MySpace: Vom größten Netzwerk zum größten Absturz
Im Jahr 2005 war MySpace das größte Social Network weltweit. Medienmogul Rupert Murdoch kaufte das Unternehmen für 580 Millionen US-Dollar und nichts deutete auf eine Kehrtwende hin. Besonders bei Musikern hatte sich MySpace dank des integrierten Players besonderer Beliebtheit erfreut. Anfangs noch im Verborgenen strebte Konkurrent Facebook auf und schickte sich an, alle Facetten des Webs zu umspannen – mehr und mehr Nutzer wandten sich von MySpace ab und liefen in Scharen zu Facebook über. Der Konkurrent schaffte es besser, das umzusetzen, was ein soziales Netzwerk ausmacht – die Vernetzung mit anderen, das aktive Miteinander, das Mitverfolgen der Aktivitäten seiner Freunde und natürlich die Präsenz überall im Netz.
MySpace – von Facebook überrollt
MySpace konnte nie den richtigen Hebel finden, sich wieder zu fangen, fürs Web zu öffnen, einen Mehrwert für die Nutzer gegenüber Facebook zu schaffen. Versuche, das Netzwerk zu einer Entertainmentplattform umzubauen, sind gescheitert, Stellen wurden radikal gekürzt, ganze Dependancen aufgegeben. Inzwischen kann man sich bei MySpace mit seinem Facebook-Account anmelden – ein Manifest der Niederlage. Rupert Murdochs News Corporation macht mit MySpace ein Verlustgeschäft und will die Plattform schnellstmöglich loswerden. Als Kandidat für eine Übernahme ist die Musikseite Vevo.com im Gespräch.
Ade MySpace
Schade drum, hatte MySpace doch manches zu bieten, was Facebook leider vermissen lässt. Ein individuelles, in allen Belangen selbst anpassbares Design zum Beispiel – nicht dieser öde blau weiße Facebook Einheitsbrei – das vermisse ich am meisten. Da konnte man Bilder, Farben, Schriftarten, Anordnung, usw. selbst bestimmen, Videos einbauen, oder aber mit dem Musikplayer der eigenen Profilseite eine Art individuelle Identität schaffen... Schade, schade, Rest in Peace, MySpace!
Weiterführende Links:
- News Corp. Said to Propose MySpace Joint Venture With Music Site Vevo.com - Bloomberg
- MySpace schließt deutsche Zentrale - t3n News, 12.01.2011
- MySpace kündigt Mashup mit Facebook an - t3n News, 19.11.2010
- Neustart: MySpace wird zur Entertainment-Plattform für die Jugend - t3n News, 27.10.2010
- Weltkarte der sozialen Netzwerke 2011 - t3n News, 27.10.2010
Bildnachweis für die Newsübersicht: Screenshot auf myspace.com





30 Answers
von René 29.03.2011 (11:30Uhr) 1.
Für mich persönlich war MySpace immer nur etwas für Musiker, wohl auch deshalb hat es mich nie gereizt mich dort einmal anzumelden...
von Frank 29.03.2011 (11:33Uhr) 2.
Jetzt, wo ich ein wenig mit myspace angefangen habe, soll es schon wieder vorbei sein, echt schade. Facebook ist inzwischen ja auch nicht mehr sooo viel los, wie es mal war. Die Firmen stürzen sich immer mehr drauf mit ihren Fanpages aber irgendwann wird das hier auch etwas nachlassen, denke ich. Es wird zwar noch ne ganze Weile Platzhirsch bleiben aber bei zu vielen Freunden in der Liste oder wenn man zu vielen Fanpages folgt, kann man eh nicht mehr alles lesen und kommt gar nicht hinter her. Na mal schaun, was die Zukunft so bringen wird.
von Sascha 29.03.2011 (13:37Uhr) 3.
"Ein individuelles, in allen Belangen selbst anpassbares Design"?
Das war aber immer mehr ein einziger Workaround als ein Editor – und seit der Umstellung ist das System ein noch-mehr-Witz. Ich kann nicht mal mehr Fotos aus den Alben löschen, von HTML Code Einbindung mal ganz zu Schweigen. Ich habe da schon so viel Nerven gelassen, der öde blau weiße Einheitsbrei ist geradezu Erholung. Wird mehr als Zeit, dass my_ endlich ad acta gelegt wird.
von Peter Pletsch 29.03.2011 (15:08Uhr) 4.
