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Die neuen PayPal-AGB in der Übersicht: Händlerrabatte sinken, Käuferschutz steigt

Die neuen PayPal-AGB in der Übersicht: Händlerrabatte sinken, Käuferschutz steigt

Die neuen Paypal-AGB bringen ab dem 01. Juli einige Änderungen für Onlinehändler und Endnutzer: Die Händlerrabatte sinken, der Käuferschutz gilt auch für digitale Waren und die Datenschutzrichtlinien weisen auf einen Datenabgleich mit und hin.

Die neuen PayPal-AGB in der Übersicht: Händlerrabatte sinken, Käuferschutz steigt

Es gibt neue PayPal-AGB. (Screenshot: PayPal)

Bei Händlern mit größeren Umsätzen entfällt zukünftig eine Rabattstufe, darüber hinaus entfernt die bisherige Beschränkung des Käuferschutzes auf physische Waren. Er gilt zukünftig auch bei immateriellen Güter wie beispielsweise Downloads, Tickets, Fahrkarten und Lizenzen.

(Screenshot: Paypal)
Die neuen PayPal-AGB sind da. (Screenshot: Paypal)

Die neuen PayPal-AGB

Teilweise ist wohl die Einführung neuer Dienste wie PayPal Plus, teilweise die notwendige Aktualisierung mancher überholter Bestandteile und ein wenig auch die kommende Trennung von eBay und PayPal Anlass für die Aktualisierung der rund 40 Din-A4-Seiten umfassenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

AGB in Kurzform wären aus Gründen der Verständlichkeit zu begrüßen, sind aber eine vergebliche Hoffnung. Immerhin hat PayPal die wichtigsten Änderungen auf einer separaten Seite zusammengefasst und alle einzelnen Dokumente übersichtlich auf einer Seite verlinkt.

PayPal-Käuferschutz wird erweitert

Bisher ist der PayPal-Käuferschutz nur auf materielle Waren anwendbar, nur was auch tatsächlich in einen Umschlag oder ein Paket gepackt werden kann, ist auch versichert. Ab dem 01. Juli 2015 sind auch immaterielle Güter versichert: Dinge wie Downloads, Tickets und Karten und Lizenzen. Erst kürzlich hatte PayPal den Zeitraum für den Käuferschutz auf 180 Tage ausgeweitet.

Die Berechtigung gilt für den Erwerb der meisten Waren und Dienste (Fahrkarten, immaterielle Werte wie Zugriffsrechte auf digitale Inhalte und sonstige Lizenzen) mit folgenden Ausnahmen: Grundeigentum (darunter jegliche Form von Wohneigentum), Unternehmen (darunter jegliche Einheiten oder Dienste, welche Teil eines Unternehmens oder einer Unternehmensakquisition sind), Fahrzeuge (darunter jegliche motorisierte Fahrzeuge, Motorräder, Luft- und Wasserfahrzeuge), Individuell gefertigte Artikel (außer denjenigen, die als nicht zugegangen deklariert wurden), Gemäß PayPal-Nutzungsrichtlinien unzulässige Waren und Dienste, Industrielle Maschinen, die in der verarbeitenden Industrie verwendet werden, Zahlungsmitteläquivalente (darunter jegliche Geschenkkarten), Jegliche Wetteinsätze und sonstige Gelegenheiten zum Profitieren von Gewinnen aus Glücksspielaktivitäten. Aus den PayPal Käuferschutzbedingungen, 06. Mai 2015

Händlerrabatte ab 50.000 Euro Umsatz entfallen

Bisher konnten Onlinehändler mit höheren Umsätzen auf drei Rabattstufen zurückgreifen, die letzte davon entfällt zukünftig. Von den Einstiegsgebühren von 1,9 Prozent plus Festgebühr ist jetzt nur noch eine Rabattstufe von 1,7 und 1,5 Prozent erreichbar – 1,2 Prozent entfallen zukünftig.

Händler-Gebühren können nur auf gesonderten Antrag gewährt werden. Sie werden individuell geprüft und erfordern u. a. ein ausreichendes monatliches Verkaufsvolumen, eine bestimmte durchschnittliche Warenkorbgröße sowie eine beanstandungsfreie Nutzung des PayPal-Kontos:

Bei Monatsumsätzen mit PayPal zwischen 5.001 und 25.000 Euro 1,7% + Festgebühr (siehe nachstehende Tabelle) Bei Monatsumsätzen mit PayPal zwischen 25.001 und 50.000 Euro 1,5% + Festgebühr (siehe nachstehende Tabelle) Bei Monatsumsätzen mit PayPal über 50.000 Euro 1,2% + Festgebühr (siehe nachstehende Tabelle) Aus den PayPal AGB, 06. Mai 2015

Datenschutzrichtlinien: Abgleich mit Facebook und Twitter

Weitere Änderungen in den AGB betreffen den Bereich Datenschutz. Das Handelsblatt bemängelt unter anderem, dass PayPal seine Nutzer zu Marketingzwecken durch einen Dienstleister bei Facebook und Twitter anhand der E-Mail-Adresse identifizieren lässt. Die Identifizierung dient vermutlich zur Ausspielung von Facebook- und Twitter-Ads an PayPal-Nutzer. Wenn diese sich an dieser Praxis stören, können sie das unterbinden: eine neue E-Mail-Adresse für die PayPal-Nutzung löst das Problem, wenn diese nicht mit der bei Facebook oder Twitter hinterlegten Adresse identisch ist.

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2 Antworten
  1. von Martin am 07.05.2015 (08:55 Uhr)

    Ich werde mir jetzt überlegen wie ich Paypal komplett los werde und richtig ersetze.
    Klar gibt es genügend alternativen, doch hat der Kunde beim Wort "Paypal" das Sicherheitsgefühl.

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