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Neue Patentanträge: So könnten Googles Suchergebnisse bald aussehen

Sieben Patentanträge geben interessante Einblicke, wie sich Googles Suchergebnisseiten weiterentwickeln könnten. Sie drehen sich vor allem um das Problem mit mehrdeutigen Begriffen und wie Nutzer ihre Suchergebnisse verfeinern können. Der Internetriese hat diese Patentanträge gerade aufgekauft – vom gescheiterten „Google-Killer“ Cuil. 

Neue Patentanträge: So könnten Googles Suchergebnisse bald aussehen

Cuil: Vom „Google-Killer“ zum Patentlieferanten

SEO-Spezialist Bill Slawski ist auf die entsprechende Veröffentlichung des US-Patentamts aufmerksam geworden und berichtet hier in seinem Blog darüber.

Wem Cuil nichts mehr sagt (was nicht weiter verwunderlich wäre): 2008 war diese neue Suchmaschine mit vielen Vorschusslorbeeren an den Start gegangen. Die Gründer waren drei ehemalige Google-Mitarbeiter sowie ein Spezialist für Künstliche Intelligenz von IBM. Hier findet ihr den t3n-Bericht über Cuil vom Juli 2008.

Cuil versprach unter anderem, mehr Webseiten in kürzerer Zeit als zu finden. Allerdings blieb die Qualität der Suchtreffer hinter den hohen Erwartungen zurück. Technische Schwierigkeiten und der baldige Abgang einer der Gründer sorgten weiterhin dafür, dass Cuil letztlich noch schneller abstürzte, als es aufgestiegen war.

Die konkreten Patentanträge

Nun hat Google sieben Patentanträge von Cuil aufgekauft:

Über die Sinnhaftigkeit solcher Patente kann man sicherlich streiten. Aber das soll hier nicht das Thema sein. Interessant sind vor allem die Skizzen (Cuil schreibt sich darin noch „Cuill“):

Unterschiedliche Bedeutungen eines Suchbegriffs wie hier „Thunderbird“ werden in Form von Tabs dargestellt, die entsprechend passende Suchergebnisse anzeigen.
Hier ist ein Menü mit Untermenü zu sehen, um anhand von Rubriken die Suche zu verfeinern.
Und hier ein weiteres Menü mit mehreren Untermenüs, um sich anhand des konkreten Suchbegriffs Stück für Stück zum Ziel zu hangeln.

Was sich daraus für Googles Zukunftspläne ableiten lässt

Bislang ist es bekanntlich so, dass ein Google-Nutzer die Suchergebnisse selbst eingrenzen muss. Dazu muss er seine Suchbegriffe entsprechend geschickt wählen oder die erweiterte Suche nutzen. Daneben versucht Google, anhand von Informationen über den Nutzer das eigentliche Ziel der Suche zu erraten.

Zugleich werden die Suchergebnisseiten von Google in den letzten Monaten allerdings voller und voller. Wie Social-Media-Experte Morgan Brown in diesem Beitrag zeigt, ist bei manchen Suchbegriffen von den eigentlichen Suchtreffern auf den ersten Blick kaum noch etwas zu sehen. Stattdessen findet man Verweise auf Google Maps und Places, Google+ und vieles mehr. Das aber funktioniert nur dann gut, wenn die Suchmaschine das Suchinteresse des Nutzers richtig ermittelt hat. Insofern werden exakter passende Suchergebnisseiten immer wichtiger – und die nun gekauften Patentanträge könnten einen Weg dahin aufzeigen.

Was haltet ihr vom Design der Suchergebnisseiten in den Patentanträgen? Haltet ihr es für sinnvoll, dass sich Nutzer per Tabs und Menüs zum Suchergebnis hangeln? Oder gesteht Google letztlich damit nicht ein, dass sie ihre Suchergebnisse von allein nicht mehr gut genug sind?

Weiterführende Links:

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10 Antworten
  1. von Frank am 21.02.2012 (11:33 Uhr)

    Google geht da schon den richtigen Weg, denn erstens gibt es für einen Begriff oft mehr Bedeutungen (und Google kann nicht Gedankenlesen, was der Sucher wirklich meinte) und zweitens weiß der Sucher oft selbst nicht genau, mit welchen Begriffen er suchen soll.

    Wikipedia bietet diese Auswahl schon lange, jedoch wird diese noch von Hand erstellt.

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  2. von Jonathan am 21.02.2012 (12:32 Uhr)

    Tabs für die spezifische Suchergebnisaufteilung bekommen ein spontanes „ja“ von mir! :-)

    Lieben Gruß

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  3. von himself am 21.02.2012 (14:28 Uhr)

    Interessant!