Hier ist ein ausführlicher Artikel über mögliche technische Hintergründe des MySpace-Niedergangs:
http://highscalability.com/blog/2011/3/25/did-the-microsoft-stack-kill-myspace.html
von Alexander Schnitzler via facebook 29.03.2011 (16:35Uhr) 5.
Was ist denn my___? ;-)
von Senad Palic via facebook 29.03.2011 (16:37Uhr) 6.
Eigentlich habe ich mich nach dem Relaunch darauf gefreut... Aber irgendwie wurde das komplette Netzwerk langsamer und langsamer. Das "administrieren" unseres Bandaccounts von Discore war echt eine Qual. Daher liegt sie nun brach und wir warten auf die Mail "Danke fürs dabeigewesen sein, Myspace macht sich ab zum digitalen Friedhof!"
von Dialogmonster 29.03.2011 (16:40Uhr) 7.
Ich nehme den Artikel zum Anlass meine Account-Leiche nun auch endlich zu löschen...
Und tschüss Myspace... Ich werde dich nicht vermissen!!
Twitter - du bist der nächste!!
von Jan-Philip Brill via facebook 29.03.2011 (16:44Uhr) 8.
Gerade eben- um meinen Account zu löschen...
von Sascha Ahlers via facebook 29.03.2011 (16:44Uhr) 9.
Das Grab haben sie sich selbst geschaufelt!
von Ivan-Alexander Jung via facebook 29.03.2011 (16:59Uhr) 10.
Man kann sich dort auch mit Facebook connect einloggen. LOL
von Ivo Letzas via facebook 29.03.2011 (17:39Uhr) 11.
my... was?
von Kevin Krüger via facebook 29.03.2011 (17:40Uhr) 12.
Das individuell anpassbare Design ist es, was mich an MySpace immer am meisten gestört hat. Weil jeder Möchtegern da nach Lust und Laune Blinkebildchen einbauenund Hintergründe hochladen konnte, die jede Lesbarkeit der Texte zersört haben.
von Alexandra Walter via facebook 29.03.2011 (17:43Uhr) 13.
ich kann mich gar nicht erinnern! ich hab den account nur behalten, damit keiner meinen nickname nehmen kann...
von Jim Masterson via facebook 29.03.2011 (18:15Uhr) 14.
Ich würd ja meinen Account gern löschen, aber ich weiss mein Passwort nicht mehr, und da kann man sich nicht eben mal eins schicken lassen. Noch ein Grund warum es gerne sterben darf.
von Tim Bischoff via facebook 29.03.2011 (18:39Uhr) 15.
ob es Facebook in ein paar Jahren ähnlich gehen könnte?
von Torsten Deppe via facebook 29.03.2011 (19:02Uhr) 16.
Wäre irgendwie eine lustige Erfahrung. Ich würde gerne dann mal die Gesichter von den Firmen sehen die ihr Geschäft auf FB aufgebaut haben / aufbauen ...
von Torsten Deppe via facebook 29.03.2011 (19:02Uhr) 17.
Alles hat ein Ende! ;)
von Sebastian 29.03.2011 (19:41Uhr) 18.
Sehr sehr schade, ich war bei MySpace ursprünglich sehr aktiv und kenne so einige, die dort ihre Künstler-Karriere pushen oder sich zumindest austoben konnten. Steht für mich ein bisschen für Lust gegen Langeweile, obwohl ich auch zu den Wechslern von (zeitweise) daily myspace zu casual facebook gehöre. Gruselig fande ich bei Myspace vor allem die absurd langen Ladezeiten mit unangemeldeten Browser-Abstürzen durch die mit Media-Files zugepflasterte Pinnwand - und natürlich die Ausdünnung des Netzwerks. Irgendwann hatte ich dann keinen Bock mehr. Bin sehr gespannt, wer die Lücke füllen wird, denn Facebook finde ich für die Zielgruppe zu nüchtern / un-individuell ...
von Markus Thomas via facebook 29.03.2011 (20:15Uhr) 19.
Facebook ist da ganz anders aufgestellt, auf jeder zweiten Website gibt es mittlerweile Like-Buttons. MySpace hat es nie geschafft mal aus seinem Aquarium zu hüpfen, was letztlich auch zu den Abwanderungen führte. Selbst Leute 35+ melden sich auf fb an, aber kaum einer von denen weis überhaupt was MySpace ist ...
von Daniel Röding via facebook 29.03.2011 (21:42Uhr) 20.
