Netzneutralität: Google steht in den USA vor dem Kauf von Datenautobahnen

Gespräche zwischen Google und Verizon könnten zu einer Gefahr für die Netzneutralität in den USA werden. Wie die New York Times berichtet, befinden sich Google, als einer der größten Traffic-Lieferanten, und Verizon, als einer der größten Internet Service Provider (ISP), in Verhandlungen über den Kauf oder die Anmietung von schnellen Datenverbindungen. Sollten sich diese Verhandlungen erfolgreich gestalten, könnten die Daten-Pakete von Google demnächst priorisiert verschickt werden.

Für wären solche angemietete Datenautobahnen sicher sehr nützlich. Beispielsweise ließe sich so die Ladezeit von YouTube-Videos deutlich verkürzen. Allerdings würde das dann gegen das Prinzip der Netzneutralität verstoßen, mit der sichergestellt werden soll, dass alle Inhalte im Web gleich behandelt werden. Und die könnte auch nicht so leicht wieder hergestellt werden, denn kleine Unternehmen oder Privatpersonen mit ihren Foren, Blogs oder Podcasts können es sich nicht leisten, bei den ISPs schnelle Datenleitungen anzumieten. Eine Chancengleichheit bestünde dann nicht mehr.

fcc julius genachowski
FCC-Chef Julius Genachowski

Eine entsprechende Vereinbarung zwischen Google und Verizon könnte aber auch rechtlich problematisch sein, denn die Federal Communications Commission (FCC) ist gerade dabei Richtlinien für die Einhaltung der Netzneutralität festzulegen. Paradoxerweise arbeitet die FCC seit Monaten hinter verschlossenen Türen auch mit Google und Verizon an einer Lösung des Problems. Möglich ist deshalb auch, dass die geplante Vereinbarung zwischen Google und Verizon die Netzneutralität nicht beeinflusst, beispielsweise weil die priorisierten Datenautobahnen nur für Premium-Dienste genutzt werden. Zahlungswilligen YouTube-Nutzern könnten beispielsweise schnellere Up- und Downloads bereitgestellt werden.

Bildnachweis für die Newsübersicht: Foto von MysteryBee auf Flickr. Lizenz: CC BY

Ebenfalls zum Thema: Netzneutralität: René Obermann für Klasseneinteilung der Netzgeschwindigkeit.

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7 Answers

  1. von Tobi 05.08.2010 (10:30Uhr) 1.

    Interessanter Beitrag! Danke!
    Ein Schreibfehler oben bei Internet Servive Provider ;-)

    Bin mal gespannt was google da schon wieder vor hat.

  2. von Matti Popesku via facebook 05.08.2010 (12:18Uhr) 2.

    Ich dachte Google sei ein Fürsprecher der Netzneutralität.

  3. von Tobi 05.08.2010 (12:30Uhr) 3.

    Google möchte aber auch Geld verdienen ;-)
    Bin mal gespannt ob die FCC diesbezüglich auf die Bremse tritt.

  4. von Thorleif Wiik 05.08.2010 (16:45Uhr) 4.

    Ich finde das Thema wird nicht neutral dargestellt. Google besitzt wie andere Contentanbieter auch heute schon zahlreiche Leitungen = Datenverbindungen, über die die Rechenzentren und die Internet Exchange Points (IXPs) angebunden und verbunden sind. Laut Euro-IX ( https://www.euro-ix.net/multixp.php ) sind das derzeit Anbindungen an 52 IXPs. Dort tauscht Google kostenfrei seine Daten mit allen anderen ISPs. Für diese Anbindungen benötigt man eben eigene Datenverbindungen.

    Mehr zum Thema findet ihr auch im Video unter http://www.wiik.de/blog/2009/10/08/internet-exchange-point-video-berlin/

  5. von Tobi 05.08.2010 (18:43Uhr) 5.

    Danke, sehr aufschlussreiches Video

  6. von Netzneutralität: Google und Verizon dem… 06.08.2010 (09:54Uhr) 6.

    [...] zwischen dem Suchmaschinengiganten und dem Internet Service Provider, in denen es angeblich um die Anmietung oder den Kauf schneller Datenverbindungen gehen sollte, mit denen Google seine Datenpakete priorisiert durch das Netz schicken könne. [...]

  7. von Netzneutralität: Google und Verizon dem… 06.08.2010 (10:45Uhr) 7.

    [...] Netzneutralität: Google steht in den USA vor dem Kauf von Datenautobahnen Veröffentlicht von t3n.de am Donnerstag, 5. August 2010, 10:25 Uhr, Quelle: http://t3n.de Gespräche zwischen Google und Verizon könnten zu einer Gefahr für die Netzneutralität in den USA werden. Wie die New York Times berichtet, mehr GA_googleFillSlot("Newsfabrik_Beitrag2"); [...]

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