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Neue App: Ortet Facebook bald den Standort deiner Freunde?

Facebook-Entwickler sollen aktuell an einer bauen, die den eigenen Standort lokalisiert und anzeigt, welche Freunde in der Nähe sind. Beunruhigend ist, dass die App Personen auch dann orten soll, wenn sie gar nicht geöffnet ist. Schon im März könnte die Anwendung auf den Markt kommen.

Neue App: Ortet Facebook bald den Standort deiner Freunde?

Angebliche Facebook-App: Erweiterung der Nearby-Funktion auf Personen

Facebook will noch tiefer in das Feld der ortsbasierten Dienste einsteigen und entwickelt angeblich eine App, mit der sich die Standorte von Freunden orten lassen. Die Anwendung soll anzeigen, welche Freunde sich gerade in der Nähe befinden. Dies berichtet Bloomberg in Berufung auf zwei anonyme Quellen. Verantwortlich soll der Facebook-Entwickler Peter Deng sein, der früher für Google tätig war. Auch Entwickler von Glancee und Gowalla sind angeblich Teil des Teams – beides sind location-basierte Dienste, die 2011 und 2012 gekauft hat. Mit Facebooks Nearby-Funktion lassen sich bereits Orte und Einrichtungen in der Nähe anzeigen, nun kämen Personen hinzu.

Facebooks angeblich neueste App würde die Funktion "Nearby" um Menschen aus dem eigenen Freundeskreis erweitern.

Beängstigend ist Bloombergs Hinweis, dass die App auch in nicht geöffnetem Zustand munter weiter trackt. Auch jetzt schon kann Facebook den Standort seiner Nutzer erkennen, aber nur dann, wenn diese Status-Updates und Fotos posten oder irgendwo einchecken. „Mit der neuen App würde das Unternehmen noch einen Schritt weiter gehen, indem es die Aufenthaltsorte von Nutzern im 'Hintergrund' von Apple Inc's mobilem Betriebssystem ortet – sogar dann, wenn gerade andere Programme geöffnet sind oder das Gerät gar nicht in Gebrauch ist“, wurde Bloomberg mitgeteilt.

Facebooks Tracking-App würde ortsbasierte Werbung stärker vorantreiben

Facebook macht also ernst mit seinem Vorhaben, 2013 verstärkt auf mobile Anwendungen zu setzen. Im Zuge der Bekanntgabe aktueller Geschäftszahlen hatte Facebook bereits darauf hingewiesen, dass im vergangenen Quartal zum ersten Mal mehr Menschen die mobile Facebook-Version als die Desktop-Version nutzten. Eine App mit solchen Tracking-Funktion würde den mobilen Werbemarkt jedenfalls kräftig anheizen und mehr ortsbasierte, mobile Werbung ermöglichen.

Bald wird die EU-Kommission wieder etwas zu tun haben, wenn es um die Frage geht, ob Facebook damit gegen Datenschutzrichtlinien verstößt. Allerdings haben auch Apple mit „Find my Friends“ (iTunes) und Google mit Latitude (Google Play) ähnliche Dienste, auch Foursquare hat mit seinem Radar solch eine Funktion. Das Besondere an Facebook wäre die enorme Reichweite, an die die anderen Mitbewerber nicht herankommen. Interessant wird auf jeden Fall auch sein, wie bei der Facebook-App – sollte sie kommen – die Privatssphäreeinstellungen geregelt sein werden.

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8 Antworten
  1. von ElSethos am 05.02.2013 (07:31 Uhr)

    Was ist daran beängstigend? Das ist doch die logische Weiterentwicklung von Fakebook und war absehbar. Ausserdem muss man sich ja diese App nicht installieren...

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  2. von goran am 05.02.2013 (09:53 Uhr)

    Beunruhigend? Beängstigend? Was ne unseriöse Panikmache. Da wirds ja wohl einen Schalter geben. Außerdem kann man ja auch das GPS für einzelne Programme blocken.

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  3. von danielahrend am 05.02.2013 (10:28 Uhr)

    Wieso bietet t3n eigentlich keinen Like-Button für Artikel?

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  4. von robbz am 05.02.2013 (14:08 Uhr)

    Weil der normale Like-Button direkt beim Laden schon Daten an FB sendet... Vielleicht deshalb. Ansonsten gibts ja das "auf Facebook teilen", was eigentlich völlig ok ist.