Ist bestimmt 3 Jahre her und nun habe ich auch noch mein Passwort vergessen! Naja ich kann drauf verzichten.
von Christian 30.03.2011 (08:32Uhr) 21.
@ Rene
Sehe ich genauso. Habe MySpace nur besucht um neue Songs zu hören. Der Rest war nicht interessant.
@ Dialogmonster
Twitter und Xing sind meiner Meinung nach die nächsten Kandidaten. Meine Accounts stauben schon seit Monaten vor sich hin. Sehe keinen Grund mehr die Seiten zu benutzen.
Wenn das nächste große Ding gehypt wird, werden auch die User von Facebook abwandern.
von zapp 30.03.2011 (10:07Uhr) 22.
Sorry aber grad das "individuell anpassbare Design" war das schlimmste was meinen Augen jemals angetan wurde. MySpace war doch immer die hässliche Seite des Internet, grauenvoll was einem da vorgesetzt wurde. Dann lieber gut gestylten Einheitsbrei.
von News aus der Musikbranche #17 u.a. der t… 31.03.2011 (12:38Uhr) 23.
[...] Bye Bye MySpace – Das war’s dann wohl (zum Artikel) [...]
von Christoph 31.03.2011 (22:36Uhr) 24.
Das individuell anpassbare Layout bei Myspace ist aktuell schon nicht schlecht, wenn man seine Seite ordentlich farblich abstimmt. Nur leider schrecken auch mich die langen Ladezeiten und die starke Prozessorauslastung beim Aufruf der Seite ab.
Und mit Microsoft hat das nichts zu tun: ich nutze auch ein Microsoftbetriebssystem und mache dennoch kreative Grafiken und Bilder. Ein Mac würde meiner Kreativtät auch nicht auf einmal Höhenflüge verleihen aus dem Nichts.
Es liegt am Mensch der davor sitzt – so auch bei MySpace. Also kurz: das MySpace-Management hat keine ausreichenden Innovationen ins Rollen gebracht. Schade drum.
von Protokoll vom 02. April 2011beiTrackback 02.04.2011 (19:41Uhr) 25.
[...] MySpace stürzt ab! News Corp lässt einstiges Top-Netzwerk fallen [...]
von Tom 27.04.2011 (11:16Uhr) 26.
Genau so wird es auch mal Facebook ergehen.
von MySpace steht seit kurzem zum Verkauf -… 29.04.2011 (10:33Uhr) 27.
[...] vom 01. April: t3n.de berichtet über den Niedergang von MySpace mit noch ein paar Details [...]
von Altly: Acht Dinge, die die Facebook-Alte… 31.05.2011 (08:10Uhr) 28.
[...] Network Appleseed sind noch keinen großen Schritt weiter gekommen. Und da alte Konkurrenten wie MySpace sich längst umorientiert und den Wettkampf mit Facebook aufgegeben haben, ist die Ausschreibung „Konkurrent für Facebook gesucht!“ immer noch aktuell. Dmitry Shapiro [...]
von MySpace gehört jetzt Justin Timberlake… 30.06.2011 (12:31Uhr) 29.
[...] MySpace stürzt ab! News Corp lässt einstiges Top-Netzwerk fallen - t3n [...]
von barbara 14.09.2011 (00:43Uhr) 30.
Zuerst gab es Fraunhofer Mp3 Codec das hat sie alle fertiggemacht,die je gut waren.
1.Mp3.com
2.Vitaminic
3.Myspace
als nächtes kommen mit 100% Sicherheit Beatport und Co. mit ihren verlogenen und maschinell gehypten Charts genaso wie die deutsche Phonogramm (ein Zusammenschluss der grössten deutschen Plattenfirmen nur ihre Acts können überhaubt in die CHARTS also nur Acts oder Künstler die bei denen unter (ca.40 Firmem) Vertrag stehen ,die deutsche Phonogramm hat die Charts sozusagen erfunden ) werden in den CHARTS gelistet. Eine totale Verarsche somit auch ihnen ist der Untergang geweiht.
Denn sobald Investoren und andere Gelghaie anfangen mitzureden am Design und der Programmierung rumpfuschen geht alles den Bach runter.
Bei Beatport ist der Anfang zum Ende mit dem neuen Design gerade gestartet.
Die echt Kreativen hauen ab und die Trittbrettfahrer besorgen dann den Rest.
Da hilft nur wieder raus und Live spielen den Geld verdient damit dann keiner mehr.
RIP Musikindustrie ihr habt alles verschlafen und mit eurer Arroganz alles selbst verschuldet.
Schade drum