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MySpace stoppt freien Fall – 1 Mio neue Nutzer seit Dezember

    MySpace stoppt freien Fall - 1 Mio neue Nutzer seit Dezember

Der einstige Branchenprimus MySpace feiert ein überraschendes Comeback. Nachdem es seit Jahren nur bergab ging, gelang im Dezember die Wende: Eine Million neue Nutzer haben sich bei MySpace angemeldet. Wer nun die umstrittene Facebook Chronik als Grund vermutet, dürfte falsch liegen.

MySpace: Neue Strategie zeigt Wirkung

Schon lange warten Experten darauf, dass ein Facebook-Konkurrent durch einen der zahlreichen Fehltritte des führenden Social Networks Oberwasser gewinnt und zu einer echten Facebook-Alternative aufsteigt. Zuletzt wurde in diesem Zusammenhang eigentlich nur noch von Google+ gesprochen – wer mehr Fantasie und viel Glauben mitbringt, hofft auch noch auf Diaspora. Der einstige Branchenprimus MySpace stand zumindest nirgendwo auf dem Zettel und hat doch, im Rücken der breiten Öffentlichkeit, eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt.

In der New York Times berichtet der neue COO von MySpace, Chris Vanderhook von einer überraschend guten Entwicklung der Nutzerzahlen. Nachdem MySpace im Dezember einen neuen Musik-Player eingeführt hat, stiegen die Mitgliederzahlen deutlich an. Von 0 neuen Nutzern pro Tag ging es hoch auf 40.000 neue MySpace-Nutzer pro Tag. Insgesamt hätten sich seit Dezember eine Million neue Mitglieder bei MySpace angemeldet, verkündet Vanderhook.

Mit dem neuen Musik-Player schaffte es MySpace zurück in die Erfolgsspur.

Damit zeigt die neue Strategie, die auf dem ursprünglichen Musik-Schwerpunkt aufbaut, eine erste Wirkung. Der im Dezember eingeführte Musik-Player ist die erste richtig große Änderung nach der Übernahme durch Specific Media. MySpace stärkt damit das laut Vanderhook größte Kapital von MySpace - den umfassenden Musikkatalog mit über 42 Millionen Titeln. Für die Nutzer gibt es darin viel zu entdecken, denn rund 30 Millionen Titel stammen von unabhängigen Künstlern, die noch keinen Plattenvertrag haben. Der neue Musik-Player hilft bei den musikalischen Entdeckungsreisen mit einer verbesserten Suche und einem sozialen Empfehlungssystem. Interessant: MySpace sieht sich selbst gar nicht mehr als Facebook-Konkurrent und bietet sogar die Integration des Musik-Players in die Facebook Chronik an. Auch für den schnellen Einstieg gibt es eine Facebook-Anbindung.

MySpace - kein Glücksfall für Rupert Murdoch

Nachdem er zusammen mit seinem Bruder Tim Vanderhook und dem gemeinsamen Unternehmen Specific Media MySpace Mitte 2011 von der News Corporation des Medienmoguls Rupert Murdoch übernommen hatten, gab es kaum Grund für große Erwartungen. MySpace konnte die hohen Erwartungen von Rupert Murdoch nur anfänglich erfüllen. 2005 hatte die News Corporation noch 580 Millionen US-Dollar für das damals erst zweijährige Social Network hingelegt. Bis 2008 hielt MySpace die führende Position bei den Social Networks, wurde dann aber von Facebook überholt und schnell abgehängt. Abgegeben hat die News Corporation MySpace dann inoffiziellen Berichten zufolge für 35 Millionen US-Dollar.

Über die Gründe für den schleichenden Niedergang von MySpace könnte man ganze Bücher schreiben. Einen nicht unwesentlichen Teil hat dazu sicher die zwischenzeitliche Abkehr vom einstigen Schwerpunkt der Plattform beigetragen. Das von Tom Anderson 2003 gegründete MySpace fokussierte sich anfänglich auf Musik und war für Bands und Künstler eine wichtige Plattform. Im zunehmenden Konkurrenzkampf mit Facebook verwässerte dieser Fokus zusehends. Erst nachdem Facebook weggezogen war, rückte die Musik wieder in der Vordergrund.

Die aktuelle Erfolgsmeldung hat denn auch mehr mit dem eigenen Strategiewechsel zu tun, als mit der vermeintlichen Schwäche der Konkurrenz. Zwar steht Facebook durch die bevorstehende automatische Aktivierung der Chronik erneut in der öffentlichen Kritik, doch große Nutzerabwanderungen sind bislang nicht erkennbar.

Weiterführende Links zum Thema MySpace:

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