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Negative SEO: Fragen und Antworten zur dunklen Seite von SEO

Das Thema Negative ist in aller Munde. Webseitenbetreiber und Onlinehändler fragen sich, ob ihre langjährige Arbeit von böswilligen Mitbewerbern kurzfristig und kostengünstig entwertet werden kann. In einem Gastbeitrag beantwortet SEO-Experte Björn Instinsky diese und ähnliche Fragen rund um Negative SEO und erklärt, worauf es jetzt wirklich ankommt.

Negative SEO: Fragen und Antworten zur dunklen Seite von SEO

In den verganenen Wochen wurde das Thema Negative SEO in der SEO-Szene sehr ausführlich diskutiert. Auslöser der Diskussion war ein Blogbeitrag von Nobleg zu Negative SEO, in dem der für Zigarren vermeintliche Angriffe in der jüngsten Vergangenheit offenlegte, um auf dieses Thema und die resultierenden Konsequenzen aufmerksam zu machen. An dieser Stelle möchte ich das Thema Negative SEO noch einmal aufgreifen und die Hintergründe beleuchten.

Das Thema Negative SEO ist im Mainstream angekommen.

Was ist eigentlich Negative SEO?

Negative SEO ist kein neues Phänomen, sondern wird in der SEO-Szene bereits seit langem diskutiert. Im Kern geht es darum, Aspekte einer klassischen SEO-Strategie einzusetzen, um dem Ranking einer fremden Domain ganz bewusst zu schaden. Dazu können verschiedene Vorgehensweisen genutzt werden, auf die ich im weiteren Verlauf dieses Artikels eingehen werde. Bisher sind nur vereinzelt Fälle von Negative SEO öffentlich geworden, was zu einem Großteil daran liegen dürfte, dass man einen solchen Angriff oftmals sehr schwer erkennen, geschweige denn nachweisen kann – schließlicht können viele andere Gründe für einen starken Rankingverlust oder eine Google-Abstrafung vorliegen.

Negative SEO: Wie realistisch ist ein Angriff auf die eigene Domain?

Wenn man Negative SEO als reines Beschießen einer Domain mit Spamlinks versteht, dann ist das Vorgehen nicht wirklich aufwändig. Die Kosten würden sich im Rahmen von einigen hundert Euro bewegen, da Spam-Links nicht teuer und in großer Masse einfach verfügbar sind. Jedoch kann man bei einer gewachsenen und langjährig existierenden Domain davon ausgehen, dass die qualitativ minderwertigen Links einer solchen Attacke eher entwertet würden, als dass sie einen schwerwiegenden Schaden anrichten – vor allem vor dem Hintergrund, dass solche Domains in den meisten Fällen über Jahre hinweg Trust-Signale aufgebaut haben, denen solche Angriffe wenig anhaben können. Bei frisch projektierten Domains und Nischenprojekten ist die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs jedoch durchaus gegeben.

Ein weitere Form von Negative SEO wäre das illegale Hacking einer Domain und die Manipulation der robots.txt, um die Anzahl der indexierten Seiten zu beeinflussen. Dieses Vorgehen wiederum ist wenig kostenintensiv, erfordert jedoch ein hohes technisches Geschick.

Wer könnte Negative SEO anwenden?

Da eine Spam-Link-Attacke wenig kostet und keine eigenen Linkfarmen erforderlich sind, kann eine Negative-SEO-Strategie eigentlich von jedem genutzt werden, der das technische Verständnis dafür hat und nicht ausschließlich von großen Unternehmen. Im Gegenteil: Bei großen Unternehmen schließe ich ein solches Vorgehen beinahe aus, da das Risiko eines unkalkulierbar hohen Imageschadens bei Bekanntwerden einer solchen Strategie viel zu hoch wäre.

Lohnt sich Negative SEO?

Wenn wir bei der Beantwortung dieser Frage die moralische Verwerflichkeit der Strategie außen vorlassen, sprechen der geringe Aufwand und der geringe Kosteneinsatz nicht unbedingt gegen ein solches Vorgehen. Jedoch wollen wir nicht nur die Kosten beachten, sondern auch den Nutzen. Und da wir einen echten Nutzen aus diesem Vorgehen nur in Nischenbereichen und frisch projektierten Domains als realistisch ansehen können, bietet sich Negative SEO vor dem Gesichtspunkt der Kosten-Nutzen-Kalkulation nicht an. Meine Empfehlung ist deshalb, dass Budget und den Gehirnschmalz eher in die erfolgreiche Umsetzung der eigenen (positiven) SEO-Arbeit zu investieren.

Was tun bei Negative SEO?

Da es sehr verschiedene Formen und Ausprägungen von Negative SEO gibt, existiert kein Patentrezept. Es gibt auch keinen Maßnahmenplan, den man befolgen sollte, wenn man glaubt, von einer Attacke betroffen zu sein. Um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs zu reduzieren, kann man jedoch einige Regeln beachten. Einerseits ist dies die goldene Regel der SEO: Einzigartigen und qualitativ hochwertigen Content zu erstellen, der Suchmaschinen deutlich macht, dass die eigene Domain relevante Inhalte anbietet. Zudem sollte die OnPage-Struktur möglichst fehlerfrei sein, um potenziellen Angriffen keinen Nährboden zu liefern. Andererseits sollten sich Seitenbetreiber um einen natürlichen Linkaufbau bemühen, damit sich der unauffällig starke Anstieg von Spam-Links im Linkprofil als Attacke ausmachen lässt.

Im Falle eines Angriffs können Webseiten-Betreiber die gesetzten Spam-Links über das “Disavow Tool“ innerhalb der Google Webmaster-Tools entwerten. Doch hier kann der Aufwand, alle Links an Google zu melden, schnell ausufern, da bei einem Angriff oft mehrere tausend Links auf die eigene Domain zielen.

Negative SEO: Saubere Arbeit senkt Erfolgswahrscheinlichkeit eines Angriffs

Wer seine Domain im On- und Off-Page-Bereich sauber aufstellt, senkt langfristig die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Negative-SEO-Attacke. Da dies ohnehin die Grundlage jeder guten SEO-Strategie sein sollte, gilt es auch weiterhin, die altbekannten Strategien zu verfolgen und im Zweifel einen Berater oder eine Agentur um Rat zu fragen.

Über den Autor

Björn Instinsky ist Online-Marketing-Manager beim Hamburger Web-Analyse-Anbieter etracker GmbH und schreibt privat über Marketing und Online-Marketing auf seinem Blog www.anderes-marketing.de.

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2 Antworten
  1. von Sven am 30.01.2013 (10:22 Uhr)

    Haha ja is klar :)
    Apple hat bestimmt mit Samsung Handys geworfen :)
    Laut Sistrix muss Apple glueck haben euch überhaupt zu finden ;)

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  2. von Mandrake am 01.02.2013 (13:04 Uhr)

    Sehr flach angerissen das Thema....

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