Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Fundstück

Diese uralte Infografik über Netzneutralität ist traurige Realität geworden

Wie sieht eine Welt ohne Netzneutralität aus? (Grafik: Shutterstock)

Vor acht Jahren bastelte ein Reddit-Nutzer eine Infografik, um vor den Auswirkungen fehlender Netzneutralität zu warnen. Heute ist das Szenario mancherorts bereits traurige Realität.

Wer in Deutschland einen Kabelanschluss bestellt, dem steht die Welt des Internets noch offen. Jede Website kann uneingeschränkt besucht und jeder Dienst – ob Netflix, Spotify oder Youtube – ohne Zusatzkosten vom Provider genutzt werden.

Zu verdanken haben wir dies dem geltenden Prinzip der Netzneutralität, das die Gleichbehandlung von Daten bei der Übertragung im Internet gewährleistet. Auf diese Weise dürfen Netzbetreiber wie beispielsweise die Telekom oder Vodafone für die Nutzung bestimmter Onlinedienste keine Extragebühr verlangen.

Reddit-Nutzer warnte früh vor Ende der Netzneutralität

Wie dagegen eine Welt ohne geltende Netzneutralität aussehen würde? Weit hergeholt ist das Gedankenexperiment jedenfalls nicht mehr. Bereits 2009 warnte der Reddit-Nutzer mit dem Namen „quink“ vor den Auswirkungen fehlender Netzneutralität mit einer vielbeachteten Infografik, die derzeit im Netz kursiert.

Diese Infografik warnte bereits 2009 vor dem Ende der Netzneutralität. (Grafik: Reddit/Quink)

In dem in der Grafik skizzierten Szenario kostet ein Internetanschluss rund 30 US-Dollar, der jedoch nur 500 Megabyte Datenvolumen und einfache Anwendungen wie beispielsweise das Abrufen von E-Mails oder Facebook-Nachrichten enthält. Für die Nutzung weiterer Dienste fallen Extragebühren an. So kostet die Nutzung von Google oder Wikipedia in dem Paket „Pathfinder“ monatlich fünf Dollar zusätzlich. Wer uneingeschränkt Filme und Serien streamen will, kann das „Hollywood“-Paket für zehn weitere Dollar buchen. Ähnliche Pakete tauchen in der Grafik auch für den Besuch von Nachrichtenangeboten sowie Shoppingseiten wie Amazon oder Ebay auf.

Anzeige

Netzneutralität in vielen Ländern vor Abschaffung

Was damals für viele Internetnutzer noch nach einem Scherz klang, könnte in vielen Ländern der Welt jedoch schon bald traurige Realität sein. So droht vor allem den Menschen in den USA die Einführung eines Zwei-Klassen-Internets: Dort hat sich die Regulierungsbehörde FCC kürzlich für eine Abschaffung der Netzneutralität ausgesprochen. Demnach sollen Provider Zusatzgebühren für Apps und Webseiten erheben dürfen, um Daten schnell weiterzuleiten. Am 14. Dezember stimmt das Gremium ab – eine Zustimmung gilt trotz Protesten als sicher.

Noch erschreckender ist die Situation in Portugal. Dort zahlen Kunden des Telekommunikationsbetreibers Meo tatsächlich einen Grundpreis für die Internetnutzung, müssen aber für die Verwendung bestimmter Apps und Onlinedienste verschiedene Zusatzpakete hinzubuchen. Rund fünf Euro werden für den Zugriff auf Messengerdienste oder Musikstreaminganbieter fällig.

Auch in Deutschland zeichnet sich eine Abkehr vom geltenden Prinzip der Netzneutralität ab, wie ein Blick auf die Stream-On-Optionen bei Telekom-Mobilfunktarifen zeigt. Die für Nutzer (noch) kostenlose Stream-On-Option umfasst eine Flatrate speziell für Musik- und Videostreaming-Inhalte. Diese Inhalte werden nicht auf das reguläre Datenvolumen angerechnet. Damit hat die Telekom ein mobiles Zwei-Klassen-Internet eingeführt. Denn Nutzer werden dazu verleitet, vor allem die in Stream On enthaltenen Anbieter zu wählen und andere zu meiden, weil sich damit das verbleibende ungedrosselte Datenvolumen verringert.

Zum Weiterlesen:

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden