Mann/Frau erkannt oder wollen das vielleicht nicht. Gruppenchats für Vorlesungen (BWL-Grundvorlesungen haben 1000-5000 Teilnehmer) sind bei Whatsapp wohl auch auf 150 Teilnehmer oder so limitiert und gibts bei Skype evtl gar nicht.

Es gibt noch zig weitere triviale Projekte welche nur ein paar Zeilen Code bräuchten und von fast allen benutzt werden würden weil sie legal und konstruktiv Menschen praktisch täglich helfen würden.
Die deutsche Startup-Industrie und rot-grüne/schwarz-rote/schwarz-gelbe/schwarz-rote Gesetzgebung hingegen bringt das Volk natürlich viel weiter und verbessert seit rot-grün und dem neuen Markt jährlich unser Leben...
Stammen Uber, Blablacar, Blendle (auch eine meiner Ideen um Autoren (auch ohne Verlage) günstig Einnahmen/Zweitverwertung ihrer Texte zu ermöglichen), Wikipedia, Wiki-Data, Wiki-School, WhatWirWollen, ProduktWiki, ErsatzTeilReparaturWiki&Handel, DirectFeedback usw. ... von hier ? na also.
Macht mal eine Liste erfolgreicher deutscher Groß-IT-Projekte...

Der Fachkräftemangel ist vorbei. Sagte ich schon seit Jahren. M$ streicht 14.000 Stellen. IBM entlässt vielleicht sogar und nicht nur wie üblich Stellen nicht wiederbesetzen wenn jemand geht.
http://www.golem.de/news/stellenabbau-ibm-baut-wohl-14-000-arbeitsplaetze-ab-1603-119690.html
http://www.golem.de/news/wintersemester-rekord-bei-informatik-studienanfaengern-1511-117670.html
Die treffen dann bald nach Studien-Ende auf die tausenden (und seit Jahren immer mehr pro Jahr) entlassenen ITler... Am Ölmarkt sieht man ja, wie die US-Eigenproduktion (und evtl auch Kauf benzinsparender neuer Autos sobald man das Geld dafür hat) den Ölpreis zusammenbrechen hat lassen und viele Länder immer größere Probleme kriegen.

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