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Kolumne

Die Netzgiganten sind zu groß, um zu scheitern

    Die Netzgiganten sind zu groß, um zu scheitern

(Bild: Shutterstock / GaudiLab)

IT- und Internetkonzerne unserer Zeit haben viel Kritik auf sich gezogen. Dennoch wurden sie mächtiger. Martin Weigert bezeichnet sie in seiner Kolumne Weigerts World als „too big to fail“.

Es folgt eine Aufzählung von Kritikpunkten, Analysen vermeintlicher Schwächen, PR-Debakeln und öffentlichen Fehltritten, die den führenden Netz- und IT-Giganten aus den unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus gut bekannt sind.

  • „One Trick Pony“ - ein auf einer einzigen Säule fußendes Geschäftsmodell, das irgendwann kollabieren wird.
  • Kostspielige Investitionen in experimentelle „Moonshots”, die über viele Jahre nichts zum Unternehmensergebnis beitragen werden.
  • Überteuerte, spekulative Akquisitionen von (möglicherweise künftig bedrohlichen) Konkurrenten.
  • Fehlende Profitabilität.
  • Massive Überbewertung.
  • Verbrennung von Investorengeldern.
  • Unethischer Verdrängungswettbewerb.
  • Rechtswidriges Ausnutzen einer marktbeherrschenden Stellung / Monopoltendenzen.
  • Verstöße gegen die Datenschutz- und Privatsphäre-Sensibilitäten der Nutzer.
  • Mangelnde Innovation, was die Produktweiterentwicklung angeht.
  • Einführung von bei Teilen der Anwenderschaft zunächst unpopulären Produktneuerungen.
  • Kopieren von Funktionen der Konkurrenten.
  • Negative Auswirkung des Produkts auf das Wohlbefinden der Anwender.
  • Unterbindung von Interoperabilität mit anderen Services in Form von anwender- oder entwicklerfeindlichen Beschränkungen von Schnittstellen.
  • Schaffung von Walled Gardens.
  • Sich verändernde Nutzerbedürfnisse, die dazu führen werden, dass eines Tages alle Anwender abwandern.
  • Partizipation in staatlichen Überwachungsprogrammen, mit denen das Vertrauen der User aufs Spiel gesetzt wird.
  • Inhaltliche Zensur auf Basis moralisch fragwürdiger Prinzipien.
  • Datenlecks.
  • Beeinflussung von Präsidentschaftswahlen.

Manche dieser Vorwürfe können zwar stets schnell als ziemlicher Quatsch entlarvt werden, andere haben aber durchaus Hand und Fuß. Bei so viel Angriffsfläche müsste ein Fortbestehen und eine Prosperität doch eigentlich kaum möglich sein, oder? Irrtum. Sieht man einmal vom Sorgenkind Twitter ab, so scheint Facebook inklusive Whatsapp und Instagram, Google, Amazon, Uber und Snapchat tatsächlich absolut gar nichts aufhalten zu können. Gleiches müsste man wahrscheinlich auch über die chinesischen Konzerne Alibaba, Tencent (Wechat) und Baidu sagen, wobei deren bisheriger Fokus auf den speziellen chinesischen Markt eine separate Betrachtung erfordern würde. Selbst von Twitter ist angesichts enormer Bargeldreserven und einer massiven Durchdringung von Schlüsselbereichen des öffentlichen und medialen Lebens nicht plötzlich das Verschwinden des Dienstes zu erwarten. Schon Donald Trump wäre darüber sehr traurig.

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Eine Reaktion
sfreund
sfreund

"Für mich drängt sich die Frage auf, ob in einer globalen, von wenigen, vertikal agierenden Konzernen dominierten Digitalwirtschaft ein Zustand eintreten könnte, bei dem die bisher geltenden betriebs- und volkswirtschaftlichen 'Naturgesetze' aus den Angeln gehoben werden. Der Gedanke macht mich unruhig. Ich hoffe, er ist falsch."

Ich glaube, dass Dein Gedanke genau die Ursache beschreibt, die verantwortlich ist für viele deutlich sichtbare gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Phänomene der letzten 2-3 Jahre. Insofern sind wir entweder an der Schwelle zu dem von Dir beschriebenen Zustand, oder er ist schon eingetreten.

Meine Hoffnung, dass dieser Zustand auch umkehrbar ist, beruht auf der Maslowschen Bedürfnishierarchie. Der Digitalwirtschaft fehlt die grundsätzlich existenzielle Bindung.
Kurz: Ohne Facebook, Amazon & Co kann ich (noch) fast überall auf der Welt überleben. Ohne Wasser und Nahrung allerdings nicht.

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