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  4. von Ozan am 21.02.2012 (14:32 Uhr)

    Nicht nur interessant. Ich finde, das Google mehr und mehr Besitz von uns Menschen ergreift. Die Welt ist eine "Google".

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  5. von Heiko am 21.02.2012 (15:23 Uhr)

    Etwas mehr Struktur bei den Ergebnissen ist mit Sicherheit sehr hilfreich. Von daher: Ja, es ist sinnvoll.

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  6. von Gian Marc am 21.02.2012 (15:38 Uhr)

    Die Herangehensweise mit den Tabs unterschiedliche KW-Clouds abzubilden finde ich auf den ersten Blick durchaus interessant.

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  7. von THO am 21.02.2012 (16:27 Uhr)

    Endlich mal eine wirkliche Verbesserung der Suche (sofern das gut funktioniert).

    Vielleicht geht das semantic Web dem einen oder anderen auf die Nerven, aber genau das ist ein Ziel der Bewegung. Wenn die Daten semantisch eindeutig zugeordnet sind, dann kann man solche Unterscheidungen auch in den Suchergebnissen machen.
    Damit bekommt man als Benutzer zum einen die Möglichkeit seine Suchergebnisse einzuschränken, wenn man merkt, dass die Anfrage zu ungenau ist. Zum anderen könnte man viele unnötigen Informationen ausblenden, indem man sie damit implizit einfach ausschließt.
    Nichts anderes erwarte ich von einer Suche (solange sie mir dann nicht basierend auf meinen vorherigen Entscheidungen Ergebnisse vorenthält natürlich).

    Die Frage, die ich mir stelle ist allerdinge, ob Google in der Lage ist dynamisch solche Unterscheidungen herauszufinden. Das geht dann ja ziemlich tief ins Text-Mining und ist unter Umständen auch rechenintensiv. Aber eine grobe Untersheidung wird schon möglich sein.

    Und vielleicht nutzt der eine oder andere ja auch http://schema.org/docs/schemas.html oder RDF oder irgendwas in der Art ...

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  8. von Hannes Schleeh am 21.02.2012 (18:06 Uhr)

    Wenn das sauber und übersichtlich dargestellt wird und sich die Suche dadurch schnell verfeinern lassen kann, dann ist das eine begrüßenswerte Verbesserung.

    Auch für Unternehmen, Produkte und Personen, die gefunden werden wollen ist das eine positive Entwicklung. Denn damit gibt es ja mehrere Seiten 1 und wenn man dann auf der richtigen weit genug oben ist - Bingo!

    Zudem kann Google noch mehr adwords verkaufen! ;-) Daher können wir davon ausgehen, wenn das funktioniert dann kommt das auch!

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  9. von Bernd am 22.02.2012 (10:48 Uhr)

    Im Zeitalter des Web 2.0 sind die Benutzer gewohnt auf Webseiten dieselben Benutzeroberflächen vorzufinden, wie sie es von einer Applikation gewohnt sind.
    Also Tabs und Menüs mit Untermenüs. Ich persönlich finde es angenehmer mich durch die Sucherergebnisse durchzuklicken. Mit dem Menüsystem sehe ich eine Verbesserung um schneller ans Ziel zu gelangen, anstatt meine Suchbegriffe selbst zu verfeinern werden schon erweiterte Kontextabhängigkeiten vorgeschlagen. Durch die Tabs werden auch deutlich mehr Suchergebnisse auf einer Seite dargestellt ohne das man sich auf Suchergebnissseite 2-3-4-5-6 durchhangelt.
    Mal davon abgesehen finde ich es immer wieder interessant was es sonst noch so zu meinen Suchbegriffen zu finden gibt was ich sonst vielleicht gar nicht "finden" würde.

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  10. von Benjamin Löwen am 22.02.2012 (12:10 Uhr)

    Das wäre mal eine tolle Innovation. Gerade für Seiten, die mehrdeutigen Content haben, wo man den Spagat zwischen unsinnigem Traffic und guten Platzierungen kaum schaffen kann. Zum Beispiel Thema Modellbau ist so eine Sache/Seite, sehr viel Traffic über allgemeine Suchbegriffe ohne Modellbauzusammenhang, der einfach verpufft. Das ärgert Nutzer und Seitenbetreiber gleichermaßen, Seitenbetreiber können davon ausgehen, dass es im umgekehrten Fall genauso vorkommt. Durch die allgemeine Suche, wie im Beispiel, nach „Thunderbird“ nehmen sich die relevanten Seiten gegenseitig Traffic weg, obwohl nur eine 1:5-Chance besteht den passenden Besucher zu bekommen. Meta-Titel und Description sind auch nicht immer hilfreich, wenn man den Spagat schaffen will.
    Aber auch für die Suchenden super, - lädt zusätzlich zur "halbautomatischen" Eingrenzung zum Stöbern ein.

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