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  5. von Dirk am 05.02.2013 (14:55 Uhr)

    Leider ist eine gewisse Lokalisation ohne um Erlaubnis zu bitten möglich. Wenn die Seite aufgerufen wird, muss der Server die Daten an eine IP-Adresse schicken. Über die IP-Adresse ist eine Lokalisation möglich. Der einzige Unterschied ist dann aber, dass der Internetprovider ca. 50km weit entfernt ist und deshalb der Server nicht genau lokalisieren kann. Aber das reicht für die Werbung aus, dass regionale Werbung ungefähr an den richtigen Standort geht.
    (Und das war schon früher möglich …)
    Wie es mit Internet über Handy aussieht, weiß ich nicht genau. Wenn dies jemand weiß, dann bitte ich ihn/sie um eine Erweiterung des Wissens!

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  6. von Matching Apps am 05.02.2013 (19:34 Uhr)

    Matching Apps ("wer fährt auch zum Schalke-Spiel") in der Umgebung oder im Supermarkt alle glutenfreien (die möchten) Betroffenen erkennen können wäre ja nichts schlimmes.
    Stattdessen macht Facebook das jetzt ohne Freiwilligkeit. Tja.


    Handies können GPS-Positionen an Webseiten geben. Da wird man aber auch immer gefragt ob man das will. "HTML5 Geolocation" oder so ähnlich sind die passenden Suchworte und ich glaube hier war auch mal ein Kurs wie das geht.

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  7. von Dirk am 06.02.2013 (00:09 Uhr)

    Die Server müssen irgendwie die Daten an das Handy schicken. Und das geht im IP-Protokoll (TCP/IP) über eine IP-Adresse. Also man kann OHNE nachzufragen lokalisieren. Diese Bitte um Lokalisierungserlaubnis ist NUR dazu da, dass die Webseite relativ genaue Lokalisierungsdaten (weil normalerweise eine relativ gute GPS-Funktion integriert ist) abfragen darf und diese Daten an den Server zurückschicken kann.

    Also Lokalisierungen sind auf jeden Fall IMMER möglich. Es ist aber die Frage, wie genau diese Lokalisierung ist (also ob im Gegensatz zu DSL z.B. die IP-Adresse von mehreren 100km'n entfernt abfragen kann oder ob es deutlich unter 50km lokalisiert werden kann).

    Hintergrund ist, dass ein Handy überall in DE sein kann. Ich vermute, dass das Handy flexibler als ein DSL-Gerät sein Gateway aussuchen kann.

    Sicherlich sind dann die Gateways über ganz DE verteilt (wie bei den DSL-Anbieter, aber dort legt der DSL-Anbieter fest, welche Gateways benutzt werden können …). Wenn Handymasten gleichzeitig für den Betreiber als Gateway fungieren (ohne Gateway kommt man nicht in das Internet, außer man ist ein Backbone oder so etwas …), dann hieße das, dass per Handy nur über Webseiten liefern (NICHT anfragen, ob es GPS zum lokalisieren darf!) schon innerhalb von ein paar Kilometern lokalisiert werden kann.

    Das heißt, was Facebook vor hat, ist eher nur eine Dienstleistung (und Werbung für das Netzwerk) für den Benutzer. Erdrückend ist dann zu erfahren, dass Facebook schon lange potentiell in der Lage war, grobe Bewegungsprofile aller Nutzer (die Facebook per Handy verwenden) zu erstellen. Und so, wie ich Facebook einschätze, glaube ich, dass sie es schon längst tun.

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  8. von surfable am 08.02.2013 (12:17 Uhr)

    Also ich kann goran nur Recht geben. Dieses infantile Datenschutz-gehabe geht einem langsam auf die Ketten. Das ist doch alles nur Polemik statt Aufklärung die dafür sorgen könnte, dass wir bedacht mit einer Technologie bzw. Anwenderkultur tatsächlich Nutzen generieren können - Klar ist Autofahren gefährlich, aber nur solange wir Deppen am Steuer haben! Darüber hinaus ist es ein hervorragendes Mittel um sich fortzubewegen.

    Aber nun vom Grundsatz doch zur Sache: Ich finde auch, dass es absehbar war, dass FB dieses Feature bringt. Ich finde es aber viel interessanter, wenn es über den Freundeskreis hinaus gehen würde und es in Kombination mit dem Spotted-Trend endlich diese nervigen Single-Börsen substituiert - Das wäre ein Segen.

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