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Kolumne

Die Netzgiganten sind zu groß, um zu scheitern

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Für die nächsten Jahrzehnte an unserer Seite

Wer es noch nicht gemacht hat, muss sich im Angesicht der Lage an einen vielleicht nicht ganz angenehmen Gedanken gewöhnen: Die führenden Onlinedienste sind „too big to fail“.  Zu groß, um zu scheitern. Egal was sie machen. Egal in welche Fettnäpfchen sie treten. Egal in welchen Punkten sie Anwender, Beobachter oder Regulierungsbehörden verärgern - nichts scheint ihnen wirklich etwas anhaben zu können. Sofern nicht externe Ereignisse einen abrupten und totalen Crash des gesamten Internetsektors auslösen, so deuten alle Zeichen darauf hin, dass die genannten Firmen über Jahrzehnte das Leben aller Menschen in immer stärkerer Weise begleiten, prägen und gestalten werden. Gerade bei Google, Facebook und Amazon mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Bei den anderen muss man noch etwas abwarten, aber die Richtung ist ähnlich. Microsoft und Apple fallen aufgrund ihres noch immer vorhandenen Hardware-Schwerpunkts in eine andere Kategorie, wobei sie sich mit dem Vorstoß in die Cloud und den Service-Bereich gerade anpassen.

Viel zu sehr haben sich die Anbieter an den essentiellen Dreh- und Angelpunkten von Privat- und Geschäftswelt festgesetzt, um von dort kurzfristig wieder verdrängt werden zu können. Viel zu viel Kapital steht ihnen zur Verfügung, um weiterhin alles aufzukaufen, was sich ihnen in den Weg stellen könnte. Viel zu stark profitieren sie von den branchentypischen Netzwerkeffekten und Skaleneffekten. Und vor allem: Viel zu psychologisch und strukturell abhängig sind die meisten User und Organisationen heute von ihnen.

Hoffen auf das Innovator's Dilemma?

Ganz ist freilich niemand vor dem Innovator’s Dilemma gefeit. Irgendwann trifft es eigentlich jeden. Ich würde mich freuen, wenn der für seinen klaren Durchblick hinsichtlich des Branchengeschehens bekannte Ben Thompson mit seinem „Optimismus” Recht behält und das durchaus bald geschieht. Doch solange Software die Welt frisst und bei den Giganten die Software-Kompetenz, das Sammeln und Auswerten von Daten sowie eine regelrechte Armee von Top-IT-Ingenieuren das Herzstück ihres Treibens ausmacht, habe ich große Zweifel. Für mich drängt sich die Frage auf, ob in einer globalen, von wenigen, vertikal agierenden Konzernen dominierten Digitalwirtschaft ein Zustand eintreten könnte, bei dem die bisher geltenden betriebs- und volkswirtschaftlichen „Naturgesetze” aus den Angeln gehoben werden. Der Gedanke macht mich unruhig. Ich hoffe, er ist falsch.

Weitere Kolumnen der Serie Weigerts World findet ihr hier. Ihr könnt dem Autor auf Twitter folgen, seine kuratierten News zur Netzwirtschaft abonnieren oder seinen wöchentlichen E-Mail-Newsletter mit Leseempfehlungen beziehen.

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Eine Reaktion
sfreund
sfreund

"Für mich drängt sich die Frage auf, ob in einer globalen, von wenigen, vertikal agierenden Konzernen dominierten Digitalwirtschaft ein Zustand eintreten könnte, bei dem die bisher geltenden betriebs- und volkswirtschaftlichen 'Naturgesetze' aus den Angeln gehoben werden. Der Gedanke macht mich unruhig. Ich hoffe, er ist falsch."

Ich glaube, dass Dein Gedanke genau die Ursache beschreibt, die verantwortlich ist für viele deutlich sichtbare gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Phänomene der letzten 2-3 Jahre. Insofern sind wir entweder an der Schwelle zu dem von Dir beschriebenen Zustand, oder er ist schon eingetreten.

Meine Hoffnung, dass dieser Zustand auch umkehrbar ist, beruht auf der Maslowschen Bedürfnishierarchie. Der Digitalwirtschaft fehlt die grundsätzlich existenzielle Bindung.
Kurz: Ohne Facebook, Amazon & Co kann ich (noch) fast überall auf der Welt überleben. Ohne Wasser und Nahrung allerdings nicht.

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